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 PfWB quälen (Bd. 5, Sp. 298)   PfWB tür-angeln (Bd. 2, Sp. 636)   DWB dürangeln (Bd. 2, Sp. 1567) 
   quälen schw.:
1.
a. 'jemandem Schmerz zufügen, jemanden peinigen, mißhandeln, drangsalieren', queele (gwēlə) [verbr. VPf mittl. WPf NPf vereinzelt übrige Pf, Christmann Kaulb 10 Höh 84 Mang 91 Müller Dietschw 39 Otterstetter 48 Schneckenburger 20], quäle (gwlə) [verbr. westl. WPf mancherorts übrige WPf SOPf, Bertram § 62 Lambert Penns 120], quäile (gwęilə) [ ZW-Ixh GH-Bellh], queile (gweilə) [Heeger Südostpf.]; Syn.: angeln1 5, päzen, peinigen, bemangeln, berzeln, beuteln 1, pferdsen, piesacken, bimsen 2, plagen, däumeln 2, dengeln 4, derren 2, teufeln 2, drangsalieren 1, triangeln, trischieren, triezen, dringelieren, trischaken, türangeln 1, türingelieren, türingen, veiolen 1c, verknacksen 2a, verpeinigen, verpferdsen 1, geißeln 2,

[Bd. 5, Sp. 299]
geistern 2, hunzen 1a, kujonieren, kuranzen 1, kuren, längern 1, leiern 2c, malträtieren, martern, mergeln 1a, mißhandeln, nägeln, naunzeln 2, neipseln, nesseln 2, nessern, schikanieren, schinden, schleifen; se Dot q. 'zu Tode quälen' [Land]; bis uf's Blut q. [ KU-Bedb, mancherorts]. Die dun en dauernd q. [ LA-Gommh]. —
b. 'jemanden durch ständiges Bitten (mit weinerlicher Stimme) oder hartnäckiges Fragen quälen', bes. von Kindern [verbr.]; Syn.: PfWB anhalten 5b, PfWB papern 2, PfWB barmessieren, PfWB betteln 2, PfWB bohren 2c, PfWB derren 1, PfWB teufeln 2b, PfWB dibbern 1d, PfWB drangsalieren 1, PfWB tribeln2, PfWB tribulieren 1, PfWB drießelieren, PfWB drießeln 1, PfWB drießen, PfWB foltern 1, PfWB gammern 2, PfWB jängern 1b, PfWB jängsen 1b, PfWB jankeln 2, PfWB jaunern1 2c, PfWB kärmsen 1bδ, PfWB jankeln 2b, PfWB jaunern1 2 c, PfWB kärmsen 1 b ek">δ<, PfWB keilen1 1 a, PfWB krangeln 2 b, PfWB lamentieren, PfWB manksen 2, PfWB mezern 1a, PfWB nagen 2b, PfWB nagern, PfWB nagewurmen, PfWB nängeln, PfWB nängern, PfWB natzeln1, PfWB nauscheln 2, PfWB näzern, PfWB neuntötern, PfWB nöteln, PfWB nötigen, PfWB nozen, PfWB quengeln, PfWB ranksen 4a, PfWB zusetzen. Du mich net so q.! [ KL-Matzb]. Der Bu hot nix wie gequeelt 'Der Junge hat in einem fort quälend gebeten' [ GH-Kand]. Er queelt em de Herzbennel eraus [ HB-Nd'bexb]. —
2. sich quälen.
a. 'sich mit körperlicher Arbeit abmühen, sich abrackern' [verbr.]; Zs.: PfWB abquälen. Die Gail missen sich bergnuff q. [Krämer Gal 170]. VR.: Was brauche mer uns zu q., mer esse se (die Kartoffeln) mit de Scheele [ HB-Kirrbg]. —
b. 'eindringlich, angestrengt lernen' [ PS-Hermbg]; Syn. s. PfWB ochsen. —
c. 'sich sorgen, quälenden Gedanken nachhängen' [mancherorts]. Kee(n) Hoffnung meh(r)? Unn dann der Mann dhut der sich jo so quäle [Müller Luscht un Lewe 30]. — Südhess. IV 1128; RhWB Rhein. VI 1278/79; ElsWB Els. II 211.

 

   tür-angeln, tür-ängeln, tur-angelnschw.:
1. 'peinigen, plagen, quälen', tirang(e)le (ˈtīraŋələ) [IB-Erfw/Ehling KL-Lind (Höh 139)], tiräng(e)le (ˈtīręŋələ) [IB-Bliesmg/Bolch Ingb Gersh Habkch (PfId. 141)], tiring(e)le [ KL-Hauptstl], dirang(e)le (ˈdīraŋələ) [HB-Medh ZW-Stamb PS-Th'frösch], diräng(e)le (ˈdīręŋələ) [HB-Nd'gailb IB-Eschring ZW-Gr'steinhs PS-Lu'wink], derang(e)le (ˈdēraŋələ) [IB-Nd'würzb ZW-O'auerb Wiesb Saalstdt PS-Hermbg Wallhalb KU-Krottb Elzw RO-Sippf FR-Bockh NW-Wachh],

[Bd. 2, Sp. 637]
teräng(e)le [ IB-Heckdh PS-Schweix], terräng(e)le [IB-Nd'würzb (neben derangele)], deräng(e)le [mancherorts ganze Pfalz], deering(e)le (ˈdēriŋ(ə)lə) [verbr. ganze Pfalz], deeriegele [Frankth (neben deeringele)], turangele [ KU-Adb], turäng(e)le [ HB-Kirrbg O'bexb], durang(e)le [ HB-Nd'bexb Schwarzb KU-Kaulb Rutsw/L Hefw Kus Roßb Reichsth Schönbg KL-Morb Niedkch Olsbr], duräng(e)le [ KU-Dunzw Kreimb KL-Heilmosch], turing(e)le [ KL-Kottw/Schwand Nanzdw Kindsb ZW-Bechhf], duringele [ GH-Neubg]; vgl. PfWB angeln 5, PfWB türingen, PfWB türingelieren, PfWB triangeln, PfWB dringelieren. Syn. s. PfWB quälen. Du mich net so tirängele! [ IB-Gersh]. Ich turingel dich doch net [ ZW-Bechhf]. Du deerengelscht aam bis ufs Blut [ KB-Kriegsf]. Er hat'ne so lang geterrängelt, bis er nohginn (nachgegeben) hat [ IB-Nd'würzb]. a. 1792: Ich bin auf gut türkisch gethürängelt worden [Klein Prov. 9]. —
2. 'mißhandeln, schinden, drillen, prügeln', deering(e)le [ NW-Gimmdg Haßl Spey GH-Schaidt BZ-Dierb], deringle [ FR-Merth LA-Birkw], deeräng(e)le [ KB-Kriegsf BZ-Hofstätt], dereng(e)le [KU-Dietschw Bergz (PfId. 32) Don-Schowe Tscherwk Werb], turingele u. toringele [ ZW-Bechhf], durangele [ KU-Kaulb KL-Wörsb]. — F.: Die Formen mit d- im Anlaut die bei weitem überwiegen, sind über die ganze Pfalz, die mit t- nur in der WPf verbreitet; -u- im ersten Wortteil (turangele, duringele u. ä.) tritt nur in den westpfälzischen Kreisen KU HB ZW u. KL auf; Ausnahme duringele in GH-Neubg. — Für die Herleitung des ersten Wortteils von Tür sprechen die am häufigsten belegten Formen mit dēr- und dīr (dēraŋələ, -ęŋələ, -iŋələ); ihr widersprechen die bei Tür nicht belegten Formen mit t- im Anlaut (tir-, ter-, tur-). Der zweite Wortteil (-aŋələ, umgelautet -ęŋələ und mit nachfolgender Hebung vor dem Nasal zu -iŋələ) ist Iterativ zu mhd. angen 'einengen' ( Lexer Lexer I 70). — Südhess. I 1856/57; RhWB Rhein. I 1577 durangeln, VIII 1477 türängeln, VIII 1240 torangeln, VIII 1482 türangeln; Saarbr. 209; LothWB Lothr. 90; ElsWB Els. I 53, II 711; Bad. I 600; DWB DWb. II 1567/68, DWB XI/1,1 Sp. 463/64.

 

 dürangeln, durchprügeln, quälen, plagen, in Hessen auch düringeln, niederd. dörrangeln Schütze Holstein. idiot. 3, 273. dür ist durch und wie dürrängeln heiszt rängeln, krangeln in der Mark prügeln, rängel prügel (Frommann Mundarten 3, 367. 368). niederd. rangeln ringen, rangen wild und wüst zu werke gehen, schweiz. rangga nörgeln, etwas durch unablässiges hin- und herreden erzwingen wollen Tobler 359a. ranggeln, ränggelen sich schläfrig dehnen, strecken Stalder 2, 257. engl. wrangle zanken, streiten. man sagt in Hessen der knabe düringelt seine mutter den ganzen tag und will geld haben.

o geh nur hin, du galgenschwengel,
du dölp, eh das ich dich dürengel
H. Sachs 2. 2, 28a.

range ein ungezogener bösartiger knabe gehört hierher.