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 PfWB Rettich (Bd. 5, Sp. 509)   RhWB Senf II (Bd. 8, Sp. 77) 
   Rettich m.:
1.
a. 'die Pflanze Raphanus sativus, insbes. ihre eßbare Wurzel', Reddich [verbr., Wilde 209 Nadler Fröhlich Palz 157, Lambert Penns 122], Redich [mancherorts mittl. u. südl. VPf WD-Niedkch RO-Lettw Heeger Südostpf. 17, 35 Wilde 209], Rädich [HB-Kirrbg »Sickinger Höhe« (Wilde 209)], Rerich [»Queich- und Bliestal« (Wilde 209)], Pl. wie Sg.; vgl. PfWB Radieschen; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Bier-, PfWB Butter-, PfWB Feld-, PfWB Herbst-, PfWB Mai-, PfWB Monats-, PfWB Sommer-, PfWB Winterrettich; Syn.: PfWB Eiszapfen 2 b; weiße (blooe, schwarze) Reddich [ LA-Nd'hochstdt, KB-Kerzh]; trockener R. (mit Salz und Essig gewürzt), gerewwener R. [ BZ-Dernb]. De R. isch belzich 'holzig, trocken'; glasich, wie Budder 'saftig, zart' [ebd.]. De R. beißt uf de Zung [ LU-Alsh/Gr]. De R. isch morchens Gold, middags Silwer, owends Blei (für den Magen) [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Iwwerm Reddichsäe muß mer sage: so lang as mei Arm, so dick as mein Arsch [Fogel Beliefs Penns Nr. 955]. Im Fisch (Sternzeichen des Fisches) planzt mer Gummere un Reddich, no werre sie lang [ebd. Nr. 1017]. Volksmed.: »Zerstoßene Rettichblätter heilen den erkrankten Euter der Kühe« [LA-Venn (Wilde 209)]. Neckvers auf die Bewohner von FR-Bobh: Die Bowerumer Zelleriekepp / Henn Redich dick un groß; / Nix wie hinner die Kaafwand rum / Un uff die Redich los [FR-Roxh (Wilde 209)]. 1521: Item 11 ß 11 Pf. vor rüben retich knobloch [GgHospR]. —
b. s. die Zs. PfWB Meerrettich. —
2. übertr. 'kleiner Mensch' [Pirmas (Kieffer 62)]. — Südhess. IV 1375; RhWB Rhein. VII 368; LothWB Lothr. 411; ElsWB Els. II 300.

 

  PfWB  ElsWB Senf II, Senft Sg. t. m.: 1. ein Ackerunkraut. a. senəf, –ę- Ackersenf, sinapis arvensis Rhfrk in Ottw-Neunk; Mosfrk zi- in Saarbg; -ī(ă)- Bitb; -ę- Koch u. zęnəp Dinsl. — b. senəf, –ę- u. -ft Hederich, Verbr. nach Wk. III 13 Rhfrk, Mosfrk in Saarl, Hochw, Mos; zinəf, –ft Saarl-Eimersd Leiding, Merz, Saarbg, Trier; zī(ă)nəf NWSaarbg, Bitb, Malm-Amel Hinderhsn; zinəf(t) Goar-Kratzenbg NSpay, Zell-Altstrimmig, Koch-Haur, in Kobl verbr., May; Rip zęnəf Daun, Aden, Ahrw, Schleid (-i- Freiling), Eusk, Rheinb, Neuw-Gönnersd, Sieg-Honnef Rhönd, Bo-Berkum Merten Pissenh, Köln-Grembg Hermülh, Bergh-Bergerhsn, Dür, Aach-Walh; dazu sīp Wend-Gronig Gehw Oberth Winterb; zin(ə)ref, ze-, zē- Bitb-Dahlem Hosten Preist Röhl Scharfbillig Trimport; zęnəp Düss-Mündelh, Ess-Heidhsn; zemp, –ø-, –y-

[Bd. 8, Sp. 78]
Aach-Orsb, Geilk-Grotenr Teveren, Heinsb-Hillensbg; zęləf Neuw-Unkel; weisser Sinft Saarbg-Cahren; geəle senəf Bergh-Bergerhsn; weller senf Ottw-Wustw, Neuw-Gönnersd; grusse Sinəf Bitb-Seimerich. — c. zīnəf Mohnkopf Bitb-Mettend. — 2. der Speisesenf Verbr. gegenüber dem das grössere. Geb. einnehmenden Mostert, Mosterich als sęnəf(t), se- Rhfrk (Simm, Goar schon zahlreich mosdərt) u. zę- Saarl-Bilsd (u. modərt), Trier-Cönen (zinft), Zell-Neef (u. mosdərt), Pünderich (u. mosdər) Koch-Laub Pommern, Kobl-Bassenh (u. mosdər) Mallendar (dass.) Rhens Stdt Wolken Kaltenengers (-i-), Neuw-Brückrachd Woldert, Altk (Wissen früher mǫstər), Siegld (meist sęnft) Unglinghsn -mft [im übrigen dringt auch in das Mostert-Geb. S. vor, fast stets S.ploster (-pflaster)]. RA.: Der Vorlaute will (muss) iwerall ach (auch) seine S. dezu gewe Rhfrk (s. o.) (auch im Mostert- Geb.). Kinder, die gerne S. essen, warnt man: do werd der det Himb (Hemd) ze korz Simm, Rhfrk. Wer war das? scherzh. Antw.: der, wo dat Kend gefress hät ohne S. Saarbr, Ottw.