| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Rechen (Bd. 5, Sp. 428) | PfWB Klickerchens (Bd. 4, Sp. 305) | PfWB Wand (Bd. 6, Sp. 1045) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Gerät mit quer angeordneten Zinken zum Zusammenscharren, Heuwenden, Bearbeiten des Bodens', Reche (ręχə) [verbr., auch Auslandspfälzer, Mang 93 Lambert Penns 122], Resche (ręə) [ KU-O'alb Obw/T KL-Weltb PS-Hirschth GH-Zeisk], Reeche (rχə) [ KB-Orb NW-Iggb Speyd LA-Flemling], Rache [ RO-Rehborn PS-Busbg Erfw Fischb GH-Neubg]; Dim. Rechelche 'eiserner Gartenrechen' [ HB-Kirrbg LU-Limbghf]; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Beet-, PfWB Pfad-, PfWB Pferds-, PfWB Ernte-, PfWB Frucht-, PfWB Gauls-, PfWB Garten-, PfWB Hand-, PfWB Heu-, Schwarten-, Schleifenrechen; de groß R. ziehe (Frauenarbeit bei der Heuernte) [ KB-Kriegsf]; merrem R. Haai wenne [ KU-Schmittw/O]; de R. zohne 'Zinken einsetzen' [ KU-Gangl]. Mach de R. naß, daß die Zähn net rausgehn! [ LU-Alsh/Gr]. RA.: Sie is so fett (so därr) wie e R. 'sehr mager' [KU-Bedb, verbr., Hebel 13 Feierowend 6/1954 2 Thielen So rerre mer 102 Krämer Gal 173]. Er hat Zähn wie e Reche, drum kann er net spreche [Hebel 13]. BR. s. PfWB Breme1 1 a, PfWB Bremse1 1; eine Neckerei über die Rehborner s. PfWB Butelle. Volksgl.: Mer soll ken R. uf der Kopp leeche, schunscht heile die Engel im Himmel [Fogel Beliefs Penns Nr. 2003]. a. 1521: 3 rechen [GgHospR]. a. 1541: 6 rechenn [ebd.]. a. 1764: 2 Höltzerne Reche [Kurpf. 1375 (KL-Mackb)]. — b. rechenartige Geräte. α. 'R. zum Markieren der Setzlöcher' als Kurzform der Zs.: PfWB Tabaks-, PfWB Rillen-, PfWB Setzrechen [verbr.]. — β. 'Auffangvorrichtung für Getreide an der Sense' [GH-Zeisk Bertram § 307]; vgl. PfWB Reff 1 c; Zs.: PfWB Hafer-, PfWB Kornrechen. — γ. 'Holz zum Aufhängen des geschlachteten Schweins' [ Don-Ulmbach]. — δ. das Klickerspiel Schieße dorch en R. (auch Klickerbreet genannt): Der Klicker muß durch eines der von 1-12 numerierten Löcher des Rechens (eines rechenförmig zugeschnittenen Brettes) geschossen werden. Wer durch ein Loch trifft, bekommt so viele Klicker vom Halter des Rechens, wie die Nummer des Loches anzeigt, andernfalls gehört der Klicker dem Halter [ FR-Grünstdt]; vgl. PfWB Klickerchens. — ε. Teil der Nähmaschine [ GH-Zeisk]. — ζ. s. PfWB Lausrechen. — 2. a. 'sehr schlanke Frau' [mancherorts, Höh 156]. — b. die Sternbilder α. Orion [ KU-Hefw [Bd. 5, Sp. 429] Kollw RO-Bistschd KL-Siegb KB-Kriegsf SP-Harths Mechth NW-Frankeck GH-Nd'lustdt]. — β. Waage [ RO-Schweisw]. — γ. Schwan [ LA-Ranschb]. — Südhess. IV 1286; RhWB Rhein. VII 205/06; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 224.
| [Bd. 4, Sp. 306] Widderknuppchens, -machelns, -stößelns, Zehn-Zwanzig, Zicke-Zacke, Zielspiel, Zwickelns. — F.: Das Wort setzt sich zusammen aus dem Subst. + Diminutivsuffix + Genitiv-s. Der Genitiv ergibt sich aus der Verwendung des Wortes mit spielen, das im Mhd. diesen Fall verlangte (vgl. Michels § 305). — Südhess. III 1416/17; LothWB Lothr. 208; ElsWB Els. I 491.
| 1. a. 'senkrecht aufgeführtes Bauteil als seitliche Abgrenzung von Räumen', im Ggs. zur PfWB Mauer, die stets aus Steinen aufgemauert ist, auch für Lehm-, Fachwerk-, Bretterwände, Wand (wand, wḁnd) [verbr., Bertram § 228 Christmann Kaulb 7 Lambert Penns 173 Krämer Gal 238]; Pl. Wänd [VPf mancherorts WPf], Wänn [WPf NPf vereinzelt VPf]; Zs.: Bretter, PfWB Dach-, PfWB Tenn-, PfWB Tuffstein-, PfWB Fach-, PfWB Fachwerk-, PfWB Vorder-, PfWB Giebel-, PfWB Gleif-, PfWB Haus-, PfWB Hinter-, PfWB Hof-, PfWB Leimen-, PfWB Mittel-, PfWB Riegel-, PfWB Rück-, PfWB Scheuer-, PfWB Schmieg-, PfWB Seiten-, PfWB Spiegel-, PfWB Stall-, PfWB Stubenwand; PfWB Krabbel-an-der-Wand, PfWB Krabbel-die-Wand-hinauf; PfWB Krabbel-die-Wand-hinaus; e W. streiche (mit Kalkfarbe) [ KL-Ottb]; an die W. fahre 'gegen eine Wand stoßen, mit einer Wand zusammenstoßen' [ KU-Bedb, vereinzelt]. Ich geb der ääni, daß d' an die W. fahrscht, Drohung [ LU-Alsh]. RA.: weiß wie die W. 'sehr blaß (vor Entsetzen, Schreck, Blutleere)' [KU-Schmittw/ O, verbr.]; an de Wänn in die Heh geh (krawwle), vor Schmerzen [PS-Rodalb (Bernhard 186), mancherorts]; die äächene (eigenen) vier Wänd 'das (geborgene) Zuhause' [ KL-Ottb, mancherorts]; mit em Kopp durch die W. (renne) wolle 'etwas (Unmögliches) unbedingt durchsetzen wollen, starrköpfig sein' [GH-Schwegh, verbr.]; de Deiwel an die W. mole 'schwarz sehen, durch Nennen eines Unheils dieses heraufbeschwören' [ KU-Bedb]; grad die W. erunnerritsche 'finanziell mühsam auskommen' [Thielen So rerre mer 122]. Do wackelt die W. 'Da ist was los' [ LU-Friesh]. Un wann de Beddelsack an de Wand verspringt 'trotz allem' [Kühn Palz 137]. Den ärjert (hindert) die Schnook (Mick) an de W., von einem verdrießlichen, mißgünstigen, sich über jede Kleinigkeit aufregenden Menschen' [RO-Dielkch, verbr.]. Der guckt e Loch in die W., wer starr, unverwandt vor sich hinstarrt [Krieger [Bd. 6, Sp. 1046] 19]. Die plickt Kalk an de Wand, von einem Mädchen, das nicht zum Tanz aufgefordert wird; vgl. PfWB Kalkpflückerin [Hebel 25]. Den hot de Esel aus de Wand g'schlaa, von einem Dummen [Hebel 21], in Penns Don Gal Buch von einem Kind, dessen Vater unbekannt ist [Fogel Beliefs Penns Nr. 132 Don-Tscherwk Gal-Josbg Buch-Illisch]. Ich kennt se an die W. bappe, vor Verärgerung [Damm Schoggelgaul 32, Thielen So rerre mer 122]. Wammer die werrer die W. schmeißt, dät se dran hänke bleiwe, von einer schmutzigen Person [ LA-Nd'hochstdt]. Des is grad, als wammer Arbse (Erbsen) an die W. schmeißt, d. h. nutzlos [ BZ-Billh]. Im Kopp han ichs, ich bring's nor net an die W., angeblicher Ausspruch eines Malergehilfen, der nicht wußte, wie er seine Idee umsetzen sollte [Krieger 50]. Schnellsprechvers: Hans, tanz langs die W. [ IB-Blickw]. SprW.: Die Wänd hän Ohre, d. h. auch bei Gesprächen im Haus soll man vor ungebetenen Mithörern auf der Hut sein [NW-Geinsh, mancherorts, Fogel Prov. Penns Nr. 1815]. Wer lauert an der W., heert sei eegni Schand [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]. Wammer de Deiwel an d'W. moolt, kummt er [Wasgau-Bote 13/1934]. Volksgl.: Wann e Bild vun de W. fallt, bedeit des, daß ball ääns stirbt in sellem Haus [ LU-Dannstdt]. Rätsel: 's geht un hängt doch an de W. (die Uhr) [ NW-Kallstdt]. 's hängt an de W. un wann's erunnerkimmt, dann eðes (ist es) luschdich (die Geige) [KU-Kaulb, Hebel 115]. 's hängt ebbes an de W. un streckt die Bään auseinand (die Schere) [Hebel 115]. 's hängt an de W. wie e silwer Halsband (an der Nase hängender Schleimstrang) [ KU-Kaulb, Gal-Bagbg Dornf]. VR.: Es steht e Mädche an de W., / hot e Appel in de Hand. / Es dät en geren esse, / hot awwer kään Messer [ RO-Duchr/O'hs]. Daß ich e luschtig Mädel bin, / Des sieht ma an unserm Haus, / Die vorderscht W., die wackelt schun, / Die hinnerscht fallt ball raus [BZ-Wernbg (Feierowend 2/1950 1)]. Einen weiteren VR. s. PfWB hoch. Kinderspiele: Klicker werre die W. schucke [ ZW-Lambsbn], Klicker an der W. [ IB-Habkch Kaislt], beides Spiele, bei denen Spielkugeln (Knöpfe) entweder möglichst nahe an eine Wand geworfen werden oder in denen eine Wand als Bande dient; vgl. PfWB Wändelns. — b. 'Scheidewand zwischen verschiedenen Ständen im Stall' [ KU-Glmünchw HB-N'alth KL-Enkb Morlt Pörrb PS-Rodalb NW-Freinsh LA-Gleisw]; s. K. 375 Unterschied; Zs.: PfWB Mittel-, PfWB Stand-, PfWB Scheide-, PfWB Zwischenwand; Syn. s. PfWB Scheidewand. — c. 'Bretterzaun' [ KU-Etschbg NW-Erph]; Zs.: PfWB Borden-, PfWB Dielen-, PfWB Latten-, PfWB Schalwand. — d. 'was sich wie eine Wand auftürmt; Wandähnliches', z. B. Schnee, Nebel, Wolken, Felsen [vereinzelt]; Zs.: PfWB Schneewand. — e. in der Wend.: e Wand anschlage, ein (nicht näher bezeichneter) Arbeitsgang beim Roden eines Weinbergs (um 1930) [ NW-Herxh]. — 2. 'Gewebe, Textil', nur in den Zs.: PfWB Beider-, PfWB Ge-, PfWB Leinwand. — 3. vgl. die Zs.: [Bd. 6, Sp. 1047] PfWB Auf-, PfWB Einwand. — RhWB Rhein. IX 237 ff.; LothWB Lothr. 529; ElsWB Els. II 832.
| |||||||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||