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 PfWB Schabe (Bd. 5, Sp. 822)   PfWB Franzose (Bd. 2, Sp. 1567)   PfWB rufen (Bd. 5, Sp. 634) 
   Schabe1 f.:
1.
a. 'Weckzeug zum Schaben, insbes. zum Glätten von Gerätegriffen und -stielen', Schab [ PS-Leim, mancherorts, Rußl-Speyer]; Zs.: PfWB Bankschabe. —
b. 'Hacke zum Beseitigen des Unkrauts' [ NW-Haardt]; vgl. PfWB Schaber 2 b, PfWB Schabhacke.
c. 'Gerät zum Abschaben der Borsten des geschlachteten Schweines', ein Werkzeug des Metzgers, Schab [KU-Brück Ehw Schmittw/O ZW-Marthh KL-Schneckhs PS-Leim NW-Dürkh SP-Heiligst LA-Impfl Mörzh Wollmh BZ-Dörrb Heuchh GH-Erlb Freckf Westh], Schaw [ KU-Mühlb]; vgl. PfWB Schabeisen, -glocke, PfWB Schaber 2 a, PfWB schaben 1aα, PfWB Kratze 1bε.
2.
a. 'Gerüst, auf das das geschlachtete Schwein gelegt wird', Schab [ HB-Kirrbg PS-Rodalb LU-Limbghf]; vgl. PfWB Schab, PfWB Schabbrett; Syn. s. PfWB Schragen. —
b. 'kleine Metzgermulde, in der das Fleisch zum Kunden getragen wird', Schab [ KU-Sand]. —
c. 'abge-

[Bd. 5, Sp. 823]
kratzte, zum Tünchen vorbereitete Wand' [ HB-Medh]. —
d. 'Stelle, über die der Pflug hinweggleitet', Pl. Schawe [ PS-Fehrb]. —
e. 'spiralförmig zurückgeringelte Rinde als Verzierung am Brezelstecken (gew. eine Haselrute)', Schab [ NW-Dürkh]. —
f. 'Kopfschuppen', Schawe [ GH-Berg]; Syn. s. PfWB Schuppe 1. —
g. 'Grind', Pl. Schawe [ BZ-Dernb], Schäwe [ PS-Erfw]; vgl. PfWB schäbig 3. — Südhess. V 131 Schabe II; RhWB Rhein. VII 826; Els. II 386.

 

   Franzose m.:
1.
a. 'Einwohner von Frankreich', bes. 'französischer Soldat', Franzos (franˈdsōs, -ḁ-) [fast allg.], (frḁndsous) [Land u. Umg.], (frḁndsḁus) [ BZ-Billh], Pl. Franzose; vgl. PfWB Franke, PfWB Franzmann. Zs. PfWB Sau-, PfWB Stockfranzose. RA.: Er kann liesche (lügen) wie e F. [ LU-Opp]. VR.: Franzouse kummen geloffe mit lauder Offizier; de Hauptmann scheißt in d' House un ruft: Papier, Papier! [ LA-Nußd]; s. auch die Reime bei Frack 1, PfWB Frau 2 a. AR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, wo sind die Franzosen geblieben? In Moskau im Schnee. O weh, o weh! [Kaislt]. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, die Franzosen zogen auf die Jagd mit Schlappen und mit Schuh, du haltst zu [Hombg]; vgl. auch PfWB Austerlitz, PfWB Danzig. —
b. Neckname.
α. für die Bewohner von KU-Aschb. —
β. für die Bewohner von Don-St.Hubert, Soltur und Charleville, wegen der Herkunft ihrer Vorfahren aus Elsaß und Lothringen. —
2. = PfWB Franzosenschlüssel [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Engländer 2 c. —
3. Pl.
a. Bez. für Krankheiten.
α. 'Geschlechtskrankheit beim Menschen', bes. 'Syphilis' [verbr.]; vgl. PfWB Franzosenkrankheit. Er hot die Franzose in de Hose [SOPf]. Warnung vor einer geschlechtskranken Frau: Bleib vun dem, das hat die F. [ KL-Reichb]. Auch von Geschlechtskrankeit beim Vieh [ LU-Oggh]. —
β. 'Tuberkulose beim Rind'. Die Kuh hot die F. [(1925) verbr. nördl. u. mittl. VPf östl. NPf]; vgl. PfWB Perlsucht. —
γ. 'Menstruation' [ LU-Limbghf]; vgl. PfWB Geblüt. —
b.
α. 'Küchenungeziefer' [Pirmas LU-Oggh NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Schabe. —
β. 'große Ameisen' [PS-Nünschw (PfId. 47)]. —
γ. 'Lilienhähnchen', eine rote Käferart [ ZW-Battw]; vgl. Geigenmännchen. —
c. eine Schweinerasse [ LU-Opp]. —
d. FlN Bei den Franzosen, frühere Bez. für die

[Bd. 2, Sp. 1568]
Waldabteilung 'Neustadter Wald' bei KL-Trippstdt (Antonihof). — Südhess. II 925/26; RhWB Rhein. II 731/32; ElsWB Els. I 182; Bad. II 218.

 

   rufen st., schw.: 'sich (mit lauter Stimme) äußern, zum Herkommen veranlassen, herbeilocken', rufe [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 27, 65 Mang 138 Müller Dietschw 57 Höh 65], roufe [ HB-Webh], ruwe [ Gal-Obl Slawitz]; Part. Perf.: g(e)rufe [verbr. VPf O-PS], geruf [verbr. WPf (außer SW u. äußerster W) NPf], geruft [verbr. SWPf u. äußerste WPf], vgl. K. 321; in der Konjug. Sg. 2. u. 3. Pers. Umlaut des Stammvokals u (ū) > ie (ī) in der NWPf u. NPf, vgl. K. 321; on ääm Stick r. [ KU-Schmittw/O]; um Hilf r. [ebd.]. Ruf en emol! 'Rufe ihn herbei!' [ KU-Kaulb]. Ich ruf iwwer ne 'Ich rufe ihm zu' [ KU-Bedb]. Er ruft mer 'ruft mich' [ NW-Frankeck]. Er hot de Dokder r. losse [ GH-Kand]. Er ruft de Hund [ NW-Wachh]. Die Gluck ruft de Bipple [ NW-Geinsh]. De Hohn rieft die Hinkel [ KU-Odb]. Er schläft, bes die Katz em Perer ruft, von einem Langschläfer [ RO-Odh]. RA.: ins Lewe r. 'gründen' [ KU-Schmittw/O]; die Gestembelt r. 'beim Kartenspiel das Herzas aufrufen' [ebd.]; gehn uhne gerufe 'Selbstmord begehen' [ LU-Böhl]; de Ulrich r. 'sich übergeben' [ LA-Mörzh], 'm Ulrich r., dass. [ BZ-Bindb Nd'ottb]; vgl. PfWB ulrichen. Du kummscht grad wie geruf (gerufe, geruft) 'kommst zur rechten Zeit, sehr gelegen' [KU-Hundh, verbr.]. Er hot Zeder un Mordjo gerufe [ LU-Opp]. Der heert de Guckuck nimmi r. 'Er erlebt das Frühjahr nicht mehr', vgl. PfWB kreischen 2 f [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Wann de Dod ruft, kammer kän Stellvertreder schicke [ LU-Opp]. BR.: Wer net springt mit em Reche, wann Micke un Breme steche, muß im Winder springe mit 'me Sääl un rufe: Hot jemand Haai fääl (feil)? [ LU-Oggh]. Am fufzehde April, do muß de Guckuck rufe, er mahn stecke wu er will [ RO-Odh]. In der Karwoche, wenn die Glocken der katholischen Kirchen schweigen, rufen die Rätscherbuben: Heert ihr Leit, es lait net heit, so rufen wir zur Betglockszeit! Ave Maria [ KU-Brück]. VR. s. PfWB backen 1 b, PfWB Franzose 1 a. a. 1553: Als da hat ihn dann der deygen oder büttel zue Castell gebunden und ingeführt bis uff Aßweiler, hat er dem hunde (s. PfWB Hunde) zum drittenmal gerufen und ihme die gefangene befohlen fort dem hochgerichtsschultheß zu liebern [ABlieskst 99]. — Zs. u. Abl.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB be-, PfWB ein-, PfWB herauf-, PfWB heraus-, PfWB herbei-, PfWB herein-, PfWB herüber-, PfWB her-, PfWB herunter-, PfWB hinaus-, PfWB hin-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB nach-, PfWB wider-, PfWB zurück-, PfWB zu-, PfWB zusammenrufen; PfWB ver-, PfWB ungerufen, Geruf(s). — Südhess. IV 1507 ff.; RhWB Rhein. VII 576 ff.; LothWB Lothr. 420, ALLG I 70; ElsWB Els. II 239/40.