| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Rute1 (Bd. 5, Sp. 669) | PfWB Lotte (Bd. 4, Sp. 1038) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'langer, dünner Zweig, Stock; Gerte', Rut (rūd), Pl. Rude, Rure (zur Verbr. des intervok. Konsonanten vgl. PfWB Bruder) [verbr., Christmann Kaulb 27 Krämer Gal 178]. a. 1553: Wyst der scheffen mit recht, wann der lehenherr jagen will zu sant Ungbrecht (St. Ingbert), so sollen denen bannherren ihre wälde und bosche (Büsche) unzerstört lassen uns syne ruoden mit ime bringen [ABlieskst 106]. Im bes. a. 'Frucht-, Tragholz des Weinstocks, das an den Pfahl oder Draht gebunden wird; einjähriges Holz (mit 5-7 Augen)', auch: 'junger, frischer Trieb des Rebstocks' [verbr. Weinbauorte, Wilde 201]; vgl. PfWB Bettelmann 1, PfWB Lotte1 1 a; uf Rure schneire [ LA-Göckling BZ-Heuchh]. Im vierde Johr kriet er (der Weinstock) die eerschde Rude [ NW-Kallstdt]. — b. 'Pfropfreis' [Christmann Kaulb 27]. — c. R. bzw. Rutenbündel zur Züchtigung; Zs.: PfWB Schützenrute. 's Krischkind un de Belznickel bringen de beese Kinner e R. [ GH- [Bd. 5, Sp. 670] Schwegh]. SprW.: Je strenger die R., je liewer 's Kind [ Don-Gottlob]. Zur R. im Volksbr. s. Becker Vk. 130. a. 1540: Das soll thun der jungst scheffen vnd der eltst, die ruth zu tragen vnd die gantze gemein [PfWeist. 140 (IB-Blieskst)]. — d. 'stiel des Dreschflegels' [verbr., Lambert Penns 129]; Zs.: Dreschflegel(s)-, Dresch-, Dreschschlegel(s)-, Flegel(s)rute. — e. s. die Zs. PfWB Leimrute. — 2. a. α. 'erste Balkenlage der Scheune', Rut [verbr. WPf (außer SW) vereinzelt NPf], Rutt [ BZ-Hermbghf], Rur (rūr) [KU-Albess Konk, WPf (PfId. 181)]; vgl. PfWB Gerüte 1, PfWB Rutenbalken, -gebälk, -gerüst, PfWB Obertenn 1, K. 306; Zs.: Gabel-, PfWB Scheuerrute; Syn. s. PfWB Gerüst 1 a. — β. 'höchste Balkenlage der Scheune'; die ewwerscht Rut [ KU-Elschb Föckbg Friedhs RO-Duchr KL-Gimsb Hoheck Weilb], die owwerscht R. [ KU-Herchw O'alb], die zwätt R. [ KL-Dansbg]; Syn. s. PfWB Katzenlauf 2. — γ. s. die Zs. PfWB Dachrute. — b. 'schrägstrichförmige Kerbe als Kennzeichen an Holzbalken, die für das Erdgeschoß bestimmt sind' [Schmitt Billh. 110]. — c. s. die Zs. Visier-, PfWB Wünschelrute. — d. 'Geschlechtsteil des Ochsen, des Stiers' [verbr.]; Syn.: PfWB Pinsel 2 d, PfWB Bippel 2 a, Farr(en)schwanz 1, -spritze, -rute, -wadel, Faselrute, -schwanz, Glied 1b, Griebe 2d, Griffel 2b, Riemen 2fβ, PfWB Rindsbippel 1, PfWB Rohr 3 e, PfWB Schlauch, PfWB Schwanz, PfWB Wadel. — e. α. 'Meßlatte' in den Zs. Maß-, Meßrute. — β. ein altes Längen- und Flächenmaß [ ZW-Battw RO-Odh PS-Windsbg LU-Dannstdt NW-Deidh SP-Mechth LA-Gleisw]; vgl. PfWB Ar1, PfWB Tagewerk 2; Zs.: PfWB Quadratrute; Maßangaben: 16 Schuh = 1 Rute = 5 m [Kreuter Haust 64]; 100 Ruten = 70 Dezimale [ NW-Meckh]. a. 1460: die Wolffs kinder, die haben zwo ruden, geben atzungen [PfWeist. 123 (RO-Bistschd)]. a. 1629: sol die rudt in die leng haltten sehzehn schu, das sol die bannzeune heissen [ebd. 777 (FR-Gr'karlb)]. — γ. FlN, amtl. In der Ruth [ KU-Relsbg], In den Ruthen [ LU-Friesh], mda. Pl. Rude [ HB-Einöd]. — Südhess. IV 1545/46; RhWB Rhein. VII 642/43; LothWB Lothr. 422; ElsWB Els. II 307.
| 1. a. 'junger Austrieb an Bäumen, Schößling', Lott (lod) [KU-Hachb RO-Dielkch Schiersf Unkb Wintbn Würzb KB-Gauh Kriegsf Stauf FR-A'lein Roxh]; vgl. PfWB Jahrlatte. — b. 'junger Trieb an Weinstöcken' [ RO-Nd'mosch O'mosch Rehbn KL-Alsbn KB-Mörsf]. — 2. 'Jungwingert', wohl aus Bed. 1 b entwickelt; 14. Jh.?: Dis sind die lade off dem felde: zum ersten ein lath vnder den luszen [PfWeist. 238 (NW-Deidh) u. öfter]. — Kluge-Mitzka20 444; vgl. mhd. sumerlate, -latte 'Schößling' ( Lexer Lexer II 1299). — Südhess. IV 399; RhWB Rhein. V 522 Lode; Hess.-Nass. II 164; DWB DWb. VI 1204.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||