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1. a. 'die in Ginster, Laubwerk oder Blüten, seltener in Stroh gehüllte Gestalt, die am Pfingstmontag gabenheischend von Haus zu Haus geführt, bzw. in einem Handwägelchen gezogen wird oder auf einem Pferde reitet', vereinzelt auch vom Quackumzug oder dem Zweigwerk, das den Quack bedeckt, Quack (gwag) [mancherorts WPf SPf, vereinzelt VPf, Becker Vk. 315— 321 Christmann Vk. 20-31 Müller Dietschw 38 Schandein Ged. 246 u. Bav. IV,2 359 W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. v. Stadt u. Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241-251 Vogelsgesang 13-15 Krämer Gal 169], Quaak (gwāg) [westl. WPf (Kr. WD, HB, IB)], Pl. (selten) Quacke [vereinzelt] ; das Wort lebt am gleichen Orte meist neben Pingschd(e)quack, -quaak, dessen Kurzform es darstellt; Zs. PfWB Papier-, PfWB Pfingsten-, PfWB Gänsequack. Die Verbreitung entspricht dem bei Pfingstenquack 1 angegebenen Gebiet, das anhand einer Befragung aus dem Jahre 1927 ermittelt wurde, auf deren Grundlage auch K. 25b des Pfalzatlasses beruht. Nach einer Erhebung aus dem Jahre 1984 zeigt sich insgesamt eine Ausdünnung der Belegorte und eine Regression der Nordostgrenze um etwa 10 km nach Südwesten. Q. reire (in der Gegend der Sickinger Höhe und in Teilen der Südwestpfalz kommt der Q. geritten, während er sonst zu Fuß kommt oder in einem Handwägelchen gezogen wird) [ KL-Gerhbn PS-Gersb Heltbg Saalstdt Ingb]. Ankündigung des Quacks: Do kummt de Q. un hat nix im Sack [ PS-Hengsbg]. Die Sitte, den Quack verborgen hinter Zweigen auf einem Handwägelchen zu ziehen (s. Abb. 19), von wo aus er mit einem Stock nach Umstehenden sticht oder spuckt, ist erst zu Beginn des Jahrhunderts aufgekommen und nach Kleinschmidt (s. o.) in einem Wechsel der Brauchträgerschaft von den jungen Burschen auf Schulkinder begründet, die körperlich nicht mehr in der Lage waren, die schwere Umhüllung von Zweigen zu tragen. Zum Heischen der Gaben ruft der Quack: Quack, Quack! [ KU-Sand PS-Vinn] oder es werden Quackverse aufgesagt oder Quacklieder gesungen: Ri, ra, ro, / heit iwwers Johr / sin mer werer hie am Scheierdor. / Stab aus, stab aus, heb die blodde Vechel aus, / die blodde wie die [Bd. 5, Sp. 292] blinne, de Quack soll's gewinne [ PS-Saalstdt]. Quack, Quack owwenaus, / heb die blodde Rabbe (Raben) aus, / die blodde wie die blinne, / de Quack, den wolle mer schinne [ BZ-Böllbn]. Quack, Quack, Quack, / siwe Eier sin geback, / siwe sin gesore (gesotten), / der Quack soll gut gerore (geraten) [ PS-Schopp, ähnl. ZW-Schmitshs]. Quaak, Quaak, / drei eier gebackt, / siwwe gesott (gesotten), / Budder gebrot (gebraten). / Kommt die liewe Pingschde bei, / han mer nix se koche / als das bißche Katzeflääsch / un die derre Knoche. / Drei Eier orrer e Stick Speck, / sunscht gehn mer selebdaa nimmi vor de Hausdeer eweg [ HB-Nd'bexb]. Quack, Quack, Quack, / Sechs Eier geback, / Siewe gerore, / Acht gebrore, / Neun en de Pann, / Zehn willemer hann. / Gebt uns e Dutzend Eier und e Stück Speck, / Sonscht gehn mer net vor eirer Hausder eweck [KU-Konk (Vogelsgesang 15)]. Quack, quack, quack, / siewe Eier in de Sack, / Eier orrer Speck, / ehnder geh mer net vun de Hausdeer eweg [ HB-Einöd]. Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack; / die wolln mer dann brode. / 's werd alles gut gerode, / in Haus, in Stall un Feld. / Schenken uns kee Geld, / awwer e Schdickelche Schbeck, / dann gehn mer widder weg. / Quack, quack, quack, / siwwe Aajer in de Sack [Krämer Gal 169]. Weitere Texte von Quackliedern, -versen s. PfWB Pfingstenquack, PfWB tellerweich und A. Becker Pfälzer Frühlingsfeiern, Kaiserslautern 1908 47f. Carl Pfalz im Jahr 194-202 Vogelsgesang 14f. Schandein Bav. IV,2 359f. Wilde 72. Ein Quacklied mit Melodie s. Heeger-Wüst Pfälzische Volkslieder, Neubearbeitung v. J. Müller-Blattau 1963, S. 196. Volksgl.: »Das Haus, das keinen Ginsterzweig des Quacks in seinen Mauern birgt, hat Unglück, gewöhnlich brennt es im selben Jahr noch ab« [Vogelsgesang 14]. — b. 'Kind, das am Pfingstmontag zuletzt aus dem Bett aufsteht', Quack [KU-Krottb (Vogelsgesang 14) BZ-Wernbg]; vgl. PfWB Pfingstenknuttel 1, -knüttel, -lümmel 3, PfWB -quack 2, -schisser, PfWB Pfingstlämmchen 1. In BZ-Wernbg wurde ihm ein PfWB Quackenkranz um die Schultern gehängt und es wurde das ganze Jahr als Quack verspottet, in KU-Krottb wurde ihm ein Ginsterzweig in das Bett gesteckt und es erhielt ebenfalls für ein Jahr den Namen Quack. — 2. a. 'jüngster, schwächster Vogel im Nest', Quäkelche [Schandein Ged. 246]; vgl. PfWB Nestquack 1a. — b. 'jüngstes, verwöhntes Kind' [ BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Äscher-, PfWB Nestquack 1b. — c. 'schwächliches [Bd. 5, Sp. 293] Kind' [PfId. 110 Heeger Tiere II 5 Journ. 4/1787 215]. — d. 'kleiner, dicker Kerl' [KL-Hirschhn, vereinzelt Don Gal (Krämer Gal 169) Buch], Dim. Quackche, [Schandein Sprachsch. 40]; Zs. PfWB Hosenquack. Das gebt grad so e Q. wie sein Modder [ KL-Hirschhn]. SprW.: In e Q. geht soviel wie in e Sack, d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. — 3. a. 'blühender Ginster', wegen seiner Verwendung im Quackumzug (s. Bed. 1a) [PS-Windsbg, Wilde 71], Quoke, Pl. [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; vgl. PfWB Quackblume; Syn. s. PfWB Brimme 1. — b. Pl. Quacke 'verkümmerte oder in der Entwicklung begriffene Kirschen' [ HB-Höch]. — Das in Bed. 1 angegebene Brauchtum hat wohl seinen Ursprung in einem Rügebrauch der Hirten, die Pfingsten erstmalig zur Weide ausfuhren; (vgl. PfWB Pfingstenquack). Es finden sich sachliche Paralellen in nord- und mitteldeutschen Gebieten (W. Kleinschmidt in: Jahrb. z. Gesch. von Stadt und Landkreis Kaiserslautern 10/11 1972/73 241— 243). — Südhess. IV 1121; RhWB Rhein. VI 1260; ElsWB Els. II 210.
| 1. a. 'länglicher, größerer Behälter aus Stoff zur Aufbewahrung oder zum Transport von körnigen oder kleinstückigen Gütern', Sack (sag, sg) [allg., Lambert Penns 129 Krämer Gal 179], Pl. Säck (seg, sęg) [allg., Mang 88 Schneckenburger 21]; Dim. Sg. Säckche, Säckje [mancherorts WPf NOPf, Lambert Penns 148], Säckelche, Säckelje [mancherorts WPf MPf, Mang 92], Säckel [verbr. VPf], Pl. Säckcher [WPf], Säckelcher [mittl. WPf östl. VPf], Säcklich [mancherorts SOPf], Säckle [mancherorts SOPf]. Zs.: PfWB Papier-, PfWB Bauern-, PfWB Bettel- 1, PfWB Bohnen-, PfWB Post-, PfWB Brech-, Pispert-, PfWB Bücher-, PfWB Büchsen-, Tabak-, PfWB Deisem-, PfWB Dreck- 2 a, PfWB Dung-, PfWB Dünger-, PfWB Frucht-, PfWB Gras-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Guano-, PfWB Hafer-, PfWB Hutzel-, PfWB Juden-, Jute-, Kamillen-, PfWB Kartoffel-, PfWB Käse-, Klammer-, Kleesamen-, PfWB Kleien-, PfWB Klicker- 1, PfWB Knochenmehl-, PfWB Kohlen-, PfWB Krabbel-, Kunstdung-, PfWB Laub-, PfWB Leinwand-, PfWB Lumpen- 1, PfWB Lupf-, PfWB Mahl-, PfWB Malter- 1, PfWB Mehl-, PfWB Mund-, PfWB Netz-, Quetschen-, PfWB Ruck-, PfWB Saat-, PfWB Salz-, PfWB Sam-, PfWB Sä-, PfWB Sauerkalk-, PfWB Schlacken-, PfWB Schlackenmehl-, PfWB Schnapp-, PfWB Schnitzen-, Schullehrer-, PfWB Stinker-, PfWB Stinkert-, PfWB Stinkzeug-, PfWB Wecksack, -säckchen; e S. voll Korn (Gras, Kohle, Geld) [Kaislt, verbr.]. De Belzenickel hot e S. fer die beese Buwe, in den sie angeblich gesteckt werden sollen [ LU-Alsh, mancherorts]. Vergleiche u. RA.: mit S. un Pack [mancherorts, Lambert Penns 129 Krämer Gal 178]; dunkel (finschder) wie imme S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; do leie (falle, hinplotze, schlofe) wie e (nasser) S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; so dick wie e ausgestoppter S. [Westrich Kalender 1957 103]. Ein Kleidungsstück is weit wie e S. [ KU-Obw/Tiefb, mancherorts], hängt an em wie e S. [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Er steht drin (im Anzug) wie im S. [ LU-Alsh, mancherorts]. Das is de reinscht S., von einem zu weiten Kleidungsstück [ ZW-Gr'bundb]. Er wehrt sich wie e Katz em S. [ KB-Bennhs, FR-Bockh]. Der strääbt (sträubt) sich mit Hänn un Fieß wie e Katz, wo in de S. soll [ KU-A'glan]. Er kaaft die (keen) Katz im S. 'Er kauft (übernimmt) etwas (nichts) unbesehen' [KL-Alsbn, verbr.]. Der hot die Katz aus em S. geloß 'Er hat seine Meinung gesagt, einen bisher unbekannten Sachverhalt kundgetan' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. In dem S. fangen hunnert Katze keen Maus, von einem löcherigen Sack [ NW-Frankeck, mancherorts Gal]. Die bringt mer in ken S., von lebhaften, tempera- [Bd. 5, Sp. 688] mentvollen, verrückten Menschen [KU-Bedb, verbr.]. Er geht (paßt) in kään S., dass. [KU-Schmittw/O, Thielen So rerre mer 106]. Mein Hoor sin in ken S. se bringe, von widerspenstigen Haaren [ RO-Alsbr]. S war grad, als wann de Deiwel sein Sack ausgeleert hätt [PfMus. 1887 87]. Der is so gelenkich wie e Sack voll Gääßeherner, von einem Ungelenkigen [ LU-Friesh, NW-Kallstdt]. Die sieht aus wie e S. voll Kochleffel (Gääßeherner), von einer Mageren [LU-Friesh, Hebel 13]. Er is gewerfelt (schlau) wie e S. voll Gääßeherner [Hebel 16, LU-Böhl]. Er is so hell uf de Platt wie e S. voll Klammere, nämlich dumm [ RO-Winnw]. Dem sei S. hott kää Borrem, von einem Unersättlichen [ RO-Odh]. Er hat Dreck im S. 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Kaislt], 'ist ein verschlagener Bursche' [ KU-Roßb]. Er hat kän Zeit im S. 'Er hat keine Zeit' [Kaislt]. Er haut in de S. 'Er verläßt seine Arbeit, gibt auf' [ HB-Kirrbg, vereinzelt]. Der steckt sein Maul net in de S. 'Er schweigt nicht still' [ KU-Schmittw/O]. Er wääß net, wie er seine S. hinke (hängen) soll 'Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll' [ KU-Kollw]. Dem han ich gesaat, wie mer de Sack hängt 'Ich habe ihn mit Worten (Schlägen) zurechtgewiesen' [ KL-Wörsb]. Mach mer kään Raach (Rauch) in de S.! 'Erzähle keine Märchen, beschwindele mich nicht!' [Kaislt Pirmas]. Er horre (hat einen) S. voll gar nix 'Er hat gar nichts' [ ZW-Gr'bundb]. Wenn eine Speise nicht ausreicht, so macht man e Quascht an de S., bildl. vom nicht gefüllten Sack mit großem Zipfel [RO-O'mosch (Eid 90)]. Ich huns im Sack un hun ne aach zugebunn 'Das Geschäft ist perfekt' [Thielen So rerre mer 106]. Wenn jemand die Tür nicht schließt, sagt man zu ihm: Gell, ehr han dehaam e Sack (Säck) vor de Dier [KB-Kriegsf, verbr.]. Er hat ne im S. 'Er hat ihn in seiner Gewalt' [KU-Hundh, verbr.]. Denn steck ich in de S. 'Dem bin ich überlegen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Der steckt den zehnmol in sei S. 'der ist ihm haushoch überlegen' [ KL-Alsbn]. Von Personen, insbes. Kindern, die nach dem Weinen bald wieder lachen, sagt man Der hat aa es Lache un es Greine (Heile) in ääm Säckelche [Pirmas, verbr., auch Auslandspfälzer]. Er lacht un heilt (kreischt) in (aus) eem Säckelche (Sack) [KU-Diedk, Kollw Thielen So rerre mer 106 Don-St. Andreas]. Bei Nichtigkeiten, nutzlosen Streitereien, sagt man: Do is der S. de Bendel net wert [Trifels 20/1928]; des esch de S. de Bennel net wert [SOPf (Heeger Nachl.)]; 's esch Sacks Binnel net wert [ BZ-Dierb, NW-Haßl Spey]; dar es (Das ist) Sacke Bennel net wert [ KU-Kaulb]; vgl. auch PfWB Sackbändel. Flüche (aus Sackerment, Sakrament umgebildet): S. Zement! [ LU-Friesh, vereinzelt]. Herrgott, S. uf am Bännel! [ PS-Saalstdt]; weitere Flüche mit S. s. PfWB Himmel [Bd. 5, Sp. 689] 3 a. SprW.: Zuveel (Allseveel, Was zuviel is) verreißt de S. [ KU-Schmittw/O, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Wann de S. voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl, verbr., auch Don Gal Buch]. E leerer S. bleibt nit stehe (steht nit, fallt um), d. h. 'Ohne Essen im Magen, kann man nichts leisten' [GH-Neubg, verbr.]. In e Quack geht soviel wie in e S., d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. De bescht S. kriet emol e Loch [ KU-Schmittw/O]. Der de S. hält, esch so gut wie der neinschitt 'Der Helfer ist ebenso beteiligt wie der Täter' [ BZ-Dierb]. Uff de S. kloppt mer, unn de Essel maant mer [PfMHk. 42/1925 177]. Liewer en S. voll Fleh hiere (hüten) wie e Mädel (Weibsbild), (wu heirade will) [ NW-Kallstdt, mancherorts, auch Gal Buch]. E Spatz em S. es besser als e Amschel en de Horebach [ WD-Niedkch]. BR.: Wann die Sunn in de S. schluppt (beim Untergehen in einer Wolke verschwindet), gibts Reen [ ZW-Gr'bundb]. Rätsel: Weller S. is am schwerschde se traan? (der Bettelsack) [ KL-Reichb]. VR.: Neujahrsspruch: Pros Neijohr, e Säckel voll Minz (Münzen) / do bin ich reich wie e Prinz [ BZ-Schweig]. Derbe Abwandlung eines Neujahsspruchs (s. PfWB Geißenhaar): Ich winsche eich e S. voll Gäßehoor un e Arsch voll Grind, / daß ehr nimmi scheiße kinnt [Thielen So rerre mer 106]. Ich wollt, ich hätt e S. voll Gold, / do dät ich awer nimmi laafe, / do dät ich mer Gail un e Schesel kaafe [PfL v. 15. 9. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Pfanne 1 a, PfWB Fuchs 2 b, PfWB Heinrich 1 a, PfWB Kristkind, PfWB Kuchen 1 b, Lauer3, PfWB Leberwurst, PfWB Müller 1, PfWB Mutter 1 a, PfWB Oberland 1, PfWB Quack 1. 16. Jh.: dem soll der muller ein sack leihen vnd das korn darein fassen [PfWeist. 682 (KB-Göllh)]. — b. 'Maß für Getreide, Mehl' [mancherorts]; Pl. wie Sg.; Angaben zur Maßrelation: ein Doppelzentner [mancherorts gesamte Pf], 8 Simmern [ LA-Mörzh]; Zs.: PfWB Anderthalbzentner-, halbmalter-, PfWB Zweizentnersack; e S. Korn [ RO-Dielkch]; drei Sack Hawwer [Krämer Gal 179]. RA.: scherzhafte Maßangabe: finfezwanzich un e S. voll [ LA-Altd]. — c. in Funktion, Form oder Material einem Sack vergleichbare Gegenstände in den Zs.: PfWB Aufwäsch-, PfWB Aufwisch-, PfWB Bast-, PfWB Plump- 3, PfWB Brief- 2, PfWB Putz-, PfWB Trompeten-, PfWB Geigen-, PfWB Dudel-, PfWB Feder-, Kindsstroh-, PfWB Klarinetten-, PfWB Netz-, PfWB Spreu-, PfWB Stroh-, PfWB Wasser-, PfWB Windsack. — 2. a. 'Tasche in Kleidungsstücken' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 a; häufig differenzierend in den Zs.: PfWB Arsch-, PfWB Pfaffen- 1, PfWB Brief- 1, PfWB Brieftaschen-, PfWB Brot- 1, PfWB Brust-, PfWB Brustlappen-, Brusttuch-, Busen-, Buxen-, PfWB Diebs-, PfWB Hamster- 1 b, Hosen-, Innen-, Joppen-, Kittel-, Kleider-, Leibels-, Neben-, Meter-, Rock-, Säckchen-, [Bd. 5, Sp. 690] Schillee-, PfWB Schnapp-, PfWB Schub-, PfWB Schurzen-, PfWB Uhren-, PfWB Wams-, PfWB Westen-, PfWB Zwerchsack, -säckel; die Hänn im S. han [ KU-Körbn, mancherorts]; vgl. PfWB Hand-im-Sack. Er fahrt in de S. 'Er fährt mit den Händen in die Hosentaschen' [ KU-Diedk]. De Kiddel franselt schun an de Säck aus [ LU-Alsh]. Der eßt aus'm S. 'Er ißt nebenbei, bei der Arbeit aus der Tasche' [ KL-Hütschhs]. Do kammer doch die Händ net in de S. stecke 'Da kann man nicht tatenlos zusehen' [ GH-Schwegh]. De Sepp hat mäi Säck gefisselt 'Der Sepp hat meine Taschen durchsucht' [ IB-Ommh]. Ob er die Bicher hot rette wolle, orre ob er sich die Säck voll Ziga stecke wollt, des waß ich net [PfRSch v. 29. 10. 1933]. RA.: e Fauscht im S. mache 'sich seine (ohnmächtige) Wut, sein Unbehagen nicht anmerken lassen' [KB-Dannfs, verbr.]. Dem esch 's Herz in de S. gefalle 'Er hat den Mut verloren' [ LA-Wollmh]. Er hot immer e Stää im S. 'Er ist ein hinterhältiger Bursche' [Thielen So rerre mer 111]. Wann ich dich anguck, geht mer 's Messer im S. uf [ KU-Kaulb]. Wenn jemand ängstlich schaut, sagt man: Ich beiß dich nit - ich hab noch e Stick Brot im S. [Spey]. Kindern, die fortwährend ihre Hände in den Hosentaschen haben, droht man: Die Fleh (Mais) im S. beißen der die Nächel (Finger) ab! [ ZW-Bechhf, KL-Hütschhs PS-O'simt]. SprW.: Rechter (Besser) e Stick Brot im S. als e Feder am Hut [Kus, Bergz (Kamm 87) Don]. VR. s. PfWB Pack 1, PfWB Messer1. a. 1545 (Abschr. 1601-1621): Kein schütz niemandts nichts abessen oder in seinen busen oder seckh fassen, dasselbig heim Zuo tragen [DirmstA-Weist.]. — b. 'Tasche für Geld, Geldbeutel' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 b; Zs.: PfWB Geldsack 1. Ich häb nor Kläängeld im S. [ BZ-Dernb]. Der dut aam (einem) 's Geld aus'm S. lockere (locken) [ KU-Kaulb]. 's Finanzamt holt de Leit de letscht Knopp aus'm S. [ ZW-Battw]. Er hat's aus seim S. bezahlt [ KU-Gumbsw]. Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das in anner Leit Säck steckt [ WD-Niedkch]. Der war a rejch, im S. war ebbes drin [Kraus Sellemols 41]. RA.: die Säck (de Sack) zuhawwe (zuhalde) 'knauserig, geizig sein' [ BZ-Albw, mancherorts]; die Hand uf de S. halle, dass. [ KU-Bedb, mancherorts]; met em Elleboo net en de S. komme 'nicht zahlen wollen oder können' [ KU-Bedb, vereinzelt]; (dief) in de S. greife (lange, steie) '(viel) bezahlen müssen' [KB-Dannfs, verbr.]; 'm Vadder uf'm S. leie 'vom Vater finanziell abhängig sein' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; in sein S. schaffe 'zu seinem Vorteil, Nutzen arbeiten' [ NW-Hardbg, mancherorts]; nore far in seine S. sarje (sorgen), dass. [ KU-Kaulb]; sich in seine S. erre (schnerre, verrechele) 'sich zu seinen Gunsten verrechnen' [KU-Bedb, verbr.]. Der liegt in sein S. 'Der lügt zu seinem Vorteil' [ BZ-Gossw]. Er is e Narr (is dumm) in sein S. 'Er [Bd. 5, Sp. 691] stellt sich dumm zu seinem wirtschaftlichen Nutzen, weiß trotz anscheinender Beschränktheit seinen Vorteil zu wahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Er hot veel im Kopp un nix im S., von einem, der große Pläne, Ansprüche, aber keine Mittel hat [ LA-Herxh]. Dem huppst 's Geld aus'm S., von einem Verschwender [ ZW-Gr'bundb]. Der kriet aach de S. net voll genug, von einem Habgierigen [Krieger 57]. SprW.: Im letschde Klääd 'Im Totenhemd' hot mer kenn S. [ NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wann mer de Guckuck zum erschde Mol heert kreische un hot Geld im S. (un mer rappelt mit'm Geld im S.), hot mer 's ganze Johr [ NW-Wachh, mancherorts]. Wann mer en Stern sieht schieße un hot Geld im S., hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. VR. s. PfWB Portmonnee, PfWB Frack 1 b, PfWB lustig 1. — 3. a. 'leichte, weite, kurze Jacke für Männer', Sack [KB-Mauchh LA-Edk (PfId. 118) Don-Gert], häufiger nur Dim.: Säckche [ KU-Schmittw/O Wolfst RO-Alsbr Bistschd Duchr Obd Odh Schweisw KL-Wörsb KB-Bennhs Kerzh Kriegsf Weihf FR-Albsh Carlsbg Laumh LU-Alsh/Gr Altr Maud NW-Meckh SP-Harths], Säcksche [KB-Rüssing FR-Maxd LU-Hochd NW-Forst Friedh Gönnh Ungst Bertram § 319, 321 Thielen 95], Säckel [LU-Fußgh NW-Elmst Mußb Wachh Bertram § 319 Schandein Bav. IV,2 276]; Zs.: PfWB Sommersack; nähere Angaben: 'kurzer geschlossener Leinenrock des Mannes' [ KL-Wörsb], 'leichtes Wams' [ SP-Harths], 'Sommerjacke' [ KB-Bennhs Kriegsf], 'der normale Kittel oder Rock' [ FR-Carlsbg Laumh], 'Arbeitsrock' [Pirmas], 'Sackrock ohne Schöße' [ KU-Schmittw/O RO-Obd]; e zeige (zeugenes) Säckche [ KB-Kriegsf]. Zieg dein Säckche aan! [ LU-Alsh]. RA.: Do weiß mer net, wie mer de S. anhänke soll 'Da weiß man nicht, wie man sich verhalten soll' [ GH-Schwegh]. Wie der Wind geht, so häng ich mein S., von einem wechselhaften Menschen [ FR-Bockh]. — b. 'blusenartiges Frauenkleidungsstück', nur Dim.: Säckche [KU-Friedhs Kaulb Reichsth RO-Gundw Odh Rehbn KL-Wörsb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Dürkh Gönnh Müller Luscht un Lewe 5], Säckel [PS-Fehrb Lembg LU-Böhl Opp NW-Frankeck Neidfs Wachh LA-Impfl Venn BZ-Billh]; Zs.: PfWB Lüstersäckchen; an mehreren Orten um 1930 als veraltet gemeldet oder nur noch von älteren Frauen getragen; nähere Angaben: 'Hängebluse' [ NW-Neidfs], 'lose Frauenjacke' [ RO-Gundw NW-Bönnh], 'gewöhnliche Bluse der Frau' [ KU-Reichsth], 'vorn zugeknöpftes, blusenartiges Frauenkleidungsstück von einfachem Zuschnitt, ohne Verzierung' [ KU-Kaulb], 'Bluse, die vorn im Rock getragen wird und hinten über den Rock hängt' [ LU-Böhl]. Fritzejakobbs Maad / Die laaft ganz fligg im Fulladichel (s. PfWB Fulardtuch), / Im blumig Säckche macht se Staat [Kühn Palz 32]. Einen VR. s. Landkummissär. — 4. a. [Bd. 5, Sp. 692] 'Hocensack bei Menschen und Tieren', Sack [verbr.], auch nur Dim. Säckelche [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Säckel 2; Zs.: PfWB Hodel-, PfWB Hoden-, PfWB Klicker- 2, PfWB Samensack. Drohung (derb): Ich trere (trete) der an (uf) de S.! [ RO-Odh, mancherorts]. — b. '(dicker, hängender) Bauch', meist von Tieren [mancherorts, Mang 79]; Zs.: PfWB Freß- 2, PfWB Hängsack. — c. 'Gebärmutter'. Se hot de S. voll 'Sie ist schwanger' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Tragsack 2. — d. 'Nachgeburt beim Schwein', Dim. Säckel [ LA-Böbing]; vgl. PfWB Kälbersack. — e. Sackartiges an Tieren oder Pflanzen in den Zs.: PfWB Bodem-, PfWB Preß-, PfWB Tränen-, PfWB Dreck- 2 b, PfWB Kehl-, PfWB Leder-, PfWB Seelsack. — 5. Schimpfwort für dicke, träge, sonderbare oder lästige Menschen, Sack [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. PfWB Säckel 3; häufiger in Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Päpper-, PfWB Papp-, PfWB Baster-, PfWB Bettel- 2, PfWB Pfaffen- 3, PfWB Pflaster-, PfWB Piep-, PfWB Plärr-, PfWB Plauder-, PfWB Plump- 1, PfWB Pott-, PfWB Pröpel-, PfWB Brumm-, PfWB Brummel-, PfWB Buttermilch-, PfWB Täumel-, PfWB Tapp-, PfWB Deisem- 2, PfWB Dick-, PfWB Dreck- 1, PfWB Trester-, PfWB Dudel- 2, PfWB Turmel-, Erbsen-, PfWB Fett-, PfWB Freß- 1, PfWB Gammer-, PfWB Geiz-, PfWB Geld- 2, PfWB Gift-, PfWB Gnaster-, PfWB Gnuster-, PfWB Grammel-, PfWB Kohlen- 2, PfWB Gold-, Grieß-, PfWB Grind-, PfWB Grundbirnen- 2, PfWB Hafer- 2, PfWB Hamster- 2, PfWB Hunger-, PfWB Knärbel-, PfWB Knick-, PfWB Knicker-, PfWB Knotter-, PfWB Knurr-, PfWB Krangel-, PfWB Lahm-, PfWB Lämpel-, PfWB Leier-, PfWB Lotter-, PfWB Lumpen- 2, PfWB Meimel-, PfWB Mist-, PfWB Nage-, PfWB Nänger-, PfWB Näsel-, PfWB Natzel-, PfWB Neid-, PfWB Nessel-, PfWB Nörgel-, PfWB Nötel-, PfWB Nulles-, PfWB Orgel-, PfWB Quack-, PfWB Quäl-, PfWB Qualster-, PfWB Quanster- 1, PfWB Quassel-, PfWB Quaster- 1-4, Rüben-, PfWB Sau-, PfWB Schlapp-, PfWB Stopf-, PfWB Stotter-, PfWB Streitsack, -säcke. — 6. FlN, amtl. Am Sack [ PS-Salzwg], Im Sack [ LU-Assh]; wohl Benennung nach sackähnlichen Vertiefungen, vgl. PfWB Pfeifen-, PfWB Knapp-, PfWB Quak-, PfWB Wassersack. — 7. vgl. PfWB Plump- 2, PfWB Blutt-, PfWB Molken-, PfWB Nachtsack. - Südhess. V 11 ff.; RhWB Rhein. VII 668 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 341.
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