-blatt, -blättchenn.:1. 'Blatt des Rosenstocks', -blaat, -blatt, s. PfWB Blatt [verbr., Krämer [Bd. 5, Sp. 589] Gal 176]. — 2. 'neugeborenes, noch ungetauftes Mädchen (vor der Taufe darf man keinen Namen nennen)', nur Dim. -bläätche [verbr. WPf NPf mancherorts nördl. VPf vereinzelt mittl. u. südl. VPf, Vogelsgesang 29 Krämer Gal 282]; vgl. PfWB Rosenknopf 2 a, PfWB Bohnenblatt 2, PfWB Pfannenstiel 5. — Südhess. IV 1460; RhWB Rhein. VII 511. — | | NRhWB PfWB ElsWB LothWB Rose das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rōs; Mosfrk -ō:-, –ū:-, –o·u.-; Rip -ū:-, –ū·ə.-; Berg -ō-, –ōə-, –ō·ă.-; Eup, SNfrk -ū·ə.-; Klevld -ō-; Pl. -sə (Rhfrk), -zə(n); Demin. rēsχə, –ē:, –ī:-, –ȳ:-, –ȳ·ə. usf. mit Umlaut; NBerg, Eup, SNfrk røskə f.: 1. Pflanzen. a. wie nhd., Heckenr. rosa canina, auch Hundsr. (welle R. Siegld-Weidenau); Feldr. rosa arvensis; well R. u. Klatschr. nicht veredelte Gardenr.; gefüllte, geposste, gesteckte R. rosa centifolia [Burer. u. hondertblärige R. Geld]; Monatsr. rosa damascena allg.; Maires-che frühblühend Trier. RA.: Schen (schön) ewie en R. Bitb. So weld äs en R. Meiderich. Domm wie en Plosch (Strauss) R.ən Wermelsk. Et (Mädchen) hät Bäckelchere wie eə Rüsje rote, gesunde Backen Aach, Allg. De süht us wie e Rüs-che em Mai so rote, gesunde Backen hat es MülhRh. Dat Kend bliht wie en R. Saarbg, Allg. Bleht de Bom wie en R., kammer de Äppel heim drohn em Schuss (Schoss) Neuw-Harschb, Allg. Et küt noch e R. on wann de Sonn e R. schenkt auch in später Jahreszeit, ein Vorteil kommt oft noch spät Alth-Horhsn. De R. blöht, der Dorn, [Bd. 7, Sp. 509]
der steckt; wer dereck (direkt) betahlt, vergett et net Spruch in Bauernwirtschaften Wermelsk, Allg. De R.ə send am blöhde die Ferse schaut aus dem zerrissenen Strumpfe Monsch-Imgenbr. Dir bliht e Ris-che; wenn et ofgiht, stinkt et du bekommst Vorwürfe Kobl-Stdt. De ongerechte Mensse sölle de R.ə op de Schuhn blöhje die grössten Lumpen haben das grösste Glück Emmerich. Do geng em en R. em Herzen op er freute sich kindlich Elbf. Wer zor Botterblom gebore es, wiərd sei Lebdag kän R. Neuw-Dierd Kurtschd. En R. es flick (schnell) geziert sagt derjenige scherzh., dem man schmeichelt Dür. Wenn de R.ən fallen, sengen die Neitegallen (Nachtigallen) Bonn. Spot (späte) R.ən am (im) Gorde lossen de Wanter worden (warten) Prüm-Ringhuschd, Bernk-Malborn. De Zeide brenge R.ə, awer dererscht Knäpp (Knospen) man muss auf die Entwicklung der Menschen u. Dinge warten Saarbr. Kein Hus ohne Mus, k. Schör (Scheuer) o. Korn, k. R. o. Dorn Köln-Stdt. Mer hat kein R.ən ohne Dörner Köln, Allg. Wer höstig (hastig) R.ə brich, sich en de Fingere stich ebd.; wer de R.ə han well, der darsch (darf) de Döərn net scheue Köln-Berrenr. Och ene ale Stock kann R.ə drage auch ein alter Mensch kann noch Wertvolles leisten; scherzh. die alte Frau trägt noch bunte Kleider Bergh, Dür. Met der Zeit pleckt mer R.ə erzielt man Erfolge Birkf-Herrst; de pleckt net immer R.ə er ist von Leid verfolgt May-Hatzenport. Et hat äner en R. opgehange scherzh. er hat gefurzt Koch-Lutzerath. Dat wör R.ə för de Ferke gestraut eine unverdiente Ehre erwiesen Köln, Bergh, Dür; En Sau os en S., on war mer se deiht (wohin man sie tut), on wann mer örr sugar R.ə streut zu einem, der zweideutig spricht Schleid-Reifferschd; dat es grad, äs wann mer e Sau jet R.ə sträut Sieg. Ich mole der jet rut Rüs-cher op et Back! ich kratze dich auf die Backe Eusk. Den es ock nit op R.ə gebejt (gebettet) Mörs-Wallach, nach dem Nhd. Verbr.; en trött och nöt iweral of R.ən Trier-Mehring. De Lief, de os gruss, se fällt esu gut op en Kihflapp (Kuhfladen) wie op en R. Trier, WEif. Et Billche en de R.ə Muttergottesbild in Bo-Buschhv. Us em Möslouch (Mistloch) ruch (riecht) et net no R.ə von etwas Hässlichem (Schlechtem) kann nichts Schönes (Gutes) kommen Sieg-Menden. — Im Kinderld. Ringel, R. (s. d.), R.ən, Botter en de Dosen usf. Reigenld Allg. Ajer, A. (Eier), Rischen, Spek a (in) mei Schiss-chen (Schoss) usf. Heischeld zu Fastnacht Bitb-Orsf. Runne, r., Rischen, elowen (da oben) steht e Schlisschen (Schlösschen), do kuken drei Damen eraus usf. Bitb-Speicher. Rose, R., Meinemo (Maimonat?) get os jet zom Welle zo; R., R. em Garde, Jongfrau, sie moss danze usf. gesungen um die Eierkrone am ersten Mai Ahrw. R.ən en (und) min Hünneke (Huhn), heij, wat sin wej in de Mai, wor de moje (schönen) R.ən stohn, heij, wat sin wej in de M., M., M.! Klev. Drei R.ə em Garde, [Bd. 7, Sp. 510]
dr. Lennije (Lilien) em Feld, nu moss ich mich hirade, sos werd ich se alt! Aach-Warden. Rommele, rommel, Reis-che ein Mädchen mit einem Steinchen in der Hand, fährt unter diesem Spr. in jede Schürze der andern M., die dann die Sch. fest zurollen; ein anderes M. muss nun erraten, welches M. das St. in seiner Sch. hat Malm-Heuem. — Rätsel, Scherzfragen. Finf Breler (Brüder) sen en äner Nacht gebore, zwei devon met Bärt auserkore, zwei dovon drohn se of äner Seite, der finfte es dovon ganz befreit; wer sen de finf? die fünf grünen Blätter der R. Westerw. Welch R. hat kän Dörn? die Pfingstrose, ein schönes Mädchen Eif. — Volksgl. En R. buten Tit (ausserhalb der Zeit) (te Ontit) brengt en Brut (Braut) of en Lik (Leiche) Nfrk. Wenn Allerheiligen noch eine Rose im Garten blüht, stirbt jmd. aus der Familie Koch. En R. ohne Blatt get mer dem, der ‘keine Ehre hat’ Hunsr, Koch. — b. andere Blumen s. Feder-, Kluft-, Pfingst-, Ringel-, Sommer-, Stein-, Stock-, Wasser-, Wein-, Klapperr.; decke R. Pfingstrose Siegld; ägiptisch (s. d.). Rös-chen Reseda; lawiges Reas-che Frühlingsruhrkraut Siegld; sammete Röskes Studentenblumen tagetes erecta MGladb-Viersen; Sammetres-che Meis-Medard; gel Röske helianthemum Kref; Geldersche R. Wasserschneeball viburnum opulus Geld; Allerhelligenröskes Winterastern Geld; Madde-, Matte-, Matzerüs-che Massliebchen (s. Maden-); weiss Res-chen dass. Wittl-GrLittgen; Ris-che Koch-Poltersd; Ris-cher Pl. spanischer Flieder, Syringe Wittl-Bettenf. — 2. übertr. a. sachl. α. künstliche R. auf dem Frauenhut Allg. — β. rote Nelke auf der Backe, R.ə op dem Back, Zeichen der Gesundheit, während die hektische Röte Kirchhofsr.ən sind. Allg. — γ. eine Krankheit, von Rötung begleitet; z. B. bei einer Hautentzündung, Rotlauf, auch bei einer Erkältung mit Fieber hat einer de R. am (op et) Lif, bes. aber die Bällr. Gesichtsr. (Bloderr. Bitb), auch de geftige R. Allg. RA.: Mak mar neit, dat de R. dran kömmt sorge, dass das Übel nicht schlimmer wird Kref. — Segensspr. Wildes Tier, du heisse Flammen, geh von dannen, g. durch die Höllenglut, dann wird's bald gut! Birkf-Herrst. Es kamen drei Heilige, dr. Frauen; als die Heilige kam, die das Böse wegnahm! Birkf-OBromb. — δ. Gebärmuttervorfall bei der Kuh; de Koh hat de R., — wist (zeigt) de R., — litt (lässt) de R. kike Prüm-Burb, Dür-Pier, Geilk, Heinsb, Erk, Rees-Hüthum. — ε. in der Wend.: Sie (das Mädchen) es ör Röasken quitt hat ihre Unschuld verloren Elbf. — ζ. Rische Rest des Blütenkelches auf dem Apfel Neuw-Wollend. — η. Fingergeschwür Bitb-Echtershsn; Kopfschuppen Aach. — θ. Rusen Pl. Schneeflocken Gummb-Dieringhsn. — ι. scherzh. Kuhfladen, in der Wend. R.ən lesen sammeln MGladb-Neersen (veralt.). — κ. R.ə Pl. Kartoffelsorte mit rötlicher Schale Allg. (veralt.). — λ. e golden Rüs-che leeres Versprechen [Bd. 7, Sp. 511]
Schleid-Hellenth. — μ. Rüəs-chere Pl. die angebrannten Teile der gebratenen Kartoffel Eup-Raeren. — ν. Rüs-cher Pl. neunte Tour beim Schnappsteinsp. Malm-Grüffl. — b. persönl. α. e Rüs-che blühendes Mädchen Rip, Allg. RA.: Et Röske stich möt spetzen Penn Neuss. — β. e Ris-chen uneheliches Kind Koch-Lutzerath. — γ. Rufn. für eine Kuh Verbr.; rȳ:s Mettm. |