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 PfWB Öhr (Bd. 5, Sp. 242)   PfWB Karst-öhr (Bd. 4, Sp. 79)   RhWB krustig (Bd. 4, Sp. 1619) 
   Öhr n.:
1. 'Loch in der Nadel zum Durchziehen des Fadens', Ehrr, ēÄ) [mancherorts, Christmann Kaulb 21 Mang 124 Müller Dietschw 26 Beam Penns 27 Krämer Gal 158]; Zs.: PfWB Nadelöhr. —
2. 'Ring am Stiel des Dreschflegels, durch den der Befestigungsriemen des Schlagkolbens führt' [ FR-Tiefth LU-Altr NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Öse 1c; Zs.: PfWB Flegelsöhr. —
3. 'Loch an Geräten (Axt, Beil, Hammer, Hacke, Karst, Gabel), in dem der Stiel befestigt wird' [verbr.]; Zs.: Axt-, Beil-, Gabel-, Hacken-, Hammer-, Hauen-, PfWB Karstöhr. An meiner Hau is 's Ehr versprung [ KL-Matzb]. a. 1425: von urlin (Dim.) von hacken [LeinArch. (Löhne)]. —
4. 'die zu einem Haken gehörige Öse (zum Verschließen von Frauenkleidern)' [mancherorts]; vgl. PfWB Mutter 4b, PfWB Öse 1b, PfWB Ring, PfWB Schlinke, PfWB Weibchen. — Südhess. IV 1079; RhWB Rhein. VI 383.

 

 Karst-öhr s. PfWB Karst(en)öhr;

 

 krustig Allg., der Vokal wie bei Kruste [kōiχ Grevbr-Ökoven, MGladb-Rheydt; mit Umlaut da, wo auch Kruste diesen aufweist, ausserdem kȳətĭχ Ahrw-Walporzh, Jül-Hasselsw] Adj.: 1.a. eine harte Kruste habend, vom Brot; ausgetrocknet, von der Anschnittfläche Nahe, Ottw-Heinitz, Saarbr-Lauterb, Goar-Trechtinghsn, Wittl-Greimerath, Ahrw-Walporzh, Sieg-Ägid, Jül-Hasselsw, Klev-Wissel; -ūt- entlang der Brotkruste einen Teigstreifen aufweisend Bitb-Mettend; s. auch loskr.b. hart, rauh, aufgesprungen, schwer zu bebauen,

[Bd. 4, Sp. 1620]
vom Ackerboden; k.ə Bodem; et es emol k. uəweniwer em Gort (Garten); et friert, dat de Erd k. geft Saar, Allg. — c. mit einer Kruste überzogen, bei Wunden, Ausschlag Saarbr-Püttl, Daun-Neroth, Köln-Brühl; e k. Gesicht mit Ausschlag Kreuzn-Langenlonsh; k. Aue Augen mit anhaftendem vertrocknetem Schleim Bernk-Rhaunen. — d. mit einer Schmutzkruste überzogen, schmutzig Kreuzn-Langenlonsh, Trier-Mehring, Bitb-Cruchten, Wittl-Meerf (-ē-), Koch-Moselkern, May-Hatzenport. — 2. übertr. a. geizig, hartherzig; e k.ə Kerl; der es esu k., der fresst nach seine ägene Dreck Simm-Corw Dorw Laufersw, Saarbg-NLeuken Wellen, Trier-Ld, Bitb, Daun-Darschd (-oud-) Strohn Mehren, Bernk (Mos), Zell (Mos), Goar-Macken, Koch, Kobl-Dieblich, May-Einig Hatzenport Kehrig Kollig Löf Metternich Polch [in den Geb., wo Kruste kōt, –ǫ- lautet, lautet das Adj. in dieser Bed. meist kūdiχ]. — b. -ut- unfreundlich Malm-Amel.