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 PfWB Nirst (Bd. 5, Sp. 157)   PfWB Nürs(t) (Bd. 5, Sp. 179)   PfWB Narte (Bd. 5, Sp. 74) 
  Nirst s. PfWB Nürst.

 

   Nürs(t), Ürstm., f., n.:
1. 'hölzerne Wurfschaufel (aus einem Stück) für Getreide, Kartoffeln, Obst, Malz', s. Abb. 69, Nihrscht (nrd) [verbr. nördl. VPf RO-Callb Gal-Hohenbach], Nihrsch (nīr) [ NW-Ellstdt Herxh], Ihrscht (īrd) [verbr. östl. Teil der NPf Kleeberger 124 Gal-Bolech Brig Josbg Neudorf], Ihrsch [ KL-H'spey], Ehrscht (rd) [verbr. mittl. u. westl. NPf NWPf Kr. KL PfId. 42 NPfGV 2. 2. 1926 Feierowend 38/1959 Kühn Hamet 105]; Pl. wie Sg. [ KU-Bedb Obw/T KL-N'hemsb]; zur Verbr. in der Pf. s. K. 305; Zs.: Grundbirn(en)nürst; Syn.: PfWB Bolle 2, PfWB Grundbirnengreife, -schaufel, -schöpfer, -schüppe, PfWB Holzschaufel, -schüppe, PfWB Schaufel, PfWB Schöpfer, PfWB Schüppe, PfWB Wurfschaufel, -schüppe, PfWB Wurf. RA.: Wer Unnötiges einkauft, dut met em Ehrscht ufscheppe [ PS-Geisbg]. Er hot de Brei merrem E. kriet, von einem Menschen mit großem Mund [ KL-Weilb]. Mer määnt, sein Modder hätt en mit em E. gefiddert, dass. [ RO-Alsbr]. a. 1521: 3 niersch uff die spicher [GgHospR]. a. 1539: vndt dieselbe frucht, die soll mann schön machen mit dem besem vndt nierst [PfWeist. 127 (RO-Bistschd)]. a. 1596: 2 Niersch [WerschwSchR Bl. 609r]. a. 1658: 12 Mltr. Korn, mit dem Nierst und Beßem schön gemacht ... sollen die Herren haben [SSp, Weistum der Hüberschaft zu Schönborn]. a. 1748: Ein Nerst [Kurpf. 973-76 (FR-Flomh)]. a. 1763: 1 erst [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. a. 1767: ein Erst und Säge [ebd. 940-42 (KU-Einöll)]. a. 1773: 1 Nierst [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. a. 1787: 1 Nierst [ebd. 940-42 (KU-Einöll)]. —
2. 'hölzerne

[Bd. 5, Sp. 180]
Handschaufel zum Ausschöpfen des Wassers aus dem Nachen', der/die Nihrscht [ LU-Altr Opp], der Nihrsch [Frankth], der Ihrscht u. Ihrsch [ GH-Leimh], Ihrsch [ GH-Leimh]; vgl. PfWB Schöpfer, Schöpfkübelchen. a. 1480: also ver (sofern) er dasz waszer gewerffen magk, mit dem nürsch, sol man yne vngehindert laszen [HagbWeist. 3]. —
3. 'schaufelartiges Gerät zum Schöpfen der Jauche'. Mit 'm Nihrscht hun ichs Puhlloch ausgeläppert [Krämer Gal 156]. —
4. 'Kartoffelgabel', Ihrscht [ KB-Morschh]. — Überwiegend Gen. m.; Gen. f.: Nihrscht [ FR-Bockh Hettldh NW-Kallstdt Leistdt], Nihrsch [ NW-Ellstdt], Ihrscht: [ KL-Fischb KB-Gauh Weihf NW-Bobh Gönnh]; Gen. n.: Erscht KU-Sand NW-Esth. — Vgl. E. Christmann in: Teuth. 5/1929 199 ff.; Lexer Lexer II 102 norsch, nursch. — Südhess. IV 1025 Nürsch; RhWB Rhein. II 170 Ersch, IX 81 Üse, IX 1384 zu Öse; DWB DWb. VII 1008/09.

 

   Narte f., Narter f., m., Nart(en) m.:
1. 'hölzerne Mulde, Trog', im bes. 'kleine hölzerne Mulde, in der der Metzger Wurst und Fleisch zur Kundschaft trägt', der Naarde [KU-Kaulb RO-Bistschd Schiersf KB-Eisbg Otth FR-A'lein LU-Opp NW-Geinsh Haßl Meckh SP-Heiligst Spey LA-Burrw Edh Queichh GH-Neubg Gal-Josbg Hohenbach Krämer Gal 155], Nade [verbr. VPf NPf MPf], der Nare [ RO-Rehborn], der Nat, Pl. die Nade [ KB-Kriegsf NW-Kallstdt], Aarde, Ade [mancherorts ges. Pf, Heeger Südostpf. 14 Heeger Tiere II 10], der Nader [ KL-Weilb FR-Bissh Dirmst], der Ader [ KU-Hundh IB-Bierb Zweibr PS-Geisbg Pirmas], der Äder [ KU-Hachb]; Zs.: Fleisch-, Teig-, Sau-, Wurstnarte(n). a. 1504: 2 Narden oder Mielterlin, darin man Erden trägt [J. Walter Geschichte von Minfeld und Freckenfeld, 1905, S. 15]. a. 1521: ein narten zu machen [GgHospR]. —
2.
a. α. 'Fleischbrett', Narde [RO-O'mosch (Eid 87)]. —
β. 'Brett mit leicht erhöhtem Rand, auf das der Metzger die fertigen Würste legt', der Nader [ NW-Wachh]. —
b. 'flaches hölzernes Gefäß zum Formen des Butterlaibs', de Nade [KB-Biedh, mancherorts NPf], die Nade [ PS-H'einöd]; Zs.: Butter-, PfWB Käsenarten. —
3. 'hölzerner Küchenteller', Arde [IB-Blieskst (PfId. 13)], Narde [ebd. 99]; Zs.: PfWB Suppennarten. —
4. 'Stoßtrog aus Holz oder Stein, in dem die Rüben für das Vieh zerkleinert werden', Narden [ LA-Arzh], Aarde [ LA-Venn]; Zs.: Stoßnarte. — Mhd. narte 'Trog, Mulde' ( Lexer Lexer II 36). Aarde mit Subtraktion des anlautenden n wie in PfWB Nachen, PfWB Nürst. — Südhess. IV 922/23; RhWB Rhein. VI 85; ElsWB Els. I 781; DWB DWb. VII 392.