| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Rock (Bd. 5, Sp. 559) | PfWB Madam (Bd. 4, Sp. 1095) | LothWB Madam (Bd. 1, Sp. 349a) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Männerrock', Rock, Pl. Reck [verbr., Christmann Kaulb 17, 21 Mang 103 [Bd. 5, Sp. 560] Müller Dietschw 57 Schneckenburger 52 Höh 57 Lambert Penns 126]; Dim. Sg. Reckelche, Pl. Reckelcher [KL-Wörsb, verbr. WPf NPf, Schandein Ged. 246, Lambert Penns 122], Sg. Reckel [GH-Kand, verbr. mittl. u. südl. VPf, Don-Schowe Torscha Werb], Reckel, Reckelche [Krämer Gal 176]; de lang R. 'der R. für den Kirchgang', Syn. s. PfWB Kirchenrock [ LA-Gommh]; zweereihicher R. [ KL-Reichb]; e blooer R. [ BZ-Dierb]; de Postilljoon mit em blooe R. [ PS-Erfw]; de R. wenne [ RO-Obd]. Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Pelz-, PfWB Pfarrers-, PfWB Braten-, PfWB Presbyter-, PfWB Pritschel-, PfWB Pritsch(en)-, PfWB Tuch-, Feuerwehr(s)-, PfWB Flitten-, PfWB Frack-, PfWB Geh-, PfWB Gürtel-, PfWB Hochzeit(s)-, PfWB Kirchen-, Kor-, PfWB Lappen- 1, PfWB Lapp-, PfWB Leckmichamarsch-, PfWB Manns-, PfWB Nachtmahl(s)-, PfWB Sack-, PfWB Schöß(en)-, PfWB Schwanz-, PfWB Schwänzel-, PfWB Sonntagsnachmittags-, PfWB Sonntags-, PfWB Staats-, PfWB Stutz-, PfWB Über-, PfWB Uniform-, PfWB Waffenrock. Der is vornehm, der hot e R. on [ KU-Schmittw/O]. Un daß se all de Mannsleit ehr Hosse besser gekennt hat wie em Parre sein R., das peife jo die Spatze vum Dach (von einer Mannstollen) [NPfGV 8. 8. 1934]. Mir sin Leit wie die Parreschleit, es fehle uns norts (s. PfWB nur) die lange Reck [Land]. RA.: met R. un Kamesol 'mit allem Drum und Dran' [Thielen So rerre mer 103]; de R. iwwer die Ohre ziehe 'sich taub stellen, (etwas) nicht zur Kenntnis nehmen wollen' [ ZW-Bechhf]; de R. links (äbsch) anziehe 'bankrott gehen' [ KL-Steinwd, Mehling Reichb U'sulzb KU-Nerzw ZW-Gr'bundb RO-Duchr Gal-Moosberg]. Der will sich e rot Reckelche verdiene 'durch seine Bemühungen (z. B. Heiratsvermittlung, Schmeicheln, Verrat) die Gunst einflußreicher Personen erwerben' [Hebel 22, verbr., Klein Prov. 91]. Der kriet en am R. 'zieht ihn zur Rechenschaft heran' [RO-Sippf, verbr.], hängt em am R. 'ist finanziell von ihm abhängig' (z. B. der Sohn von seinem Vater, auch von einem, der die Zeche bezahlt haben will) [ KL-Nanzdzw], kloppt em de R. aus 'verhaut ihn' [ NW-Wachh], kloppt em de Staab aus em R., dass. [ KB-Marnh], verschlaat em de R., dass. [ LA-Ranschb]. Dem is 's Hemd liewer (näher) wie de R. [NW-Hardbg, Krieger 11, 28 Don-Schowe]. Er hot ee Gott un ee R. [Schandein Notizen], ää R. un ää Gott [ LU-Muttstdt]. Eine Neckerei s. PfWB Hemd 1. SprW.: Lange Reck, korzer Sinn (korze Gedanke) [Hebel 48]. Wer zum Wammes gebore isch, der kricht kä R., un trägt er's Duch schun unnerm Arem [Schandein Notizen]. Volksmed.: E Kind as Gichtre hot, deckt mer mit seim Vadder seim R. zu [Fogel Beliefs Penns Nr. 1774]. VR. s. PfWB Johann-Georg 2 a, Johan-Jakob 1, PfWB Lehrer; Rätsel s. PfWB Tippetappe, PfWB Rickeracke 1; Eine Berufsneckerei s. PfWB Schneider. — b. 'Frauenrock'; Zs.: Biber-, PfWB Falten-, Fla- [Bd. 5, Sp. 561] nell-, PfWB Frauen-, PfWB Kattun-, PfWB Kostüm-, PfWB Lama-, PfWB Lappen- 2, PfWB Lüster-, PfWB Ober-, PfWB Reform-, PfWB Reif-, PfWB Seiden-, PfWB Unter-, PfWB Watte-, Weiber-, PfWB Wollrock; en g'hägelde (g'strickde, seidene, farwiche) R. [ LU-Opp, mancherorts]. Wann der e R. sieht, is er eweg, von einem weibstollen Mann [ KU-Quirnb]. Ein größeres Mädchen macht de R. eruf, wenn es sich setzt, damit er nicht zerknittert [ PS-Schmalbg]. RA.: Die hat e Hammel am R. 'ist unordentlich' [Krieger 20]. Der Bu (Des Mammekindel) hängt seiner Mudder de ganze Daach (b'schdännich, immer) am R., von einem unselbständigen, verzogenen Kind [LA-Gommh, Frankth, verbr.]. Er hockt unner seiner Fraa ehrem R. un guckt zum Schlitz eraus 'Er steht unter dem Pantoffel' [ FR-Hettldh]. Er schluppt er (seiner Frau) unner de R., dass. [ KB-Immh]. KR.: Ringle, Ringle, Rose, / die Märe hän ke Hose, / die Buwe hän ke Reck, / drum springen se hinner e Heck [ BZ-Hofstätt]. Weitere KR. s. PfWB Backofen 1, PfWB barfuß 1, PfWB Puppe 1 b, PfWB Filipp 1 a, PfWB Madam 1, PfWB Mädchen 1 a, PfWB Regenwetter, PfWB Ringel 1 e, PfWB Rose, PfWB Sonne. Eine Berufsneckerei s. PfWB Näherin; Rätsel s. PfWB Tütz 1 b, PfWB verlustieren 1, PfWB Jungfrau 1 a. — c. s. die Zs. Kindskor-, PfWB Kinds-, Kindswappenrock. — d. weitere Zs.: PfWB Sack-, PfWB Schaff-, PfWB Kindtauf(s)-, PfWB Schleif-, PfWB Werktags-, PfWB Winterrock. — 2. s. die Zs. PfWB Schlafrock. — Zum R. als Stück der Volkstracht s. PfWB Tracht 3 f; Becker Volkstr.; Schandein Bav. IV,2 266 ff.; Becker Vk. 74, 77; — Südhess. IV 1431 ff.; RhWB Rhein. VII 471 ff.; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. II 248.
| 1. a. 'Frau höheren Standes, vornehme Frau', Madam, seltener Madamm (Pl. -e) [verbr.], Madame, Madamme (Sg. u. Pl.) [vereinzelt], auch Dim.: Madamche; s. F.; Zs.: PfWB Stadtmadam. 's is schrecklich, norre dran zu denke, / Wie do die Mädcher un Madame / Han brotzle misse in de Flamme [Münch Weltgesch. 104]. VR. (Kniereiterreim): Reide, reide, Reßche, / Do drowwe steht e Schleßche / Gucken drei Madamme [Bd. 4, Sp. 1096] raus. / Die ään spinnt Seire, / Die anner wickelt Weire, / Die dritt, die spinnt e rore Rock / For de Brurer Hannjakob [ RO-Dielkch]; weitere VR. s. PfWB Bruder 1, PfWB Herrgott 1 a, PfWB Hollerlottchen, PfWB hoppe, PfWB Kuckuckshaus, PfWB machen 1 a, PfWB Roß, PfWB Sonne. Kinderspiel: M. in der Bottschääs, Beschreibung bei Potschäse 1. — b. 'Hausherrin', in der Anrede des Gesindes, vorn. im bäuerlichen Betrieb [verbr. nördl. Hälfte der Pf (außer nördl. NPf) mancherorts südl. Hälfte, s. K. 24]; Syn. s. PfWB Jungfrau 1 b; vgl. auch PfWB Bäuerin, PfWB Meisterin; die M., die alt (die jung) M. 'die ältere (die jüngere) Bäuerin' [KB-Kerzh, verbr.]; mei (unser) M. [ KU-Bedb LU-Limbghf NW-Freinsh LA-Gommh]; in der Anrede: M.! [verbr.], Mei M.! [ KL-Mackb GH-Scheibhdt]; Anrede des Bettlers an die Hausfrau: M.! [ BZ-Annw]; Gruß der Dienstboten, des Geschäftsmannes: Gun Dach (Gun Morje), M.! [mancherorts]. Eine Bäuerin, die sich besser kleidet und nicht arbeitet, nur anordnet, speelt die M. [ KU-Kaulb]. Nood sucht se mich im ganze Haus, / Un kreischt mr olwer in die Ohre: / »Madam, es steht e Mannskerl draus!« [Kühn Palz 6]. — c. 'Ehefrau', scherzh. ... bis des Lamm / So macht, wie sich's winscht sei(n) M. [Siebenlist 12]. — d. 'Hebamme' [ RO-Falkst]; Syn. s. PfWB Amme u. K. 12. — e. α. e feschdi M. 'eine dicke Frau' [ KL-O'arnb]; Zs.: PfWB Dickmadam; vgl. PfWB Dicksack. — β. 'unordentliche Frau', spöttisch in den Zs.: PfWB Hudel-, PfWB Schlapp-, PfWB Schleppmadam. — γ. e schicki M., spöttisch von einer auffallend gekleideten Frau [Kaislt]. — δ. 'eingebildetes Mädchen'. Guck doch die M. do! [ LA-Göckling]. — f. 'Katze' im VR. bei lekker 2. — 2. übertr. a. α. = PfWB Libelle 1 [ NW-Wachh]. — β. Zs.: PfWB Wippmadam 'Bachstelze'. — b. α. 'Klatschmohn' [IB-Seelb LA-Burrw Wey Wilde 129 ff.]; Syn. s. PfWB Klapperrose 1 u. K. 241. Aus den geöffneten Blüten des Klatschmohns werden Madämmcher (Püppchen) gemacht [Wilde 131]. — β. Zs.: PfWB Tripmadam 'Mauerpfeffer'. — F.: Die Mundartformen (s. 1 a) wurden in der Schreibung der Gewährsleute (1936) wiedergegeben. Der Hauptton liegt auf der zweiten Silbe. Die F. mit Endung auf -e (da Sg. abgefragt wurde) wahrscheinlich in Anlehnung an hochspr. Dame. Zur Vokalqualität: (mḁˈdam) [ KU-Kaulb KL-Siegb], (maˈdḁm) [ KL-Trippstdt], (mḁˈdḁm) [ KB-Göllh Immh Ritth Weitw], (mǫˈdǫm) [ BZ-Nd'horb]. Das Wort in der Bed. 'Hausherrin' gilt in RO-Sitt u. LA-Siebdg als neu, in KU-Wolfst u. KB-Albish als veraltet. — Frz. madame. — Südhess. IV 473; RhWB Rhein. V 696/97; LothWB Lothr. 349; Els._I 649/50.
|
| |||||||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||