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 PfWB sappchen (Bd. 5, Sp. 756)   DWB sappe (Bd. 14, Sp. 1796)   DWB sappen (Bd. 14, Sp. 1796) 
   sappchen schw.:
1.
a. 'ein quatschendes Geräusch von sich geben', insbes. beim Treten in nassen, weichen Boden, beim Gehen in durchnäßten Schuhen, beim Ausdrücken nasser, schlüpfriger Sachen, sappche (sabχə) [KU-Kaulb Heeger Nachl.], sappsche (sabə) [ KU-Rothsbg]. Es sappscht in de Stiwwel [ KU-Rothsbg]. —
b. 'schmatzen beim Essen', sabbche [Kühn Hamet 130]. —
c. vom Geräusch, das eine mit Sutter angefüllte Tabakspfeife von sich gibt. Die Peif sappcht [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'schwerfällig, schlürfend (durch nassen Boden) dahingehen, waten', sappche [ KU-Reichsth KB-Marnh]; Zs.: PfWB durchsapchen. De Naachtwächter steckt Peif un Lander aan / Un säbscht dorch 's Ort fer wolfel Feierschutz [Ranssweiler 51]. — Intensivabl. auf -chen (vgl. PfWB trappchen, PfWB flappchen, PfWB knollchen) zu einem in der Pf nicht belegten sappen 'schwerfällig (in den Kot) treten, quatschende Geräusche machen' u. ä. ( DWB DWb. VIII 1796/97), mhd. sappen 'plump und schwerfällig einhergehen' ( Lexer Lexer II 607). — Südhess. V 67/68; RhWB Rhein. VII 744 sapschen.

 

 sappe, f. fuszspur, fuszstapfe, besonders auf frischgescheuerten dielen. Albrecht 196a. s. DWB sappen, verb. 2.

 

 sappen, verb. , in älterer sprache und mundartlich (s. unter sappe, f.).
1) erhaschen, ergreifen, an sich reiszen, einstecken u. ähnl.:

daʒ in ein ber sappe. Seifr. Helbling 8, 868;

oder jr könt das gelt wol sappen
in ewre weite schmutzige kappen.
Fischart 1, 169, 1425 Kurz;

ach, wie ain knappen und ain schnappen,
ain sappen, grappen, und ertappen. 2, 97, 3690;

sein hærtz ym heuffig sapt
los schelmenwærk.
Melissus ps. R 8b;

drumb, scharr, gratz, nemm, gräm, rapp, sapp, lauff, rauff.
Philander 1, 418;

wan man zu land wil faren, so zücht man die riemen ein und sappet jederman zu im sein bürden und was im zugehöret. Keisersberg narrensch. 30b; sie halten sunst hindersich und sappen und raspeln immer meder zusamen. evangel. (1517) 186; aber die andern die hart zu inen sappen. 222b; die stetz z inen sappen, als das inen werden mag tag und nacht. bilgersch. 125a; da sappet man ganze wollsäck voll künst zusammen. S. Franck baum d. wissens 148; wie sie der kirchen gt besitzen und an sich sappen, es si recht oder unrecht. Schade sat. u. pasqu. 3, 65, 2; es ist nichts so war, als dasz der rap, die kap und die pfaffenschlap, alle schmach, hasz und fluch der welt an sich sap, wie der nordwestwind die wolcken an sich zeucht. Fischart Garg. 245a; was sie nuhn in aller welt mit kriegen und terminieren überkamen, sapten sie fein gemach in ir eigenthumb. Kirchhof wendunm. 1, s. 534 Österley.
2) sappen, schwerfällig treten, besonders in koth, dann allgemeiner, plump gehen, tappen, stapfen, auch als derber ausdruck für gehen überhaupt:

und dâ sach er die bûren stolz
vast umb den vîol sappen. minnes. 3, 298a Hagen;

was harrest du dann do allein?
du sapst auch wol mit den gemein. fastn. sp. 232, 25;

ob einer wird so frech und geil,
wolt beurisch umbher sappen. bergreihen 80, 32 neudruck;

das mich die statknecht nit erdappen
und mit mir in schuldt thuren sappen.
H. Sachs 3, 1, 196d;

ey lieber last mich haymhin sappen. 1, 468d;

[Bd. 14, Sp. 1797]

da war ich gleicher weis verspott,
das ich ritt, liesz den son im kot
sappen.
S. Wild tragedy von dem doctor u. s. w. in den schausp. aus d. 16. jh. 1, 243, 361 Tittmann;

drey meil ich herein sappet,
wie seit jhr nur so lappet.
Ayrer 3083, 10 Keller;

wo du mit wercken oder worten
ein landtsknecht mit fug kanst erdapn,
so thu mit im gehn höllen sappn. 2958, 30;

streiff wir jm an die narrnkappn,
so lasz wir jn darinnen sappn. 205, 14.

von thieren gesagt:

wen sy (die mäuse) den detten zw dem koren sappen
fur sy (die katze) heraus und det die mews erschnappen. meisterl. fol. 23 nr. 204.

mundartlich begegnet sappen im sinne von 'im koth schwerfällig gehen, plump gehen, tappen' sowol in nd. wie hd. gegenden Schm. 2, 317. Schröer 287a. Schambach 179a. Albrecht 196a. Frischbier 2, 247b.
3) nd. sappen, von dem geräusch, das nasse, klebrige masse von sich gibt, die getreten wird: idt is so vuul up'r straten, dat idt sappet (beim zutreten); dann auch de schoe sappet, wenn im gehen das wasser ein und aus flieszt. brem. wb. 4, 590. westfäl. als sappeken: dat water sappket em in den schauen. Woeste 223b. könnte man annehmen, dasz das im hochd. in doppelter bedeutung bezeugte sappen früh aus dem md., bez. nd. eingedrungen sei, worauf die inlautende consonanz hinweist, so stellte sich das wort nach bildung und bedeutungsentwicklung zu md. suppen (hochd. supfen), das ebenfalls triefen und schlürfen bedeutet (sappen 3 und 1); die bedeutung 2 von sappen konnte sich leicht aus 3 entwickeln.