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 PfWB Obst (Bd. 5, Sp. 207)   PfWB Kelter-obst (Bd. 4, Sp. 172) 
   Obst n.: wie schd., Obs (ōbs) [mancherorts mittl. WPf NWPf NPf VPf vereinzelt übrige Pf, Christmann Kaulb 17, 50, 80 Heeger Südostpf. 14 Müller Dietschw 53 Wilde 286 PfId. 102 Lambert Penns 115], Oubs (ǫubs) [mancherorts mittl. u. südl. VPf, Bertram § 97, 229 Heeger Südostpf. 14 Wilde 286], Obscht (ōbd, obd, ǫbd) [RO-Rehborn KL-Reichb PS-Gersb vereinzelt VPf, Mang 104, 143 Höh 75 Schneckenburger 47 Lambert Penns 115 Don-Tscherwk Krämer Gal 157], Oubscht (ǫubd) [NW-Ruppbg LA-Böbing GH-Sondh Höh 75], Obst (ōbsd) [mancherorts mittl. VPf KU-Brück KL-Weilb PS-Geisbg Schmalbg BZ-Albw], (obsd, ǫbsd) [mancherorts, Bertram § 97 Lambert Penns 115], Oubst [mancherorts SOPf, Bertram § 97], Ubst (ūbsd) [ RO-Rehborn]; ohne Pl.; Zs.: PfWB Brech-, PfWB Dörr-, PfWB Edel-, PfWB Fall-, PfWB Feg-, PfWB Früh-, PfWB Kelter-, PfWB Kern-, PfWB Lager-, PfWB Misch-, Schüttel-, PfWB Spalier-, PfWB Spät-, PfWB Stein-, PfWB Straßen-, PfWB Wildobst; O. breche [ KB-Albish, mancherorts]; O. abmache [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; O. därre [ KB-Kriegsf, mancherorts]; eingemacht O. 'eingekochtes O.' [ LU-Friesh]. 's O. esch zeirich (zeitig) [ BZ-Dernb]. Das Johr kann's veel O. gewwe, die Bääm sihn gut aus [ KU-Schmittw/O]. Gerichte, zu denen O. gegessen wird: Weckknepp mit O., Grumbeerepannekuche mit O., Grieskleeß mit O., Dampnurrle mit O. [ RO-Obd]. RA., wenn der Frost die Blüten vernichtet hat: 's O. is for deßjohr geß [ KU-Schmittw/O]. BR.: Irres (Ist es) an Mariä schön un hell, gibt's veel O. uf alle Fäll [ KU-Nerzw, LU-Alsh]. Märzeschnee dut O. un Weinstock weh [ KB-Harxh]. Kummt Newwel

[Bd. 5, Sp. 208]
wann die Bääm blihn, so werscht du net viel O. erziehn [ LU-Alsh]. Es gebt ken O. wann's in die Bliet wedderleecht (wetterleuchtet) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1087]. Wann viel Eis is zwische Grischdag un Neijohr, gebt's viel O. [ebd. Nr. 1155]. Wann die Beem blihe in de dunkle Nachte (bei Neumond) gebt's ken O. [ebd. Nr. 1085]. Volksmed.: Vun unzeirich O. kriet mer die Ruhr [ KL-Reichb]. a. 1530: wyßkrut, ruben, rettich, zwybel, morreln vnd der glychen muß vnd obs [GgHospR]. a. 1537: es syhen velden, haiwwachs, Obs vnd was daruff wechst vnd aller nützung [ZweibrUrkb. 114]. um 1580: Item wann ein Mann, Frau, Knecht, Mägt oder Kinder, betretten würde, der dem andern sein Obs bey tag oder nacht abbreche, schütte, oder schläge [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 16. Jh.: Ist des glöckners belohnung deß obs, so inn der gemeinen wegen wächßt [PfWeist. 669 (LA-Gleisw)]. a. 1745: Es soll auch keiner dem andern auff sein eigenguth im feldt obs weder lesen noch schüttlen [PfWeist. 716 (ZW-Gr'bundb)]. — F.: Die Verbreitung der Formen läßt keine klare räumliche Gliederung erkennen. Offensichtlich ist Obs, wie auch die historischen Belege zeigen, altmundartlich und direkt aus mhd. obez herleitbar. Jünger (jedoch nach Ausweis der auslandspfälzischen Belege nicht sehr jung) scheinen dagegen die dem nhd. Obst vergleichbaren Formen Obscht, Obst zu sein. — Südhess. IV 1050/51; RhWB Rhein. VI 325/26; LothWB Lothr. 390; ElsWB Els. I 10.

 

  Kelter-obst n.: 'Obst, das sich zum Keltern eignet', Kelderobscht, -obs [KU-Diedk LA-Im-

[Bd. 4, Sp. 173]

pfling, mancherorts]. Südhess. III 1254. —