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[Bd. 5, Sp. 518] ge' [LU-Muttstdt, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage, wo jemand sei: Er is in de R. gefall [Zweibr, mancherorts, Krämer Gal 175]. 's werd nit in de R. g'falle sein 'Es wird sich doch noch finden' [Bergz (Kamm 95), verbr.]. Wer eine Dummheit mit ärgerlichen Folgen begeht, geheert uf e Wildsau geschnallt un iwwer de R. (auch: iwwer de Blechhammer) geschmuggelt [Kaislt, ähnlich: NPfGV 1926 18]. Wann ich dich im Arsch hätt, dät ich dich in de R. scheiße [WD-Niedkch, vereinzelt, Krämer Gal 175, auch Don Buch Rußl]. Er is in de R. gange 'hat Selbstmord begangen' [ LU-Altr SP-Harths]. SprW.: Esch aach das Haus bräät wie de R., 's g'heert nor ään Frää enein [ BZ-Dierb, Var. KL-Niedkch]. Die Schand wäscht de R. nit ab [Land]. Winzerregel: Anfang Mai (An Pingschde) misse die Wingert iwwer de R. scheine [RO-Ebbg, Wilde Notizen]. WR.: Recheboge iwwer'm R., morche soll schäi (gut) Werrer sein [ BZ-Albw]. Weitere WR. s. PfWB Pflug 1, PfWB Regen 1, PfWB Regenbogen 1; zum Brauchtum s. Becker Vk. 122/123; Rätsel s. PfWB Floh 1 a, PfWB Krug 1. In LU-Altr hat sich folgender Spruch erhalten: Sechzehnhundertundacht, / Da war der Rhein ein Bach. / Sechzehnhundertundneun, Da brach durchs Seckemer Ried der Rhein [Heimatblätter für Lu'haf 10/1913]. VR.: Kathrineliß, Kathrineliß, / geh mit mer in die Hasselniß! / Die Hasselniß sin nit so gut, / geh mit mer in de Zuckerhut! De Zuckerhut esch nit so gut, / geh mit mer an de R.! / Geh weg, orrer ich schmeiß dich nein! [ LA-Edh]. Elfriedche, Elfriedche, / geh mit mer an de R.! / Ich trau mer net, ich trau mer net, / ich han Angscht, ich fall enein [PfRSch 2. 12. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Peter 2, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Puppe 2 b, PfWB Büttel 2 a, PfWB trauen 1 a, PfWB Dullenblatt, PfWB König 1 a, PfWB Saar, PfWB Storch. um a. 1432: zwuschenn den zweyen schiffrichenn waßerenn Mossel vnd Rin [PfWeist. 266 (KB-Dreis)]. a. 1604: fünff Viertel (Acker) geforchen naher Rhein vnd Waltt [SSp, Lgb. 120, Bl. 25 (KB-Göllh)]. Südhess. IV 1381/ 82; RhWB Rhein. VII 376 ff.; LothWB Lothr. 412; ElsWB Els. II 264/65.
| 1. 'Gerichtsdiener', vgl. PfWB Botrüge, PfWB Gebüttel. a. 1480: Item ob man iemand ihn dießem gericht must mit gewalt halten, behüten [Bd. 1, Sp. 1402] oder beschließen, daß soll ein bittel thun [PfWeist. I 443 (KL-Erlb)]. a. 1532: die virtzehenn scheffen sollenn eynnen geschwornnen budell hann [ebd. I 265 (KB-Dreis)]. a. 1553: Als da hat ihn dann der deygen (s. PfWB Degen) oder büttel zue Castell (Blieskastel) gebunden und ingeführt bis uff Aßweiler [ABlieskst. 99]. a. 1568: Item soll hinfurther ein geschworner bitel sein [Grimm Weist. V 569 (LA-Gleisw)]. a. 1597: ein Büttel, Häscher oder Stadtdiener erhielt jährlich 12 fl. [Niedhammer 206]. a. 1655: den büttel betreffend, ist derselbige sieben stück viehe an pferd, rind und schweinen pfründenfrei [PfWeist. I 155 (LA-Böbing)]. — 2. a. 'Gemeindepolizist', bis etwa 1930, Bill, Biddel, s. F. [verbr. mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Polizeidiener. VR.: Eins, zwei, drei, gehen wir über den Rhei, schlahe em Bauer 's Fenster ei, kummt de Bittel und steckt uns ei, steckt uns in das Dunkelhaus, geb ich die drei Batze aus; ri ra roch, hätt ich mei drei Batze noch [Hombg]. — b. (für die Pfalz ab etwa 1930, in Gal auch früher) 'Gemeindediener, der die amtlichen Bekanntmachungen ausschellt, Botengänge und ähnliche niedere Arbeiten der Gemeinde ausführt' [verbr. VPf KL-Wörsb Niedkch (älteste Gener.) Gal]. Zs. Gemeindebüttel. De Bill schellt aus [ LA-Nußd]. In Bellem (Bellheim) der Bill, der geht mit der Schell [Rohr 15]. RA.: Dem Biddel die Schell gewwe 'etwas an die große Glocke hängen' [ PS-Geisbg LU-Muttstdt]. S. auch die RA bei Gans. — Das Wort gehört in der Pfalz weit mehr dem passiven als dem aktiven Wortschatz an; in Gal-Dornf war es der gängige Ausdruck für den Gemeindediener. — 3. 'Mensch, der die Schmutzarbeiten erledigt', in der RA.: de Bill mache [(1935) KU-Bedb], Birrl [ KU-Herschw/Petth], Berrl [ HB-Kirrbg]; vgl. PfWB Pudel1 2 a. — F.: bidl in PS-Geisbg FR-Mörsch LU-Limbghf Opp NW-Haßl Spey, birl in KU-Herschw/Petth FR-Albsh, bärl in HB-Kirrbg, biðl in Gal-Dornf, bil verbr. südl. VPf. — Abl. aus bieten. — Südhess. I 1258/59; RhWB Rhein. I 1169; Lothr. 41/42; ElsWB Els. II 121; Bad. I 386.
| [Bd. 5, Sp. 518] ge' [LU-Muttstdt, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage, wo jemand sei: Er is in de R. gefall [Zweibr, mancherorts, Krämer Gal 175]. 's werd nit in de R. g'falle sein 'Es wird sich doch noch finden' [Bergz (Kamm 95), verbr.]. Wer eine Dummheit mit ärgerlichen Folgen begeht, geheert uf e Wildsau geschnallt un iwwer de R. (auch: iwwer de Blechhammer) geschmuggelt [Kaislt, ähnlich: NPfGV 1926 18]. Wann ich dich im Arsch hätt, dät ich dich in de R. scheiße [WD-Niedkch, vereinzelt, Krämer Gal 175, auch Don Buch Rußl]. Er is in de R. gange 'hat Selbstmord begangen' [ LU-Altr SP-Harths]. SprW.: Esch aach das Haus bräät wie de R., 's g'heert nor ään Frää enein [ BZ-Dierb, Var. KL-Niedkch]. Die Schand wäscht de R. nit ab [Land]. Winzerregel: Anfang Mai (An Pingschde) misse die Wingert iwwer de R. scheine [RO-Ebbg, Wilde Notizen]. WR.: Recheboge iwwer'm R., morche soll schäi (gut) Werrer sein [ BZ-Albw]. Weitere WR. s. PfWB Pflug 1, PfWB Regen 1, PfWB Regenbogen 1; zum Brauchtum s. Becker Vk. 122/123; Rätsel s. PfWB Floh 1 a, PfWB Krug 1. In LU-Altr hat sich folgender Spruch erhalten: Sechzehnhundertundacht, / Da war der Rhein ein Bach. / Sechzehnhundertundneun, Da brach durchs Seckemer Ried der Rhein [Heimatblätter für Lu'haf 10/1913]. VR.: Kathrineliß, Kathrineliß, / geh mit mer in die Hasselniß! / Die Hasselniß sin nit so gut, / geh mit mer in de Zuckerhut! De Zuckerhut esch nit so gut, / geh mit mer an de R.! / Geh weg, orrer ich schmeiß dich nein! [ LA-Edh]. Elfriedche, Elfriedche, / geh mit mer an de R.! / Ich trau mer net, ich trau mer net, / ich han Angscht, ich fall enein [PfRSch 2. 12. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Peter 2, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Puppe 2 b, PfWB Büttel 2 a, PfWB trauen 1 a, PfWB Dullenblatt, PfWB König 1 a, PfWB Saar, PfWB Storch. um a. 1432: zwuschenn den zweyen schiffrichenn waßerenn Mossel vnd Rin [PfWeist. 266 (KB-Dreis)]. a. 1604: fünff Viertel (Acker) geforchen naher Rhein vnd Waltt [SSp, Lgb. 120, Bl. 25 (KB-Göllh)]. Südhess. IV 1381/ 82; RhWB Rhein. VII 376 ff.; LothWB Lothr. 412; ElsWB Els. II 264/65.
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