| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Sach (Bd. 5, Sp. 682) | PfWB backen (Bd. 1, Sp. 511) | |||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 5, Sp. 682] 1. a. 'ungenau oder nicht namentlich benannter Gegenstand, Ding', Sach (sax) [verbr., Christmann Kaulb 52, Schneckenburger 53 89 Lambert Penns 129], Pl. Sache [verbr.]; Dim. Sg. Sächelche, Säschelsche [vereinzelt], Pl. Sächelcher, Säschelscher [vereinzelt, Krämer Gal 178]; vgl. PfWB Ding I 1, PfWB Sachens; Zs. PfWB Bett-, PfWB Tränken-, Dreck-, Nipp-, PfWB Saufen-, PfWB Schul-, PfWB Spielsach(e), -sachen; e Schachdel voll Sächelcher [Krämer Gal 178]. Mir missen endlich emol die alte Sache uf'm Speicher ufraame (aufräumen) [Kaislt]. 's S. vum Chrischbaam (der Christbaumschmuck) werd ufg'howe [ LU-Alsh]. Einen VR. s. PfWB backen 1 b. — b. 'Besitztum, Hab und Gut, Vermögen' [verbr., Krämer Gal 178]; Zs.: Vaters-, Mutters-, Siebensach(e), -sachen; de Fraa ehre Leit ehr S. 'das Vermögen der Familie der Frau' [ PS-Schmalbg]; zu Sach komme [ KU-Bedb, mancherorts]; vun seim (um sei) S. kumme 'sein Vermögen verlieren' [BZ-Annw, verbr.]; ene um sei S. bringe [KU-Bedb, verbr.]; sein S. verstääche (versteigern) losse [ BZ-Steinf]. Do is S. 'Da ist viel Vermögen' [ KU-Bedb]. Es (das Mädchen) hat schee S. [ HB-Kirrbg]. Die Kinder machen nach dem Tod der Eltern ihr S. ausenanner 'teilen das Erbe auf' [ RO-Obd]. 's S. werd ausnannergemach, 's werd gedäält [PfPr. v. 5. 7. 1927]. Der hott Sach en Locke (vgl. PfWB Locken2 2) [Kunnrädel 13]. Er war e reicher Jungg'sell mit Wingert un S. [PfRSch v. 13. 1. 1927]. Ja bringt er nix, dann werd gehetzt, / Bis 's Michelche sei' S. versetzt [Schandein Ged. 69]. Määnscht, wann du e anneri for e Fraa kriecht häscht, wu net sou wie ich 's S. zammeg'halde hett, was määnscht dann du, wu du hikumme wärscht? [ NW-Gimmdg]. RA.: sei siwwe Sache zesammenemme (packe) [KU-Schmittw/O, verbr.]; sei S. verwäsche 'verschwenden' [ LA-Kirrw]; die S. anziehe 'eheliche Gütertrennung beantragen' [Kus]. Scherzfrage, -entgegnung: Kennscht des Lied, wie die arme Leit um ehr S. kumme sin? [ LU-Friesh]. SprW.: S. will zu S. [ KU-Diedk]. Mit annerleits (anderer Leute) S. is gut Kuche backe [Feierowend 16/ 16/1953 2]. Vun annre Leit ehrm S. isch gut Rieme schneire (schneiden) [ LA-Nußd]. Wann's S. unwert isch, sell mer's mit zwei Bese zammekehre, d. h. im Überfluß soll man doppelt sparsam sein [Volk und Heimat v. 20. 8. 1926]. VR.: Hansel am Bach, / hot lauter scheen Sach, / hot's Haisel verbrennt, / hot Lumpe druff g'hängt, / is 's Bergel nufg'sprunge, / hot lalala g'sunge [Feierowend 8/1950 5]. Kathrinche von Bach, / hot laurer scheen S., / hot Äppel gedämpt / un de Finger verbrennt [ KU-Reiffb]; Var. s. PfWB Bach 1. — c. 'Kleidung' [mancherorts, Krämer Gal 178]. Bass uf dei Sache uf! 'Achte auf deine Kleidung!' [ KB-Dreis]. Zieh net an ääner Tour mei [Bd. 5, Sp. 683] neie Sache oon! [Kaislt]. Er hat lang an seim S. 'Er kann seine Kleidung lange tragen (weil er sie schont)' [ LA-Herxh]. — d. 'Waren, Lebensmittel'; Zs.: PfWB Markt-, Suppensach(e); S. hole 'einkaufen' [ LU-Opp]; uf de Mark gehe un sei S. verkaafe [ ZW-Battw]. — e. 'flüssige Arznei, im Ggs. zur nicht flüssigen', Pl. Sache [Mang 79]; Zs.: PfWB Apothekersache. — f. 'Geschenke'; Zs.: Goten-, Kristkindleins-, Weihnachtssach(e), -sachen. Die hun viel Sache (Geschenke zur Hochzeit) kriet [ KB-Kerzh]. Do is all mei Sach vun de Weihnachde [ LU-Alsh]. — g. 'Anteil, zugehöriges Quantum'. Wenn jemand gierig oder hastig trinkt, sagt man: Mer määnt, er kummt nimmi zu seim S. [ LA-Wollmh]. RA.: Der hot sein S. 'Er ist betrunken' [GH-Steinw, verbr.]. — 2. a. 'Angelegenheit, Umstand, Ereignis, Vorgang' [verbr. Krämer Gal 178]; Zs.:Bagatell-, Tat-, Geld-, Glücks-, Gopel-, Haupt-, Malefiz-, Miß-, Neben-, Ursache; 's S. verhunze 'eine Angelegenheit verderben' [ LU-Neuhf]. Des is e diffisili S. [Krieger 16]. Des isch jo e gudi S. [ BZ-Nd'horb]. Ich will mein S. vorbringe [ KU-Schmittw/O]. Mein Sache gihn vor! [ KL-Stelzbg]. Eich han geheert, die S. geng voran [ WD-Niedkch]. De Gemäänerat hat die S. nie kenne entscheide [ PS-Lu'wink]. Die Buwe ware hinnernanner un do hat ihr Mamme die S. gedischt 'die Angelegenheit geschlichtet' [ IB-Ommh]. Wann der die S. in die Hand nimmt, do werd's eppes [ZW-Stamb]. RA.: e S. ins Glääs (Gleis) bringe [ BZ-Dernb]; die S. drehe 'eine Sache richtig hinbekommen' [ PS-Schmalbg, mancherorts]; e S. uf die leicht Schiller nemme [ KU-Bedb, mancherorts]; mit Leib un Lewe bei de S. sin [ KU-Bedb, vereinzelt]; net bei de S. sein 'zerstreut sein' [ BZ-Dernb, mancherorts]; e Mäntelche um die Sach henke 'eine unsaubere Machenschaft verschleiern' [ KL-Mehlb]. Mach Sache! vergewissernder, ungläubiger Ausruf im Sinne von 'tatsächlich! - ist das wirklich wahr?' [ KU-Kaulb, mancherorts]. Die Sach hängt amme Nehtsfarem [ KU-Trahw]. Die Sach geht schief [ KL-Stelzbg]. Des isch e Sach for sich [Krieger ![]() [Bd. 5, Sp. 684] 45]. Die S. war jo net Sackbännels wert [ LA-Nußd]. So Sache sein schun all vorkumm [ KU-Schmittw/O]. Des war e abgekardi (abgekartete) S. [ LU-Opp]. Die S. muß ich erscht bei Licht betrachde [ KU-Obw/Tiefb]. Er packt die S. am verkehrde Enn an [Bergz (Kamm 79)]. Kään Sau kennt sich in dem sein S. aus [ KL-Reichb]. Jedi Sach hat e Enn, nor die Worscht hat zwää [ ZW-Battw]. 's hat alles soi S. wie de Arsch soi Falte [Bergz (Kamm 81)]. Der hot sein S. verbessert 'hat Selbstmord begangen' [ FR-Bobh]. SprW.: Viele Sache sin besser gepiffe als gesaat [Penns (Barba)]. a. 1305: an der sachen, do sie zweiunge vmme hant umme die wege [OttbgUrkb. 265]. a. 1320: uber alle die sachen unde anesprachen, die geschehen sint sider zit [SpeyUrk. 263]. a. 1339: von unsern wegen dunt in allen disen vorgeschrieben sachen [OttbgUrkb. 409]. a. 1421: Wäre es sach, daß jemands wolt gewalt legen an das gericht [ABlieskst 72]. a. 1561: vnnd wer es sach, das ihre also viel weren [PfWeist. 8 (KB-Albish)]. a. 1628: und wäre es sach, daß den becker deucht, daß die brodt zu klein weren [PfWeist. 599 (LU-Fußgh)]. — b. 'Aufgabe', im bes. 'Hausaufgabe' [mancherorts]. Des is net mei S. [Krieger 38]. Hosche dein S. (for die Schul) gemacht? [ NW-Freinsh, mancherorts]. Ich hab mei Sache g'schriwwe [ PS-Erfw]. Er muß noch sei S. lehre (lernen) [ ZW-Battw]. — c. 'Menstruation'; vgl. PfWB Ding I 1cβ. Sie hot ehr Sach [ LU-Opp, Don-Schowe Torscha Tscherwk]. — Gen.: Bei der Bez. von Konkreta, insbes. bei Bed. 1b 'Besitz, Vermögen' herrscht Gen. n. vor, während bei den Bed. unter 2 (wohl bedingt durch schd. Einfluß) häufiger Gen. f. gemeldet wurde. — Südhess. V 7 ff.; RhWB Rhein. VII 663 ff.; LothWB Lothr. 424; ElsWB Els. II 318.
| 1. Brot und andere Speisen b. a. die Gesamtheit der Backtätigkeiten vom Anrühren der Backmasse bis zum Herausnehmen des Gebackenen. Brotbacken in ländlichen Orten um 1900: Das Brotmehl wurde am Vorabend in die Backmulde gesiebt und mit Sauerteig versetzt (s. PfWB meren). Nach etwa 7-8 Stunden gab man vorgewärmtes Wasser und eine bestimmte Menge Salz zu und vermengte das Ganze zu Teig, den man in der Nähe des warmen Ofens gehen ließ. Danach wurden die Laibe geformt, in Backkörbchen getan und ins Backhaus gebracht, wo man sie im Schwung [Bd. 1, Sp. 512] auf die Backschieße setzte und in den entsprechend angeheizten Ofen beförderte. War das Brot nahezu ausgebacken, so holte man es wieder mit der Schieße (dem Schießer) hervor und überstrich es leicht mit Wasser, worauf es zum Bräunen abermals in den Ofen kam. Das gebackene Brot lagerte man daheim auf dem Brothang oder Brotrahmen. (Vgl. Feierowend Jg. 9, 1957, Nr. 7, S. 1/2). Heit backe(n) mer, auch: Heit backe(n) mer Brot, Kuche usw. [allg.]. RA.: Dun er backe?, Anredeformel beim Eintritt in ein Haus, in dem gebacken wird [ PS-Erfw]. Wer net will, der hot gehatt, morje backen mer widder [verbr. Gal Buch]. Wammer backen, kriegsch e Werschdl, iron. Abweisung [GH-Kand, verbr.]. Aus dem Mehl werd kee Brot geback! dass. [verbr. Gal]. Morje backe mer, dass. [Zweibr, allg.]. Wammer backe, därfschde die Schieß lecke, iron., weil auf der Schieße nur Mehl hängen bleibt [ WD-Niedkch]. 's Chrischkind backt Lebkuche (Zuckerdings u. ä.), sagen die Kinder, wenn vor Weihnachten abends der Himmel rot ist [ZW-Hornb, verbr., auch Gal]. Hase backe Knepp 'Knödel', wenn Dunst aus dem Wald aufsteigt [ NW-Frankeck] (Schwäb. I 566). Er hot 's Backe un Bauche (s. PfWB bauchen) beisamme, wenn sich nach einem Fehlschlag gleich ein anderer einstellt [LA-Impfl, verbr. VPf]. SprW.: Vun me schene Gesicht kann mer net b. [ LU-Opp]. — b. 'durch Hitze langsam fest und hart machen, fest und hart werden' (Endstufe von a). De Kuche backt schun, de Kuche is scheen gebacke [nördl. VPf, allg.]. 's Backäiwel 'Backöfchen' backt gut [ LA-Edh, allg.]. Gebackene Ajer 'Rührei mit Schinken', gebackener Appel 'Bratapfel', gebackene Grumbeere 'Bratkartoffeln', (dafür auch gereeschde Gr., s. PfWB rösten) gebackene Knepp 'Knödel', gebackene Nunneferz 'Gebäck aus geschlagenem Eiweiß mit eingerührtem Zucker, bei schwacher Hitze gebacken' [Kaislt]. Für 'Habseligkeiten, Siebensachen': gebackene Bere [ RO-O'mosch KB-Kriegsf NW-Kallstdt Frankeck LU-Oggh LA-Nd'hochstdt Gal-Königsbg]; vgl. PfWB Backenbirnen. Auf die Frage, was sie backe, antwortet die Hausfrau im Scherz oder Unwillen: Gebackene Rawunzle un Schneckeschwänz [ Gal-Schönth], oder Gebackene Hundsfotze [ LA-Nd'hochstdt]. RA.: Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem Fett, von einer ausnützerischen Frau [verbr. Don Gal Buch]. Du kriegscht e Extrawerschdl gebacke [VPf, verbr.]. Du kriescht die Ajer geback 'bekommst Schläge' [IB-Herbh, KU-O'staufb KL-Wörsb]; 's Pännche voll backe 'verhauen' [ PS-Windsbg]; enni b. 'eine Ohrfeige geben' [BZ-Wernbg, verbr.]; vgl. PfWB kleben. Das war e Gebackeni, 'eine kräftige Ohrfeige' [ GH-Zeisk]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, wie spät es sei: Dreivertel uf Quetschekuche, wann er gebacke [Bd. 1, Sp. 513] isch, derfscht 'n aa versuche [ PS-Erfw RO-Als LU-Opp LA-Mörzh]. Von Orten, in denen nur auf der einen Seite der Straße Häuser stehen, heißt es scherzhaft: Do werren die Pannekuche nor uf ääner Seit gebacke. [VPf, allg., auch Auslandspfälzer]. VR.: Hohnappel die Hohn, die Faßnacht, die is on, die Kichelcher sein geback, eraus mit, mer stecke se in de Sack [ KU-Reiffb]. Schornschdefecher, greireweis, freß gebackne Beere, freß, was dein Hundl scheißt, kannscht dein Maul mid schmeere [ LA-Nußd]. Backe, backe, Kuche, de Bäcker hat gerufe, wer will gure Kuche backe, der muß hawwe siewe Sache, Eier un Salz, Budder un Schmalz, Millich un Mehl, Safran macht de Kuche gäl [NW-Frankeck, verbr.]. Ich winsch eich e goldner Disch, an jedem Eck e gebackner Fisch, in de Mitt e Fläschche Wein, sollner mitnanner frehlich sei, Neujahrswunsch [Gal-Brotschk, verbr. Gal]. Schätzel, back mer Aajer mit Zelleriesalat, dann derfscht mich aach liewe, die Mutter hot's gesaat [ LU-Opp, WD-Niedkch]. Volksgl.: »Wenn das Feuer im Backofen brannte, so warf die Hausfrau gewöhnlich eine Handvoll Mehl oder etwas Teig in dasselbe, damit kein böser Geist in das Haus eindringe; so wurden die Hausgötter befriedigt« [Schandein Bav. IV 2 S. 414]. Der Dag, as mer backt, derf mer net im Gaarde schaffe, oders Sach werd mildaich 'meltauig' [Fogel Beliefs Penns Nr. 911]. a. 1590: so offt nit brodts genug gebachen [ZweibrUrkb. 130]; des Backens ... gebrauchen - des Bachens zuvor müssig stehen [ebd. 129]. — 2. 'leicht gefrieren'. Heit nacht hat 's gut geback [ZW-Battw, verbr.], ... gebackt [ KU-mittl. Gl]; vergl. gefrieren. — 3. von starkem Sonnenschein Heit backt's awwer! [verbr.]. — 4. 'kleben'; die Mark uf de Brief b. [ KU-m. Gl. Rothsbg]; vgl. PfWB pappen. Mit Vertauschung des Objekts: de gebackene Strich im Bullspiel (s. PfWB Bull). Strich mit Setzklickern, die von der Anschurgel aus anvisiert werden; der gestoßene Klicker soll gewissermaßen an dem gesetzten kleben bleiben [ LU-Neuhf]. — 5. Part. Perf. 'in gutem Zustand, wohl bereitet'; e gebackenes Mädel [ LA-Mörzh]. Das Märe hat viel Aanträch ghatt, 's war em awwer noch kääner geback 'kein Freier war ihr recht' [ ZW-Battw]. Dem is nix geback 'nichts recht' [Zweibr, allg.]. Iron.: Er is gebacke, von einem, der im Klickerspiel verloren hat [ FR-N'lein]. RA.: Is der 's ball geback? 'Bist du endlich zufrieden?' [ PS-Gersb Erfw KU-Trahw ZW-Battw LU-Friesh Opp Don-Andreas]. 's is 'm net geback un net gebrot, dass. [Pirmas]. — Zs.: PfWB alt(ge)backen, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB verbacken; PfWB Gebackenes, Holz-, Luft-, Nuß-, Rahm-, PfWB Spritz-, PfWB Stritzgebackenes. — F.: bagə bḁgə bǫgə; a fast allg. WPf, NPf u. nördl. sowie mittl. VPf, ḁ u. ǫ allg. südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. 32), ḁ mancherorts in [Bd. 1, Sp. 514] der mittl. VPf (vgl. Bertram 14/15) u. WPf, z. B. IB-Walshs, KL-Lind (Höh 46). Die schwache Konjugation (gəbagd) wurde 1930 für KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg. IB-Alschb, 1959 für Gal-Otths mitgeteilt. — RhWB Rhein. I 367 ff.; Bad. I 105/06.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||