Sachsen n.: wie schd., Sachse, nur in KR.: Reide, reide Reßche / do drowe steht e Schleßche, / do reide als die Herrekinn / un wann se noch klään wunzich sin / un wann se greßer were, / dann reide se uf Pere (Pferden) / un wann se greßer wachse, / dann reide se no Sachse, / wo die schene Mädcher uf de Baime wachse [ ZW-Bechhf]; Var. s. PfWB troß 1, PfWB trara, PfWB reiten, PfWB Soldat. Schd.: Wir sind drei Reisende aus Sichsen - Sachsen, wo die krummen Hachsen wachsen [ HB-Bexb]. Südhess. V 10/11; RhWB Rhein. VII 667; ElsWB Els. II 324. | | PfWB ElsWB reiten IV das Wort, mit dem das schw. Zeitw. reiden III ‘einen schaukeln’, Reidel, Reider ‘Schüttelsieb’ zu vergleichen ist, ist allg., u. zwar Rhfrk rairə, –ęi- ins Mosfrk an der Mos bei Koch, Kobl-Winningen hereinreichend (im Monophtong-Geb. von Saarbr -i-), Part. gərit, –rīt; Mosfrk -ęi·d-, –ę·i.d- [Bitb ręgdən, –ęd-; Prüm regdən] Part. gərīdən, –id-; Neuw, Altk ręirə, ręilə, Prät. rīt, Part. gərīrə, –lə; Siegld rīrə, Prät. rē, Part. gərērə; Rip u. Berg im Mouillierungs-Geb. regə, seltener -i-, Prät. ret, Part. jəredə, –i- [Waldbr hier u. da jərigə] [um Monsch-Ruhrbg Witzerath redə, Prät. ret, Part. gəredə]; NRip rī·ə.; Prät. ret, Part. jəredə; OBerg rīən, he rit, Part. jərīən; NBerg rīdən, ek rīt, du rits, hę rit, Prät. rēt, Part. xərēdən [Wermelsk regə, du reks, Prät. rīt, Part. jərīdən; Düss-Stdt rīdə, du rits, hę rit, Prät. ret, Pl. zə ridə, Part. jərīdə]; Eup rijə; SNfrk rī·ə., eχ rī:, du rits, hę rit, Prät. rīət, –ēə-, Part, jərī·ə. [jərī·ə.nə, –ēn- Kref] [wo rip. Mouillierung gilt (MGladb) rī·ə. u. regə, du reks, hę rekt, Prät. rekdə, Part. jərī·ə. u. jərekt; in der Selfk (z. B. Heinsb-Dremmen) rī:jə, eχ rī:χ, du rits, hę rit, Prät. rīət, Part. jərīəjə]; Mörs in N. bis Hochhalen Repelen riiən; südl. rī·ə.n, rī:n, du rits, hę rit, Prät. rēt, Part. jərīən; Klevld reə, Prät. rē, Part. jəreə [MülhRuhr riə, gərēiə, ek rīt, hę rit; Dinsl riən, he rit, Prät. rē, Part. jərēən] st.: 1. wie nhd. he küt geredde, — ze regge; langsam (flöck) r.; langs. r.; los-, hin on her-, fort-, weg-, hem-, zeröckr.; do reck he her; dat Perd reck sech got en; (om) Perd r.; (ze P. r. Aach); no Kölle r. Rip, Allg. RA.: Wer langsam reit, kimmt grad so weit in allem ruhig u. besonnen sein Kreuzn. Wer sälen (selten) rätt, dem bliddert den Henner dem Faulen macht die Arbeit Beschwerden Bitb-Geichl, — schällt sich den Arsch Wippf-Engelsd. Et es besser demöudeg geriden aes huachferdig gegangen Elbf; schlecht geritt is besser als gut gang Rhfrk, Saar. Wer für vierzig Joəhr reck, geht no v. J. zo Foss (Fuss) Köln, Bergh, Dür, Mörs; weər jongk reit, muss ald (ze Fuss) gehn Rhfrk, Mosfrk, Sol, Mettm. Su ändere sich de Zigge (Zeiten): der Al geiht un lihrt der Sonn r. Köln-Stdt. Gehe ich mit? Scherzh. Antw.: Du gehs möt, wenn de andere r. Bo-Buschd. Du kanns warden, bes dat de Frau met Eselen küt, da kanns de r. Wippf-Pütz. Wu kan ich r., wan ich ke Perd hun, — wan mei P. luhm as! ich habe zu diesem Plane keine Mittel Trier-Schleidw. Loss dem Bur dat Perd, deər reck gern! lass jedem seine Liebhaberei Ahrw-Remag. Der saddelt frih un reit spät er geht früh zu Bett u. steht morgens spät auf; er beginnt eine Arbeit früh, kommt aber nicht zum Ziel; er fängt es unüberlegt an oder führt das nicht zu Ende, was er begonnen hat Simm, Merz-Nunk, [Bd. 7, Sp. 343]
NBerg, Köln, Dür, SNfrk.; mer soll nöt hihjer (höher) r., as mer gesaddelt hat Merz-Nunk. Ämol kann mer mer (mit) em Kaiser r. stolz sein Kreuzn. Deə hät (sech) e domm (geck, verröck, doll) Perd gereə leichtsinnig gehandelt, eine gewagte Sache unternommen, die fehl schlägt Eup, Aach, SNfrk, Geld, Mörs, Wesel, Ruhr, Bergh-Kirchherten, Köln-Stdt; de hät op enem doll P. g. Grevbr-Wevelinghv, MGladb-Helenabrunn. Jed P. löt sech och net r. man kann nicht alles erreichen Ahrw-Heimersh. Mer mot sich op ge P. sette, wenn mer et net r. kann man soll die Finger von einer Arbeit lassen, die man nicht versteht Ess, Trier-Euren. Malch rick si Stecke(l)perd wie nhd. Grevbr-Wevelinghv, Verbr. De könnt got en fett Sau r. der OBeinige Bitb-Outschd. Der reit uf dem Perd, wie wonn er ongewachst wär Saarbr, Allg. Die r. of äme P. handeln einträchtig Birkf, Verbr.; die r. net op äm Perdschi haben Streit Saarbg-Wellen, Trier-Welschbillig. Er reck om huhe P. ist obenauf, brüstet sich Bo-Godesbg. Die de Löck (Leute) düchtig beschnegge (-schneiden, bewuchern), konne wahl op Perder r. Schleid-Hellenth. He rick op Modersch (Mutters) Fülle er geht zu Fuss Köln-Stdt. Ver hant om Schümmel gerene in der Lotterie eine Niete gezogen Kref-Osterath. Op de schärpen Esel r. zwei lassen einen Dritten auf einem Stecken r. Mörs. Op de Geit (Ziege) r. zurückgehen, sich irren Mörs. Der lacht nit, un wenn en Sau up er Klocht (Feuerzange) kummt geriggen Waldbr-Geilenkausen. Der O-Beinige hät op der Kiərn (Botterkiərn Butterfass), op em Fass, op der Kanon geridde Rip, Allg., — om Oligsfat (Ölfass) geriden Elbf. Me mott ken Perd kopen, wör mer nit drop gerejen hät Mörs-Orsoy. De sökt et P. on ritt drop er sucht etwas Naheliegendes Düss-Stdt. Enbeldung on om Steck gerene es so gout wie te Fout (Fuss) gegange Kref-Osterath. In Düffelword (Kr. Klev) r. se den Düwel op sinne Start Neckspr. Der enge rit op ene Strühzhalm, der angere op ene Beissemsteck es gibt verschiedenes Gebahren Aach-Stdt. Op dem (stumpfen) Metz (Messer) kammer met de nacke Fott (Gesäss) op no Kölle r.; dat M. es esu scharf, dat mer drop r. kann Rip, Nfrk, — mer met em blanke Arsch driwer r. kann Mosfrk; för twiə Pennenge ritt der Bur op en botte Ax no Kölle MGladb, Erk. Ri noə Pontemissong (Pont-à-Mousson)! Verwünschung LRip verbr. Lans de Front r. hintereinander die Trümpfe herausholen, vom Kartenspieler Erk-Keyenbg. Krie die Kränk (Krankheit) un reit die Pos (Post) Verwünschung Birkf, Simm, Dür-Stdt. Die hät (es) mem Düvel Staffett geredde von einem alten nichtsnutzigen Weibe Ahrw, Rheinb, Bo. Ball r. Ballsp. Aach-Eschw. Kränzke r. am Fastnachtmontag geübter Brauch, unter dem hängenden Kranz hindurchzureiten, um diesen mit den Händen herabzuziehen MGladb-Bockert, [Bd. 7, Sp. 344]
Kemp-SPeter. De Quak r. den Pfingstquak r. (s. Quak) Wend, Ottw, Saarbr. — Im Kinderspr. Kniereiteld. Moər (morgen) ös et Sonndag, da r. wer no der Müəhle; Köster op et Füele, Pastuər op die bongte Koh, so r. wer der M. to! MGladb. Su r. die Häre met die bonghte Feəre (Federn), su r. die Joffere met die b. Schötzele, su rit de Ackerschmann, deə dat Peərdche trave kann; trav, tr., Möllepeərd, dusent Daler bes du weərt usf. Aach. So r. de kläne Härekenn (-kinder), wann se klän on bunzig (grenzig) sen; wann se gresser weren, r. se of de Peren (Pferden); wann se gr. wachse, r. se no Sachse (Peren, kennt de Bauer henne no, hoppeldibopp, mer se ball do)! Wend. Esu r. de Biwercher (Bübchen), wann se klän sen; w. se grisser werden, r. se of Perden, se r. of e Millchen; dat P. dräht e Fillchen, dat F. dr. e Säckelchen; os Kläs-chen äs e Quiquaquäckchen! Merz-Bergen. Reire, r., Rennercher (Rind), r. de kläne Kennercher; bie se grisser were, r. se of Pere; bi se gr. wachse, r. se en Sachse; r. se en Pole, wolle mer se abhole! Koch-Mörsd, Wermelsk. Wo r. mer hen, wo r. mer hen? Wir r. hen zom Alemberg (Altenbg). Wie (wieviel) Lück (Leute) wor et do? De Hären woulen (wollten) zo Desch gonn, lot mer wacker r., dat mer noch jet metkriege! Sol-Burschd. Rigge, r., Perdchen; et P. drog en Füll; mer rette ene Berg herop, do kome mer an ene weisse Stein; do meinte mer, dat wär e Stöck Speck, on do wor et ene decke Säudreck! Ahrw. R., r., P., en Kölle övver dat Märtche (Markt), en Butschet (Burtschd) övver der Kerchtuər (Kirchturm), drei Brütche (Brötchen) ha mer noch; ent gevve mer Göttche, ent g. mer Pöttche, ent g. mer zenke Tringe (H. Katharine), dat et os de Sonn let schinge (scheinen) Dür-Gürzenich, — ze Kölle em Kathringehus, do werfen se de Weck an de Finster erus! Sieg-ODollend, — Piərdche, he van danns no Bonn schisse (scheissen) mer en de Tonn, schöddte et en de Rheng, git en gode kölsche Branndeweng! Dür-Winden. Reide, r., P., P. of de Mill; de Möller hat de Frau verlor, de Becker hat se fenn! Wittl-Reil. R., r., Röss-che, mer fahren of et Schlöss-che, mer f. of et Guguckshaus, do gucken drei schöne Pöppcher raus; änt spennt Seide, dat anner weckelt Weide, et drett giht an de Bronne, hat e Kinnche fonne: bie soll et hässe (heissen)? Meches-che odder Gäəs-che (Geiss); ber soll Wennele wösche? Onse kleine N. N. Kobl-Weissenthurm, Zell, Bernk. (de dritte spinnt e rore Rock vor de Brurer Jakob Kreuzn-Dörreb.) R. r., Räss-che, et Kinnchen setzt of em Schäss-che (Chaise), et Föllche stiht em Stall un frisst de Hawer all! Koch-Moselkern. Reire, r., Gelche, alle Stenn en Meilche, alle St. en Beckerhaus, breng dem Kinn en Weck eraus, — St. en Wertshaus, br. dem K. en Schobbe raus, — en Kafmannshaus, breng dem K. mol Zucker raus! Hunsr. Rigge, r., Füllchen, Pastur rickt en et Müllchen, der Offermann (Küster) [Bd. 7, Sp. 345]
de bongkte Koh, se r. no der Mülle zo; der O., de fong en Weck, he stok (stach) en en de Mau (Ärmel) on bräət (brachte) en singer Frau; die Fr., die bess ens dren; — se ment, et wör nen Botterweck, do wor et enne Ferkesdreck! Sol-Neuk. — Sonstige Spr. Lo druwe om Berg, do stehr e Kapell, do r. drei Reire of äner Mamsell Birkf. Jöppke (Josef) op den Esel rit dormet no Wesel, r. d. no Amsterdam; kik es, wat hej r. kann (krieg hej en Schenkebotteramm) Klev, Mörs. Wenn de Schnider r. well on hät gar ken Geld, dann nemmt e senge Gessebock on reck (reitet) domet dörch de Welt! Dür-Merzenich. — 2. übertr. a. mit andern Subj.; dem ritt der Düvel; op dem r. der D. er ist böse; er tut etwas, was unvernünftig ist MGladb, Allg.; hej rejd em ist zornig Klev-Wyler; die Hex hat die Per (Pferde) gerit wenn sie morgens schaumbedeckt im Stalle stehen Saarbr; mech hät der Mahr geriə bei Alpdrücken SNfrk, Rip (s. Mahr). — b. Klos (der hellige Mann) ritt, — hat got geriə bringt Geschenke; sej ok ardeg gewest, hät de zenter Kl. gut gereje? SNfrk, Klevld, Aach-Stdt. — c. he es am r. in gereizter Stimmung, wütend; den krig ech noch an et r. WSieg, MülhRh-Vilker. — d. einem Huckepacktragenden mit den Beinen über die Schulter sitzen Kreuzn-Weinsh, Kobl-Ld; Eselr. Sol. — e. unruhig auf dem Stuhle sitzen, ihn auf einen Stempel stellen, ihn nach hinten biegen; sid er were an't r.? Grevbr-Aldenhv, Geilk-Frelenbg. — f. auf einem Wagen sitzen, fahren Meis-Becherb. — g. auf dem Eis laufen, die Bahn schlagen; komm mer gih of dat Eis reire Altk-Biersd Daaden Friedenth Herdorf NDreisb; rīrə Siegld; Scharze reje Schlittschuh laufen Klev, Rees-Elten. — h. aufflattern, vom Vogel Wippf-Kreuzbg. — i. in geschlechtl. Hinsicht α. de Fess r. die Fische laichen; de F. send an't r. Klev. — β. reire, von Hausgeflügel u. Haustieren, der Hahn reit dat Hinkel, — hot et H. gereit Simm-Laub; der Hammel hot et Schof gerit Zell-Sohren; der Eber (Bär) reit de Muck (das Mutterschwein) Merz-Nunk; der Hengst hat de Stut gerit Saarl-Berus. — γ. in folg. Verb.: wenn die Stute rössig (wönnig) ist, r. mer nom Henges Grevbr-Jackerath; — r. mr de Mähr no den Hengs; os Mähr ös perds, sei mot geren werden Mörs, Klev. — δ. verächtl. Beischlaf ausüben; ich mecht emol gere wisse, uf wivill Weibsleit der schunn gerit is (hot) Saarbr, Allg. — j. wühlen, Furchen machen, vom Maulwurf; der Moltrof reck Schleid-Dottel, Eusk-Erp, Neuss-Vanikum. — k. bedrängen. α. ömmes en de Patsche r. ins Missgeschick hineindrängen Elbf. — β. enen (sech) herenr.; der hät sech schün herengeridde in eine missliche Lage Rip, Allg. — γ. op de Löck (Leute) lousr. (los-) sich aufdrängen Schleid-Hellenth. — δ. op enem (jet) (heröm) r. jmd. immer draufsitzen, ihm zusetzen, ihn plagen; op dem reck [Bd. 7, Sp. 346]
alles den lässt keiner in Ruh; se han su lang op mir geridde, bös ech ‘jo’ gesat han Rip, Allg.; enem op de Niere r. ihn antreiben Sieg-ODollend; he rick mer ömmer op der Täsch auf meinem Geldbeutel Köln, MGladb. — l. mit sachl. Subj.: α. in dem Heischeld.: Lott dat Metzke r. dor die dicke Siən (Speckseiten) usf. SNfrk, — β. der Plog reck (op der Nas, Spetz) der Pflug geht auf der Spitze u. wühlt sich zu tief in den Boden Rheinb, Bo, Jül. — γ. et Schepp (Schiff) ritt op dem Anker wenn es sich mit herabgelassenem A. nach einer bestimmten Stelle treiben lässt Rheinschiff. — Abl.: die Reiderei, dat Gereid(s). |