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 PfWB Saft (Bd. 5, Sp. 702)   PfWB Huppe (Bd. 3, Sp. 1262)   PfWB Häppe (Bd. 3, Sp. 664) 
   Saft m. (f.):
1.
a. 'Flüssigkeit in Pflanzen, Früchten', Saft (safd, sfd) [verbr., Christmann Kaulb 4 Höh 46 Müller Dietschw Lambert Penns 129], Pl. ungebr.; Zs.: PfWB Rebensaft 1. Die Rewe kummen (gehe) in de S., wenn im Frühjahr der Saft steigt [ LU-Alsh, LA-Burrw BZ-Heuchh]. Volksmed.: Der nach dem Schneiden der Reben austretende Saft wird als Mittel gegen entzündete, wehe, schlecht sehende Augen [mancherorts VPf], gegen Sommersprossen [ LA-Gleisw] und als Haarwasser [ LA-Mörzh] verwendet. VR.: Bastlösereime, die beim Losklopfen der Weidenrinde bei der Anfertigung von Weidenpfeifen zu sprechen oder zu singen waren: S., S., Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Grawe, / fressen mich die Rawe, / fressen mich die Muckeschwärm. / Modder geb mer e Norel! / Was duscht dann merre Norel? / Säckelche mache, Säckelche mache. / Was duscht dann merrem Säckelche? / Steencher lese, Steencher

[Bd. 5, Sp. 703]
lese. / Was duscht dann merrem Steenche? / Vögelche werfe, Vögelche werfe. / Was duscht dann merrem Vögelche? / Vögelche brore, brore (braten). / Was duscht dann merrem Brore? / Mei Peifche soll gut ausgerore [ ZW-Marthh]. Var.: S., S., Seire, / Mein Messer will nit schneire. / Do werf ich's in die Weire. / Modder geb mer e Norlche usw. [Pirmas (Wilde 257)]. S., S., Seire, / die Mädche wolle reire. / Falle se in de Grawe, / Do fresse se die Rawe, / Do fresse se die Willeschwein, / Geht main Peifche aus un ein. / Gut, gut gerore (geraten) [PS-W'fischb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Mädche willschde reire? / Fällsche in de Grawe, / fresse dich die Rawe. / Fällsche in de griine Klee, / autsch, wie dut mei Fuß so weh! [Mang 229]. S., S., Seire, / Steinche in de Weire, / Steinche in de Hillebach, / Hockt e Männche uf'm Dach, / Hot sich halwer dot gelacht. / Mudder, geb mer e Penning. / Was mit dem Penning? / Norele käfe usw. [RO-Würzw (Wilde 258)]. S., S., Seide, / Holler in de Weide, / Holler in die Bichse, / Jäger schieß die Fichse [Krämer Gal 179]. S., S., Seire, / Holler in die Weire, / Holler in das grüne Gras, / leet (legt) mer aach de Oschderhas [ KB-Boland]. S., S., Seire, / S. in de Weire, / Weire in de Hahnebach, / daß meiner Farz (s. PfWB Farze) de Hinnere kracht [ KU-Adb]. Hupp, hupp, Weide, / S. in die Seide, / S. in die Hollerbacht, / Daß mein Huppche loskracht [Kus (Wilde 259)]. S., S., Sinn, / Korn in die Mihl, / Stab in de Bach. / Dut mein Peife e heller Krach [Apostelmühle b. PS-Rodalb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Schlag mer in die Weire, / Schlag mer in das grine Gras, / daß der S. rausfahrt! / Mudder geb mer Nodle! / usw. / ... Was duste mit de Stenche? / Fischl'che werfe, Fischl'che werfe - / Brore, brore, / Main Huppe soll gut gerore [ZW-Nd'aub (Wilde 258)]. Weitere Var. s. PfWB Pfeife 1, PfWB Huppe 1 a, PfWB loskrachen, PfWB Nadel 1 a, Sal, PfWB Weide sowie in Wilde 257-259, Der Pfälzerwald 10/1909 44-46. —
b. 'Flüssigkeiten im Körper von Mensch und Tier', vor allem Mark und Blut [mancherorts]; häufig mit differenzierendem Zusatz: de rot S. 'Blut' [mancherorts]. Ich schlaa der uf die Lefze, daß de rot S. runnerlaaft! [Pirmas]. RA.: In dem is keen Kraft un keen S., von einer energielosen Person [ NW-Elmst, vereinzelt]. Die is im zwette Saft 'über 40 Jahre alt' [Krieger 31]. —
2.
a. 'aus Früchten zubereitetes Mus, Fruchtgelee', als Brotaufstrich [mancherorts NPf MPf VPf, Thielen 95]; im Ggs. zu Bed. 1 mit Gen. f. aus KU-Kaulb Kreimb RO-Als Lauteck und bei Henn Mda.-Int. 106 gemeldet; Zs.: PfWB Apfel- 2, PfWB Pflaumen-, PfWB Brombeeren-, PfWB Druschel-, PfWB Erdbeeren-, PfWB Hagebutten-, Himbeer- 2, PfWB Kirschen- 1, PfWB Molken-, PfWB Quetschen-, PfWB Quitten-, PfWB Rhabarber-, PfWB Wälensaft. VR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mudder kocht S. / Mecht gern e bissel schlecke, /

[Bd. 5, Sp. 704]
kummt se met em Stecke. / Geh ich zum Babbe, / schlaacht er mich mi'm Labbe. / Geh ich zum Knecht, / saacht er: Dir g'schieht recht [ BZ-Billh]. —
b. 'als Getränk, Heilmittel zubereiteter Saft' [LA-Impfl, vereinzelt]; Zs.: PfWB Apfel- 1, PfWB Birnen-, PfWB Brust-, PfWB Därmegicht-, PfWB Dornbeeren-, Himbeer- 1, PfWB Johannistrauben-, PfWB Kirschen- 2, PfWB Obst-, PfWB Rebensaft 2. —
3. nur Dim. 'Bürschchen'; e Säftel [Land]. — Südhess. V 26/27; RhWB Rhein. VII 686 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 332.

 

   Huppe f., Huppert m.:
1.
a. 'Kinderpfeife aus Weidenrinde', auch als Mundstück zur Schalmei dienend, Hupp [verbr. südl. WPf südl. VPf mancherorts mittl. WPf mittl. VPf KB-Stett Schandein Sprachsch. 83], Hopp (hob) [ KU-Diedk Dunzw NW-Kallstdt NW-Hardbg Iggb Dürkh], Hoppche [Wilde 256], Hupper [ SP-Ottstdt], Huppert (hubərd) [verbr. mittl WPf KU-Rothsbg PS-Schopp Schmalbg Wilde 256], s. Abb. 15; vgl. PfWB Blase I 1 a, PfWB Pfeife 1 a, PfWB Häppe. Zs. Ringelhuppe. Die H. wird im Frühjahr aus fingerdicken Weidenzweigen hergestellt, indem die Rinde nach längerem Klopfen mit dem hölzernen Messergriff vom Holz gelöst wird. Dabei werden besondere Saftlösereime im Singsang gesprochen: Hupp, Hupp, geh eraus! Flieg iwwer's Bäckerhaus! Hol drei Weck eraus; meer ener, deer ener un dem annere aa ener! [Wilde 259]. Huppert, Huppert, Weire, Saft, Saft, Seire; Modder, gebb m'r Närelche! Was duschde mit de Närelcher? Säckelcher mache, Säckelcher mache. Was duschde mit de Säckelcher? Staancher (Steinchen) lese, Staancher lese. Was duschde mit de Staancher? Veelcher werfe, Veelcher werfe. Was duschde mit de Veelcher? Broore (braten), broore, bis mein Huppert ausgeroore [ KU-Rothsbg]. Eine andere Var. s. PfWB Saft. Die Gewährsleute machen auch genauere Angaben über die Form der H., die aber z. T. voneinander abweichen: die groß Hopp [ NW-Hardbg]; e groß Huppert [ KL-Fischb]; de groß Hupper [ SP-Ottstdt]. In NW-Hardbg wird am Mundstück der H. obenauf ein Loch eingeschnitten; vor dieses Loch wird ein zurechtgeschnittener Stöpsel gesteckt. In LA-Mörzh wird das Mundstück von der äußeren Rinde befreit und zum Blasen leicht zusammengedrückt. —
b.
α. 'Trompete', Hupp [ HB-Brenschb], Huppert [ KU-Schmittw/O]. —
β. 'Autohupe', Hupp [ KU-Bedb]. —
2. 'Mundstück der Tabakspfeife', Hupp [ NW-Geinsh]. —
3. 'After'. Ich dreet der in die Hupp [Ingb Kaislt]. Du kannscht mich hinne an de

[Bd. 3, Sp. 1263]
Hupp, Götzgruß [Land]. — Südhess. III 836/37, 838; RhWB Rhein. III 998 ff.; LothWB Lothr. 253; ElsWB Els. I 360; Bad. II 796/97.

 

   Häppe f., Häpper, Happert m.: 'die tief klingende Weidenpfeife', Häpp [ BZ-Schweighf], Häpper [ GH-Wörth], Happert [ BZ-Schwanh]; vgl. PfWB Huppe(rt), PfWB Farze 1. Südhess. III 126 Happe; RhWB Rhein. III 245 Happe; LothWB Lothr. 230 Häpe; ElsWB Els. I 360 Häpe, Hape; Bad. II 559 Häpe.