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 PfWB nippen (Bd. 5, Sp. 157)   PfWB nuckeln (Bd. 5, Sp. 170)   PfWB rauchen (Bd. 5, Sp. 403) 
   nippen schw.:
1. 'langsam, in kleinen Schlücken, mit Genuß trinken', nippe [KB-Kriegsf, mancherorts, Höh 124], neppe [ ZW-L'wied PS-Fehrb]; enner n. 'einen trinken' [mancherorts]; Syn. s. PfWB trinken 1a. —
2. '(von einer Speise) etwas essen, versuchen'; Syn. s. PfWB essen. Es hat net noore dra(n) genibbt, es dut ne (den Apfel) ganz ve(r)butze [Kaislt (Fuhrmann 6)]. — Südhess. IV 996; RhWB Rhein. VI 218.

 

   nuckeln schw.:
1.
a. 'saugen', vom Kleinkind,

[Bd. 5, Sp. 171]
nuck(e)le [NWPf (Thielen 78) IB-Ensh (Glass 71) NW-Forst BZ-Gleisz/Gleishb GH-Hagb]; vgl. PfWB Nuckel. —
b. 'trinken' [ HB-Lu'thal LA-Venn]; vgl. PfWB nippen 1. Kumm, mer nucklen ään! [ LA-Venn]. —
2. 'kurz schlafen, nicken', nuckle [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Nuckelchen, PfWB nicken; Zs.: PfWB einnuckeln. — Südhess. IV 1016; RhWB Rhein. VI 263.

 

   rauchen schw.:
1.
a. intrans. α. 'Rauch ausstoßen, sich Rauch entwickeln', raache (rāxə, rxə), rääche (rχə), raaiche (rāiχə), rääiche (riχə) [Verbr. des Stammvokals wie PfWB Rauch, PfId. 111 Christmann Kaulb 73 Mang 133 Schneckenburger 31, 52 Heeger Südostpf. 13 Krämer Gal 172], rääsche (rə) [mancherorts mittl. VPf (Bertram § 216)]. SprW.: Vum Rewach raacht de Schanschde (Schornstein) [ LU-Böhl]. Vun eppes muß de Schornschde rache [ KB-Bischh]. Wo's raacht, brennt's aach 'An jedem Gerücht ist etwas Wahres' [Krieger 33]. a. 1573: vnd als dick das feuer raucht, so ist der apt die buß schuldig [PfWeist. 279 (KB-Dreis)]. 16. Jh.: Wilcher man oder frauwe sitzt in dissem geriecht und wohnt und sin huß raucht [ebd. 469 (KU-Eßw)]. —
β. 'rußen'. Die Lamp raacht [ NW-Frankeck Kallstdt]; vgl. PfWB blaken. —
γ. Zs.: PfWB verrauchen 3. —
b. trans. α. 'Rauch (des brennenden Tabaks aus der Pfeife, Zigarette usw.) einatmen und ausstoßen'; Zs.: PfWB an- 1, PfWB verrauchen 1; Duwak (Peif, Zigarr) r. [RO-Lettw, verbr.]; Mittel gegen Zahnschmerzen: raache [ KU-W'mohr]. Er raacht wie e Schornschde [ZW-Battw Hebel 18], wie wann e armer Mann backt [ebd. 18, KU-Ulm, mancherorts, Hebel 18], wie wann e armer Bäcker backt (mit grünem Holz, Tannen- und Kiefernreisern, die viel Rauch entwickeln) [Kleeberger 97, Zweibr Krieger 32]. Der hot sich die Schwinnsucht an de Hals geraacht [ LU-Opp]. Trostspruch eines starken Rauchers: Aß ich raach, aß ich huscht, aß ich nit raach, aß ich doch huscht; warum soll ich nit raache? [ NW-Hardbg]. Liewer nix esse als nit raache [Wilde 238]; weitere Var. s. ebd. 238 ff. 's Raache schmackt em nimmi (ein Anzeichen schwerer Krankheit) [Wilde 238]. 's Raache hot en mitgenumme [Lu'haf], unner die Erd gebrocht [ LU-Neuhf]. Abschlägig zu einem kleinen Jungen, der gern rauchen möchte: Raach de Katz ehrn Schwanz! [LU-Ruchh, verbr., Feierowend 20/ 1949 7]; Var. s. PfWB Tabak 1 b, PfWB Eltern1. Scherzh. zu kleinen Kindern von aufsteigendem Dunst oder Nebelwolken im Wald: Die Hase raachen

[Bd. 5, Sp. 404]
[ RO-Hochst, mancherorts]. Er trinkt net, er raacht net un laaft de Herd net noo, abwertend, von einem Einzelgänger [ FR-Saush]; Var. s. PfWB trinken 1 a, PfWB leben 2. RA.: Er raacht kän Gure 'Er ist grob, rücksichtslos, streng', von Lehrern, die mit Prügeln strafen [NW-Elmst, KU-Kaulb Kreimb Schmittw/O KL-Reichb Kleeberger 97 Wilde 238], 'schlecht aufgelegt' [Otterstetter 260 Krieger 44 KU-Schmittw/O]. SprW.: 's Raache is e jungr Stolz un e aldi Gewohnheit [ Don-Gottlob]. Neckbrauch: durch d' Ohre rääche. Der Neugierige muß sich hinter den Raucher stellen und ihm die Augen zuhalten, damit der Rauch durch die Ohren entweichen kann. Im geeigneten Augenblick werden ihm mit der Zigarette die Finger verbrannt [ GH-Zeisk]. Einen VR. s. PfWB Straßburg. —
β. = PfWB räuchern 1, rauche [IB-Eschring GH-Neubg], raache [verbr. WPf mittl. VPf mancherorts nördl. VPf äußerster S der VPf], raasche [ RO-Imsw], rääche [verbr. Umg. Land], rääsche [ BZ-Queichhmb]; zur Verbr. s. K. 313; vgl. PfWB schwarzgeraucht; Abl.: PfWB berauchen; 's Flääsch raache; geraacht Flääsch [ KL-Weilb]; geraachdi Worscht [ LU-Altr]. Ein Mittagessen: Supp, Gemies un geräächt Flääsch [ PS-Erfw]. In d'r ow're Schtub e Schtang voll Werscht, / Im Schornschte geraachte Schinke [Claus 27]. —
2.
a. 's Peifche raache 'wiederkäuen' [ KU-Reichsth KB-Gauh]. —
b. 's raacht 'Es kostet Mühe' [PfId. 110]. —
c. 's räächt 'Es spukt' [ LA-Venn]. —
d. in der Wend. Er raacht 'Er ist zornig' [ RO-Semb]; Ggs.: PfWB verrauchen 2. Er raacht em; Dem raacht er, dass. [SP-W'see, verbr., Otterstetter 260]. Do raacht's 'Da gibt es Ärger, Zorn' [PfRSch 7. 1. 1927, mancherorts]. Drohung: Nimm dich in Aacht, sunscht hat's geraacht! 'Bring mich nicht in Wut, sonst gibt es Hiebe!' [ ZW-Battw, RO-Lohnsf NW-Haßl Spey]. Deutung des Amselgesanges: Rääicht er deer? Meer rääicht er net 'Bist du zornig? Ich bin es nicht'; bei Wutausbrch eines anderen gefragt oder gepfiffen [KU-Schmittw/O, NW-Elmst PS-Ruhbk Sunndag 28/1966 (als Gedicht)]. —
e. Zs.: PfWB anrauchen 2. — Südhess. IV 1261 ff.; RhWB Rhein. VII 154/55; LothWB Lothr. 398; ElsWB Els. II 223, ALA II 92; DWA XIX 10.