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| PfWB Recht (Bd. 5, Sp. 433) | PfWB Mädchen(s)-recht (Bd. 4, Sp. 1102) | |||||||||||||||||||||||
1. 'Rechtsordnung, gesetzliche Norm', Recht, Reecht, Racht [verbr. wie PfWB recht, Christmann Kaulb 12, 54, 79 Höh 52]; Zs.: PfWB Armen-, PfWB Buben-, PfWB Trauf-, PfWB Eltern-, PfWB Fahrt-, PfWB Faust-, PfWB Vorbehalts-, PfWB Gast-, PfWB Jäger-, PfWB Krapfen-, PfWB Land-, PfWB Laub-, PfWB Mädchen(s)-, PfWB Mann-, PfWB Schankrecht; Abl.: PfWB Gerecht 1, PfWB Unrecht; Noo Ordel un R. (nach Urteil und R.) [ RO-Lettw]. Der beschwert sich met R., es werrem zu viel zugemut' [ KL-Reichb]. Ich verlang ääfach moin R. [ LU-Opp]. Das geht ge'e R. un G'setz [KU-Bedb, verbr.]. Das is geje R. un Glaawe [ PS-Geisbg], geje R. un gure Glauwe [ NW-Frankeck], un gure Sitte [ebd.]. Ich will noch emol Gnad vor R. ergehe losse [ LU-Opp]. Er dut sich 's R. im Haus 'das Wohnrecht' vorbehalle (bei der Übergabe des Hofes an ein Kind), s. PfWB Vorbehalt [KU-Kaulb, verbr.]. Ich werr mein R. suche 'die Sache vor Gericht bringen' [KU-Bedb, verbr.]. Er behaupt' sein R. [ LA-Gommh]. Er steht em in seim R. 'Er ist (gewollt oder ungewollt) sein Gegner in einem Rechtsstreit' [ KU-Bedb]. Dem isch R. g'schähne 'Er hat die gerechte Starfe erhalten' [ LA-Gommh]. Er will iwweraal die Rechde ausgewwe 'das große Wort führen, befehlen' [ KU-Kaulb, mancherorts, auch Don Gal Buch], die Rechde spreche, dass. [ Gal-Brig, vereinzelt Gal Buch]. Wenn einer seinen Platz verläßt, sagt man: Do hot der Kaiser sein R. verlore, d. h., 'Dieser Platz ist frei' [ BZ-Dernb]. SprW.: Wo nix is, hot de Deiwel 's R. verlor [KU-Diedk, Krieger 21], hot de Kaiser 's R. verlor(e) [LU-Opp Bergz (Kamm 87), verbr. Don Gal Buch, Var.: Ney 124]. Das R. hot e spitzi Nas, es loßt sich dron drehe [ Gal-Dornf]. 's R. licht im Zwerchsack, mer kann's hännere un vor schiddle (nach hinten und nach vorn schütteln) [GH-Bellh, mancherorts südl. VPf]. Wer d' Hand owwe hot, hot 's R. im Haus 'Der Stärkere hat das Sagen' [südl. VPf]. Wer die Macht hot, [Bd. 5, Sp. 434] hot 's R. [ LU-Opp]. Gewalt geht vor R. [ KU-Schmittw/O]. 's kummt net druf an, wer recht hat, 's kummt druf an, wer Recht kriet [Krieger 54]. R. muß R. bleiwe [ LU-Opp GH-Kand]. a. 1297: ir reht schin [Corpus 4, S. 114, Nr. 2746]. a. 1324: nach des landes recht vnd gewonheit [OttbgUrkb. 344]. a. 1327: zu scheiden nach minnen oder nach rechte [ebd. 359]. a. 1335: dê lûte durch reth schirmen [Vergleich zw. Walram v. Zweibrücken u. d. Graf v. Zweibrücken-Bitsch]. a. 1480: da hait ein jglicher recht zuo [Hagb-Weist. 6]. a. 1507: vnd waß der huber frembde vnd heimbsch zu recht spricht [PfWeist. 548 (LA-Frankw)]. — 2. a. Pl., in Verb. mit einem Num. 'Stellen, Plätze'; uf zwee Rechde schaffe 'an zwei Stellen arbeiten' [vereinzelt, Gal-Dornf]. 's will uf keene Rechde lange 'Es ist (z. B. beim Ausweichen) in beiden Richtungen nicht genügend Platz' [Spey NW-Haßl]. Ausruf der Hausfrau, wenn sie gleichzeitig an mehreren Stellen gebraucht wird: Do soll mer gleichzeidich uf e paar Recht sein! oder: Nore langsam, eich kann doch net gleich an sechs Recht sein! [KU-Kaulb u. Umg.]. — b. 'Grundstück'; vgl. PfWB Gerecht 2, PfWB Gerechtigkeit 3, PfWB Hofrecht. Er es mer iwwer mein R. gefahr [KU-Kaulb u. Umg.]. — Südhess. IV 1294/ 95; RhWB Rhein. VII 215 ff; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 228.
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