| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Rotz-kaserne (Bd. 5, Sp. 616) | PfWB Nase (Bd. 5, Sp. 75) | PfWB Blut (Bd. 1, Sp. 1039) | |||||||||||||||||||||||||
| I. 1. das Geruchsorgan N., Nas (nās, ns) [mancherorts VPf südl. WPf SWPf vereinzelt übrige Pf, Mang 80, verbr. Gal], Nans (nāns, nns) [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf, Christmann Kaulb 7 Müller Dietschw 52 Schneckenburger 48 Heeger Tiere I 15], Nos, Nons (nōs, nōns) [mancherorts NPf vereinzelt übrige Pf, mancherorts Gal]; Pl. -e (-ə) [verbr.]; Dim. Näs'che (nsχə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Näsje [Kus, mancherorts WPf], (nnsjə) [Christmann Kaulb 75], Näsel (nsl) [mittl. u. südl. VPf], 's Nonsi [ KU-Schmittw/O]; Dim. Pl. Näs'cher [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Näsjer [Kus, mancherorts WPf]; Zs.: PfWB Adler-, PfWB Pfund-, PfWB Platsch-, PfWB Platt-, PfWB Blau-, PfWB Boll-, PfWB Branntwein-, PfWB Pratschel-, PfWB Pris-, PfWB Bruttel-, PfWB Bulldoggen-, PfWB Butter-, PfWB Butzen- 1, PfWB Dogg-, PfWB Topps-, PfWB Dreck- 1, PfWB Driesch-, PfWB Trompeters-, PfWB Tröpfel-, PfWB Tropfs-, Erdbeer-, PfWB Eulen-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, PfWB Habichts-, PfWB Hakel- 1a, PfWB Haken- 1a, PfWB Henkkörbels-, PfWB Himmelfahrts-, PfWB Himmels-, PfWB Hunds- 1, 2a PfWB u. PfWB b, PfWB Juden-, PfWB Keil-, PfWB Klicker-, PfWB Kupfer-, PfWB Lang- 1, PfWB Mops-, PfWB Quetsch-, PfWB Ramsch-, PfWB Rotz-, Rummel-, PfWB Sauf-, PfWB Schlotter-, PfWB Schnaps-, PfWB Schnuffel-, PfWB Schnüffel-, Schnupfer-, Schnupf-, PfWB Schnupftabaks-, PfWB Speck-, PfWB Spitz-, PfWB Spür-, PfWB Stopfen-, PfWB Stopf-, PfWB Stülp-, PfWB Stumpf-, PfWB Stupfer-, PfWB Stupf-, PfWB Stups-, PfWB Wein-, PfWB Zwicker-, PfWB Zwiebelnase; scherzh. Bez.: Birne 2b, Branntweinschrumpel, Brühflasche, Torschen 2 b α, PfWB Dose1 2 a, Tulipan(e) 2, Tulpe 2c, Tüte 2aα, Gesichtserker, [Bd. 5, Sp. 76] Giebel 2 c, PfWB Ginkel1 2, PfWB Gipfel 2bα, PfWB Glühbirne 2, PfWB Grundbirne 2a, PfWB Gulle 1, PfWB Gump1, PfWB Gumpel2, PfWB Gumpschel, PfWB Gunkel 2, PfWB Gurke 2, PfWB Himmelfahrtsauferstehung, PfWB Karfunkel 2, PfWB Kloben II1e, PfWB Knollen 2 aα, PfWB Kolben 1dα, PfWB Kukumer 2a, PfWB Kumpf 2a, PfWB Kupferbergwerk, -tute, -zinken, PfWB Levkoje 2, PfWB Löschhorn 2, PfWB Lötkolben 2 b, PfWB Nasenfaktor, PfWB Nashorn 2a, PfWB Rotzbatterie, PfWB Rübe, PfWB Rummel, PfWB Schlot, PfWB Schornstein, PfWB Zinken, PfWB Zwiebel; e langi (großi, bräädi, krummi, spitzichi) N.; e blooi N.; e blooverfroreni N. [ZW-Gr'bundb, verbr.]; e blooversoffeni N. [ SP-Harths]; e N. wie e Rummel [ KU-Schmittw/O]. Er streckt die N. in de Mand (Mond) 'hat eine Stupsnase' [ GH-Zeisk]. Dem reent's (ball) in die N., dass. [ FR-Kindh], auch von einem Hochmütigen [ NW-Freinsh]. Sie hot nix als N. 'eine sehr große N.' [ LA-Herxh]. Dem sein N. kann mer brauche for e Löschhorn in de Kerch, dass. [Hebel 20]. Der is net se korz kumm, wie die Nonse verdäält worre sein, dass. [ KU-Schmittw/O]. Der kinnt sein N. in d' Ausstellung schicke, dass. [ GH-Zeisk]. Die Jurre kennt mer on de N. [ RO-Finkb]. Mein N. laaft (treppelt, treppselt, treppst, beißt) [LU-Neuhf, verbr.]. Die N. laaft mer de ganze Dag (an eem Stick, bestännig) [BZ-Albw, verbr.], laaft (mer) wie e Brunnerehr [ KU-Diedk], wie e Stäänhauerkännche [ KU-Trahw], wie e Schereschleiferskiwwel [Kühn Palz 141]. Dem laaft die N. ens Maul enenn [ FR-Bockh]. Er hot e Brannteweintreppche an de N. (scherzh.) [ KU-Bedb]. Er butzt sich die N. [verbr.], zieht die N. nuf [Pirmas], bohrt en de N. erum [ KB-Kriegsf], dut e Fuhrwerk in de N. einrichde 'den Nasenschleim einziehen' [PS-Burgalb (Klein Wag. 103)], spricht dorch die N. 'näselt' [ NW-Hardbg], holt (nemmt) sich e N. voll (frische Luft, angenehmen Duft) [Kus, mancherorts], horcht mit Maul un N. 'sehr aufmerksam' [verbr.], sperrt (reißt) Maul un N. uf, dass., auch: 'ist neugierig' [verbr., auch Gal], is weiß unnner de N., dass. (scherzh. Abwandlung von nase(n)weis) [ KL-Fischb], lacht merrem ganze Gesicht un met de N. extra 'freut sich besonders' [ RO-Rehborn]. Gelt, des steckt der in de N.! 'Das hättest du gerne!' [KU-Kaulb, verbr.]. 's (Das Kind) hot e Näsel 'eine Rotznase' [ GH-Zeisk]. Sein N. funkelt (vom Wein) [ NW-Kallstdt]; glänzt wie e Karfunkelsteen im Oweloch, dass. [verbr. Don Gal]. Ich hun's in de N. 'habe einen Schnupfen' [ebd.], bin ganz zu in de N., dass. [ KU-Bedb]. Er hot sich N. un Ohre verfrore [ BZ-Dernb]. De Merreddich fahrt (geht) dorch die N., hat einen stechenden Geruch [ebd.]. Der hot e rot N. un die annere trinke de Wein, von einem Nichttrinker mit roter Nase [ RO-Als]. Dem sein N. hot Junge gemacht 'Seine Nase hat Ausschlag vom vielen Trinken' [ KU-Schmittw/O]. Mittel [Bd. 5, Sp. 77] gegen rote N.: Mer sauft so lang, bes die N. bloo is [ebd.]. Er hot uf de N. gedanzt 'Er hat Schürfwunden im Gesicht' [ GH-Zeisk]. Der hot noch kän Hoor 'keinen Bart' unner de N. 'Er ist noch sehr jung und unerfahren' [ebd.], kann sein N. noch net orndlich butze, dass. [ebd.]. Der schreibt mit de N., von einem kurzsichtigen Schüler [ LA-Herxh]. Wenn ein Neugieriger nach dem Aussehen eines Unbekannten fragt, die abweisende Antwort: Er hat die N. mitte em Gesicht [KU-Erdb Bergz (Kamm 78)]. Mach der e Knippel (e Knopp) in dei N., daß de's net vergißt! [BZ-Dernb, GH-Zeisk, verbr.]. Derbe Abweisung oder Herausforderung: Kiß mich, wu ich kän N. hun! [RO-Odh, verbr.]; Var.: Kiß mich im Gesicht, wo ich kän N. hab! (Dabei werden von Frauen oft die hinteren Rockschöße hochgeschlagen) [ NW-Elmst, mancherorts]. Enner hot d' N. gemacht un e annerer d' Ohre, von einer zweifelhaften Vaterschaft [ GH-Zeisk]. Antwort auf ein lästiges »Warum?«: Weil die N. is krumm [ Gal-Dornf]. De Hund hot eppes in de N. 'wittert etwas' [ RO-Rehbn]. Du hosch e gudi (e feini, e g'scheidi) N. g'hatt 'hast einen guten Riecher' [LA-Herxh, verbr.]. Er hot die N. voll 'ist es leid, hat keinen Mut mehr' [ KL-Drehthhf]. Der denkt net weider, als die N. reicht (geht) 'ist sorglos, zerstreut, vergeßlich' [RO-Callb, verbr.]. Er sieht net weider, wie die N. lang is, von mangelndem Weitblick [Zweibr]. Er geht de N. nooch 'geradeaus' [NW-Hardbg, verbr.]. Ausweichende Antwort auf die Frage »Wo gehst du hin?«: Immer de N. noo [ZW-Hornb, verbr.]. Der hot die N. im Trog 'Er erfreut sich besonderer Gunst, besonderer Vorteile' [ KL-Hirschhn]. Jetz macht's e anneri N. 'Jetzt sieht es schon anders aus' [ KL-Fischb], kriet's e anneri N. 'bekommt es eine andere Auslegung', z. B. von Gerichtssachen [ NW-Geinsh]. De Zug esch em var de N. wegg'fahre [LA-Herxh, verbr.]. Der hot mer's vor de N. eweggenumm [KU-Schmittw/O, verbr.], hot mer die Deer vor de N. zugeschlaa [KU-Diedk, verbr.]. Die sitze enanner uf de N. 'wohnen nicht weit voneinander' [ KU-Schmittw/O]. Ich hun die N. drufgestoß 'habe zufällig etwas entdeckt' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Dem muscht d' N. drufstouße (weil er schwer begreift) [LA-Herxh, verbr.]. Des steckt em in de N. 'Das hätte er gerne' [ Don-Schowe]. Der knoddert alle Nas(e) lang 'oft' [KU-A'glan, verbr.]. Er hallt em die Fauscht unner die N. 'bedroht ihn' [verbr.]. Du dein N. serick! [ RO-Alsbr]. Ich schlaa (hau, treff, stupp, tret) der uf die N. [FR-Kindh, verbr.], stempel (bolier) der die N. [ZW-Bottb, verbr.]; mit dem Zusatz: daß de nimmi rieche kannscht [ KL-Wörsb], daß die rot Brih erauskimmt [ KU-Bedb]. Ich schlaan der die N. so platt wie en zinnene Deller [ KB-Albish]. Zu einem, der in eine Rauferei verwickelt war und bestraft wird: Häsche dei N. dehaam geloß [ebd.]. Zu [Bd. 5, Sp. 78] einem Neugierigen: Muscht du dei N. iwweral (in alles) neinstecke? [NW-Geinsh, verbr.], d' N. (iwweral, immer) dezwische haun? [GH-Zeisk, verbr.], vorne hawwe? [FR-Kindh, verbr.], mit deiner N. iwwerall vorne dran sei? [ LA-Nd'hochstdt]. Er streckt sein N. en jed Loch (en de Kochhawe) [ KB-Kriegsf]. Stecken die N. in eier Dreck! [ Gal-Obl]. Des werd ich der net uf die N. binne (hänke) 'Das werde ich dir nicht verraten' [verbr., auch Don Gal Buch]. Die hot die N. ongestoß 'hat Anstoß erregt', auch: 'ist schwanger geworden' [ KU-Schmittw/O]. Er zieht em die Fäde (die Wärem, de Stoppe) aus de N. 'horcht ihn aus' [verbr., auch Don Gal Buch]. In Zukunft bleibschde met de N. eweg 'hältst du dich heraus' [ RO-Als]. Er hot mer e N. gemacht (den Daumen auf die N. gesetzt und die Finger gespreizt) 'Er hat mich verspottet' [LU-Alsh, verbr.], e N. gedreht, dass. [Frankth]. Er halt (riwwelt, reibt, drickt, stoßt, stumpt, stuppt) em des (eppes) unner die N. 'sagt ihm die Meinung, macht ihm Vorwürfe, erinnert ihn an Unangenehmes' [verbr.], butzt em die N. 'weist ihn zurecht' [Pirmas, verbr.], danzt em uf de N. rum 'macht ihn lächerlich, ärgert ihn' [verbr.], loßt sich net uf de N. rumdanze 'läßt sich nichts gefallen' [mancherorts, Krieger 27], loßt sich net an de N. rumfiehre 'läßt sich nicht übervorteilen, täuschen, betrügen' [verbr., auch Don Gal Buch]. Die traat die N. (arich) hoch 'ist eingebildet, hochmütig' [verbr.]. Wann er des heert, do werd er d' N. nufziehe 'eine böse Überraschung erleben' [ LA-Herxh]. Er rumbelt die N. 'ist unzufrieden' [ KU-Schmittw/O], ringelt die N. 'gerät in Verlegenheit' [ GH-Zeisk], kriecht die N. gedreht 'wird getadelt, bekommt eins ausgewischt' [ LA-Herxh, RO-Obd], loßt die N. hänke 'ist beleidigt' [verbr.], liegt gleich uf de N. 'hat einen labilen Charakter, kein Stehvermögen' [ LU-Limbghf], fallt uf die N. 'macht Bankerott' [ FR-Albsh], leit uf Maul un N. 'ist ruiniert' [mancherorts, auch Don Gal Buch]. Hol dich an deiner (eichene) N.! 'Werde vernünftig!' auch: 'Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!' [Feierowend 32/1953, Krieger 27]. Zopp (Zowwel, Nemm, Greif) dich an de N.!, dass. [GH-Zeisk, mancherorts, auch Penns]. SprW.: Wammer sich sein N. abschneidt, verschändt mer sich sein G'sicht 'Wer über die eigene Familie oder über die Verwandtschaft schimpft, bringt sich selbst in Verruf' [LU-Muttstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer Pech hot, brecht sich de Finger in de N. (im Aarsch) [ Gal-Bagbg Hartfeld]. Mer braucht de Leit net alles uf die N. ze binne [Feierowend 24/1953, verbr.]. Die rot N. kummt net vum Wassersaufe [FR-Bockh, verbr.]. Es soll sich jeder an seiner äägne N. robbe [Hebel 47]. De ein hot die rot N. un de anner saift de Wein [ KU-Schmittw/O]. 's Recht hot e spitzi N., 's loßt sich dron drehe [Bd. 5, Sp. 79] [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Mein N. beißt mich, 's git Neiichkeide [ LA-Herxh, mancherorts], 's git B'such [ GH-Zeisk]. Wann em die N. beißt, werd mer bees seller Dag [Fogel Beliefs Penns Nr. 392], kriggt mer en Boss 'Kuß' [ebd. 390]. VR. s. PfWB Faß 2a, PfWB Gans 1a, PfWB gerade2 I1, PfWB Glas 1, PfWB Katharina 1a, PfWB Laden 1a, PfWB Laterne 1a, PfWB Schornsteinfeger. Fingerspiel: Die N. eines kleinen Kindes nimmt man zwischen Zeige- und Mittelfinger und spricht: Ich han dein N. [ HB-Kirrbg, mancherorts]. Ich hun der die N. abgeschnett [ KB-Albish]. Ich hab dei Näsel rausgeroppt [ LA-Gommh]. Ach Gott, 's Kind hot jo kän N.; 's hot awwer e Nänsje [ KL-Fischb]. Vgl. auch PfWB Gans 1a, PfWB Klee 1a. — 2. 'Hautlappen am Schnabel des Truthahns' [ LU-Friesh]; Zs.: PfWB Rotznase. — II. übertr. 1. vom Menschen a. e aldi N. 'ein neugieriger Mensch' [ LA-Herxh]. — b. e kaldi N. 'ein Russe', pfälzische Musikantenspr. [Schneider 78]; vgl. II4eβ. — c. Zs.: Bach-, PfWB Blech-, PfWB Boz(en)- 2, PfWB Dreck-, PfWB Gelb- 2, PfWB Gummi-, PfWB Haar-, PfWB Hakel- 1b, PfWB Hundsfotzen-, PfWB Hunds- 2c, PfWB Krumm-, PfWB Lang- 2, PfWB Ramsch-, PfWB Rotz-, PfWB Schnaps-, Schnuddel-, PfWB Schnüffel-, Schnupf-, PfWB Stülp-, PfWB Stumpf-, PfWB Weinnase. — 2. von Tieren. a. 'der Weißfisch Chondrostoma nasus', ein minderwertiger Fisch, Nas, Nos Pl. Nase, Nose [LU-Altr Friesh Opp Spey GH-Kand Heeger Tiere II 13]. a. 1600: die Lauter ... gibt aller fisch, als da synd Bresen, Münnen, Hecht, Barben, Börsching, Naßen, Esche, ääl, Krebs und andere kleine fisch [Vellmann Wolfst.]. — b. Zs.: PfWB Hakel-, PfWB Schafsnase. — 3. von Pflanzen. a. Pl. gäle Nase 'Königskerze (Verbascum thapsiforme)' [ HB-Limb]; Syn. s. PfWB Kunkel1 2. — b. Zs.: PfWB Gelb-, PfWB Hornungs-, PfWB Schafsnase. — c. 'überstehendes Stück der Mittelrippe des Tabakblattes, das den Verkaufswert des Tabaks mindert', Nas Pl. Nase [PfRh. 15/1934]; vgl. PfWB Knebel 2aδ. — d. 'Wucherung am Baumstamm' [ ZW-Bechhf]. — e. 'Verdickung am Rebstock'. D' Rewe kriechen dicke (dinne) Nase [ BZ-Heuchh]. — 4. von Sachen. a. Zs.: PfWB Boz(en)- 1, PfWB Fastnachtsnase. — b. nasenförmiger Vorsprung. α. an der Mauer [ FR-Bockh], vgl. PfWB Mauernase. — β. am Dachziegel [KU-Obw/Tiefb, verbr.]. — γ. am Tisch, am Herd [ FR-Bockh]. — δ. am Milchtopf [ KU-W'mohr]. — ε. am Schließkloben der Tür, am Türschloß [ LU-Neuhf, LU-Alsh]. — ζ. Zs.: PfWB Felsen-, PfWB Wassernase. — c. α. 'Eisenstift an der Wagendeichsel zum Halten der Stoßketten' [KB-Kriegsf, verbr.]; Zs.: PfWB Deichselnase; auch: 'Haken an der Zotkette' [PS-Burgalb (Klein Wag. 118)]. — β. Zs.: PfWB Hobel-, Windenase. — γ. 'Ausflußrohr der Jauchepumpe, Abflußrohransatz am Brunnen' [ KU-Diedk]; Zs.: PfWB Brunnennase. — δ. Nähte an einem Kissen, die nicht rechtwinklig genäht sind, machen Nase [ KB- [Bd. 5, Sp. 80] Kriegsf]. — ε. Das Wams hat am Hinterteile zwei hervorstehende »Nasen« [BZ-Billh u. Umg. (F. Gundelwein Pfälzische Volkstracht, in: PfW 11. Jg., S. 16)]. — d. 'auf den Boden gezeichnetes Dreieck im Klickerspiel Nas'chens' [ IB-Hass]. — e. α. 'Schilling', Musikantenspr., Nas [KU-Erdb (A. Zink in: Bei uns daheim 19. 5. 1926)]. — β. Pl. halwe Nose (Nase) 'halber Dollar', Musikantenspr. [Pfälzer Abendzeitung 4/1951, Schneider 78]; vgl. II1b. — f. α. 'Nasenschleim'. Der hot e N. 'hat Nasenschleim an der N. hängen' [ KL-Fischb]; vgl. PfWB Rotznase. — β. Zs.: Butze(n)nase. — 5. 'Rüge, Verweis'. Er gebbt (kriet) e N. 'Er erteilt (bekommt) eine Rüge' [FR-Bockh, verbr.]. Er hot von owwe (vom Vorgesetzten) e. N. kriet, hot e N. einstecke misse, dass. [Frankth], hot e N. gedreht kriet, dass. [ BZ-Albw]. RA.: Er leet die N. zu de annere Nonse 'Er nimmt den Verweis gelassen hin' [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. IV 924 ff.; RhWB Rhein. VI 86 ff.; LothWB Lothr. 379; ElsWB Els. I 782.
| 1. 'Blut des Menschen und des Tieres', Blut, selten Blutt, Blur, s. F. a. rot wie B. [allg.]; e Gesicht wie Milch un B., von frischen, roten Wangen [ NW-Frankeck, allg.]. Er hat sieß B., wer vom Ungeziefer geplagt wird [allg.]. Ich bin so verschrocke, wann mich äns g'stoche hätt, härrich (hätte ich) kän Troppe B. gewwe [ PS-Erfw]. Sie verschlaan (hauen) sich, daß's B. spritzt [ KU-Diedk, allg.]. RA.: Ich verschlaa dich, daß die Hunn 's B. lecke [ Don-Schowe, RO-Dielkch]. — Das B. stille, wie schd. [ WD-Niedkch, allg.]. Starke Blutungen stillt man vielfach mit heißen Umschlägen; früher legte man Spinngewebe auf die Wunde [ ZW-Battw Pirmas KU-Brück LA-Wollmh] oder ließ sich brauchen. Ein Brauchspruch aus KB-Kriegsf: Dreierlei Kreitche, häl mer mei Heitche, still mer mei Blut, wie 's der Herr Jesus tut. Vater, Sohn und heiliger Geist; man fährt dreimal gegen die Wunde und sagt den Spruch. Das Blut stillte man auch dadurch, daß man ein Beil oder eine Axt unter die Bettstatt legte, dies vor allem bei Gebärenden. Der Gebärenden wurde auch von einer alten Frau mit dem Beil über den bloßen Leib gestrichen unter Nennung der drei höchsten Namen und Hersagen des Spruches: Wüst Blut, geh fort, Herzgeblüt, an deinen Ort [Schandein Bav. IV/2, 346]. Andere Brauchsprüche s. PfWB bluten, PfWB Jesus, PfWB stillen, PfWB Wunde; Stillung von Nasenbluten s. PfWB Nase. — Mit Übertreibung: Blut schwitze, vor Angst, vor Anstrengung [ KL-Reichb]; vgl. hierzu den VR bei Austerlitz. — Dem is 's Blut aangang, bei Blutsturz, auch von Blutungen bei Frühgeburten [KB-Kriegsf, verbr.]. Blut in der Bed. 'Menstruation' s. PfWB Geblüt. — Der Tbc-Kranke spauzt (spuckt) Blut [ KL-Reichb, allg.]. Es geht B. vunem (von ihm), im Stuhlgang, beim Urinieren [ LU-Opp, allg.]. — Häufig sind Wendungen mit bis ufs Blut 'bis zum äußersten': ene pärze (s. PfWB pferdsen) bis ufs B. [ KU-Bedb], peiniche ... [ LU-Oggh LA-Nd'hochstdt], schinne ... [Land], därre (dörren) ... [ KU-Kaulb]. Wie [Bd. 1, Sp. 1040] uns die Kerl an Leib und Gut han ausgesuckelt bis ufs Blut [Münch Weltgesch. 55]. — Im Blut wird die Quelle des Lebens, aber auch verschiedener Krankheiten gesehen. Das Blut isch 's Lewe [ PS-Erfw]. Er hot sich 's Blut vefror, bei Erkältung [ PS-Geisbg]. Von einem Anfälligen heißt es: Er hot krankes Blut [BZ-Albw, verbr. (1925)], schlechtes B., bei Seitenstechen [ LU-Fußgh]. 's geht ins B. (iwwer), bei einer Blutvergiftung [Land]. Er hot sich 's Blutt verkalt, auch: hot Schärf (Unreines) im B., bei Hexenschuß [ WD-Niedkch]. Bei starkem Fieber ist das B. verbrennt oder verhitzt, vgl. Heeger Vhk. 6. Bei Ohnmachtsanfällen stockt oder stellt sich 's B. [ebd.]. Vom Zittern heißt es: Er hot dick B.; Heilung geschieht durch Aderlassen [KU-O'staufb]. Die Gall isch bei'm ins B. iwwergange, bei Gelbsucht [ LA-Gommh]. — Nach der Meinung des Volkes kann man das Blut verbessern: Rotwein macht B. [LU-Opp, verbr.]. Rotriewe esse macht rot B. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1418]. — b. α. Blut der Tiere, bes. in verschiedenen Wendungen, die bei Schlachtungen gebraucht werden: Blut uffange (rihre), damit es nicht gerinnt. Zs. PfWB Sau-, PfWB Schweineblut. Das B. des Jagdtieres in der Jägerspr. allg. Schweiß, s. d. — β. Pferderasse in den Zs. PfWB Halb-, PfWB Vollblut. — 2. Blut und Seele. a. Blut und Gemütslage. Ruhich Blut! als Aufforderung [allg.]. Kalt Blut un warm angezoh! dass. [ RO-O'mosch]. Kalt B. un warme Unnerhosse! dass. [Kus]. Das macht beeses B. 'verursacht Unfrieden' [ BZ-Albw, allg.]. Das kann ich im Blut net leire 'ganz und gar nicht leiden', z. B. von üblen Gewohnheiten anderer Menschen [NW-Frankeck, verbr. (1930)]. — b. Blut und Charakter. Der zum Zorn neigende Mensch hat dinn (auch: hääß) B. in sich [verbr.]. Sein B. wallt gleich [ KL-Kottw/Schwand]. Der hot dick B., von einem, der sich nicht aufregt [ LU-Opp]. Der Griesgrämige hat sauer B. [ LU-Oggh], hot die Gall im B. [ebd.]. Des leit dem im B., von einem, der immer wieder die alten Fehler oder Straftaten begeht [ ZW-Battw, allg.]. Zs. PfWB Fisch-, Frosch-, PfWB Wanderblut. — 3. a. Blut und Verwandtschaft. RA.: Er is halt unser B., als Ausdruck des Stolzes, wenn ein Verwandter sich ausgezeichnet hat [ NW-Freinsh]. Er is geje soin eije (gegen sein eigenes) Flääsch un B., von einem, der seine Kinder verstößt [ LU-Opp]. SprW.: Verwandt Blut dut net gut 'Verwandtenehen taugen nichts' [ KL-Reichb]. — b. Blut und Volksart, bes. in den Zs. PfWB Hessen-, PfWB Bauern-, Maurerblut. SprW.: Hessisch Blut is Buttermilch, bayrisch Blut werd net all [ RO-Wintbn]. Bolisch Blut dut keem Deitsche gut, Warnung vor Ehen mit Fremdvölkischen [verbr. Don Gal Buch Rußl-Odessa]. Zweerlaai Blut dut uf eem Kisse net gut, dass. [ Gal-Sap]. Blut is dicker wie Wasser [Fogel Prov. Penns Nr. 163]. Blut is [Bd. 1, Sp. 1041] kää Buttermilch [Pirmas]; vgl. PfWB Pfälzer 2. — 4. Blut und Mensch in der RA.: Des isch noch e jung Blut, von einer jungen Frau [ LA-Gommh]. — 5. Blut überirdischer Wesen in den Zs. PfWB Teufels-, PfWB Engelsblut; Pflanzennamen in PfWB Jesu-, PfWB Johannis-, PfWB Muttergottesblut. — 6. Pflanzensaft in PfWB Rebenblut; vgl. auch PfWB bluten. — F.: blūd fast allg., blūr (!) 1930 in KU-Konk, blud WD-Niedkch. — Südhess. I 963 ff.; RhWB Rhein. I 806/ 07; Saarbr. 31; LothWB Lothr. 53; ElsWB Els. II 172; Bad. I 272/73.
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