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 PfWB reich (Bd. 5, Sp. 468)   PfWB kalben (Bd. 4, Sp. 20) 
   reich Adj.: wie schd., reich [verbr., Christmann Kaulb 16, 74 Mang 121 Müller Dietschw 55 Otterstetter 228 Lambert Penns 123 Krämer Gal 173], roich [ NW-Haßl], reisch [GH-Zeisk Schneckenburger 24, 35], rich [lothr. SWPf]; Komp. reicher, Superl. reichscht [verbr.]; Zs.: PfWB grund-, PfWB kinder-, PfWB schwer-, PfWB steinreich; Syn.: PfWB betucht 1; e reicher Bauer (reiche Leit), e reichi Ortschaft [verbr.]; e reicher Knoche 'ein reicher und zugleich geiziger Mensch', abschätzig [ KU-Bedb]; e reichi Heirat (Bartie) mache [ GH-Kand, LA-Mörzh]; e reicher Leits Gaarde 'ein Garten mit Zierpflanzen, Rasen und Laube (ohne Gemüse)' [ LU-Opp]. RA.: Er is

[Bd. 5, Sp. 469]
so r., daß er stinkt [ KU-Trahw]. Ein Besitzloser is kän Rock (kän Pennich) r. [ KU-Schmittw/O]. Mer sin kääns reich 'Wir haben es nicht' [ KL-Erlb]. Ein bei der Erbschaft zu Unrecht Benachteiligter wünscht dem Erben: Der soll r. werre dran! (und meint das Gegenteil) [ LU-Friesh]. Gruß beim Vorbeigehen an Traubenlesern: Werner reich? [ LA-Ilbh]. Uf meine Fieß werscht net r., wenn einem jemand auf den Fuß tritt [ NW-Haßl]; vgl. PfWB Fuß 1 a. Scherzantwort auf die Frage Wie geht's?: Wie's bei de reiche Leit geht [ GH-Kand]. De reich Mann hot e Stall voll schäne Rinner, die arm Frää kricht e Haus voll klenne Kinner [ BZ-Dierb]. SprW.: Wammer alles wißt, wär mer ball r. [ KU-Diedk, mancherorts]. Die Reiche rechle mit mehn Nulle as die Arme [ BZ-Dierb]. De reiche Leit ehr Dreck stinkt besser [Spey]. Ach bei reiche Leit werd die Supp mit Wasser gekocht [LA-Impfl]. Wer 's Brot schneidt gleich, werd r. [ KL-Katzw]. Eme reiche Mann kalbt de Sächbock (Sägebock) uf em Speicher [Bergz (Kamm 88)]; vgl. PfWB kalben 1. Wem die Bien geroren un die Schoof, der werd r. im Schloof [ KL-Alsbn]. Scherzh.: Liewer r. un g'sund als arm un krank [Bergz (Kamm 80)]. Volksgl.: Wer groo Brout eßt, werd r. (findt Geld) [LA-Impfl]. Wammer die Hochzichkleeder grad auswert ('schnell abträgt', engl. wear out), werd mer r. [Fogel Beliefs Penns Nr. 227]; vgl. auch ebd. Nr. 52. VR. s. PfWB Fuhrmann 1, PfWB Lebtag 1 a, PfWB Schuhmacher. Einen Neckvers s. PfWB Gleiche. Südhess. IV 1328/29; RhWB Rhein. VII 272 ff.; LothWB Lothr. 412; ElsWB Els. II 225.

 

   kalben schw.:
1. 'ein Kalb gebären', kalwe (kalwə) [verbr.], (kḁlwə) [verbr. VPf], kalbe (kalbə) [vereinzelt WPf u. NPf], kalfe (kalfə) [IB-Ensh (alte Gener.)]; vgl. PfWB machen; PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB verkalben. Die Kuh hot gekalbt [verbr.], frisch gekalbt [ LU-Alsh/Gr]. Die Kuh kalbt net 'ist nicht trächtig' [ KL-Erlb]. Die hochträchtige Kuh kalbt ball [ RO-Ransw], steht am Kalwe [ RO-Lettw KB-Stett NW-Ellstdt Freinsh], steht vor 'm Kalwe [ KL-Alsbn]. RA.: Wem alles gelingt, dem kalbt de Holzschlegl ufm Speicher [ BZ-Dierb]. SprW.: Dem reiche Mann kalbt der Säbock (Holzbock) ufm Speicher [JKurpf. 1930 S. 67, Don-Alexanderhs Gal-Landestreu Ottenhs Slawitz]. Volksgl.: Wann en Kuh sich net butze kann noch'm Kalwe, muß mer 're Brot fiedre [Fogel Beliefs Penns Nr. 797]; vgl. PfWB Nachgeburt. —
2. 'sich übergeben', bes. nach reichlichem Alkoholgenuß. Der hot gekalbt [vereinzelt NPf]; vgl. PfWB kälbern 2 a. — Südhess. III 1048; RhWB Rhein. IV 73/74; ElsWB Els. I 433; Bad. III 52.