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 PfWB Ring (Bd. 5, Sp. 542)   PfWB Augen-ring (Bd. 1, Sp. 428) 
   Ring, Rink(en)m.:
1.
a. ringförmiger Schmuck. α. 'Finger-, vorn. Ehering', Ring (riŋ) [verbr., auch Auslandspfälzer], Rink (ring) [vereinzelt]; Zs.: PfWB Daumen-, PfWB Treu-, PfWB Trau-, PfWB Ehe-, PfWB Erbs-, PfWB Verlobungs-, PfWB Fingerring. Sie kääfe die Ring (zur Verlobung) [ PS-Erfw], hole die Ring, dass. [ LU-Limbghf]. Sie zieh'n die Ring an 'Sie verloben sich' [ NW-Kallstdt]. Er (Sie) hot e R. on 'ist verlobt' [ KU-Schmittw/O]. Sie tragen die Ring 'sind verlobt' [ PS-Erfw]. Sie hän sich die Ring wirrer g'schickt 'Sie haben sich entlobt' [ LA-Mörzh, KU-Schmittw/O KB-Kerzh]. Die hot em de R. vor die Fiß geworf, dass. [ KU-Schmittw/O]. Die Ringe werden gegenseitig gegeben und bezahlt [ LA-Ilbh], werden vom Bräutigam bezahlt [ RO-Obd]. Der Bräutigam kauft die Ringe, die Braut kauft ihm eine Uhrkette [ KU-Diedk]. Volksgl.: Bringt die Braut dem Bräutigam bei der Trauung den Ring nicht auf den Finger, wird die Ehe bald geschieden [ BZ-Pleisw/O'hf]. Bei der Trauung den R. übers Kreuz, d. h. über die Hand geben, bedeutet nichts Gutes [ GH-Steinw]. Einen VR. s. PfWB Tüpfenflicker. a. 1515: hant geoppert dem heiligen eyn silbern Kindelin übergylt vnd eyn sylbernen ryncke auch übergylt [Bruderschaftsbuch v. KB-Zell (nach: J. G. Lehmann Diplom. Gesch. des Stifts d. hl. Philipp zu Zell)]. a. 1537: Ein Gürttel Silberin verguldt Senkell, rinken vnd spangen mitt einem Schwartzen portten [SpeyTreudInv.]. —
β. s. die Zs. PfWB Arm-, PfWB Ohrring 1. —
b. 'ringförmiges Kissen als Unterlage für Kopflasten', Ring u. Rink [(im Häufigkeitsverhältnis 60 : 40, nach der Schreibung der Gewährspersonen) verbr. WPf NPf VPf (ausgenommen die Belegorte mit nachstehenden Formen sowie die lothr. SWPf u. die äußerste SOPf, wo Wisch gilt) mancherorts NWPf (neben PfWB Pfülben), Christmann Kaulb 15, 93 Mang 100 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 51, 56

[Bd. 5, Sp. 543]
Höh 89 Bertram § 81, 199, 263 Klein Prov. 258 Schandein Sprachsch. 48], Reng [KU-Altkch Dunzw Frohnhf Krottb HB-Breitft Frankholz Kirrbg O'bexb KL-H'spey Morb RO-Lohnsf LA-Herxh Impfl Mörzh Walsh], Renk [ LA-Arzh Burrw Edk Ilbh BZ-Albw O'schlettb Rohrb Silz Stein GH-Steinw], Räng [ LA-Mörzh], Ränk [ LA-Göckling Leinsw Siebdg BZ-Kling Münchw Spirkb], Rinke [ PS-Bobth Bruchw Bundth Busbg Erfw Hirschth Lu'wink Nothw Rumb Schönau]; Zs. u. Syn.: PfWB Trag- 1, PfWB Kopf-, PfWB Korb-, Sprauring; weitere Syn.: PfWB Bausch 1, PfWB Pfülben 5, PfWB Tragkissen 2, PfWB Kopf(en)kissen (Nachtrag), -pfülben 3, -polster 1, PfWB Kringen, PfWB Kützel, Radbogen, PfWB Reif2 2b, PfWB Wisch. Der Dung in die Wingertzeilen wurde von den Männern mit dem Schubkarren, von den Frauen mit dem Mistkorb auf dem Kopf mit dem R. als Unterlage eingetragen [LA-Edk (nach: P. Graeber in: 1200 Jahre Edenkoben, Mannheim 1969, S. 256)]. —
c. ringförmige Teile an landwirtschaftlichen Geräten. α. 'R. am Geschirr der Zugtiere, durch den der Strang oder die Lanne geht', Ring [verbr.], Rink [RO-Sippf KL-Schneckhs], Reng [ LA-Walsh PS-H'einöd BZ-Rohrb], Rinke [ PS-Bundth]; vgl. PfWB Ringel 1 a; Zs.: PfWB Deichsel- 3, PfWB Tragband-, PfWB Trag- 2, PfWB Führ-, PfWB Führungs-, PfWB Halte-, PfWB Hebe-, PfWB Kamm-, PfWB Ketten-, PfWB Kreuzriemen-, PfWB Kummet-, Kummetscheit-, PfWB Landen-, PfWB Lein(en)-, PfWB Leit-, PfWB Leitseil- 2, PfWB Leitungs- 2, PfWB Mittel- 2, PfWB Rückriemen-, PfWB Rück-, PfWB Rückstrang-, Schlauf-, PfWB Schwanzriemen-, PfWB Schwebe-, PfWB Strang-, PfWB Strupf-, PfWB Zaum-, PfWB Zug-, PfWB Zügelring; de R. for d' Lein [ GH-Erlb], de R. am Kummetspan [ ZW-Riedbg], am Traagescherr [ PS-Ruhbk], am Traasaddel [ PS-Glashtt], am Rickrieme [ RO-Obd PS-Schmalbg], am Rickgort [ KL-Fischb]. Mach die Lein dorch de R.! [ PS-Vinn]. —
β. 'Verbindungsring zwischen Leuchsen bzw. Storren und Wagenleitern', Ring [Kus PS-Gersb]; Zs.: PfWB Leiter-, PfWB Leuchs(en)-1, PfWB Storrenring. —
γ. 'Eisenband, das zur Befestigung der Deichsel um die Vorderbacken des Wagens gelegt ist', Ring [ KU-Frohnf IB-Ensh LU-Neuhf], Rink [ RO-Rehborn]; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Deichselring 1. —
δ. 'die beiden Ösen am oberen Verbindungseisen der beiden Griesstecken des Vorderpflugs, durch die die Leine geht', Dim. Pl. Ringlich [ LA-Essing]; Zs.: Galgen-, PfWB Leitseilring(e). —
ε. 'der Haken an der Kette zur Befestigung des Vorderpflugs an den Hinterpflug', Rink [ NW-Wachh]. —
ζ. 'Eisenring zur Befestigung des Sensenmessers an den Wurf', Ring [ KU-W'mohr KB-Kriegsf]; Zs.: PfWB Sensen-, PfWB Spannring. —
η. 'R. am oberen Ende der Dreschflegelrute', Ring [ KU-Herschw/Petth SP-Heiligst GH-Schwegh]; Zs.: Flegel(s)ring. —
θ. Teil der geschmiedeten Gabel, Ring [ KU-

[Bd. 5, Sp. 544]
Herschw/Petth]. —
ι. 'Kettenglied', Ring [ KU-Brück]. —
κ. 'Weidenband, mit dem die Rebe an den Pfahl oder Draht gebunden wird (und das daher ringförmig gewunden ist)'; Rinke (Renke) lese 'die beim Rebschnitt abfallenden alten Weidenbänder auflesen' [ LA-Rhodt, Ilbh]. —
λ. s. die Zs.: PfWB Deichsel- 2, PfWB Eggen-, PfWB Knebel-, PfWB Langwieden-, PfWB Leuchsen- 2, PfWB Mittel- 1, PfWB Nab(en)-, PfWB Nas(en)-, PfWB Not-, PfWB Schlag-, PfWB Schmier-, PfWB Sech-, PfWB Stoß-, Well-, PfWB Zugring.
d. 'sonstige ringförmige Teile oder Gegenstände. +α. Teil in der Mühle. a. 1709: Annwell samt Zapfen und Ring ... Zapfen, Ring und Kumpf [Kurpf. 1443, 2a (LU-Rehhtt), R. Wihr Rehhütter Chronik 42, 43]. —
β. 'Ringe der Ofenplatte', Pl. Ring [ RO-Dielkch], Ringe [Pirmas]; Zs.: PfWB Herd-, PfWB Ofenring. 's elektrisch Licht war ehr se deier, die Ring vum Oowe, schunn leicht 's Feier [Fuhrmann 10]. —
γ. 'eiserner R. um den Kessel'; Zs.: PfWB Kesselring. a. 1596: 1 altter meßender Keßell ohne einen rinckh [WerschwSchR Bl. 601]. —
δ. ein Teil am Eimer. a. 1425: von klammen vnd ringen an eymer zü machen [LeinArch. (Löhne)]. —
ε. 'Öse, in die die Hafte eingehängt wird', Dim. Ringelche, Pl. Ringelcher [verbr. westl. der Linie Kus—PS-Schmalbg—Hintwdth—Lu'wink, KL-Wörsb LA-Maik Rhodt Edh LU-Altr], Rengelche, Pl. Rengelcher [ WD-Niedkch Ingb HB-N'alth], Ringel [ BZ-Nd'ottb GH-Schaidt], Rinkel [ BZ-Steinf]; Zs.: PfWB Haftenring. —
ζ. s. die Zs.: PfWB Tisch-, PfWB Faust-, PfWB Leim-, Scheid-, Wendering. —
η. übertr. in den RA.: Rinke mache, Rinke un Schlinke mache 'Ausflüchte machen, List anwenden, verdrehen' (R. in der urspr. Bed. 'Schnalle'?, s. DWB DWb. VIII 1016) [KU-Kaulb, mancherorts, Kühn Hamet 130], Renke un Schlenke mache, dass. [Kus]; Renke schmiere, dass. [ KU-Schmittw/O]. Der macht sein Rinke un Schlinke [ NW-Weish/S]. Guck emol, was er Rinke macht! [ PS-Hintwdth]. Auch: allerhand Rinke un Schlinke mache 'Schwierigkeiten machen' [ FR-Albsh]. —
e. Ringförmiges. α. 'Jahresring am Horn des Rindes', meist Pl. Ring [KU-Brück RO-Sippf KL-Alsbn Lind BZ-Albw Hermbghf]; vgl. PfWB Ringel 1 b; Zs.: PfWB Jahresring. —
β. 'Altersring (Geburtsring), den das Horn der Kuh nach dem Kalben ansetzt', Ring [ KU-Schmittw/O KL-Wörsb], Ring u. Rink [ ZW-Gr'bundb]; Zs.: PfWB Kälberring. Wann die Kuh veel Ring on de Herner hot, do hot se schun veel Kelwer gemacht, do is se alt [ KU-Schmittw/O]. —
γ. 'Kreis spielender Kinder' im Kinderspiel Kessel, Kessel, Daler, Ring s. PfWB Kessel 2 aγ; vgl. auch PfWB Ringel 1 d. —
δ. 'dunkler R. unter dem menschlichen Auge'. Er hot Ring um die Aage [ NW-Hardbg], unner de Aue [ KU-Diedk]. Dem sieht mer'sch am Gesicht schun an met de bloe Ring um die Aue, daß er klebbert 'geschlechtskrank ist' [ KL-Reichb]. —
ε. vgl. PfWB Augenring. —

[Bd. 5, Sp. 545]
ζ. 'Hülse des Kleesamens'. De bloo Klee hot Ringele [ KU-Schmittw/O]. —
η. s. die Zs.: PfWB Teufels-, PfWB Hexen- 1, Kleeseidenring; PfWB Hexenring 2. —
θ. 'Dunstring um den Mond'. De Maand hot en Ring [ LU-Altr]. WR.: Wann de Muund en Ring hot gebbt's Rege oder Schnee [Fogel Beliefs Penns Nr. 1248]. —
ι. ein Gebäck, Ring [ GH-Wörth], Dim. Pl. Ringelcher [ RO-Obd], Ringelich [ LA-Mörzh]; Zs.: PfWB Butter-, PfWB Vanillering. Ringe mit farbigem Streuzucker werden an den Weihnachtsbaum gehängt [ RO-Obd]. —
κ. 'Haarlocke', Dim. Pl. Ringelcher [ ZW-Mörsb]; vgl. PfWB Kringel 2 a. —
λ. s. die Zs.: PfWB Halsrinken, PfWB Ohrring 2 a u. b. —
2.
a. 'Umkreis, Bezirk, Revier'; Zs.: PfWB Bering. a. 1357: quamen darnach aber wieder in den ring [PfWeist. 260 (KB-Dreis)]. a. 1560 (Kopie 16. Jh.): dem sollen sie den indersten rinck geben oder den obersten, welch er will, in dem krigholtz [ebd. 557 (NW-Freinsh)]. —
b. FlN, amtl. Im Ring, mda. Im Reng [ LA-Flemling]; Zs.: PfWB Mandelring. a. 1625: der Ring genannt, im herrling gelegen [LA-Impfl]. a. 1673: Acker im Ring [StArch. NW-Deidh, Güterbuch]. — Südhess. IV 1412 ff.; RhWB Rhein. VII 436/37; LothWB Lothr. 414; ElsWB Els. II 267/68.

 

   Augen-ring m.: 'Sehloch des Auges', Aaring [ KB-Gauh]. Syn. s. PfWB Pupille.