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 PfWB Neu-jahr (Bd. 5, Sp. 125)   PfWB schwarz (Bd. 5, Sp. 1564)   PfWB Schwarz-amsel (Bd. 5, Sp. 1567) 
   Neu-jahr n.:
1.
a. wie schd., Neijohr, Noi-, s. PfWB neu [allg.]; an (noo) N., zwische Weihnachde un N. [RO-Rehborn, verbr.], uf die Neijohr (Pl., wie: uf die Oschdere, Pingschde) [PS-Gersb, auch Penns]; N. winsche [ KU-Schmittw/O], 's N. anwinsche [PS-Erfw, verbr.]; 's N. anlaire (In der ersten Stunde des neuen Jahres läuten alle Glocken) [KB-Kriegsf, HB-Jägbg, verbr.], oinlaide [ LU-Opp]; 's N. anschieße [KU-Bosb, verbr., Krämer Gal 155]; 's N. andanze un anschieße [Horne Penns 75]. 's N. werd ang'schosse un 's alt Johr aus [ebd. 125]. Mirem Hohlschlissel un Schießbläädcher hämmer als 's N. ang'schosse [ NW-Freinsh]. In der Neujahrsnacht werd zwische zwelfe un eense noch Blei gegosse [(1930) LU-Böhl]. In ZW-Marthh schießt man dem Freunde das N. an. Der verbreitetste Neujahrswunsch: Prost (Proß, Prosit, Proscht) N.! [BZ-Annw, verbr.]. Wer z'erscht Prost N. ruft, hat em annere 's N. abgewunn, s. PfWB abgewinnen [Pirmas PS-Erfw NW-Kallstdt]. En jeder prowiert em annere vor zu kumme um s'erscht im Winsche zu sei [Horne Penns 125]. Ge' Morje, N.! [ KU-O'alb]. Ich winsch eich e glickselich N.! [LA-Mörzh, verbr., Horne Penns 125]. In Pirmas wünschen die Kinder den Eltern und Paten, in RO-Dielkch auch den Verwandten das N. an und schießen mit kleinen Pistolen. Die Burschen schießen ihren Mädchen unter dem Ruf Prost N. das N. an [ PS-Erfw Pirmas]. Am Neujahrsmorgen nach dem Gottesdienst bilden die erwachsenen Burschen und jungen Männer Spalier, wünschen dem Pfarrer ein Glickseliges Neues Jahr und schießen es ihm mit ihren Gewehren an [ BZ-Dernb]. Ich winsch eich Gesundheit un langes Lewe, darauf soll's Feier gewe [ KL-Alsbn].Die Kinder wünschen: Prost N., e Brezel wie e Scheierdor, e Bupp wie e Owerohr; wann's losgeht, kann ich nix defor. Bum, bum! [ PS-Münchw, Nd'simt]; Var.: Ich winsch eich e

[Bd. 5, Sp. 126]
glickselich N., viel Glick im neie Johr [verbr.]; e Pupp wie e Owerohr, un meh Geld wie voriges Johr [ HB-Kirk Krämer Gal 155]; ... e Worscht (Brotworscht) wie e Owerohr, Wann's zwee gibt, kann ich nix defor [ HB-Beed, PS-Erfw]; e Worscht wie e Owerohr, 's alde Johr is angefror [ IB-Rubh]. Die übliche Erwiderung: Des winsch ich der aa(ch); winsche mer eich aa(ch) [verbr.]. Anschließend bekommen die Kinder von Patt un Got ein Geschenk: die Buben eine Neujahrsbrezel, die Mädchen einen Neujahrskranz [ HB-Kirk, RO-Dielkch PS-Erfw Nd'simt], auch Oransche, Weck un Geld [ IB-Rubh], zwei Doppelwecke [ HB-Jägbg]. In WD-Niedkch bekommen die Burschen, wenn sie das N. noch in der Nacht anwünschen, das Geld zum Fenster herausgereicht, wenn sie morgens erscheinen, gibt es noch Apfelwein oder Schnaps. Das Geld wird im Wirtshaus ausgegeben, wo Brot, Käse und Schnaps verzehrt werden und der Wirt jedem Gast ein paar Glas Bier spendet. In KL-Schneckhs ziehen die jungen Burschen von Haus zu Haus und wünschen: Proß N. for e Worscht, die sie meistens auch erhalten. Weitere Wünsche: Ich winsch eich e glickselich N., G'sundheit un langes Lewe un alles, was Eich lieb un wert esch [ LA-Nußd, Wollmh]. Ich winsch eich e glickliches N., G'sundheit, langes Lewe, Fried un Einichkeit bis in die ewich Glickselichkeit, un alles was Ehr Eich winschen, winsch ich eich aach [ Gal-Steinau]. Neujahrssingen: Die Burschen ziehen in der Neujahrsnacht von Haus zu Haus und singen: Das N. ist gekommen, / Die schöne frohe Zeit. / Da freun sich Frau und Kind, / Daß sie am Leben sind. / Es freut sich Gott im Himmel / Auch über diesen Tag, / Weil er an diesem Tage / Zum erstenmal im Tempel war. / Wir wünschen dem Hause den Segen, / Den die Welt nicht geben kann. / Der Segen kommt vom Himmel, / Er kommt von Gottes Hand. / Wir wünschen dem Haus den Frieden / Und auch die Einigkeit, / Damit sie das Jahr durchleben / Wohl in Zufriedenheit. Die Burschen erhalten dann ein kleines Trinkgeld [ KL-Bann, O'arnb Queidb ZW-Marthh]. In PS-Heltbg singen Burschen und Männer: Hilf o Jesu, laß gelingen, / Hilf, ein neues Jahr fängt an. / Laß es neue Kräfte bringen, / Fromm zu wandeln deine Bahn. / Neues Heil und neues Leben / Wolle deine Huld uns geben. / Wiederum ein Jahr herum, / Freut euch, ihr Brüder, / 's geht wieder aufs neu. - Wir wünschen Herrn Lehrer (dem Peter) ein glücklich Neujahr, und seiner Familie, der wünschen wir's aa. Prost Neijahr! Lied aus PS-Fehrb: Wer will dem Kinde sein Vater sein? Sankt Josef, Sankt Josef, der heilige Mann. Wir wünschen euch allen

[Bd. 5, Sp. 127]
für wahr, ein glückseliges neues Jahr [ PS-Fehrb]. Weitere Neujahrswünsche s. PfWB prosit 2, PfWB vorigsjahr, PfWB Lebkuchen, PfWB Leben 2a, PfWB Ofenplatte, -rohr, PfWB rot, PfWB schwarz, PfWB wünschen. Noo N. werd de Baam (der Schmuck des Weihnachtsbaumes) abgemach un vebrennt, vgl. PfWB abmachen I1c [ PS-Gersb, mancherorts]. In LU-Alsh wandern an N. die Dienstboten; dazu die RA.: Neijohr mache 'kündigen' [ Don-Schowe Torscha]. Zum Neujahrsbrauchtum s. auch PfMus. 1889 77 Vogelsgesang 8 Becker Vk. 147, 295 Feierowend 31. 12. 1955. BR.: An N. hell un klor, gibt's e gudes Weinjohr [ LA-Altd]. Volksgl.: An N. kocht mer Weißkraut, daß 's Geld net all werd [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Oweds fer N. soll en Medel die Stub auskehre, no kann sie ihr Mann im Spiggel sehne [Fogel Beliefs Penns Nr. 182]. Wann s'erscht, as die N. in em sein Haus kummt, en Weibsmensch is, bedeit's Unglick fer sell Johr; en Mann Glick [ebd. Nr. 399]. Uf die N. därf mer ken Äppel oder Niß esse, oder mer wärd voll G'schwäre [ebd. Nr. 1357]. Vum N. an werd de Dag ee Hahneschrei länger [ Gal-Otths, Josbg Buch-Illisch]. a. 1783: Das schießen bei Hochzeiten und Neujahr bestraft 1 fl 30 kr. [Eyselein 123 (LU-Muttstdt)]. —
b. 's alt N. 'der zweite Weihnachtstag', s. PfWB alt I2b [ BZ-Dernb]. —
2. 'Neujahrsgebildbrot', aus Mehl, Hefe, Milch, Eier, Butter, Zucker und/oder Salz gebacken, Neijohr, Pl. Neijohre [ IB-Ensh HB-Medh Utw KB-Kerzh Lauth FR-Hettldh N'lein Saush Tiefth LU-Opp NW-Weish/S SP-Schiffstdt], Dim. Pl. Neijohrcher [ FR-Beindh Kl'karlb Lambsh NW-Leistdt]; Syn. s. PfWB Neujahrsweck; ausführliche Untersuchung (mit Abb. u. K.): O. Bertram Pfälzische Gebildbrote, in: WestmAbhandl. 5. 1941/42 267 ff. — Südhess. IV 970 ff.; RhWB Rhein. VI 167 ff.; Lothr. 380/81; ElsWB Els. I 410.

 

   schwarz Adj.:
1.
a. 'von der dunkelsten Farbe, (fast) kein Licht reflektierend, absolut dunkel', schwarz (wards, wḁrds, wads) [verbr., Bertram § 241 Christmann Kaulb 85 Heeger Südostpf. 14 Höh 79 Müller Dietschw 68 Schneckenburger 43, 44 Lambert Penns 147 Krämer Gal 195], schwärz (węrds) [LA-Mart, Fogel Beliefs Penns Nr. 458], Kompar.: schwär- zer [verbr., Lambert Penns 146], Superlat.: am (de) schwärtschd(e) [vereinzelt, Krämer Gal 195]; Zs.: PfWB pech-, PfWB kohlraben-, PfWB krappen-, PfWB rabenschwarz; e schwarzes Klääd [ BZ-Böllbn], schwarze Strimp [ RO-Rehborn]; schwarzer Dinde 'Tinte' [ KU-Schmittw/O]; de schwarz Punkt im Ääg 'die Pupille' [ BZ-Wernbg]; 's Schwarze in de Aue, dass. [ IB-Gersh, mancherorts]; de schwarz Mann 'der Schornsteinfeger', bes. Kinder- oder Ammensprache [ LA-Gommh, vereinzelt]. RA. und Vergleiche: so schw. wie 'n Krapp (Rab) [ NW-Haßl, vereinzelt]; sch. wie die Nacht [ KB-Kriegsf, mancherorts]; sch. wie e Schuck (Schuh) [Thielen So rerre mer 110, mancherorts Don Gal Buch]; sch. wie de Deiwel [ KU-Bedb]; sch. wie e Owe [ KU-Bedb, LA-Wollmh]; so schwärz as 'n Grab [Fogel Prov. Penns Nr. 1685]; die schwarz Visit 'der Schornsteinfeger' [ BZ-Dernb]. Es sitzt e schwarz Kätzi im Owe 'Es ist kein Feuer im Ofen' [ KU-Schmittw/O]. De schwarz Perer is im Geldbeidel 'der Geldbeutel ist leer' [ KL-Samb]. Hol emol enne aus dem Faß, wu die schwarz Katz druf sitzt! 'Hol vom besten Wein!' [ GH-Kand, FR-Bockh LU-Muttstdt]. Ist eine Frau ihren Mann leid, so sagt man zu ihr: Du e schwarz Hinkel ins Kloschder un loß en dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Am e rußiche Kessel mach ich mich net sch. 'Ich gebe mich nicht mit gemeinen Leuten ab; ich meide Situationen, die mir zum Nachteil gereichen könnten' [ GH-Westh]. SprW.: In de Nacht (Bei Nacht, Nachts) sin alle Kih (Katze) sch. [ LU-Opp, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Schwarze Kih gewwen aach weißi Millich [ KL-Alsbn]. Wer sich am e rußiche Kessel reibt, werd sch. 'Wer sich in schlechte Gesellschaft, in negative Situationen begibt, soll sich nicht über negative Folgen wundern' [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]. De Deiwel is net so sch., wie er gemolt werd 'Nicht alles ist wirklich so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht' [ LA-Edh, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: In der Volksüberlieferung, in Sagen und Erzählungen kommen häufiger schwarze Tiere oder Wesen vor: So soll ein schwarzer Hund unterirdische Schätze der Burg Wilenstein oder des Klosters Disibodenberg bewachen [Heeger Tiere II 19 Schandein Bav. IV,2 321]. Eine schwarze Katze geht als eine Art Gespenst um [ BZ-Hermbghf]; schwarze Katzen haben auch besondere Fähigkeiten oder bringen

[Bd. 5, Sp. 1565]
Unglück [FR-Bockh KB-Kriegsf BZ-Albw, Fogel Beliefs Penns Nr. 655]. Kindern droht man mit einer Schreckgestalt, um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten: De schwarz Mann kimmt (holt dich)! [RO-Feilbg, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzmann. Du kimmscht bei die schwarz Hex! [ RO-Feilbg]. Weiterer Volksgl.: Die schwarz Katz (das schwarz Hinkel) sell ke Bauer aus 'm Haus losse, das bringt Unglück [ NW-Geinsh]. Wammer die Hausdeer ufmacht un es leit e schwarzer Farrm (Faden) uf de Trepp, steht e Trauerbotschaft in's Haus [Kaislt]. Große schwärze Schlange sehne (sehen), bringt schlecht Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 485]. Brauchtum: Früher trug die Braut am Hochzeitstag ein schwarzes Kleid, gegen 1930 kommt das weiße Hochzeitskleid allmählich in Mode [verbr.]. AR.: Schwarz, weiß, rout / geb mer Stickel Brout / geb mer Stickel Kuche / un du muscht suche [ LA-Nußd]. VR.: Roder Fuchs im Hinkelstall / frißt die roðe Hinkel all, / die schwarze läßt er leie, Forts. und Var. s. PfWB Fuchs 2 b [ KU-Kaulb]. Kinderspiele: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann [Wasgau-Bote 1934 Nr. 13]; Schwarzer Peter, ein Kartenspiel, bei dem eine Karte (mit der Abbildung einer schwarzen Person) für den Verlierer übrigbleibt [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzenpeters. Ausruf beim Spiel (bes. PfWB Tenee-ui): schwarz!, wobei der Fänger weiß oder bloo ruft [ KU-Albb A'glan Ehw Jettb Hinzw Konk O'alb KL-Reichbstg]. Ein Pfänderspiel: Ein Kind tritt als Handelsfrau auf und sagt: Ich bin das Frääche vun Erlebach un hab was Schönes mitgebracht! Nicht weiß, nicht schwarz, nicht ja, nicht nein, Madam was wünschen Sie für e Kleid? Gebraucht eines der angesprochenen Kinder im folgenden Verkaufsgespräch eines dieser vier Worte, so muß es ein Pfand geben [J. Hoffmann Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897 68]. a. 1786: 1 schwarz seiden Halstuch [R. Wihr Rehhütter Chronik 1937 131]. —
b. 'dunkelfarbig, relativ dunkel' [verbr.]; Zs.: PfWB backsteinschwarz; schwarze Wolke 'dunkle Regenwolken' [ RO-Obd]; schwarzer Rääch 'dicker Rauch' [ PS-Erfw]; e schwarzi Haut 'dunkler Teint' [ NW-Kallstdt]; schwarzer Kaffee (Tee) [BZ-Dierb, verbr.]; e schwarzi Hex 'dunkelhäutige oder dunkelhaarige weibliche Person' [LA-Ilbh, verbr.], auch subst. e Schwarzi, en Schwarze 'eine dunkelhäutige oder dunkelhaarige Person; Neger' [verbr.]. Der is ganz sch. im Gesicht verbrennt 'von der Sonne braungebrannt' [ KU-A'glan]. In Afrika gebt's Velkerstämm, / Die sin ganz sch. un dauern em [Münch Werke I 124]. RA. und Vergleiche: nit 's Schwarz unnerm Naggel 'nicht das Geringste' [NW-Hardbg, verbr.]; enner schwarz un bloo schlache 'tüchtig verprügeln' [LA-Hainf, verbr.]; die schwarz Katz 'weibliche Schambehaarung' [ KU-Kaulb]; ins Schwarze treffe, genau das Rich-

[Bd. 5, Sp. 1566]
tige treffen, übertr. vom schwarzen Mittelpunkt der Zielscheibe [ LA-Wollmh]. Er is sch. wie en Neger (Zijeiner), von dunkelhäutigen Menschen [ LU-Alsh], sch. wie de Erdsboden, dass. [Heeger Nachl.], sch. wie e Schunke, von einem Schmutzigen [Rockhs]. Bään wie e Owerohr, net so dick, awer so sch. [ KB-Gauh]. Der Kaffee muß sein: Hääß wie die Hell, sch. wie de Deiwel und sieß wie die Lieb [ BZ-Dierb]. For schwarze Kaffee schaff ich net 'Für geringen Lohn arbeite ich nicht' [ KU-Herschw/Petth]. 's werd mer sch. vor de Aue 'Anfälle von Schwindel, Bewußtlosigkeit bekommen' [Zweibr, mancherorts]. Er liecht 's Bloo vum Himmel uns 's Schwarz vum Dach, von einem haltlosen Lügner [LU-Opp, vereinzelt VPf]. Die belien (belügen) uns aach als emol, daß mer sch. werd, dass. [RO-Münstapp]. SprW.: Schwarz gebore, esch wische un wäsche verlore 'Man muß sich mit seinen Naturanlagen abfinden' [ BZ-Dierb]. VR. s. PfWB Meise 1, PfWB schlafen 1 a. Rätsel von der Hagebutte: E sch. Keppche - e rot Recklche - un die Titzcher voller Stee [Zeitw. Gal 1959 82]. —
c. sch. als Namenteil zur Differenzierung dunklerer Varianten bei Pflanzen-, Tiergattungen, Krankheitssymptomen u. a.: schwarzer Riesling 'Müllerrobe, eine rote Rebsorte' [NW-Dürkh (Wilde 204)]; vgl. Früh-, PfWB Kleinschwarze; de schwarze Herbscht 'die Lese der dunklen, roten Traubensorten', im Ggs. zum weißen Herbst [ FR-Heuchh, Frankth Lambsh LA-Edh]; schwarze Heckebeere 'Brombeeren' [mancherorts mittl. VPf (Wilde 35)]; schwarze Embeere (Embiere, Himbeere) 'Brombeere' [vereinzelt mittl. WPf, IB-Heckdh Seelb]; schwarze Hembere (hęmbərə), dass. [KU-Kaulb Rothsbg, Mang 101], schwarze Humbeere, dass. [ PS-Rodalb]; vgl. PfWB Schwarzhimbeere und K. 68; schwarze Elsbeere 'Heidelbeeren' [ PS-Erfw]; schwarze G'hannstrauwe 'schwarze Johannisbeeren' [ NW-Kallstdt, mancherorts]; schwarze Kersche [LU-Altr, verbr.]; schwarze Imeze (Imese, Iminze, Ämeze, Uminse) 'schwarze Ameisen', im Ggs. zu den roten Ameisen [ NW-Kallstdt, LU-Friesh Opp NW-Frankeck Wachh LA-Gommh]; schwarze Käffer 'Küchenschaben' [ LA-Gommh]; schwarze Schnecke'dunkelbraune Nacktschnecken' [ LU-Opp NW-Frankeck]; schwarze Idaljener eine dunkle Hühnerrasse [ KU-Hefw LA-Gommh]; de schwarze Star eine Augenkrankheit (im Ggs. zum grauen, grünen Star) [ RO-Dielkch, mancherorts]; die schwarze Bladdere [ KL-Reichb]; schwarzer Kuche 'Kuchen aus dunklem Mehl, Brotkuchen' [ ZW-O'hs RO-Höring KL-Eulbis PS-Herschbg H'einöd Saalstdt Th'frösch]; vgl. PfWB Schwarzkuchen. —
2. übertr.
a. 'negativ, schlecht, ungünstig' [verbr.]; die lange schwarze Stunne voll Gedanke [Kraus Arwed 50]. Der hot e schwarz Herz (Seel) 'Er hat ein schlechtes, heimtückisches Wesen' [ LU-Opp].

[Bd. 5, Sp. 1567]
Doi schwarzi Seel will niemand hann [Damm Nachtdischlamp 34]. Ich seh sch. 'Ich bin pessimistisch' [Kaislt, mancherorts]. Mer sell nid sou sch. sääne unn nid sou roosanich [Braun Lääsebuuch 225]. Der steht im schwarze Buch 'Er ist vorbestraft' [ ZW-Battw]. —
b. 'illegal, unerlaubt' [verbr.]; sch. fahre 'ohne Fahrschein fahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]; sch. schlachde (schaffe, brenne) 'außerhalb der gesetzlichen Vorschriften schlachten (arbeiten, Schnaps brennen)' [ KL-Ottb, mancherorts]; vgl. PfWB Schwarzarbeiter. —
c. sch. sein. α. Ausdruck beim Kartenspiel 'ohne Stich bleiben' [mancherorts]; vgl. PfWB Schneider 8 a. Mer sinn sch. [ LU-Opp]. —
β. 'betrunken sein' [ KU-Herchw Schmittw/O RO-Odh O'mosch KB-Biedh SP-W'see]. Er es sch. [ RO-Odh]. Wer hot dann denn so sch. gemacht? [ SP-W'see]. —
d. sch. machen 'belügen, betrügen, hintergehen' [mancherorts]. Der hot mich sch. gemacht [ LA-Gommh]. Den will ich emol sch. mache [ LU-Opp]. —
3. 'religiösen, klerikalen, katholischen Vorstellungen nahestehend', bes. von politischen Gruppierungen, Zeitungen u. ä. im bes. vom Zentrum (bis 1945), danach von der CDU [mancherorts]; die Schwarze 'die Zentrumsleute' (1936) [ LA-Wollmh, mancherorts]; e schwarzer Brurer [ BZ-Dierb]; die schwarz Kattel Bezeichnung für eine zentrumsnahe Zeitung (um 1920) [LU-Muttstdt Land]; e schwarzer Keiler, Schimpfwort für katholische Geistliche [ KU-Schmittw/O]. Er is so sch. wie die Nacht, von einem überzeugten Zentrumsmann (um 1920) [ LU-Opp]. —
4. sch. als Bestandteil von syntaktischen Gruppen in FlN; amtl. Schwarzer Herrgott, berühmte Weinbergslage [KB-Zell, Wilde 204]; Am Schwarzen Kreuz [ NW-Freinsh]; Die Schwarzen Äcker [ LU-Friesh]; Die Schwarze Kehr [ KL-Neukch]; Der Schwarze Felsen [ NW-Lambr]; Schwarzer Letten [ LA-Edk]; Im Schwarzen Sand [ NW-Deidh Forst]; Im Schwarzen Bruch [ HB-Einöd]; Schwarzes Meer [Germh]. a. 1390: der swartze acker am konigespecher wege [StArch. Neustdt, Liber animarum des Kollegiatsstifts]. a. 1600: ein Woog unterhalb des Schwarzen Bilds [Reichsl. 38]. — Südhess. V 885 ff.; RhWB Rhein. VII 2015 ff.; LothWB Lothr. 472; ElsWB Els. II 530/31.

 

  -amsel f.:
1. 'der Vogel Turdus merula', -amschel, -amsel [mancherorts ges. Pf]; vgl. PfWB Amsel 1, März(en)amsel, PfWB Merle 1, PfWB Rußamsel.
2.
a. 'Mädchen mit dunkler Hautfarbe und schwarzem Haar' [Heeger Tiere II 11]. —
b. 'Anhänger des Zentrums' [ PS-Geisbg]; vgl. PfWB schwarz 3. —
c. Pl., Neckname für die Bewohner von RO-Gerb, Schwarzamschele [ RO-Dielkch Gerb Schmalfhf]. — Südhess. V 890; RhWB Rhein. VII 2022; Lothr. 472; ElsWB Els. I 41. —