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 PfWB Quetschen-baum (Bd. 5, Sp. 324)   PfWB Quetsche1 (Bd. 5, Sp. 322)   PfWB Druschel (Bd. 2, Sp. 575) 
 -baum m.: 'Zwetschgenbaum', -baam, -bääm, -boom, s. PfWB Baum [verbr., PfId. 110 Krämer Gal 170]. RA.: Do krawelt eder (eher) e Kuh uff e Q., (als daß dieses oder jenes möglich ist) [Wilde 277]. Volksgl.: In der Christnacht wurden die Äste der Quetschenbäume mit einem Strohseil zusammengebunden, was eine gute Ernte zur Folge hatte [ GH-Hatzbühl]. Einen Spottvers s. PfWB Quetsche 1 a. a. 1714: worauf quetschen Bäum ... stehen [BrPr. 304 (BZ-O'ottb)]. a. 1736: ein gärtlein mit

[Bd. 5, Sp. 325]
Kirsch- und quetschen bäumen [GdArch. KL-Ottbg (Lagerbuch KL-Ottb Samb S. 6)]. Südhess. IV 1156; RhWB Rhein. VI 1333; LothWB Lothr. 323; ElsWB Els. II 44. —

 

   Quetsche1 f.:
1.
a. 'Zwetschge, eine längliche, im Ggs. zur dickeren, runderen, süßeren Pflaume, später reifende Kulturform von Prunus domestica', Quetsch (gwęd) [verbr., Schneckenburger 20 PfId. 110 Wilde 276 Lambert Penns 120 mancherorts Don Krämer Gal 170], Quatsch [ GH-Neubg]; Pl. Quetsche [verbr., Bertram § 224 Mang 92 Müller Dietschw 39 Journ. 1786 236], Quatsche [GH-Neubg (Wilde 176)], Gewetsche [PS-Erfw, SP-Schiffstdt u. Umg. (Wilde 276)], Owetsche, Howetsche ["Oppauer Gegend" Wilde 276]; Zs. August-, Bach-, Pferds-, Tabaks-, Dörr-, Dornen-, Eier-, Früh-, Garten-, Haus-, Herbst-, Metzger-, Narren-, Riesen-, Roß-, Spät-, Wiesen-, PfWB Zweigquetsche(n); daneben unterscheidet man: Bühler Quetsche [ RO-Dielkch, mancherorts], gäle Quetsche [ GH-Kand], spore (späte) Quetsche [ KB-Kriegsf LU-Maud], Idaljääner Quetsche [ PS-Gersb]. Gerichte, zu denen Q. gegessen werden: Nuule (Nudeln) un gedärrde Quetsche ein Karfreitagsgericht [ BZ-Annw]; geschniddene Nurle met Quetsche [ HB-Kirrbg]; Dampnudele mit Quetsche [ PS-Fehrb]; Rendfleesch mit Meerreddich, Gegummere orrer eingemachde Quetsche [ LA-Gommh]; Dampfknebb mit Schnitz orer gedärrde Quetsche [ LA-Wollmh]. Die Quetsche sin wormessich 'wurmstichig' [ NW-Freinsh]. Die Quetsche werrn uf de Herdle (s. PfWB Horde 1 a) gedärrt [ PS-Erfw]. RA.: Im A... wie e Q. 'tot, fertig' [Wilde 277]; bloo wie e Q. 'tiefblau' [Thielen So rerre mer 99]. Die Nans is so bloo wie e Q. [ RO-Schiersf]. Wann ich satt bin, kann ich immer noch hunnert Quetsche esse [Land]. Die hat e Q. im Maul 'singt verkehrt' [Krieger 20]. Zu Kindern, die in der Nase boh-

[Bd. 5, Sp. 323]
ren und dazu die Untugend haben, das Herausgebohrte in den Mund zu stecken, sagt man: Sin die Quetsche reif? [Kaislt]. Vun de Q. es es Blooe eweg 'das Beste, die beste Zeit ist dahin, die Beschwernisse des Alters sind nicht zu übersehen' [Thielen So rerre mer 99]. Sie hen minanner Quetsche g'stohle 'Sie sind sehr gut miteinander bekannt' [ GH-Zeisk]. Ich verdrick dich, wie e Q.! [Krieger 52]. Der spinnt noch derre Quetsche [Wilde Notizen]. Malör die Q.! Ausruf [NW-Hardbg u. Umg.]. De Deiwel schreibt Quetsche! verbreiteter Ausspruch des Unwillens, der von einem Feldhüter stammen soll, der, weil er das Wort Quetsche nicht schreiben konnte, statt eines Zwetschgendiebstahls einen Apfeldiebstahl begleitet von obigem Ausspruch in sein Protokoll aufnahm [Wilde 278]. Q - u - etsche - Quetsche / B - ä - ämche - Bämche / Quetschebämche Verspottung der früheren Buchstabiermethode an Volksschulen [KL-Fischb, Wilde 278]. SprW.: De Letscht hat die bescht Q. 'Der Letzte ist am besten dran' [Pirmas Don-Schowe]. BR.: Wann's Laab vor de Bliede kummt, gebt's kaan Quetsche [FR-Kindh, KU-Schmittw/O, ähnl. Wilde 278]. Volksmed.: »Ein Gelbsüchtiger wird durch den Genuß einer dürren Zwetsche, in die man zwei lebende Läuse gesetzt hat, geheilt. Der Kranke darf jedoch von dem Vorhandensein der beiden Tiere nichts wissen« [KU-Haschb (Wilde 278)]. Volksbr.: Früher band man in Mehl getauchte gedörrte Zwetschgen als Schmuck an den Christbaum [ GH-Mindlach]. Rätsel von der Zwetschge: Auße bloo, innwennich geel un in de Mitt e Stään [ KU-Schmittw/O]. VR.: Grasgrine Quetsche, / Zuckerhonigsiß, / Wann ich se verschmecke, / Hobbeln mer mein Fiß [Wilde 278]. Einen weiteren VR. s. PfWB Latwerge. a. 1571: Item 3 lib. quetschken [ZweibrKellR]. a. 1573: Die Quetschen seyend auch verwilliget worden den Zehent davon zu nehmen [F. Poth Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde Edesheim 1500-1794, Diss. Frankfurt 1929, S. 19]. —
b. 'Pflaume' [vereinzelt]; vgl. PfWB Pflaume 1 und K. 43. —
2. übertr.
a.
α. 'blaue Nase (des Trinkers)', Quetsch [ PS-Rodalb FR-Bockh]. —
β. 'Nase', scherzh. [ RO-Münchw Rockhs KL-Fischb Hauptstl Mackb Olsbr PS-Busbg Pirmas KB-Kriegsf], Quatsch [ GH-Neubg]. Ich haa der uf die Q.! [ KL-Fischb]. —
b. 'weibliches Geschlechtsteil', Quetsch [KU-Bedb, mancherorts Thielen 88 Wilde 277]; Syn. s. PfWB Bunz. —
c.
α. 'Priem Kautabak' [mancherorts NPf WPf, Kühn Hamet 128 Wilde 240]. Er kaut de ganze Tag die Q. [ ZW-Battw]. Die Benennungsmotivik ist die gleiche wie bei Priem < ndl. pruim 'Pflaume, Zwetschge'. —
β. 'das im Mund angefeuchtete Zigarrenende' [Zweibr (Wilms Alph. 43)]. —
γ. 'dicke Backe des Tabakkauers' [vereinzelt WPf, LU-Neuhf], auch auf geschwollene Backe überhaupt bezogen

[Bd. 5, Sp. 324]
[Wilde 278]. —
d. 'Kehlkopf' [ IB-Rohrb]. —
e. 'Geld', nur Pl. Quetsche [Kieffer Bilderb. 44]; Syn. s. PfWB Geld 1. —
f. 'minderwertige Sache, geringe Habe, kleiner Betrieb' [Kaislt, vereinzelt]; Zs.: PfWB Sandquetsche. Pack dei siewe Quetsche samme! 'Pack deine Habseligkeiten, deine Siebensachen!' [NW-Elmst, vereinzelt SOPf, Gal-Neu-Chrusno Buch-A'frat Tereblestie St. Onufry]. Sie is net groß, e Quetsch (ein kleiner Betrieb), ganz klää [Siebenlist 121]. —
g. 'Fußball', abschätzig, jung [Kaislt Zweibr (Wilms Alph. 43)]. —
h. 'Uhr', scherzh. [Land]. —
i. 'das Malzeichen, nach dem beim Klickern geworfen wird' [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Kaute 1gα. —
j. 'Mädchen'; e friehzeirich Q. 'ein frühreifes Mädchen' [Thielen So rerre mer 99]. —
k. Pl. Neckname für die Bewohner von KB-Orb, Orwisser Quetsche [ KB-Morschh Orb] und RO-Würzw Quetsche [ RO-Würzw]. —
l. vgl. PfWB Drehquetsche. — Aus romanisch (pruna) davascena 'Damaszenerpflaume', die Formen auf Qu- (< tw-) sind im Mittel- und Nordwestdeutschen vorherrschend ( DWB DWb. VII 2366, DWB XVI 1104 ff.; Kluge-Mitzka20 895/96 Müller-Frings GermRom. 420/21). — Südhess. IV 1154/55; RhWB Rhein. VI 1332/33; LothWB Lothr. 323; ElsWB Els. II 213.

 

   Druschel2 f.: 'weibl. Geschlechtsteil', Druschel (drūəl) [ KU-Bedb A'glan KL-Gimsb]; vgl. PfWB Quetsche. Vielleicht zu PfWB Druschel1 gehörend.