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| PfWB rupfen (Bd. 5, Sp. 659) | PfWB auseinander-rupfen (Bd. 1, Sp. 439) | |||||||||||||||||||
1. a. 'ruckartig herausziehen, reißen', roppe [verbr., auch Auslandspfälzer, PfId. 116, 117 Christmann Kaulb 17, 61 Mang 111 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 25, 28, 35 Höh 58, 81 Bertram § 117, 185 Heeger Südostpf. 11 Schandein Ged. 247], ropfe [SOPf (vgl. K. 1, Linie Appel-Apfel), Heeger Südostpf. 11, 25]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB auseinander-, PfWB aus-, PfWB ver- 1, PfWB heraus-, PfWB herunter-, PfWB zusammenrupfen. Ich ropp de Mond vom Himmel [Kraus Herzdrickerte 34]. Drohung: Ich ropp der die Ohre aus em Kopp! [ KB-Albish]. — Im bes.: α. 'jäten, vom Unkraut befreien'; Zs.: PfWB durch- 1 a u. 2, PfWB ver- 4, PfWB unterrupfen; Distelrupfen; Gras (Dischdele, Dreck) r. [verbr.]. Grußformel bei Begegnung während der Feldarbeit: Roppe? [ LU-Böhl]. a. 1514: graß zu ropffen [GgHospR 13]. a. 1521: 7 frawen personen haben zu soltzbach ... dystelln gerupt [LandsbgKellR]. — β. Planze (Duwaksplanze, [Bd. 5, Sp. 660] Duwak, Setzling) r. '(Setzlinge zum Versetzen) aus dem Boden ziehen' [verbr., vorn. VPf]; vgl. PfWB durchrupfen 1 b. — γ. 'ausbrechen'; Laab r. 'überschüssiges Laub des Rebstocks entfernen' [ RO-Schiersf]. — δ. 'brechen, pflücken, ernten'; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB hinunterrupfen; Kersche (Gehannstrauwe, Erbse, Bohne, Salat, Kamelle, Butzle, Blume) r. [verbr.]. Ropp die Blume nit ab! [Zweibr]. Do hab ich Blum um Blum geroppt un draus en Strauß gemacht [Croissant 48]. Die Kinn roppe die Nescht (Äste) on de Weire ab [ KU-Schmittw/O]. Ein Schlaflied s. PfWB lulu. — ε. Hanf (Flachs) r. 'den Hanf (Flachs) samt Wurzeln aus dem Boden ziehen' [verbr., Krämer Gal 178]. De Fimmel werd s'erscht geroppt, vgl. PfWB Femel 1 [ KU-Schmittw/O]. a. 1600: fünff weibern ... haben 3 Tag flax geropt [WerschwSchR]. — ζ. Haai (Stroh) r. 'Heu mit dem Heurupfer aus dem Heuhaufen herausziehen' [verbr.]; Zs.: PfWB Heurupfen. — η. e Gans (e Hinkel, en Gockel) r. 'nach dem Schlachten die Federn herausziehen' [verbr.]; — θ. Gäns r. 'die Flaumfedern (der lebenden Gänse, zum Füllen des Bettzeugs) herausziehen' [verbr.]. Die Gäns werre im Sommer ään- odder zwäämol geroppt [Frankth], alle siwwe bis acht Woche geroppt [ KU-Schmittw/O]. Vergl.: Du frierscht jo wie e geroppdi Gans [ BZ-Dierb]. RA.: Er kummt doher wie e geroppder Vool 'schlecht gekleidet' [ KU-Schmittw/O]. Die sieht aus wie e geroppdi Gans, dass. [ FR-Tiefth]. — ι. 'sich mausern'; vgl. PfWB federn1 2aα. Die Hinkel roppen sich [PS-Fehrb, verbr.]. Volksgl.: Wann sich die Henkel s'erscht vore roppe, es die erschde Soot (Saat) am beschde, wann se sich henne s'erscht ferrere, die letscht [ WD-Niedkch]. — κ. e Zahn r. (r. losse) 'einen Zahn ziehen (ziehen lassen)' [FR-Bockh, verbr.]; Zs.: Zahnrupfen. Er lißt sich e Zahn r. [ KU-Erdb]. Volksgl.: Wammer traamt, mer kreet en Zahn geroppt un's deet net weh, stärbt en Freind [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. En geroppder Zahn soll mer grad in der Ofe stecke [ebd. Nr. 1655]. — λ. s. die Zs. PfWB Weckerupfen. — b. 'ziehen, zerren'; Zs.: PfWB verrupfen 2; an de Hoor r. [ KL-Fischb LU-Alsh/Gr]. Ich roppe der die Ohre [ KU-Obw/Tiefb]. De Balwiere hot en beim Hoorschneire geroppt [ BZ-Dernb]. Wo schwere Hämmer kloppe, / Loks an de Waggons roppe [Kraus Allseiläbdah 38]. RA.: Du kannscht ken Hoor r., wo's kenni hot [Reichard Penns 292]. SprW.: Es soll sich jeder an seiner äägene Nas r. [Hebel 47 Feierowend 31/1955 7]. — c. s. die Zs. PfWB auf- 1 u. 2, PfWB ver- 3, PfWB herumrupfen 1 a. — 2. a. 'sich balgen, prügeln, eine Auseinandersetzung haben', sich r. [RO-Lettw, LA-Gommh, Schandein Ged. 247]; vgl. PfWB Gerupfe; Zs.: PfWB herumrupfen 2; Syn. s. PfWB verhauen 1. Weitere Wend. für 'verhauen'; ääm die Ohre r. [ ZW-Lambsbn Zweibr], die Sieße r. [ebd.], de Baart r. [ ZW-Gr'bundb], e [Bd. 5, Sp. 661] Hähnche r. [ KL-Morb Wörsb], mit ääm e Hinkel r. [NW-Königsb, verbr.]. Drohung: Ich häb noch e Hinkel mit der se r.! [NW-Geinsh, verbr.]. Als ein Fremder nach den Blutspuren fragte, hieß es: Do han sich die Buwe e bißche geroppt [KL-Queidb (Schandein Bav. IV,2 386)]. Bei einer Weinversteigerung: Jetz kummt en feine Troppe, do werrner eich drum roppe [PfRSch 4. 2. 1934]. Einen Neckreim s. PfWB Gimmeldingen. a. 1602: wan zween uneins werden und sie ropffen einander, so ists die gemein nit sculdig anzubringen [PfWeist. 63 (LU-Altr)]. a. 1748: Auch zugleich der Lehnhard Schultz mit dem Marden Mumert Ein Ander gerobt [Mähderbuch v. NW-Mußb, in: MHVPf. IV 19]. — b. 'unsittlich berühren'; Zs.: PfWB herum- 1 b, PfWB zusammenrupfen. Die Buwe robbe die Mäd [ RO-Lettw]. Eine Scherzfrage s. PfWB Mädchen 1 a. VR.: E jerer will se r., e jerer will se zoppe, e jerer will die Gensgret hun [ KU-Schmittw/O]. Ach Gredel, ach Gredel, des deet ich doch nit; der roppt dich un zoppt dich un will dich doch nit [Kamm 120]. — c. Ropp dich! 'Zieh dich um!', vom Wechseln der Arbeitskleider in saubere Kleider [ KU-Kollw]. — d. '(an einer brennenden Zigarette) ziehen'. Loß mich aa emol roppe an deinre Sigarett! [Pirmas (Kieffer 63)]. — e. 'einen Darmwind (den man bloß riecht) streichen lassen'. Er hot sich geroppt [KU-Kaulb Krämer Gal 178]. — f. 'reißende Schmerzen verursachen'; vgl. PfWB Rupfer 1a; Zs.: PfWB zusammenrupfen. De Zahnnerv roppt [ KL-Siegb]. 's roppt un zoppt, dass. [FR-Bockh, südl. VPf (Heeger Nachl.)]. Ar'g krank, Herr Dokt'r, bin ich net, / Nor dut m'r's im Kopp so roppe [Claus 134]. — g. 'trinken', r. [KU-Friedhs RO-Münchw PfId. 116]; ään r. [ LA-Wey, PS-W'fischb BZ-Apphf]; e Gockel r. 'ein Schnäpschen trinken' [ LU-Muttstdt]. — h. 'aufschneiden' [NPf (Thielen 92)]. — i. 'im Spiel abnehmen, plündern, ausbeuten'; Syn. s. PfWB abgewinnen 1. Den hän se geroppt (beim Kartenspiel) [LU-Opp, verbr., Don-Tschest Gal-Dornf], 'haben ihn nicht ganz rechtmäßig um sein Vermögen gebracht' [ LA-Mörzh]. Der es geroppt 'hat beim Klickerspiel alle Klicker verloren' [ WD-Niedkch, PS-Donsied]. Jeder will r. un zoppe (von den Steuerbehörden) [ LU-Friesh]. — j. sich r. 'langsam und schlecht arbeiten'. Du hoscht dich geroppt [ KU-Hefw]. Ehr roppen eich! Machen Feierowend! [ KU-Hinzw, ZW-Battw]. — k. 'sich blamieren, einen Fehler machen'. Du hoscht dich geroppt [ KU-Hundh ZW-Bechhf KB-Bubh]. Er hot sich geroppt 'hat sich schlecht verheiratet' [ KL-Fischb]. — l. s. die Zs. PfWB auf- 3, PfWB vorrupfen. — Südhess. IV 1533 ff.; RhWB Rhein. VII 501 ff.; LothWB Lothr. 418; ElsWB Els. II 278, ALA II 110.
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