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 PfWB Saft (Bd. 5, Sp. 702)   PfWB Johannistrauben-saft (Bd. 3, Sp. 1361) 
   Saft m. (f.):
1.
a. 'Flüssigkeit in Pflanzen, Früchten', Saft (safd, sfd) [verbr., Christmann Kaulb 4 Höh 46 Müller Dietschw Lambert Penns 129], Pl. ungebr.; Zs.: PfWB Rebensaft 1. Die Rewe kummen (gehe) in de S., wenn im Frühjahr der Saft steigt [ LU-Alsh, LA-Burrw BZ-Heuchh]. Volksmed.: Der nach dem Schneiden der Reben austretende Saft wird als Mittel gegen entzündete, wehe, schlecht sehende Augen [mancherorts VPf], gegen Sommersprossen [ LA-Gleisw] und als Haarwasser [ LA-Mörzh] verwendet. VR.: Bastlösereime, die beim Losklopfen der Weidenrinde bei der Anfertigung von Weidenpfeifen zu sprechen oder zu singen waren: S., S., Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Grawe, / fressen mich die Rawe, / fressen mich die Muckeschwärm. / Modder geb mer e Norel! / Was duscht dann merre Norel? / Säckelche mache, Säckelche mache. / Was duscht dann merrem Säckelche? / Steencher lese, Steencher

[Bd. 5, Sp. 703]
lese. / Was duscht dann merrem Steenche? / Vögelche werfe, Vögelche werfe. / Was duscht dann merrem Vögelche? / Vögelche brore, brore (braten). / Was duscht dann merrem Brore? / Mei Peifche soll gut ausgerore [ ZW-Marthh]. Var.: S., S., Seire, / Mein Messer will nit schneire. / Do werf ich's in die Weire. / Modder geb mer e Norlche usw. [Pirmas (Wilde 257)]. S., S., Seire, / die Mädche wolle reire. / Falle se in de Grawe, / Do fresse se die Rawe, / Do fresse se die Willeschwein, / Geht main Peifche aus un ein. / Gut, gut gerore (geraten) [PS-W'fischb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Mädche willschde reire? / Fällsche in de Grawe, / fresse dich die Rawe. / Fällsche in de griine Klee, / autsch, wie dut mei Fuß so weh! [Mang 229]. S., S., Seire, / Steinche in de Weire, / Steinche in de Hillebach, / Hockt e Männche uf'm Dach, / Hot sich halwer dot gelacht. / Mudder, geb mer e Penning. / Was mit dem Penning? / Norele käfe usw. [RO-Würzw (Wilde 258)]. S., S., Seide, / Holler in de Weide, / Holler in die Bichse, / Jäger schieß die Fichse [Krämer Gal 179]. S., S., Seire, / Holler in die Weire, / Holler in das grüne Gras, / leet (legt) mer aach de Oschderhas [ KB-Boland]. S., S., Seire, / S. in de Weire, / Weire in de Hahnebach, / daß meiner Farz (s. PfWB Farze) de Hinnere kracht [ KU-Adb]. Hupp, hupp, Weide, / S. in die Seide, / S. in die Hollerbacht, / Daß mein Huppche loskracht [Kus (Wilde 259)]. S., S., Sinn, / Korn in die Mihl, / Stab in de Bach. / Dut mein Peife e heller Krach [Apostelmühle b. PS-Rodalb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Schlag mer in die Weire, / Schlag mer in das grine Gras, / daß der S. rausfahrt! / Mudder geb mer Nodle! / usw. / ... Was duste mit de Stenche? / Fischl'che werfe, Fischl'che werfe - / Brore, brore, / Main Huppe soll gut gerore [ZW-Nd'aub (Wilde 258)]. Weitere Var. s. PfWB Pfeife 1, PfWB Huppe 1 a, PfWB loskrachen, PfWB Nadel 1 a, Sal, PfWB Weide sowie in Wilde 257-259, Der Pfälzerwald 10/1909 44-46. —
b. 'Flüssigkeiten im Körper von Mensch und Tier', vor allem Mark und Blut [mancherorts]; häufig mit differenzierendem Zusatz: de rot S. 'Blut' [mancherorts]. Ich schlaa der uf die Lefze, daß de rot S. runnerlaaft! [Pirmas]. RA.: In dem is keen Kraft un keen S., von einer energielosen Person [ NW-Elmst, vereinzelt]. Die is im zwette Saft 'über 40 Jahre alt' [Krieger 31]. —
2.
a. 'aus Früchten zubereitetes Mus, Fruchtgelee', als Brotaufstrich [mancherorts NPf MPf VPf, Thielen 95]; im Ggs. zu Bed. 1 mit Gen. f. aus KU-Kaulb Kreimb RO-Als Lauteck und bei Henn Mda.-Int. 106 gemeldet; Zs.: PfWB Apfel- 2, PfWB Pflaumen-, PfWB Brombeeren-, PfWB Druschel-, PfWB Erdbeeren-, PfWB Hagebutten-, Himbeer- 2, PfWB Kirschen- 1, PfWB Molken-, PfWB Quetschen-, PfWB Quitten-, PfWB Rhabarber-, PfWB Wälensaft. VR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mudder kocht S. / Mecht gern e bissel schlecke, /

[Bd. 5, Sp. 704]
kummt se met em Stecke. / Geh ich zum Babbe, / schlaacht er mich mi'm Labbe. / Geh ich zum Knecht, / saacht er: Dir g'schieht recht [ BZ-Billh]. —
b. 'als Getränk, Heilmittel zubereiteter Saft' [LA-Impfl, vereinzelt]; Zs.: PfWB Apfel- 1, PfWB Birnen-, PfWB Brust-, PfWB Därmegicht-, PfWB Dornbeeren-, Himbeer- 1, PfWB Johannistrauben-, PfWB Kirschen- 2, PfWB Obst-, PfWB Rebensaft 2. —
3. nur Dim. 'Bürschchen'; e Säftel [Land]. — Südhess. V 26/27; RhWB Rhein. VII 686 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 332.

 

  -saft m.: 'Saft aus Johannisbeeren', Gehanstrauwesaft [ KU-Bedb FR-Tiefth], G'hans- [ LU-Opp NW-Kallstdt Frankeck], Kans- [ PS-Erfw NW-Elmst LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb], Hansgetrauwe- [ KU-Kaulb RO-Als], Hanstrauwe- [ KB-Kriegsf]. Rhein. III 1196 Z. 1. —