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 PfWB Oster-hase (Bd. 5, Sp. 280)   PfWB Krist-kind (Bd. 4, Sp. 615)   ElsWB Christin (Bd. 1, Sp. 526a) 
  -hase m.:
1. 'Hase, der angeblich den Kindern zu Ostern Eier legt', -has [verbr., Schandein Bav. IV,2 354 Krämer Gal 158]. De O. hot geleet [ KU-Schmittw/O]. Ouschderhas', Ouschderhas'! / Lech mar en ganze Locke Eier ins Gras [Runck Gucke 16]. Oschderhaas, Oschderhaas! / Kinner, gehne frieh ins Bett! / Un die Nacht wann ihr im Schlof, / Kummt der Haas in unser Hof; / Guckt wu ihr die Neschder hett [Birmelin Penns Poems 37]. VR.: Saft, Saft, Seire / Holler in die Weire, / Holler in das grüne Gras / leet mer ach de O. [ KB-Boland]. Der, die, das / 's Hinkel is der Has. / Die Modder färbt die Eier, / die Modder leet se ins Gras. / Un die dumme Kinner meenen / 's wär de O. [ KU-Krottb, ähnl. Gal-Brotschk]. —
2.
a. 'Ostergebäck aus Kuchenteig (häufig in Form eines Hasen, aber auch in anderen Formen, z. B. Hörnchen), das Paten und nahe Verwandte den Kindern schenken' [verbr. VPf mancherorts NPf SPf vereinzelt WPf]; um 1930 an vielen Orten schon als veraltet gemeldet; vgl. Bertram in: WestmAbhandl. 5/1941-42 280 ff. —
b. 'Hase aus Schokolade oder Zuckerzeug, der in der Osterzeit verkauft wird', neu [verbr.]. —
3.
a. 'Ostergeschenk(e)' [verbr.]; vgl. PfWB Kristkind 3; de O. hole 'die Ostergeschenke beim Paten abholen' [ PS-Hintwdth, mancherorts]. Haschde mer a e O. mitgebrung? [ KL-Matzb]. —
b. 'Geschenke, die die Klapperbuben zum Abschluß der Kartage einsammeln' [ PS-Fehrb]. —
4. Dim. Oschderhäs'che 'schwächliches, aber munteres Kind' [ ZW-Battw]. — Südhess. IV 1114; RhWB Rhein. VI 434/ 35; Lothr. 396.

 

   Krist-kind ( Christ-) n.:
1. 'Jesuskind'; 's Kreschkinnche schockele (wiegen) gihn 'in die (katholische) Christmette gehen' [ KU-Kaulb], 's Krischtkinnche ... [ RO-Dielkch KL-Reichb]. BR.: Wann 's Kreschkinnel werd gebore, hat die Rieb de Gschmack verlore [LA-Nd'hochstdt, KU-Ulm verbr. NPf PS-Rodalb (Wilde 217)]. —
2. Gestalt aus dem Weihnachtsbrauchtum, die die Festgaben bringt, Krisch(t)kinnche (seltener -kindche) [mittl. WPf NPf östl. der Alsenz FR], Kreschkinnche (seltener Krescht-) [NWPf ungefähr von der Linie KU-Hundh — KL-Siegb bis zur Alsenz, außerdem KU-Herschw/Petth KB-Bubh Ballw KL-Hütschhs Stelzbg PS-Geisbg], Krisch(t)kinnel [VPf (außer FR u. Raum Land) — Bergz], Kreschkinnel u. -kindel (selten Krescht-) [Raum Land — Bergz (etwa innerhalb der Begrenzungslinie LA-Venn — GH-Zeisk — BZ-Dierb — PS-Bruchw — LA-Venn) außerdem FR-Maxd GH-Leimh]; selten belegte Formen: Krisch(t)kind (mancherorts neben Krischtkinnche, -kinnel) [ KU-Brück ZW-Bottb KL-Bann Reichb PS-Schmalbg KB-Kriegsf GH-Schwegh]; Kreschkind [ PS-Schmalbg], Krischkennche [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)], Kresch- [ WD-Niedkch Marth], Kreschkennel [ PS-Bruchw BZ-Rinnth], Krisch-, Kreschkinge [ RO-Rehborn]. Bei Abendröte in der Zeit vor Weihnachten sagt man den kleinen Kindern: 's Krischtkindche backt [ KU-Bedb Kaulb KL-Reichb], 's Kreschkinnel backt Lebkuche [LA-Roschb, verbr., auch Gal], backt Zuckerdings [Zweibr ZW-Hornb], backt Zuckerbrot [ BZ-Annw], backt Guts [ KU-Diedk]. Vor Weihnachten ermahnt man die kleinen Kinder: 's Krischkinnel sieht's, 's guckt zum Fenschder rein! [ LU-Friesh, KL-Reichb]. Kinder sollen nicht durch das Schlüsselloch schauen, wenn der Christbaum im Nebenzimmer geschmückt wird: sunscht blost der 's Krischtkind d' Aage aus! [Croissant 67]. Das K. geht, vom Pelznickel (s. K. 32) begleitet, am Christabend, mancherorts an mehreren Abenden der Vorweihnachtszeit,

[Bd. 4, Sp. 616]
von Haus zu Haus, um Geschenke zu bringen, aber auch um selbst Gaben zu empfangen; vgl. die Ausführungen bei Pelznickel 1. Der KR. bei ausleeren erhält mancherorts den Zusatz: Haai un Hawwer frißt er net, Zockerbackes (Zuckerbrot) kriecht er net [ RO-Als, Obd KU-Hefw Krottb KL-Wörsb PS-Geisbg BZ-Annw Stein LA-Birkw]. Var.: Krischtkinnel, kumm in unser Haus, leer dein goldig Säckel aus, stell dein Esel uf die Trepp, daß ich'm Heu un Hawwer gebb [ FR-Maxd]; mit dem Zusatz: Hää un Hawwere soll er fresse un mein Kreschtkinnel 'Weihnachtsgeschenk' nit vergesse [ BZ-Gossw]. Krischtkinnel, kumm in unser Haus, leer dei goldisch Kerwel (auch: Säckel) aus, stell de Krischtbaam uf de Disch, daß mar sischt, daß Weihnacht is [ LU-Altr]. Krischtkindche zart, ich han schun lang uf dich gewart; du sollscht mer Äppl un Niß beschere, ich will mei Vatter un Motter ehre [ Don-Tscherwk, GH-Kuhdt]. Kristkinnel, kumm, mach mich frumm, daß ich in de Himmel kumm [ GH-Schwegh, Hatzbühl Gal-Dornf Gelsd]; in LA-Gommh mit dem Zusatz: schmeiß mer Äppl un Beere rein, ich will e brav Kinnel sein. Nach der Bescherung fragt man das Kind: War 's Krischkinnel brav? 'Hat das Christkind dich reich beschenkt? [ LU-Neuhf]. Von Kindern, die in den Weihnachtstagen geboren wurden, sagt man: Dich hat s Krischtkinnche brung [Kaislt, verbr.]. —
3. 'Weihnachtsgeschenk' (für Kinder meist Zuckerwerk und Spielsachen, für Erwachsene Kleidungsstücke), Formen des Bestimmungswortes wie oben 2; oft im Pl. -kinner [verbr. WPf NPf nördl. VPf], -kinnelcher [ FR-Maxd LU-Opp BZ-Annw], -kinnle [ SP-Berghs]; Krischkinncher mache 'Geschenke für das Weihnachtsfest vorbereiten [ KU-Bedb]. Gehschde Krischkinncher kaafe? [ KB-Bennhs]. Ich hab e schä Krischtkindche kriet [ ZW-L'wied]. Weis emol dein Krischtkinnel! [ BZ-Annw]. Mein Got hot mer a schien Kreschkinge gäb [ RO-Rehborn]. Am erschde Feierdag werd bei Verwandte 's Krischkinnel gholt [ LU-Alsh]. a. 1759: Daß das Christkindgengeben und alle dergleichen Nürnberger Waren zu ver- und erkauffen durchaus verbotten sey [NPfGV 1912, S. 86]. —
4. 'kleine, zimperliche, einfältige Person', meist von Frauen und Mädchen, selten vom männlichen Geschlecht [verbr.]; vgl. PfWB Tappes 1 a; e rot Krischkinnche 'rothaariges Mädchen' [ KU-Kaulb]; e alt K. 'alte Jungfer' [ KU-Diedk]; doherkumme wie e alt Kreschkinnel, von einer altmodisch gekleideten Frau [ LA-Birkw, KU-Diedk Herschw/Petth RO-Bistschd KL-Wörsb KB-Bennhs FR-Eppst LU-Opp LA-Maik Roschb BZ-Rinnth]; 'auffallend, nach neuer Mode gekleidete Person', Kreschkinnche [ KU-Körbn], Krischtkinnel [ NW-Neidfs]; 'Person mit verschrobenen Ansichten', Krischkinnche [ KU-Bedb Gal-Dornf]. Du bischt noch än Krischkinnel!

[Bd. 4, Sp. 617]
[ LU-Alsh]. —
5.
a. 'Marienkäfer', Krischkinnel [ PS-Bruchw]. Syn. s. Herrgott(s)käfer, K. 196. —
b. ein kleiner roter Käfer, 's Krischkinnche [ KU-Diedk], auch 'm liewe Gott sei Geld genannt. — Südhess. III 1846; RhWB Rhein. IV 1532/33; Lothr. 314; ElsWB Els. I 449.

 

  Christin [Kretin Hlkr. Mittelhsn. W.] weibl. Vorname: Christine. Demin. Christinle, Chrischingele, Tinl, Christinle bedeutet auch Wurm in Kirschen u. s. w. (Kinderspr. Obbruck). Krischengele [Kreealə Ruf.] n. wunderliches, zaghaftes Weib (Wortspiel mit krischeⁿ schreien?) Gelegentlich wird auch ein alter Junggeselle so genannt.