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 PfWB ratschen (Bd. 5, Sp. 391)   DWB tafeln (Bd. 21, Sp. 21) 
   ratschen, rätschenschw.:
1. 'mit der Rätsche 1 (bes. an Karfreitag) ein Geräusch erzeugen', ratsche [ KU-Elschb KB-Bubh], rätsche [ BZ-Klingmst], ratsche u. rätsche [LU-Alsh/Gr (Alte)]; vgl. PfWB tafeln 2, PfWB gärren 1, PfWB klappern 1 b; Zs.: PfWB ausratschen. —
2. 'sprechen, plaudern, schwatzen', meist von Frauen, ratsche [mancherorts ges. Pf. (neben den weit häufigeren rätsche u. retsche), Krämer Gal 172], raatsche [ LU-Altr GH-Kand], rätsche [verbr. ges. Pf, PfId. 113 Christmann Kaulb 86 Müller Dietschw 55 Höh 116 Otterstetter 212 Bertram § 238,

[Bd. 5, Sp. 392]
Don-Schowe Torscha], seltener retsche [verbr. ges. Pf, PfId. 175 Klein Prov. 86 Kühn Hamet 130 Lambert Penns 124]; vgl. PfWB taratschen, PfWB tratschen1, PfWB durchrätschen; Abl. verrätschen, Geratsch; Syn. s. PfWB schwätzen. Die dut so gern r. [ LU-Opp], vun morjens bis owends r. [ KU-Diedk]. Mer hen noch e bissel gerätscht [ LU-Böhl]. Die Weibsleit rätschen halt gären [ NW-Freinsh]. —
3. 'leidenschaftlich spielen', ratschen [Klein Prov. 81]; vgl. PfWB Ratscher 2. — Südhess. IV 1247/48; RhWB Rhein. VII 137/38; LothWB Lothr. 404; ElsWB Els. II 308.

 

 tafeln, verb.
1) zu tafel 2, durch anschlagen an eine (hölzerne) tafel ein zeichen geben statt des läutens Lexer 2, 1410 (14. jahrh.): das tafflen in der karwochen sol abgestelt und nit mer getaffelt, sondern die glocken geleut werden. Schmid schwäb. wb. 117 vom jahre 1529 (mit ganz falscher erklärung); schlagen, prügeln: wie wir über den Judas am karfreitag taflen (s. DWB Judasjagen und pumpermette). Frank weltb. 151a; das du auch mit fäusten wirst getäfflet werden. buch der liebe 213b, ebenso schweiz. täffeln Stalder 1, 256 (s. DWB däffeln theil 2, 673). dann wie ratschen: so sie im chor die tagzeit wie die atzlen taflent. J. Eberlin der vii. bundtgnosz bl. 5; so wird im das taflen (schwatzen) schon geligen. Wirsung Cal. n 4a; schweiz. täffeln, schwatzen, klatschen Stalder a. a. o.
2) zu tafel 4, mhd. tavelen, auf dem brette spielen K. v. Haslau jüngl. 534.
3) zu tafel 5, b, tafel halten, gut speisen, schmausen, mhd. tavelen Jüdel 133, 20, nd. tafeln brem. wb. 5, 4, henneb. tafel Spiesz 250: wer viel tafelt, macht kurzes testament. Simrock sprichw. 545;

Zeus, der die kurzweil liebt,
fand diese art zu tafeln sehr betrübt.
Wieland der verklagte Amor 4, 164;

ich liebe zu tafeln am lustigen ort,
ich kost' und ich schmecke bei'm essen.
Göthe 1, 137 (ged. 1, 124 Weim.);

mögen sich die sein joch aufladen,
die mitessen von seinen gnaden,
die mit ihm tafeln im goldnen zimmer.
Schiller 12, 57 (Wallenst. lager 11);

wenn wir mittags lange getafelt .. hatten. Hauff werke (1869) 2, 13; in Wibye .. tafelte der könig, umgeben von den groszen seines reichs. Dahlmann dän. gesch. 1, 313; in Versailles fand ich den marschall tafelnd mit einigen seiner standesgenossen. C. F. Meyer novellen 2, 261.