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 PfWB Quecke (Bd. 5, Sp. 311)   PfWB Mist (Bd. 4, Sp. 1344)   PfWB Tauben-drecker (Bd. 2, Sp. 144) 
   Quecke f.:
1. 'die häufige Unkrautpflanze Agriopyrum repens', Queck (gwęg) [verbr. (mit Ausnahme eines Teils der SPf, in dem Zwecke gilt), Christmann Kaulb 66 Wilde 76 Don Gal Buch Rußl], Quack [HB-Kirrbg RO-Rehborn GH-Neubg (Wilde 76) Wörth], häufig nur im Pl. Quecke [verbr., Bertram § 192 Müller Dietschw 39 Lambert Penns 120]; Zs.: PfWB Lang-, PfWB Roß-, PfWB Sau-, PfWB Schleif-, PfWB Spitz-, PfWB Wasemquecke; Syn.: PfWB Drahtspitze, PfWB Flecht(en)gras, PfWB Flohgras 2, PfWB Langquecke, PfWB Nachbarsmist, PfWB Queckengras, PfWB Quette, PfWB Sackbändel, PfWB Schleifgras, -quecke, PfWB Spitzquecke, PfWB Ziehgras, PfWB Zwecke; Quecke hacke 'bei Futtermangel im Frühjahr die jungen Wurzelschößlinge der Quecken heraushacken, um sie als Futter zu verwenden' [ ZW-Battw]; Quecke lese (raffe) 'Quecken auflesen, nachdem sie herausgeeggt wurden' [ KU-Diedk, mancherorts]; die Quecke erauszackere [ KB-Kriegsf]; Quecke schille 'den Mutterboden von den Quecken abschütteln' [ FR-Kindh, mancherorts]. Quecke ve'brenne [ RO-Als]. De Acker is voll Quecke [ NW-Elmst]. Die Quecke hunn e zäh Lewe [ KU-Schmittw/O]. Uf so em Sandhiwwel wächst jo doch nix wie Katzeschwänz un Quecke [ ZW-Battw]. RA.: Quecke zweie (zweigen 'veredeln'), wenn jemand die Quecken üppig wuchern läßt [Wilde 79]; Blume vor de Fenschter un Quecke uf de Äcker [Bergz (Kamm 88)]. a. 1515: Item 5 alb. 5 frauwen quecken uß dem wingart uff dem gotsacker zu dragen [GgHospR]. —
2. 'Auswuchs alter Kartoffeln, Kartoffelkeime', nur Pl. Quecke [BZ-Dörrb Schandein Ged. 241, 246]. —
3. 'kleines, lebhaftes, freches Kind'. Du klänni Queck! [ LA-Wollmh]. — DWA XVII 8; Südhess. IV 1146; RhWB Rhein. VI 1317/18; LothWB Lothr. 322 Kwacken.

 

   Mist m.:
1.
a. 'Tierkot aus dem Viehstall, als Dünger verwendet', Mischt (mid) [verbr. NOPf SWPf mancherorts übrige Pf, Karch Dahn/ Wilgws/Iggb 230 Schneckenburger 23 Lambert Penns 105 Krämer Gal 149], Mescht (męd, med) [mancherorts mittl. VPf SOPf NPf NWPf KL-Stelzbg Weilb PS-Bundth, Bertram § 79 Christmann Kaulb 14, 79 Heeger Südostpf. 9 Mang 99 PfId. 94 Krämer Gal 149]; Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Tauben-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Kuh-, PfWB Kunst-, PfWB Laub-, PfWB Lese-, PfWB Sau-, PfWB Streusel-, PfWB Stroh-, PfWB Viehmist; M. fihre 'M. auf das Feld fahren', [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; M. fahre, dass. [ KU-Diedk KB-Kerzh]; M. enausschaffe 'den

[Bd. 4, Sp. 1345]
Stall ausmisten' [ LU-Opp, mancherorts]; M. ausdu, dass. [ KU-Bedb]; M. sprääde 'M. auf dem Feld verteilen' [ NW-Gönnh, mancherorts]; M. suche (lese, raffe) 'Tierkot von der Straße einsammeln' [mancherorts]; korzer M. 'M., bei dem im Ggs. zum lange M. das Stroh schon weitgehend verrottet ist' [ BZ-Albw]. Hasch' de M. ball draus? [ PS-Erfw]. Hänner (Habt ihr) eiern M. schun g'fahre? [ NW-Freinsh]. Er dingt mit M. [ LA-Gommh]. 's Hai is de reinschte M. [ LU-Alsh]. Kannscht moje (morgen) helfe, M. traa'e? [ NW-Freinsh]. Noher kannschde noch M. spräre (spreiten) [ IB-Ommh]. Spat de M. in de Schlag! 'Grabe mit dem Spaten den Mist unter!' (Schlag = Grabfurche) [ BZ-Dernb, KU-Herschw/Petth]. Der Acker hot se Lebdag a noch ken M. g'sehne, von einem schlecht gedüngten Acker [ NW-Kallstdt]. 's is scheen Wedder heit, die Bauere fahre M. [ KU-Diedk]. RA.: naß wie M. [Kaislt PS-Saalstdt, mancherorts Gal]; faul wie M. [ GH-Hatzbühl, mancherorts, auch Gal]. Von einem reichen Bauern: Do is Grund un M. un Saches [ LU-Opp]. Der werd net meh lang M. mache, von einem, der nicht mehr lange leben wird [ Gal-Bagbg, WD-Niedkch]. Der redt do e Dreck z'amme, wie wann er M. g'freß hätt [Kaislt]. Des is net uf sei'm M. g'wachse 'Das stammt nicht von ihm, er schmückt sich mit fremden Federn' [LU-Muttstdt, verbr.]. Er hot Geld wie M. 'Er hat viel Geld' [mancherorts, auch Auslandspfälzer], oft mit einschränkenden Zusätzen: nor nit so lang [ Don-Gottl], awwer kens in de Kischt [ PS-Saalstdt]. Serscht (Zuerst) kummt e Wächel voll M., nocht kummscht lang, lang du [ LA-Wollmh]. Do hilft 's Bede nix, do muß M. nein [ LU-Friesh]. SprW: Kleen Vieh gebbt aach M.! [Feierowend 23/1955 2, mancherorts]. Geld un M. wänn (wollen) niemools lange [ BZ-Dierb]. Geche än Wache voll M. kann äner allää net anstinke [ LU-Friesh]. M. es de Herr 'Die Düngung mit Mist entscheidet über das Wachstum'; vgl. dazu PfWB Mistus [ WD-Niedkch]. BR.: Wann im Feberwar die Schnoke geiche uf M., soll mer's Fuder sperre in die Kischt [ LU-Oggh]. Aprilschnee is so gut wie M. [Zeitw. Gal. 1959]. Volksgl.: Am Freitag soll kein M. untergezackert werden, sonst fressen ihn die Würmer [PfHR 16/1931]. VR.: Wann die Frankesteener M. nausfahre, / brauche se kenn Karch se lare (laden) usw., Forts. s. PfWB Birkweiler. Var. für BZ-Rambg NW-Frankst LA-Birkw s. Hebel 93, Sunndag 14. 9. 1958, PfL 14. 10. 1933. Weitere VR. s. PfWB Dampfknopf, PfWB Lehrer. a. 1297: vnd sollent allen den mist der da wirt uffe daz selbe gut dun [Corpus IV 2 (NW-Lambr)]. a. 1425: myst tragen [Lein-Arch. (Löhne)]. a. 1514: Item 4 β 11 δ vor 8 tage myscht in die wingert zu berghußen zu dragen [GgHospR]. a. 1515: den knechten ... geschenckt do sie den myscht ußgefurt [ebd.]. a. 1528: vnd

[Bd. 4, Sp. 1346]
sal alle jar 4 karren myst in den wingarten furen [Kurpf. 884 (RO-Duchr/Ohs)]. a. 1553: einen tag mist führen [ABlieskst 40 (IB-Blickw)]. a. 1652: Myst oder Dung [GgHospR]. —
b. 'Dungstätte, Misthaufen' [mancherorts], dafür jedoch häufiger f.: Miste. RA.: Sie hot's Geriß (s. PfWB Geriß 2) wie's Birrels (Büttels) Gansert, den hot de Hund uf'm M. verriß [ FR-Albsh]; auch: wie's Biddels Gans, siewe Monet uf'm M. g'hockt un dann hot se de Wolf gefreß [ NW-Haßl Spey]. Redet einer recht dumm daher, so kann er zu hören bekommen: Ebbes Dummeres isch nanit uff'm M. verreckt [Wasgau-Bote 11/1934]. SprW.: Jerer Hahn sell uf seim M. krähe [ BZ-Dierb]. BR.: Wann de Hahn kräht uf'm M., ännert sich's Werrer [ BZ-Stein], meist mit dem scherzh. Zusatz: oder 's bleibt wie's is [verbr.]. Kräht de Hahn uf'em M. bleibt's Werrer wie's is, kräht er uf de Heh, gibt's Rege orrer Schnee [ LU-Alsh]. VR. s. PfWB ausleeren 1. —
2. übertr.
a. 'minderwertiges Zeug, Unsinn, Unfug, dummes Gerede'; vgl. PfWB Bockmist. Er macht M. 'Er macht Unsinn, macht etwas verkehrt' [GH-Zeisk, verbr.]. Er dut M. verzabbe, dass. [ LA-Roschb, mancherorts]. Du babbelscht awwer M. [ PS-Kröpp]. Er plaurert M. [ GH-Zeisk]. Der redd e M. sesamme! [ KB-Morschh]. Der macht vieleicht e M. z'samme [ LA-Gommh]. In dem seim Hern is M. [ ZW-Bechhf]. Du host aw'rah nor M. im Kopp, / Drum steht dei' Belz so dick [Schandein Ged. 64]. —
b. ewiger M. 'Quecke (Agriopyrum repens)' [ FR-Flomh NW-Duttw LA-Böbing]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Nachbarsmist; Syn. s. PfWB Quecke. — Südhess. IV 682 ff.; RhWB Rhein. V 1175; LothWB Lothr. 364; ElsWB Els. I 733/34.

 

  -drecker m.: 'Taubenkotklümpchen', -drecker [ KU-Kaulb PS-Vinn]; vgl. PfWB Taubendreck. —