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 PfWB Rhein (Bd. 5, Sp. 517)   PfWB Dullen-blatt (Bd. 2, Sp. 600) 
   Rhein m.: der Fluß Rhein, Rhein [verbr. WPf (außer westl. Teil) NPf südl. Hälfte der VPf (vgl. K. 1, Wein), Schneckenburger 25, 50], Rhoin [verbr. nördl. Hälfte der VPf, Bertram § 93], Rhaain [Umg. Land], (roÄn) [LA-Maik Mart (Bertram Notizen)], Rhein [verbr. westl. WPf]; Zs.: PfWB Altrhein. RA.: Das wär Wasser in de R. getraa 'völlig unnötig' [Thielen So rerre mer 122, verbr.]. Do laaft noch viel Wasser de R. nunner (bis des g'schieht) 'Das dauert noch sehr lan-

[Bd. 5, Sp. 518]
ge' [LU-Muttstdt, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage, wo jemand sei: Er is in de R. gefall [Zweibr, mancherorts, Krämer Gal 175]. 's werd nit in de R. g'falle sein 'Es wird sich doch noch finden' [Bergz (Kamm 95), verbr.]. Wer eine Dummheit mit ärgerlichen Folgen begeht, geheert uf e Wildsau geschnallt un iwwer de R. (auch: iwwer de Blechhammer) geschmuggelt [Kaislt, ähnlich: NPfGV 1926 18]. Wann ich dich im Arsch hätt, dät ich dich in de R. scheiße [WD-Niedkch, vereinzelt, Krämer Gal 175, auch Don Buch Rußl]. Er is in de R. gange 'hat Selbstmord begangen' [ LU-Altr SP-Harths]. SprW.: Esch aach das Haus bräät wie de R., 's g'heert nor ään Frää enein [ BZ-Dierb, Var. KL-Niedkch]. Die Schand wäscht de R. nit ab [Land]. Winzerregel: Anfang Mai (An Pingschde) misse die Wingert iwwer de R. scheine [RO-Ebbg, Wilde Notizen]. WR.: Recheboge iwwer'm R., morche soll schäi (gut) Werrer sein [ BZ-Albw]. Weitere WR. s. PfWB Pflug 1, PfWB Regen 1, PfWB Regenbogen 1; zum Brauchtum s. Becker Vk. 122/123; Rätsel s. PfWB Floh 1 a, PfWB Krug 1. In LU-Altr hat sich folgender Spruch erhalten: Sechzehnhundertundacht, / Da war der Rhein ein Bach. / Sechzehnhundertundneun, Da brach durchs Seckemer Ried der Rhein [Heimatblätter für Lu'haf 10/1913]. VR.: Kathrineliß, Kathrineliß, / geh mit mer in die Hasselniß! / Die Hasselniß sin nit so gut, / geh mit mer in de Zuckerhut! De Zuckerhut esch nit so gut, / geh mit mer an de R.! / Geh weg, orrer ich schmeiß dich nein! [ LA-Edh]. Elfriedche, Elfriedche, / geh mit mer an de R.! / Ich trau mer net, ich trau mer net, / ich han Angscht, ich fall enein [PfRSch 2. 12. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Peter 2, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Puppe 2 b, PfWB Büttel 2 a, PfWB trauen 1 a, PfWB Dullenblatt, PfWB König 1 a, PfWB Saar, PfWB Storch. um a. 1432: zwuschenn den zweyen schiffrichenn waßerenn Mossel vnd Rin [PfWeist. 266 (KB-Dreis)]. a. 1604: fünff Viertel (Acker) geforchen naher Rhein vnd Waltt [SSp, Lgb. 120, Bl. 25 (KB-Göllh)]. Südhess. IV 1381/ 82; RhWB Rhein. VII 376 ff.; LothWB Lothr. 412; ElsWB Els. II 264/65.

 

   Dullen-blatt n.: 'Tulpenblatt', Dulleblaat (duləblād, -bld) [verbr. wie PfWB Dulle1 1 a]. Das Wort ist wohl als Klammerform aus duləbanəblād 'Tulipanenblatt' (s. d.) entstanden. — KR.: Ene, mene, Dulleblaat, unser König hot gesaat: drei Kasse (wohl Gaaße 'Geißen') ohne Kuh; Perer, schließ die Deere zu, schmeiß die Schlissel iwwich (über) de Rhein, morje soll gut Werrer sein! [ KL-Fischb]. Eine Var. des Reimes hat in der dritten Zeile: drei Gäns un e Kuh [Der Trifels 14. 12. 1933]. Vgl. weitere Var. bei Peter (I 742, Z. 31) und bei Bohnenblatt 1. Mit dem KR. bei Puppe 1 b kombiniert: Enne, denne Dulleblaat, unser Könich hot gesaat: Pere, schließ de Stall zu, werf de Schlissel iwwer de Rhein, morje soll schee Werre sein. Fahr mer iwwer Rockehause gucken drei Boppe rause. Die äänt spinnt Seire, die anner wickelt Weire (Weiden), die anner macht e rore (roten) Rock for de Vetter Jakob [ RO-Semb]. Südhess. I 1812. —