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 PfWB Nikolaus (Bd. 5, Sp. 153)   PfWB Pelz-nickel (Bd. 1, Sp. 693) 
   Nikolaus m.:
1.
a. α. der hl. Nikolaus und sein Tag (6. Dez.), Nikolaus [ ZW-Bottb, mancherorts], Nike'loos [IB-Ensh (Glass 69)]; vgl. PfWB Nikolaustag. —
β. In Spey ist am 5. Dez. Klääner, am 6. Dez. Großer Nikolaus; s. Bed. 2a.
b. männl. VN, Nikeloos [ KL-Hütschhs], Niklas [ NW-Gimmdg LA-Venn], Niklos [ Don-Schowe Torscha St.-Andreas], Nikla [Christmann Kaulb 50 RO-Lettw], Klos [NPfGV Juli 1930, S. 52], Klaus [mancherorts]; Kurzform s. PfWB Nickel2 1. —
2.
a. 'volkstümliche vorweihnachtliche Gestalt in der Zeit vom 5. bis 24. Dez.', Nikolaus [vereinzelt ges. Pf, jüngere F.], Nikoloos [ HB-Schwarzack IB-Schnapp], Nikelaus [ KU-Theisbgstg ZW-Hornb Zweibr KL-Hoheck Kottw/Schwand], Nikelas [ LU-Böhl], Nikeloos [ KU-Schönbg WD-Niedkch Marth Saal], Niklaus [ KU-Dittw KL-Kindsb

[Bd. 5, Sp. 154]
Nanzdzw FR-Maxd LU-Oggh NW-Neidfs LA-Hainf GH-Max'au], Niklaas [ PS-Leim LU-Alsh/Gr], Niklas [ ZW-Battw KL-Miesb FR-Beindh Hettldh LU-Fußgh Iggh], Niklos [ KU-Brück], Niklääs [ GH-Max'au], Nekeloos [ IB-Habkch Ingb], Nikolaa [ KL-Lind], Nikla [ KU-A'glan HB-Jägbg KL-H'spey LA-Birkw Gleisw], Dim. (in der VPf verkleiden sich die kleinen Buben als N.) Niklääs'che [ WD-Niedkch IB-Bliesmg/Bolch], Niklääsel [ PS-Merzalb Rodalb SP-Harths LA-Edh Flemling Herxhwey Maik Roschb GH-Bellh Jockgr Knitth], d' Nikläsel [ LA-Offb], d' Niklässel [ LA-Herxh], 's Nikläle [ GH-Hatzbühl]; vgl. PfWB Nickel2 2bα; Syn. s. PfWB Pelznickel 1 u. K. 32. Aus der Vielfalt des Brauchtums: Der N., in weitem Mantel, Stiefeln, mit Pelzmütze oder Schlapphut, weißem Bart, mit Stock und großem Sack oder Köze auf dem Rücken, erscheint am 6. Dez. oder in den Tagen vor Weihnachten, mancherorts auch als Begleiter des Christkindes. In KU-Roßb kommt er in den Tagen vor Weihnachten zu den Kindern ins Haus und fragt mit tiefer Stimme: Waren die Kinder alle brav? Antwort der Eltern: Ija, sie ware brav. Nikolaus: Na, dann wolle mer emol sihn. Er holt dann Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten aus dem Sack und legt sie den Kindern hin und sagt: Allo, ich will hoffe, darrener 'daß ihr' aa weirer brav bleiwe, sunscht bringt eich 's Kreschkinnche nix und verabschiedet sich mit: Allo, Genaacht beisamme! In HB-Beed gehen Kinder in der Adventszeit als Nikolaus und als Christkindchen verkleidet von Haus zu Haus und erhalten Geschenke. In Spey gehen am Klääne N. (s. Bed. 1 a β) die kleinen Buben in Sackkapuzen durch die Stadt und sammeln in den Geschäften, am Große N. ziehen die älteren Buben um und singen: Ich bin der kleine König ... (vgl. PfWB König 1bβ). Am Abend des 5. Dez. laufen in LA-Maik als N. verkleidete Knaben, die Nikläsel, mit Ketten, Schelle und Stock auf der Straße herum und ängstigen andere Kinder. Zum Brauchtum s. auch Kathrein(e); Schandein Bav. IV,2 353; Becker Vk. 105, 286, 294. KR.: Morje Owend is Nikolaus, do lossen se de Belznickel eraus [ NW-Frankeck]. Heit kummt de Niklaas. Was will er dann mit mir? Ich nehm en an de Zippelkapp un schmeiß en wedder die Dier [ LU-Neuhf]. Nikolaus, fang die Maus, un werf die Maus zum Fenschder (e)naus! [Der Trifels 24. 12. 1933]; Var. s. PfWB fangen 1a. —
b. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll', Nikolaus [ IB-Hass], Nikelos [ HB-Lu'thal], Niklos [ HB-Kirrbg ZW-Mittb Zweibr], Kloos [ IB-Herbh]; vgl. PfWB Nickel2 2 b β; Syn. s. Butze(n)mann 1a. —
c. Ausruf bei einem lauten Knall oder Schuß: Bauf, Nikla [ NW-Dürkh LA-Venn]; Var. s. PfWB bauf. Do macht unser Lehrer korze Fuffzeh un haat dem Kerl ani uff s Dach un bauf Nikela [Kühn Palz 99]. —
3. sachl. 'Geschenk am Nikolaustag', Dim.

[Bd. 5, Sp. 155]
Nikelääsje [IB-Ensh (Glass 69)]. —
4. FlN, Abteilung des Stumpfwaldes, Alter St. Niklaus [PfPr. 8./9. 10. 1932]. — Südhess. IV 992/93; RhWB Rhein. VI 210 ff.; LothWB Lothr. 384; ElsWB Els. I 766.

 

   Pelz-, Pelze-nickelm.:
1. 'vermummte Gestalt der Zeit vom 5. bis 24. Dezember', Belz-, Belzenickel, zur Verbr. s. K. 32; Belsnickel [Horne Penns 231 Lambert Penns 26], Pelznickel [Don-Tscherwk, verbr. Gal]. Syn.: PfWB Andreas, PfWB Beelzebub, PfWB Pelzmartin, PfWB Benzenickel, PfWB Besenmichel, Bolze-, Boze-, Bumpenickel, PfWB Hansel, PfWB Hanstrapp, PfWB Himmelsgeiß, PfWB Katzenmartel, PfWB Knecht PfWB Ruprecht, Kollmackes, PfWB Kollemolkes, PfWB Kolwes, PfWB Markolfus, PfWB Nikolaus, PfWB Rupel (Ruhpelz), Schuhputzer, Stuckert, Stutzesel. Der P. geht vielerorts am Abend des 6., in NW-Forst SP-Berghs

[Bd. 1, Sp. 694]
und Spey schon am Abend des 5. 12. um. Er examiniert die Kinder, belohnt die Braven und bedroht die Schlimmen. In den Tagen nach dem 6. 12. trägt er als dienender Begleiter des Christkindes den Gabensack. Während das Christkind sich gegenüber den Kindern freundlich zeigt, schüchtert sie der P. durch Poltern und Drohen ein. Vielerorts werden Christkind und P. nach der Gabenverteilung selbst beschenkt. In manchen Orten bringen die beiden keine Gaben; sie singen Lieder und führen Tänze vor, wofür sie Geld und Eßwaren erhalten. In KL-O'mohr Weltb Steinwd und BZ-Albw gehen am Nikolaustag gabenheischende Pelznickel um; es sind dies gewöhnlich Knaben und junge Burschen. Ähnlich ist es in Annw, wo sie kleine Pelznickel genannt werden. S. auch Christmann Vk. 54ff. — KR.: Belzenickel, Belzenickel, bum bum bum, haag (hau) die beese Buwe rum, awer net die Mädle mit de scheene Klädle [ LU-Neuhf, ähnlich PS-Geisbg Schmalbg KB-Kerzh O'wies LU-Alsh NW-Haßl Gimmdg BZ-Annw]. Belzenickel, bum bum bum, schlach die beese Määre rum, awer die brave Buwe nit; Belzenickel, Belzenickel, kriegscht mich nit [GH-Hatzbühl, verbr.]. Heit Owend kummt de Belzenickel. Was schafft er dann bei mer? Ich nemm ehne an de Zippelkapp un werf ehne vor die Der [ KL-Siegb]. S. auch bei Christkind. Der P. gilt auch sonst als Schreckgestalt für Kinder. Um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten, droht man ihnen: De B. kummt [KL-Einsdhf, verbr.]. —
2. 'Vogelscheuche in Gestalt und Aussehen des P.' [verbr., vorn. VPf]. —
3. 'unfreundlicher Mensch' [Pirmas bei Arbeitern (Otterstetter 262)]; 'eigensinniger Knabe' [ KB-Mauchh]; 'geschmacklos gekleideter Bursche' [ PS-Geisbg]. —
4. 'Weihnachtsgebildbrot in Gestalt des P.' [ PS-Lu'wink]; solche Gebildbrote als Christbaumschmuck [ LU-Alsh GH-Kuhdt]. — F.: fast allg. belds-, beldsə- (s. K.), beldsər- [ BZ-Dörrb Steinf]. Das Grundw. ist fast allg. -nigl; -negl gilt mancherorts in der SWPf. — RhWB Rhein. VI 612; Bad. I 145.