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 PfWB Quack (Bd. 5, Sp. 291)   PfWB weg-gehen (Bd. 6, Sp. 1136)   PfWB hinaus-brunzen (Bd. 3, Sp. 1008) 
   Quack m.:
1.
a. 'die in Ginster, Laubwerk oder Blüten, seltener in Stroh gehüllte Gestalt, die am Pfingstmontag gabenheischend von Haus zu Haus geführt, bzw. in einem Handwägelchen gezogen wird oder auf einem Pferde reitet', vereinzelt auch vom Quackumzug oder dem Zweigwerk, das den Quack bedeckt, Quack (gwag) [mancherorts WPf SPf, vereinzelt VPf, Becker Vk. 315— 321 Christmann Vk. 20-31 Müller Dietschw 38 Schandein Ged. 246 u. Bav. IV,2 359 W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. v. Stadt u. Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241-251 Vogelsgesang 13-15 Krämer Gal 169], Quaak (gwāg) [westl. WPf (Kr. WD, HB, IB)], Pl. (selten) Quacke [vereinzelt] ; das Wort lebt am gleichen Orte meist neben Pingschd(e)quack, -quaak, dessen Kurzform es darstellt; Zs. PfWB Papier-, PfWB Pfingsten-, PfWB Gänsequack. Die Verbreitung entspricht dem bei Pfingstenquack 1 angegebenen Gebiet, das anhand einer Befragung aus dem Jahre 1927 ermittelt wurde, auf deren Grundlage auch K. 25b des Pfalzatlasses beruht. Nach einer Erhebung aus dem Jahre 1984 zeigt sich insgesamt eine Ausdünnung der Belegorte und eine Regression der Nordostgrenze um etwa 10 km nach Südwesten. Q. reire (in der Gegend der Sickinger Höhe und in Teilen der Südwestpfalz kommt der Q. geritten, während er sonst zu Fuß kommt oder in einem Handwägelchen gezogen wird) [ KL-Gerhbn PS-Gersb Heltbg Saalstdt Ingb]. Ankündigung des Quacks: Do kummt de Q. un hat nix im Sack [ PS-Hengsbg]. Die Sitte, den Quack verborgen hinter Zweigen auf einem Handwägelchen zu ziehen (s. Abb. 19), von wo aus er mit einem Stock nach Umstehenden sticht oder spuckt, ist erst zu Beginn des Jahrhunderts aufgekommen und nach Kleinschmidt (s. o.) in einem Wechsel der Brauchträgerschaft von den jungen Burschen auf Schulkinder begründet, die körperlich nicht mehr in der Lage waren, die schwere Umhüllung von Zweigen zu tragen. Zum Heischen der Gaben ruft der Quack: Quack, Quack! [ KU-Sand PS-Vinn] oder es werden Quackverse aufgesagt oder Quacklieder gesungen: Ri, ra, ro, / heit iwwers Johr / sin mer werer hie am Scheierdor. / Stab aus, stab aus, heb die blodde Vechel aus, / die blodde wie die

[Bd. 5, Sp. 292]
blinne, de Quack soll's gewinne [ PS-Saalstdt]. Quack, Quack owwenaus, / heb die blodde Rabbe (Raben) aus, / die blodde wie die blinne, / de Quack, den wolle mer schinne [ BZ-Böllbn]. Quack, Quack, Quack, / siwe Eier sin geback, / siwe sin gesore (gesotten), / der Quack soll gut gerore (geraten) [ PS-Schopp, ähnl. ZW-Schmitshs]. Quaak, Quaak, / drei eier gebackt, / siwwe gesott (gesotten), / Budder gebrot (gebraten). / Kommt die liewe Pingschde bei, / han mer nix se koche / als das bißche Katzeflääsch / un die derre Knoche. / Drei Eier orrer e Stick Speck, / sunscht gehn mer selebdaa nimmi vor de Hausdeer eweg [ HB-Nd'bexb]. Quack, Quack, Quack, / Sechs Eier geback, / Siewe gerore, / Acht gebrore, / Neun en de Pann, / Zehn willemer hann. / Gebt uns e Dutzend Eier und e Stück Speck, / Sonscht gehn mer net vor eirer Hausder eweck [KU-Konk (Vogelsgesang 15)]. Quack, quack, quack, / siewe Eier in de Sack, / Eier orrer Speck, / ehnder geh mer net vun de Hausdeer eweg [ HB-Einöd]. Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack; / die wolln mer dann brode. / 's werd alles gut gerode, / in Haus, in Stall un Feld. / Schenken uns kee Geld, / awwer e Schdickelche Schbeck, / dann gehn mer widder weg. / Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack [Krämer Gal 169]. Weitere Texte von Quackliedern, -versen s. PfWB Pfingstenquack, PfWB tellerweich und A. Becker Pfälzer Frühlingsfeiern, Kaiserslautern 1908 47f. Carl Pfalz im Jahr 194-202 Vogelsgesang 14f. Schandein Bav. IV,2 359f. Wilde 72. Ein Quacklied mit Melodie s. Heeger-Wüst Pfälzische Volkslieder, Neubearbeitung v. J. Müller-Blattau 1963, S. 196. Volksgl.: »Das Haus, das keinen Ginsterzweig des Quacks in seinen Mauern birgt, hat Unglück, gewöhnlich brennt es im selben Jahr noch ab« [Vogelsgesang 14]. —
b. 'Kind, das am Pfingstmontag zuletzt aus dem Bett aufsteht', Quack [KU-Krottb (Vogelsgesang 14) BZ-Wernbg]; vgl. PfWB Pfingstenknuttel 1, -knüttel, -lümmel 3, PfWB -quack 2, -schisser, PfWB Pfingstlämmchen 1. In BZ-Wernbg wurde ihm ein PfWB Quackenkranz um die Schultern gehängt und es wurde das ganze Jahr als Quack verspottet, in KU-Krottb wurde ihm ein Ginsterzweig in das Bett gesteckt und es erhielt ebenfalls für ein Jahr den Namen Quack. —
2.
a. 'jüngster, schwächster Vogel im Nest', Quäkelche [Schandein Ged. 246]; vgl. PfWB Nestquack 1a. —
b. 'jüngstes, verwöhntes Kind' [ BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Äscher-, PfWB Nestquack 1b. —
c. 'schwächliches

[Bd. 5, Sp. 293]
Kind' [PfId. 110 Heeger Tiere II 5 Journ. 4/1787 215]. —
d. 'kleiner, dicker Kerl' [KL-Hirschhn, vereinzelt Don Gal (Krämer Gal 169) Buch], Dim. Quackche, [Schandein Sprachsch. 40]; Zs. PfWB Hosenquack. Das gebt grad so e Q. wie sein Modder [ KL-Hirschhn]. SprW.: In e Q. geht soviel wie in e Sack, d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. —
3.
a. 'blühender Ginster', wegen seiner Verwendung im Quackumzug (s. Bed. 1a) [PS-Windsbg, Wilde 71], Quoke, Pl. [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; vgl. PfWB Quackblume; Syn. s. PfWB Brimme 1. —
b. Pl. Quacke 'verkümmerte oder in der Entwicklung begriffene Kirschen' [ HB-Höch]. — Das in Bed. 1 angegebene Brauchtum hat wohl seinen Ursprung in einem Rügebrauch der Hirten, die Pfingsten erstmalig zur Weide ausfuhren; (vgl. PfWB Pfingstenquack). Es finden sich sachliche Paralellen in nord- und mitteldeutschen Gebieten (W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. von Stadt und Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241— 243). — Südhess. IV 1121; RhWB Rhein. VI 1260; ElsWB Els. II 210.

 

  -gehen st.: 'fortgehen, sich entfernen, verschwinden', -gehe, -gihn s. PfWB gehen [verbr., Lambert Penns 174]; Syn.: PfWB abfahren I 2 a, PfWB abgehen I 1 a α, PfWB abhauen 2, PfWB abkommen 1, PfWB abkratzen, PfWB abmachen I 3, PfWB abrücken 1, PfWB abschaffen 1 b, PfWB abschieben 1, PfWB abschlagen, PfWB abtigern, PfWB abtreten 2 a, PfWB abziehen II 1 b, PfWB aufpacken 2, PfWB ausfahren I 4 c, PfWB parti, PfWB putzen 5 c, PfWB davonfahren, PfWB davonhakeln, PfWB trossen 1 b βαα, PfWB durchziehen 2 c, PfWB verkratzen 3, PfWB verlaufen 2 b, PfWB verputzen 4, PfWB verrollen, PfWB vertrollen, PfWB verziehen, PfWB Flatter, PfWB flattern 2 a, PfWB fortgehen I 1 a, PfWB fortkommen 2 a, PfWB fortmachen 1 b, PfWB fortpacken, PfWB fortträppeln, PfWB forttrossen, PfWB forttrotteln, PfWB heben I 2 f β, PfWB hinausbrunzen, PfWB hinauslaufen 1, PfWB hinauspurren, PfWB hinausrankeln, PfWB hinausschaffen 2, PfWB hinausschleichen, PfWB hinausschlupfen, PfWB hinaustappen, PfWB hinausturmeln, PfWB losgehen 1 a, PfWB loskommen 2, PfWB losmachen 2, PfWB lospacken 3, PfWB losrennen 2, PfWB losschieben 2, PfWB lostippeln, PfWB losziehen 1, PfWB loszittern, PfWB loszuckeln, PfWB mitgehen, PfWB mithulchen, PfWB mitkommen 1, PfWB mitmachen 2, PfWB mitnehmen 1 b, PfWB sippen. Die Sunn geht eweg 'geht unter, wird von einer Wolke verdeckt' [mancherorts]. RA.: Geh weg! [mancherorts]; Geh wegger! [ KU-Godhs RO-Hochst Ruppeck KL-Drehthhf NW-Weish/S]; Geh wag! [ GH-Wörth]; Gihn awak! [ RO-Rehborn]; Geh (mer) eweg! 'Mach mir Platz! Hör auf damit! Laß mich damit in Ruhe!', auch als Zuruf an ein Tier [mancherorts]. Wärsche eweg gang!, Höflichkeitsformel zur Entschuldigung, wenn man jemanden angestoßen hat [ PS-Geisbg]. 's esch nit eweggange, noot horrer's mitgenumme 'gestohlen' [ BZ-Nd'horb]. Das geht weg wie frische Weck

[Bd. 6, Sp. 1137]
(warme Semmel) 'verkauft sich gut' [ FR-Bockh, auch Gal]. Dem sein Mäle sin eweggange wie die Weck uf'm Lare 'Seine Töchter haben rasch geheiratet' [ BZ-Dernb]. Geh mer eweg mit deim stinkische Gaulsflääsch! (deim häße Kaffee!) [ NW-Freinsh, LU-Friesh]. Gehsche vorne weg, hinnenunner, scherzh. für den Frack mit langen Rockschößen [Kaislt]; vgl. PfWB Gehstduwegdahinten, PfWB Gehwegdahinten. Geh mer eweg, ich brauch dich net!, scherzhafte Deutung des Fauchens einer Lokomotive [Spey]. BR.: Fallt de Schnee in de Dreck, gehrer net so bal eweg [mancherorts]. Volksgl.: Man zieht einem Kind Ohrringe an, damit die wehe Ääche weggehn [ LA-Herxh]. En Waarz reibt mer mit me kleene Stee un schmeißt ihn no iwwer die links Schulder, awwer mer darf nix schwätze, no geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1682]. Gwächs, druf spautze var dem Esse; / Do geht's eweg, is bal vergesse [Birmelin Penns Gezw. 69]. KR.: Eens, zwee, drei / Hicka, hocka, hei / Zucker uf der Brei / Salz uf der Speck / Hahne geh weg! [Horne Penns 119, Donnersberg Jahrbuch 1981 167]; Var. s. PfWB Schnee 1. Heischelieder: Steht e Mädche an de Wand, har e Säckelche in de Hand, Eier orrer Speck, sunscht geh ich net vor de Deer eweg [KL-Reichb, ZW-Bechhf Krieger 41]; Var. s. PfWB Quack 1 a. Rhein. IX 346 Z. 53.

 

  -brunzen schw.: sich h. 'sich unter einem nichtssagenden Vorwand entfernen'; sich nausbrunse [ FR-Roxh]; vgl. PfWB brunzen. —