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 PfWB Samen (Bd. 5, Sp. 733)   PfWB Amen (Bd. 1, Sp. 199) 
   Samen m.:
1.
a. 'von Pflanzen abfallende Keime, die als Saatgut verwendet werden', Same

[Bd. 5, Sp. 734]
(sāmə, smə) [verbr. NOPf mancherorts VPf WPf, Christmann Kaulb 8 Heeger Südostpf. 7 Mang 116 Otterstetter 44 Schneckenburger 9 Lambert Penns 151], Some (sōmə) [mancherorts NWPf westl. WPf PS-Dahn Hirschth Petbch Schönau LA-Diedf Impfl BZ-Kapswey Schwarzb, Glass II 62 Müller Dietschw 59 Lambert Penns 151 Krämer Gal 179 Don-Schowe Torscha], Sume (sūmə) [verbr. mittl. WPf RO-Als NW-Lach/Speyd SP-Dudhf LA-Venn, Höh 49 Lambert Penns 151], Soume, Saume (sǫumə, sąumə) [mancherorts SOPf (Umg. nordöstl. u. östl. v. Land), Bertram § 47 Heeger Südostpf. 7 Wilde 285]; Pl. (selten gebr.) wie Sg.; vgl. PfWB Gesäms; Zs.: Andivien-, PfWB Pappel-, PfWB Peterles-, PfWB Blumen-, Tabak-, PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Flachs-, PfWB Flapperrosen-, PfWB Gelbrüben-, PfWB Gras-, PfWB Hanf-, PfWB Kappes-, PfWB Klapperrosen-, PfWB Kleber-, PfWB Klee-, PfWB Kohl-, PfWB Kressen-, PfWB Lauch-, PfWB Lein-, PfWB Magel- 1, PfWB Mohn-, PfWB Rüb-, PfWB Rüben-, PfWB Salat-, PfWB Spinat-, PfWB Zwiebelsamen; de S. butze 'Samen von Beimischungen reinigen' [ KU-Brück, vereinzelt]. De S. kummt [ ZW-Bechhf], geht uf [ KL-Hoheck]. E Dääl Spinat kriet kään S. [ KU-Schmittw/O]. Die Kepp (Samenköpfe des Winterklees) sein ganz voll S. [ebd.]. Ausruf der Zeiskamer Samenhändler: S., S., brauchener kän S.? [ PS-Erfw]. RA.: von Menschen, die unverheiratet bleiben: Der (Die) bleibt stehe (sitze) far (for) S. [PS-Petbch, RO-Duchr Thielen So rerre mer 111]. Volksgl.: De Geldbeidel därf nie ganz leer soi, en Penning muß mindeschdens drin soi - fer S. [ LU-Dannstdt]. Gegen Schnecken gilt unter Nennung der drei hl. Namen der Spruch: Da du' ich meinen Samen hinschmeißen, / Daß mir die grauen, die schwarzen und die weißen / Den Samen nicht abbeißen [Schandein Bav. IV,2 380]. Einen VR. s. PfWB Amen. -
b. 'die aufgegangene Saat, Saatfeld', Same [ KU-Bedb], hier auch Pl.: Säme (smə) [HB-Limb (PfId. 119) SOPf (Heeger Nachl.)]. —
2.
a. 'Tragknospe, Blütenstand des Rebstocks', Same [LU-Alsh Dannstdt Fußgh NW-Dürkh Duttw Freinsh Gönnh Hamb Kallstdt Meckh Neustdt Ungst Wachh SP-Mechth LA-Arzh Böching Burrw Diedf Edh Frankw Hainf Kl'fischl Maik Mart Mörzh Nd'hochstdt Rhodt BZ-Albw Billh Dörrb Heuchh O'ottb Schweig Wilde 202, 246], Some [LA-Impfl Rhodt], Saume [ LA-Frankw Mart Venn], Sämmel, Dim. [ LA-Edk Roschb], Sämlich, Dim. Pl. [ LA-Queichh BZ-Billh]; vgl. PfWB Blüte 2, PfWB Traubenblut, PfWB Geschein, PfWB Samenauge, PfWB Schein. Die Tribb weisen schun Same [ LA-Burrw]. Die Rewe treiwen viel Same [ BZ-Heuchh]. Die Same sin schun uf 'Die Rebe blüht schon' [ LU-Alsh]. SprW.: Viel Same (Some), wenig Ahme (Ohme), d. h. Reben die viel Samen ansetzen, bringen wenig Wein (Ahm1 = Hohl-

[Bd. 5, Sp. 735]
maß) [ BZ-Pleisw, mancherorts]. —
b. 'junger Fruchttrieb der Rebe', Same [ LA-Hainf], Sämmel, Dim. [ LA-Edh Venn]. a. 1886: Die Reben in diesem Jahr so viele Samen als je einmal. An jedem Semel drei bis vier Samen [Franz 118 (LA-Mart)]. —
c. 'klein gebliebene Traubenbeeren', Dim. Pl. Sämlich [ LA-Gleisw]. —
d. 'Austriebe am Nadelholzstamm', Forstausdruck; Sume mache [ PS-Hintwdth]. —
3. 'männlicher Samen' in der RA.: Dem is de Same verfrore 'Der ist geschlechtlich unvermögend, zeugungsunfähig' [ LU-Limbghf]. —
4. Sammelbegriff für Kinder, Same [ LU-Friesh]; Zs.: PfWB Lausbubensamen. —
5. vgl. die Zs.: PfWB Brimmen-, PfWB Teig-, PfWB Stein-, PfWB Wurmsamen. — Südhess. V 53; RhWB Rhein. VII 720 ff.; LothWB Lothr. 427; ElsWB Els. II 356.

 

   Amen n.:
1. 'letztes Wort des Gebetes und der Predigt', Ame(n) [allg.], oft scherzweise am Enn 'am Ende' gesprochen. RA.: Das Amen isch dem 's Liebscht an der ganze Kerch [ ZW-Battw]. Das is so sicher wie 's Ame(n) in de Kerch (oder: im Gebet), Bekräftigung der Voraussage eines kommenden Ereignisses [allg.]. KR.: Ame, die Gääs geht im Same, im Same geht die Gääs, die Supp, die isch hääß, hääß isch die Suppe, die Kuh hot de Schnuppe, de Schnuppe hot die Kuh, vun Lärrer macht mer Schuh, die Schuh sin vun Lärrer, die Gans hot e Färrer, e Färrer hot die Gans und de Fuchs e langer Schwanz, en Schwanz hot der Fuchs, dem spring no, awwer flugs [ BZ-Hofstätt, ähnlich HB-Kirrbg]. —
2. übertr.
a. 'das Letzte überhaupt'. 's is aus un Ame 'Die Sache ist erledigt' [ ZW-Battw NW-Frankeck LU-Oggh Opp LA-Gommh]. Der Herr Parre hot's Ome (Ame) 'das Ende der Predigt' net gefunn [WPf NPf]. —
b. 'Einverständnis'. Der dut zu allem jo un Ame sa(che) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch LU-Friesh BZ-Dierb]. —
c. 'kürzeste Zeit'. Er hot nit

[Bd. 1, Sp. 200]
so lang Ruh als mer Ame sa(g)t [ NW-Frankeck Haßl Spey LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB amenslang. — F.: mə, amə herrschende Formen; selten: mən, āmən; nur in Einzelfällen ōmə [ KU-Schmittw/O Don-Schowe]. In Penns und Gal fast durchweg āmən, mən; doch vgl. ōmeslaŋ für amenslang; bez. und ā s. PfWB an Adv. — RhWB Rhein. I 163/64; Saarbr. 6; ElsWB Els. I 36; Bad. I 40.