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| PfWB Rachen-putzer (Bd. 5, Sp. 339) | PfWB Jakob (Bd. 3, Sp. 1332) | |||||||||||||||
1. a. 'minderwertiger, schlechter Wein; Tresterwein, Haustrunk', -butzer [KU-Albb Albess FR-Albsh A'lein LU-Altr NW-Frankeck Niedkch Kallstdt Wachh LA-Venn BZ-Annw PfId. 111 Schandein Bav. IV,2 387 Wilde 261 Krieger 7 Feierowend 29/1950 5], -botzer [Don-Lenauheim]; Syn.: PfWB Apfelpuff, PfWB Birnenbumpes, -puff, -schnakel, PfWB Plämpel 2, PfWB Plämpelbrühe, PfWB Brühe 3 a, PfWB Bruttel 1 c, PfWB Buckskin 2, PfWB Puff 2, PfWB Bumpes 4, PfWB Buppes, PfWB Traubenpuff, Taglöhner(s)-, PfWB Drachentöter, Treber-, PfWB Dreimännerwein, PfWB Tresterwasser, -wein, Trink-, Drücker-, PfWB Trunkwein, PfWB Dullianer, PfWB Dullianerbrühe, PfWB Turko 2, PfWB einsperren 3, PfWB Essig 1, PfWB Fusel 2, PfWB Geplämpels, PfWB Gesöff 1, PfWB Gori 1, PfWB Gückes 1, PfWB Gullianer, PfWB Hannes-setz-dich, PfWB Hausblume, -friedensbruch, -mops, -trunk, PfWB Hohenastheimer, PfWB Hypothekentilger, PfWB Jakob 2 e, PfWB Jakob-setz-dich, PfWB Jankes, PfWB Joli, Kikeriki(k) 3, PfWB Kommunist 2, Konrad-setzdich, PfWB Krambutsch, PfWB Kratzer 2 c, PfWB Kutscher 2, PfWB Lackeltackel, PfWB Lacksbrühe, PfWB Lagageri, PfWB Lappelbrühe, PfWB Lauer, PfWB Läuerbrühe, PfWB Läuerer, Laug(en)sbrühe, PfWB Machbach, -buck, PfWB machen 1 b, Mokkel, PfWB Moppel 8, PfWB Mops 6, PfWB Moses 3, PfWB Nabelnaß, PfWB Nachwein, PfWB Nebelzerstörer, PfWB Rackelgackel, PfWB Radetzky, PfWB Rampaß, PfWB Ranzenrisser, PfWB Rappis, PfWB Rappser, PfWB Rassibulli, PfWB Rattengackel 1, -gesüffs, -gückel, -gift 2 a, Säckelsbrühe, Säk- [Bd. 5, Sp. 340] ker 2, PfWB Säckerwein, PfWB Sauerampfel, PfWB Sauerampfelbrühe, Saufzig, PfWB Saugesüff, PfWB Saurach, PfWB Schamas, PfWB Schember, PfWB Schieferwein, PfWB Schilcher, PfWB Schlingel, PfWB Schnalzer, Schnurrgickel, PfWB Schorlemorle, PfWB Sudelbrühe, PfWB Weiberklopfer. — b. 'scharfer Schnaps' [NWPf (Thielen 89) KL-Enkb]. — 2. a. 'Schreihals' [ KL-Enkb]. — b. 'Meerrettich' [KB-Albish (Wilde 172)]. — Südhess. IV 1172; RhWB Rhein. VII 13; ElsWB Els. II 131. —
| 1. a. männlicher VN, auch 'der Träger dieses Namens', Jakob (jagob) [ NW-Deidh KL-Queidb], (jāgob, jgob) [mancherorts, auch Don Gal], Jakeb [PfId. 69], Jokob (jǫgob) [verbr.], Jokeb (jǫgəb) [verbr. südl. VPf], Schakob (agob) [mancherorts bes. VPf, PfId. 120]; Kurzformen: Jab (jāb) [IB-Biesing RO-Rehborn PfId. 69], Job (job, jōb) [mancherorts, Schandein Ged. 240], Jeb (jeb, jēb) [KU-Dietschw vereinzelt SWPf], Schak (ag) (aus frz. Jacques) [vereinzelt WPf], (āg) [mancherorts südl. VPf]; Dim.: Jobche [vereinzelt], Jebche (jebχə, jēbχə) [vereinzelt], Jackl [GH-Neubg Keiler 96], Jock(e)l (jǫgəl, jǫgl) [verbr.], Jäckel [vereinzelt], Jogel (jōgəl) [ KU-Eschau PS-Ruhbk], Gäbche [Schandein Ged. 73], Kob(el)che [Schandein Ged. 23], Schäkel [A. Becker Hedwig, S. 86 der Auflage 1896]; seltene Formen: Gobar [ KL-Stelzbg], Baabe [ RO-Lettw]. Zs.: Filipp-, PfWB Franz-, PfWB Georg-, PfWB Heinrich-, PfWB Johann-Jakob; PfWB Hundsjockel. RA.: Jakob soll ich heeße, eine Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Er liet (lügt) jo noch besser wie mein Jokob! [Feierowend Nr. 24/1953]. Des is vum alde Job seim Werrer (der alte J. freute sich immer, wenn das Wetter keine Arbeit erlaubte, und sagte dann: Des is vun meim Werrer) [ NW-Frankeck Lambr]. VR.: De Jakob mit seim Zellrichkopp, der geht in de Stall un melkt de Bock; do schmeißt de Bock de Kiwwel um, un de Jakob fliegt im Kihdreck rum [ LU-Friesh]; einen ähnlichen VR. mit einer Katharina als Bezugsperson s. PfWB Bock [Bd. 3, Sp. 1333] 1 a. Der Mond scheint, der Mond scheint; der Jakob liegt im Bett; streckt sein Bein zum Bett heraus und sagt, er hätt kee Deck [PfRSch. 11. 11. 1934]; einen VR. mit einem Philipp s. PfWB Bett 1 a. Vetter Jokob, Vetter Jokob, Vetter Jokob is do; hot alles versoff, hot alles verdon [ZW-Stamb]; Var. s. PfWB Vetter 2 b. Ach wo bleibt mein Jakobche, mein Jakobche so lang? Ei der sitzt am Remmelsberch (Remigiusberg) un hat die Hose iwwerzwerch [ KU-Etschbg]. Weitere VR. s. PfWB Puppe 2 b, PfWB Heidelbeere 1. Ein Kinderspiel: Ein Kind wird mit verbundenen Augen in einen Kreis gestellt und fragt: Jakob, wo bischt du? Die Mitspieler antworten: hinner de Hecke un flicke mein Schuh. Das suchende Kind ist bemüht, einen Mitspieler zu fangen, darf aber den Kreis nicht berühren; wenn es den Kreis berührt, rufen die anderen: Es brennt! [ KU-Kaulb, mancherorts]. — b. 'Tag des Kalenderheiligen J. (25. Juli)', vgl. PfWB Jakobi, PfWB Jakobstag. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird schon vor J. Ernte sein [ PS-Fehrb]. VR.: Es war einmal ein Mann, eine Frau und ein kleiner Bub; die reisten auf St. Jakob zu; und als sie nach St. Jakob kamen, war es ein Mann, eine Frau und ein großer Bub [Kaislt, PS-W'fischb]. In Gal-Schönth steht in dem gleichen Reim Stanz Jockle an Stelle von St. Jakob. a. 1319: zehn vntze heller zu sancte Widen an den stift an sancte Iacobes dage [OttbgUrkb. 325]. — 2. a. α. der wahre Jakob 'wer seine Ware auf dem Markt am besten zu verkaufen weiß' [mancherorts]; die Wendung »wahrer Jakob« soll auf den hl. Jakob von Compostela (Spanien) zurückzuführen sein, der alle anderen Heiligen im frommen Reden bei weitem übertraf [Rheinpfalz 7. 12. 1973]. Varne sein e halb Dutzend wahre Jakobbe aus Amerika gestann un hun ehr Sache faalgebott [Kühn Schnitze II 89]. — β. der billige Jakob, auch eine Jahrmarktsfigur [Becker Vk. 336]. — b. α. in der Form Jockel, seltener Jokel 'ungeschickter, unbeholfener Mensch'; e rechder J. [mancherorts, auch Don Gal]; vgl. PfWB Tappschab, -schak, Kuh-, PfWB Stolperjockel und die Syn. bei Tappes 1 a. Du dappischer J.! [ LA-Leinsw, mancherorts]. — β. 'fauler Mensch' [mancherorts]. Scherzh. Zwiegespräch: Jockel, steh uf, mer dreschen! — Ich kann net, ich bin krank. — Jockel, steh uf, mer essen! — Ich kumm gleich! [ LU-Opp]; dass. mit Hannes s. PfWB aufsteigen. — γ. 'wer sich gern taub stellt'; e dääwer Jockel [KU (Potzbg)]. — δ. 'gutmütiger Mensch, der sich von anderen ausnutzen läßt'. Des isch 'n gurer Jockl [ LA-Edk Ob'hochstdt Germh]. RA.: Dem werr ich net de J. mache [ NW-Haßl Spey]. — ε. 'übermütiger, sich verrückt gebärdender Mensch'. Des is mol e närrischer J. [ KU-Lohnw Don-St. Andreas]. Hasch schun so'n Schackel gesiehn? [ KU-A'glan KL-Wörsb]. — ζ. e großer Joogel [ KU-Eschau]; e [Bd. 3, Sp. 1334] jetter Jockl [ NW-Erph]. — η. 'schmutziger Mensch' in PfWB Schmier-, PfWB Schmutzjockel. — θ. abschätzig von nicht näher zu bezeichnenden Personen: de Hansel un de Jockel [ NW-Haßl Spey]. RA.: Nit Hans un nit Jockel saage 'sich um eine eigene Meinung drücken' [PfL 11. 8. 1922]. — c. α. 'Rabe', die Schaak [IB-Ballw Erfw/ Ehling, PfId. 120]. Der Ruf des Raben wird gedeutet als: Jakob! Da, Jakob! [NW-Frankeck BZ-Dernb, Heeger Tiere II 10]. — β. 'Häher', die Schaak [Ingb]; vgl. PfWB Herrschak. — γ. Hundename für den Dackel, Schockel [ LU-Alsh]. — d. 'Gebäck in der Form einer großen männlichen Puppe', Jakob [ ZW-Nd'aub PS-Ruhbk], Jokob [ ZW-Mauschb], Jockel [Schandein Bav. IV/2, 387]. Um dieses Riesengebäck wurde früher am Jakobstag getanzt [ebd., Stoll 172]. — e. 'Apfelwein minderer Sorte, Haustrunk', Jakob, Jakebl [mittl. VPf (Bertram § 285)].
Aus den Nachträgen 2. f. im Dim. Pl. Jakebscher 'Kinderschuhe' [Pirmas]. — Südhess. III 941/ 42, 965; RhWB Rhein. III 1131 ff., 1177; LothWB Lothr. 265; ElsWB Els. I 405; Bad. III 19, 28.
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