Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Regen-schauer (Bd. 5, Sp. 455)   PfWB Schnorz(en) (Bd. 5, Sp. 1356)   DWB schnarzen (Bd. 15, Sp. 1191) 
  -schauer m.: wie schd., Recheschauer [ LA-Freimh GH-Leimh], Reje- [ NW-Ellstdt], Rejje- [Lambert Penns 124], Reen- [ KU-Wolfst KB-Bennhs Biedh FR-Bockh], Räänschuur [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Regenbise, PfWB -butzen, PfWB -guß, PfWB -schnazen, PfWB -schuck, PfWB -schutt, PfWB -stieber, PfWB -stuber; Syn. s. PfWB Guß 1. Do owwe kummt widder so e R. [ LA-Freimh]. Südhess. IV 1312; RhWB Rhein. VII 247. —

 

   Schnorz(en), Schnorz(er)m. (f.): 'kurzer, heftiger Regenschauer oder Schneegestöber; gleichzeitiges Regnen und Schneien', de Schnoorze (nōrdsə) [ KU-Bechb Trahw], Schnärzer (nrdsər) [ RO-Bistschd], Schnärrzer (nęrdsər) [ RO-Messbhf KL-Eulbis], Schnärz (nęrds) [ KU-Reichsth Roßb Seel], Schnaatze [KU-Schmittw/O, Thielen 101]; Gen. f.: die Schneiz (nēids) [ KU-Nußb]; vgl. PfWB Regenschauer, PfWB Regenschnazen; Syn. s. PfWB Guß1 1. Do hängt so e Schnorze 'Dort geht ein kurzer Regenschauer nieder' [ KU-Bechb Trahw]. — Etymologie unklar; vgl. DWB DWb. IX 1190/91 Schnarz: ein lautmalendes Wort; ebenso 1191 schnarzen, 1320 schnerzen. Formen teils als Entrundungen von Umlautformen, teils als Senkungsformen erklärbar; vgl. hierzu: Paul Schach: Zum Lautwandel im Rheinpfälzischen: die Senkung von kurzem Vokal zu a vor r- Verbindung. In: ZfMf. 26/1958 S. 200-222. — RhWB Rhein. VII 1653 schnotzen 2a 'fein regnen', VII 1556 Schnärze and. Bed.

 

 schnarzen, verb. , lautmalendes wort, weiterbildung zu schnarren in ähnlicher bedeutung, vergl. auch DWB schnarchen, DWB schnarfen. neben schnarzen findet sich schnärzen und schnerzen.
1) schnarzen, susurrare, ridiculum sonum edere Stieler 1888; so besonders vom schnarchen: schnarzen, ein verbum von allerhand laut gemacht, den die menschen durch schnarchen machen. Frisch 2, 212a; schnartzen, schnürzen, roncheggiare, frullare con un suono ridicoloso per il naso, a bella posta aprendo la bocca e attirando il fiato. Kramer dict. 2, 621a. vgl. engl. snort, das dort an stelle von schnarchen gilt. ähnlich: so geklemmt und fein gurgelnd, so schnarzend, oder, wie soll ich es nennen? Tieck der j. tischlerm. 2, 294.
2) für pedere: vulg. gebraucht man es für den laut eines furzes. Frisch 2, 212a, vgl. Campe, nd. snarten brem. wb. 4, 883, snurten Dähnert 440b:

das schnorcken, fartzen,
gumpen (springen) und mit dem hindern schnartzen.
B. Waldis Esop 2, 82, 14.


3) von einer heftigen, aufgeregten oder zornigen redeweise: schnartzen, umbhinschnartzen oder bäfftzen, als die thnd (? hund? vgl. Frisch 2, 212a), die man schlecht, gannire. das schnartzen und widerbäfftzen, gannitus. Maaler 359b; schnärze, aculeatis verbis uti erga aliquem. Schmidt idiot. Bern. (18. jh.) s. Frommann 3, 449b. so in neuern mundarten: schweizerisch schnärzen, schnerzen, schnörzen brummen Stalder 2, 340; schnârza auffahrend, schnaubend reden Tobler 394a, elsässisch schnerza schnarrend, aufgebracht reden Frommann 6, 256, 6, ebenso mansfeldisch schnärzen, auch einen anschnärzen, anfahren Jecht 97b. ähnlich: mein widerwille gegen dies geheul und schnarzen. Tieck nov. dr. 4, 36.
4) thüringisch, (zer)schnârze, wenn zeug hörbar zerreiszt, vgl. DWB schnarz 1 Jecht 97b. Kleemann 19c; ähnlich preusz. schnörtzen, reiszen, bei engen kleidern Schemionek 36.