ob Konj.: 1. als Einleitung von indirekten Fragesätzen und Sätzen, die Ungewißheit oder Zweifel ausdrücken, ob [mancherorts, Müller Dietschw 53], eb [verbr., Lambert Penns 46 Krämer Gal 157]; s. F.; Ich will siehe, eb er [Bd. 5, Sp. 190] kommt [ HB-Nd'bexb]. Ich will emol frooche, eb mer des derfe [ BZ-Dierb]. Mer wees net, wem mer draue kann! / Un eb mer uns die Waahret secht [Birmelin Penns Gezw. 31]. a. 1335: oder eb sie nûth schirmen sllen [Vergleich zwischen Walram v. Zweibr u. d. Graf v. Zweibr-Bitsch]. a. 1360: vnd fragte der vorgenante herre Alhelm denselben schulteissen vnd hubner, abe in kentlich were, das ... [PfWeist. 421 (FR-Eppst)]. — 2. 'wenn, im Falle daß'. a. 1293: also, ebe der herre da von niht lassen wollte [SpeyUrk. 134/35]. a. 1293: eb er das niht dête [SpeyUrk. 134]. a. 1338: wonen vnde bliben, die wil sie lebet, ob sie wil [OttbgUrkb. 403]. — 3. bei Vergleichen in der Verbindung mit als2 [vereinzelt]; häufiger (und wohl altmundartlicher) hierfür: wie wann, als wann, als wie (s. PfWB wie). Sie han immer so geduu, als eb se'n net kenne däde [ KL-Schallodb]. Er is gelaaf, als ob de Deiwel hinnerm her gewest wär [ KL-Ottb]. — 4.a. als Bestätigung in Verbindung mit und. Un ob! [verbr.]. Hoschde des gelese? - Un ob ich des gelese han! [Kaislt]. — b. als Einleitung von Befehlen. Ob de gleich gehscht! 'Mach, daß du gehst!' [Schandein Sprachsch. 84]. Eb de hergehscht!, Zuruf an den Hund zu kommen [ BZ-Gossw]. — F.: Wie die historischen und die auslandspfälzischen Belege zeigen, ist die Form eb, die ohne erkennbare räumliche Trennung neben der seltener gemeldeten Form ob bezeugt ist, in der Mundart seit alters verwurzelt und auf mhd. eb, ebe, öbe ( Lexer Lexer II 127/28), eine Nebenform zu obe, rückführbar. Vor anlautendem Vokal des folgenden Wortes wird b häufig zu w, z. B. ewwer 'ob er' [Müller Dietschw 27], ewwich 'ob ich' [ BZ-Dierb]. In Verbindung mit du findet sich mancherorts Einschub von s, sch: ebsde 'ob du' [vereinzelt], ebschde [Schandein Bav. IV,2 242], in Verbindung mit ihr, n-Einschub': ob-, ebner 'ob ihr' [mancherorts]. — Südhess. IV 1036; RhWB Rhein. VI 314; LothWB Lothr. 117; ElsWB Els. I 6. | | PfWB LothWB RhWB eb [èp Liebsd. Hi. Su. Ruf. Dü. Brum. Z. Hf. wo auch èw oder òw vor Vokal, êw Wh.; è, æn M.] Conjunktion der abhängigen Frage: ob. Lueg eb si kummeⁿ Su. Lützelstn. [Eχ wæis net èw i kén sèl ètər nit Hf. Èp tə wet àtər net ob du willst oder nicht Dü. I wèis net æn ər (è sə) s kəmàχt hèt M.] Eindringlich auffordernd ohne das regierende Verbum: [èp tə kliχ hárə ké komm sogleich her! Hf.] ‘Ich weiss nit eb mi Geld wird lànge’ Lustig I 216. ‘Luoge umbe dich ebbe die bebbeste .. ut me sorge hant gehebet’ Merswin 20. — Schweiz. 1, 53. Lexer Lexer 2, 127. Lexer 3, 333{!D2, 127}. DWB DWB. 7, 1050. Schwäb. 163. Aus ahd. ibu, vgl. engl. if. | | PfWB ElsWB LothWB ob I Conjunct.: 1. Rhfrk op [Wend-Dörrenb ęp, hier auch ęs, ęsər ob er (< dass)], das auch WMosfrk die Saar entlang bis Trier w. Mos u. Bitb (NWeis Ehlenz) geht; sonst Mosfrk of, ǫf [ęf Koch-Urschmitt; ip u. int Wittl-Steinborn; ōăr in der Doppelfrage, bei folgendem ōădər Bitb-Rittersd]; Siegld op [nw. øf, Eiserf u. südl. ōăr]; Rip ǫf u. :f (uSieg, LRip auch ǫvf, ǫuf, f) [ęf Monsch-Witzerath]; Berg ǫf [f älter in Lennep, Elbf]; SNfrk, Klevld ǫf [af Dinsl, Geld-Leuth, Kemp-Dülken, Mörs-Friemersh Neuk; ęf Heinsb-Dremmen, Kemp-Amern]; ob du (də) > obstə, ǫfstə. a. vor Fragesätzen, wie nhd.; ech wollt mol frogen, off du (ofste) net metgings Prüm, Allg.; äff eich ka ku, dat wäss ich noch net Koch-Urschmitt, Allg.; offe (ob er) wahl küt? (also ohne Bestimmungssatz); on off ech dat well, on off dat schün es! freilich Rip, Allg.; offste dat so dehs off (oder) so, dat es ganz egal (Doppelfrage) MGladb, Allg.; et as änerlei, off (oăr) heă matgeht oader dau Bitb-Rittersd; off't de Ruppen freten or de Kewerten, es glik Elbf; off du wahl gehs! strenge Aufforderung Rip. — Zuweilen ohne Fragesatz, der in Gedanken ergänzt wird; on off! freilich (will ich, ist es schön) Rip, Allg.; Her Lährer, ob ich emal darf ich zum Hofe gehen, vom Schulkinde gesagt Neuss. — b. wenn, in der Formel: Off Gott wellt Eup, Allg. u. in der Verb. als off (doch mehr als (wie) wann) Allg. — c. wenn auch, obschon, trotzdem; off mer dat all sät (sagt), et ös nüs dran ze ändere (u. ä.) trotz all des Geredes, aller Einwendungen, sehr geläufige Formel der Einschränkung Rip, Nfrk; off me't sät, et ös doch de lat (zu spät) Nfrk; off he sich schott so sehr er sich schüttelte, schauderte Kemp-Süchteln; off er et sät udder off mer at schweg (schweigt), se donnt doch, wat se welle Bergh-Hüchelhv; off ech och Geld genog hatt, et wor mer doch ze dür Sieg-Ägid (u. so Rip in allen concess. Sätzen). — 2. ǫp zeitl. bevor, ehe Saarbr (Sulzb auch ęp), Wend-Stdt 1830; ōp Simm; ōw Kreuzn-Hahnenb; meist ēp (eine Mischung zwischen ob u. eh) Kreuzn, Birkf, Wend, Ottw; ēf Saarl-Hüttersd; ef Ottw-Eppelborn, Saarl; noch ob zwei Da vergehn; un ob et Middag werd. |
| | | Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | eb LothWB ·ob PfWB ·ob DWB ·ob I RhWB | | Automatisch erzeugte Querverweise | | | obe Lexer ·OBE BMZ |
| | | Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | eb ElsWB ·eb LothWB ·ob PfWB | | Automatisch erzeugte Querverweise | | | ob DWB ·obe Lexer ·OBE BMZ |
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