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| PfWB Neu-jahr (Bd. 5, Sp. 125) | PfWB Bube (Bd. 1, Sp. 1307) | |||||||||||||||
1. a. wie schd., Neijohr, Noi-, s. PfWB neu [allg.]; an (noo) N., zwische Weihnachde un N. [RO-Rehborn, verbr.], uf die Neijohr (Pl., wie: uf die Oschdere, Pingschde) [PS-Gersb, auch Penns]; N. winsche [ KU-Schmittw/O], 's N. anwinsche [PS-Erfw, verbr.]; 's N. anlaire (In der ersten Stunde des neuen Jahres läuten alle Glocken) [KB-Kriegsf, HB-Jägbg, verbr.], oinlaide [ LU-Opp]; 's N. anschieße [KU-Bosb, verbr., Krämer Gal 155]; 's N. andanze un anschieße [Horne Penns 75]. 's N. werd ang'schosse un 's alt Johr aus [ebd. 125]. Mirem Hohlschlissel un Schießbläädcher hämmer als 's N. ang'schosse [ NW-Freinsh]. In der Neujahrsnacht werd zwische zwelfe un eense noch Blei gegosse [(1930) LU-Böhl]. In ZW-Marthh schießt man dem Freunde das N. an. Der verbreitetste Neujahrswunsch: Prost (Proß, Prosit, Proscht) N.! [BZ-Annw, verbr.]. Wer z'erscht Prost N. ruft, hat em annere 's N. abgewunn, s. PfWB abgewinnen [Pirmas PS-Erfw NW-Kallstdt]. En jeder prowiert em annere vor zu kumme um s'erscht im Winsche zu sei [Horne Penns 125]. Ge' Morje, N.! [ KU-O'alb]. Ich winsch eich e glickselich N.! [LA-Mörzh, verbr., Horne Penns 125]. In Pirmas wünschen die Kinder den Eltern und Paten, in RO-Dielkch auch den Verwandten das N. an und schießen mit kleinen Pistolen. Die Burschen schießen ihren Mädchen unter dem Ruf Prost N. das N. an [ PS-Erfw Pirmas]. Am Neujahrsmorgen nach dem Gottesdienst bilden die erwachsenen Burschen und jungen Männer Spalier, wünschen dem Pfarrer ein Glickseliges Neues Jahr und schießen es ihm mit ihren Gewehren an [ BZ-Dernb]. Ich winsch eich Gesundheit un langes Lewe, darauf soll's Feier gewe [ KL-Alsbn].Die Kinder wünschen: Prost N., e Brezel wie e Scheierdor, e Bupp wie e Owerohr; wann's losgeht, kann ich nix defor. Bum, bum! [ PS-Münchw, Nd'simt]; Var.: Ich winsch eich e [Bd. 5, Sp. 126] glickselich N., viel Glick im neie Johr [verbr.]; e Pupp wie e Owerohr, un meh Geld wie voriges Johr [ HB-Kirk Krämer Gal 155]; ... e Worscht (Brotworscht) wie e Owerohr, Wann's zwee gibt, kann ich nix defor [ HB-Beed, PS-Erfw]; e Worscht wie e Owerohr, 's alde Johr is angefror [ IB-Rubh]. Die übliche Erwiderung: Des winsch ich der aa(ch); winsche mer eich aa(ch) [verbr.]. Anschließend bekommen die Kinder von Patt un Got ein Geschenk: die Buben eine Neujahrsbrezel, die Mädchen einen Neujahrskranz [ HB-Kirk, RO-Dielkch PS-Erfw Nd'simt], auch Oransche, Weck un Geld [ IB-Rubh], zwei Doppelwecke [ HB-Jägbg]. In WD-Niedkch bekommen die Burschen, wenn sie das N. noch in der Nacht anwünschen, das Geld zum Fenster herausgereicht, wenn sie morgens erscheinen, gibt es noch Apfelwein oder Schnaps. Das Geld wird im Wirtshaus ausgegeben, wo Brot, Käse und Schnaps verzehrt werden und der Wirt jedem Gast ein paar Glas Bier spendet. In KL-Schneckhs ziehen die jungen Burschen von Haus zu Haus und wünschen: Proß N. for e Worscht, die sie meistens auch erhalten. Weitere Wünsche: Ich winsch eich e glickselich N., G'sundheit un langes Lewe un alles, was Eich lieb un wert esch [ LA-Nußd, Wollmh]. Ich winsch eich e glickliches N., G'sundheit, langes Lewe, Fried un Einichkeit bis in die ewich Glickselichkeit, un alles was Ehr Eich winschen, winsch ich eich aach [ Gal-Steinau]. Neujahrssingen: Die Burschen ziehen in der Neujahrsnacht von Haus zu Haus und singen: Das N. ist gekommen, / Die schöne frohe Zeit. / Da freun sich Frau und Kind, / Daß sie am Leben sind. / Es freut sich Gott im Himmel / Auch über diesen Tag, / Weil er an diesem Tage / Zum erstenmal im Tempel war. / Wir wünschen dem Hause den Segen, / Den die Welt nicht geben kann. / Der Segen kommt vom Himmel, / Er kommt von Gottes Hand. / Wir wünschen dem Haus den Frieden / Und auch die Einigkeit, / Damit sie das Jahr durchleben / Wohl in Zufriedenheit. Die Burschen erhalten dann ein kleines Trinkgeld [ KL-Bann, O'arnb Queidb ZW-Marthh]. In PS-Heltbg singen Burschen und Männer: Hilf o Jesu, laß gelingen, / Hilf, ein neues Jahr fängt an. / Laß es neue Kräfte bringen, / Fromm zu wandeln deine Bahn. / Neues Heil und neues Leben / Wolle deine Huld uns geben. / Wiederum ein Jahr herum, / Freut euch, ihr Brüder, / 's geht wieder aufs neu. - Wir wünschen Herrn Lehrer (dem Peter) ein glücklich Neujahr, und seiner Familie, der wünschen wir's aa. Prost Neijahr! Lied aus PS-Fehrb: Wer will dem Kinde sein Vater sein? Sankt Josef, Sankt Josef, der heilige Mann. Wir wünschen euch allen [Bd. 5, Sp. 127] für wahr, ein glückseliges neues Jahr [ PS-Fehrb]. Weitere Neujahrswünsche s. PfWB prosit 2, PfWB vorigsjahr, PfWB Lebkuchen, PfWB Leben 2a, PfWB Ofenplatte, -rohr, PfWB rot, PfWB schwarz, PfWB wünschen. Noo N. werd de Baam (der Schmuck des Weihnachtsbaumes) abgemach un vebrennt, vgl. PfWB abmachen I1c [ PS-Gersb, mancherorts]. In LU-Alsh wandern an N. die Dienstboten; dazu die RA.: Neijohr mache 'kündigen' [ Don-Schowe Torscha]. Zum Neujahrsbrauchtum s. auch PfMus. 1889 77 Vogelsgesang 8 Becker Vk. 147, 295 Feierowend 31. 12. 1955. BR.: An N. hell un klor, gibt's e gudes Weinjohr [ LA-Altd]. Volksgl.: An N. kocht mer Weißkraut, daß 's Geld net all werd [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Oweds fer N. soll en Medel die Stub auskehre, no kann sie ihr Mann im Spiggel sehne [Fogel Beliefs Penns Nr. 182]. Wann s'erscht, as die N. in em sein Haus kummt, en Weibsmensch is, bedeit's Unglick fer sell Johr; en Mann Glick [ebd. Nr. 399]. Uf die N. därf mer ken Äppel oder Niß esse, oder mer wärd voll G'schwäre [ebd. Nr. 1357]. Vum N. an werd de Dag ee Hahneschrei länger [ Gal-Otths, Josbg Buch-Illisch]. a. 1783: Das schießen bei Hochzeiten und Neujahr bestraft 1 fl 30 kr. [Eyselein 123 (LU-Muttstdt)]. — b. 's alt N. 'der zweite Weihnachtstag', s. PfWB alt I2b [ BZ-Dernb]. — 2. 'Neujahrsgebildbrot', aus Mehl, Hefe, Milch, Eier, Butter, Zucker und/oder Salz gebacken, Neijohr, Pl. Neijohre [ IB-Ensh HB-Medh Utw KB-Kerzh Lauth FR-Hettldh N'lein Saush Tiefth LU-Opp NW-Weish/S SP-Schiffstdt], Dim. Pl. Neijohrcher [ FR-Beindh Kl'karlb Lambsh NW-Leistdt]; Syn. s. PfWB Neujahrsweck; ausführliche Untersuchung (mit Abb. u. K.): O. Bertram Pfälzische Gebildbrote, in: WestmAbhandl. 5. 1941/42 267 ff. — Südhess. IV 970 ff.; RhWB Rhein. VI 167 ff.; Lothr. 380/81; ElsWB Els. I 410.
| 1. 'Kind männlichen Geschlechts, [Bd. 1, Sp. 1308] Knabe', im Gegensatz zu PfWB Mädchen, Bub, Bu, s. F. [allg.]. (Die Wörter »Knabe« u. »Junge« sind im Pfälzischen nicht gebräuchlich.) 's Millers hän e kläne Bu kriet [ NW-Freinsh, allg.]. Die hot lauter Buwe [ RO-Dielkch, allg.]. Ein folgsamer Knabe ist e braver B., ein unfolgsamer — e beeser B. Zs. PfWB Sonntagsbube. — Verwandel dich emol, werr aus'me Bu e Märe! [ KL-Reichb]. SprW.: Wann e Bub lang ruhich sitzt, gewwem e Ohrfeich! [BZ-Dierb, LA-Impfl]. E Bub wie e Laus packt e Märe wie e Haus [ WD-Niedkch, allg.], s. PfWB packen 3 a. Neujahrswunsch: Viel Glick im neie Johr un e Bub mit schwarze Hoor [ KL-Mehlb]. VR.: 's rechent dicke Droppe, die Buwe muß mer kloppe, die Märe muß mer schone wie die Zitrone [ BZ-Albw, RO-Obd]. Sechs mol sechs is sechsundreißich, sinn die Mädcher noch so fleißich; sinn die Buwe awwer faul, muß mer se kloppe wie e Gaul [ Gal-Brunndorf]. Vatter, Motter, schlaa mich net! Ich war bei de beese Buwe net. Bei de beese Buwe war ich net, Vatter, Motter, schlaa mich net! [Kaislt]. Schwarze Hälbeere, rode Dinde, die Märe riechen, die Buwe stinken. Die Märe riechen als wie die Rose, die Buwe wie die Lose (Mutterschweine). Die Märe krie'n Rosekränz, die Buwe krie'n Ratteschwänz. Die Märe kummen in de Danzsaal, die Buwe kummen in de Saustall [ NW-Speybn]. Mäd wie Rosestöck, Buwe wie Hawwersäck [Don-Tscherwk verbr. Gal Buch]. Weitere Reime s. PfWB äksch, PfWB Grumbach, PfWB Hafen, PfWB Heinrich, PfWB hoch, PfWB Neujahr, PfWB Rose. — 2. 'Sohn', bes. von Eltern gebraucht. In den Orten an der elsässischen Grenze wurde früher der jüngste Sohn der Familie Biwel genannt. Zs. PfWB Bauern-, Pfarrers-, PfWB Bruders-, PfWB Heiden-, PfWB Judenbube. Unser Bu macht uns das Lewe sauer [ PS-Erfw]. Die Buwe bringe ehrem Vatter sein Geld eraus 'kosten viel Geld, bis sie ausgebildet sind' [ KU-Schmittw/O]. VR.: Nini, nane, Hawerstrouh, schloft mei Biewel, ben ich frouh (Wiegenspruch) [ LA-Nußd]. Ich un du un 's Millers Bu giehn merenanner (miteinander) grase; huppse uff de Äcker erum wie die junge Hase [ KU-Schmittw/O]. Ehr Buwe, eßt Ruwe (Rüben), 's is besser wie Fleisch! Ach Mutter, eß'n ehr 's doch, des bescht geheert Eich! (Tanzliedchen) [ Gal-Dornf]. Wie der Acker, so die Riebcher, wie der Vatter, so die Biebcher, wie die Motter, so die Töchter, gewehnlich noch e bißche schlechter [Gal-Landtreu]. AR.: Ich un du un noch en Bu un ' s Millers Kuh, un sell bischt du [Horne Penns 119]. a. 1550: 7 Sh hot der und sein baub verzeret der daß Peters kreutz hot brocht [Wenz 291]. — 3. 'Knabe', als Gegensatz zum Erwachsenen [allg.]. Zs. Dreikönigs-, PfWB Fastnachts-, PfWB Garren-, Kegel-, Kläpper-, PfWB Leier-, Quack-, Rassel-, Ratzel-, PfWB Schul-, PfWB Schüler-, Stern-, Surrenbube. Das is noch e unschullich Biebche [NW-Geinsh, verbr.]. Du [Bd. 1, Sp. 1309] bischt noch e griener Bu [ HB-Kirrbg KB-Kriegsf]. RA.: Von einem schlechten Schiedsrichter auf dem Fußballplatz heißt es: Der hot jo noch ee korzi Hos' aan, des Biewel! [Tageszeitung Die Rheinpfalz vom 28. 1. 1967]. Das war domols, wie der Deiwel noch e kleener Bu war, was vor langer Zeit geschehen ist [ Gal-N'chrusno]. VR.: E aldi Fraa, e klener Bu, die gehen uf St. Jockel zu [Schandein Sprachsch.]. — 4. 'lediger Bursche', vgl. PfWB Bursche 1 b. Zs. PfWB Kirbe-, PfWB Lade-, PfWB Musterungs-, PfWB Neben-, PfWB Straußbube. Die Buwe gehn mit de Määd [KL-Kindsb, verbr.]. Sie hot dem Bu de Kopp verdreht [BZ-Nd'horb, verbr.]. Die Mädle un Buwe sin all nimmi debei (beim Trachtenverein) [ LA-Gommh]. Mancherorts wird zwischen jüngeren und älteren Burschen unterschieden; jene sind die Buwe, diese die Borsch (s. PfWB Bursche). Darauf beruht der Scherzspruch: Wann dei Buwe mei Buwe noch emol Buwe schelle, schelle mei Buwe dei Buwe solang Buwe, bis dei Buwe mei Buwe nemmeh Buwe schelle. Mei Buwe sinn Borsch [Feierowend Nr. 15/1966]; Ähnliches s. PfWB Bankert. SprW.: Wer als Bu heirat, bleibt e Bu sei Lewe lang [ FR-Bockh]. a. 1787: soll Kein Pursch sich bey keinem Buben in die gesellschafft einlaßen, bey straf [Alb. Becker in PfW 1906, S. 130]. — Der alte Junggeselle ist ein alder Bu (Bub) [verbr.]. Der traurigst Tropp uf dere Welt is doch en alte Bu! [Schandein Ged. 41]. — 5. a. 'Geliebter'; mei Bu [Kaislt LU-Limbghf]; in älterer Mda. meist Borsch, s. PfWB Bursche. — b. Dim. mei Buche (būχe) 'Liebling', von Mutter und Vater gegenüber ihrem Söhnchen gebraucht [verbr.]. — 6. 'Knecht, dienender Bursche, Lehrjunge' in den Zs. PfWB Brezel-, PfWB Tinten-, PfWB Eis-, PfWB Fallen-, Fütter-, Gäuls-, PfWB Geißen-, PfWB Hunds-, PfWB Knottel-, Küh-, PfWB Lehr-, PfWB Maurers-, PfWB Ochsen-, PfWB Schäfer-, PfWB Schreibers-, PfWB Speis-, PfWB Vieh-, Weid-, PfWB Zinnenbube. — 7. Scheltwort in den Zs. PfWB Bettel-, PfWB Teufels-, PfWB Gassen-, Huren-, Hutzelchens-, Kaffee-, PfWB Laus-, Linsen-, PfWB Lumpen-, PfWB Rotz-, Sand-, PfWB Sau-, Schnurres-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Städterbube. — 8. 'Spielkarte'; de Bu (Bub) rausspiele [allg.]. Zs. Eckstein-, PfWB Herz-, PfWB Kreuz-, PfWB Schüppenbube. — 9. junge Buben 'junge Fische'. a. 1488: Von St. Georg bis zum Bartholomäustag (vom 23. April bis 24. August) sollen keine Schnez und Buben gefangen werden von Wormbß bis gein Germersheim bei einer Pene (Strafe) von 5 Pfund Heller [Kreutzer 20]. — 10. 's Braune Buwe, scherzh. für 'Maikäfer' [Kaislt (1925)]. — 11. a. stumbiche (stumpfe) Buwe 'Kartoffelklöße' (das Gegenstück hierzu sind die länglichen Klöße, s. Spitzbuben) [SP-Schiffstdt (Bertram 158)]. Syn. s. Grundbirnenknöpfe. — b. Buwe un Mädle 'Klöße und Kartoffeln' [SPf]. — F.: būb NWPf, sonst bū; Pl. būwə; Dim. bībχə (Pl. bībχər) [Bd. 1, Sp. 1310] WPf (außer Ostteil von PS) NPf nördl. VPf Don Gal Buch, būχə s. o. 5 b, bīw(ə)l (Pl. bīwlə u. bīwəlχər) mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS. — Südhess. I 1185 ff.; RhWB Rhein. I 1065/66; Saarbr. 39; LothWB Lothr. 69; ElsWB Els. I 4; Bad. I 352.
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