Nase f.: I.1. das Geruchsorgan N., Nas (nās, ns) [mancherorts VPf südl. WPf SWPf vereinzelt übrige Pf, Mang 80, verbr. Gal], Nans (nāns, nns) [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf, Christmann Kaulb 7 Müller Dietschw 52 Schneckenburger 48 Heeger Tiere I 15], Nos, Nons (nōs, nōns) [mancherorts NPf vereinzelt übrige Pf, mancherorts Gal]; Pl. -e (-ə) [verbr.]; Dim. Näs'che (nsχə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Näsje [Kus, mancherorts WPf], (nnsjə) [Christmann Kaulb 75], Näsel (nsl) [mittl. u. südl. VPf], 's Nonsi [ KU-Schmittw/O]; Dim. Pl. Näs'cher [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Näsjer [Kus, mancherorts WPf]; Zs.: PfWB Adler-, PfWB Pfund-, PfWB Platsch-, PfWB Platt-, PfWB Blau-, PfWB Boll-, PfWB Branntwein-, PfWB Pratschel-, PfWB Pris-, PfWB Bruttel-, PfWB Bulldoggen-, PfWB Butter-, PfWB Butzen- 1, PfWB Dogg-, PfWB Topps-, PfWB Dreck- 1, PfWB Driesch-, PfWB Trompeters-, PfWB Tröpfel-, PfWB Tropfs-, Erdbeer-, PfWB Eulen-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, PfWB Habichts-, PfWB Hakel- 1a, PfWB Haken- 1a, PfWB Henkkörbels-, PfWB Himmelfahrts-, PfWB Himmels-, PfWB Hunds- 1, 2a PfWB u. PfWB b, PfWB Juden-, PfWB Keil-, PfWB Klicker-, PfWB Kupfer-, PfWB Lang- 1, PfWB Mops-, PfWB Quetsch-, PfWB Ramsch-, PfWB Rotz-, Rummel-, PfWB Sauf-, PfWB Schlotter-, PfWB Schnaps-, PfWB Schnuffel-, PfWB Schnüffel-, Schnupfer-, Schnupf-, PfWB Schnupftabaks-, PfWB Speck-, PfWB Spitz-, PfWB Spür-, PfWB Stopfen-, PfWB Stopf-, PfWB Stülp-, PfWB Stumpf-, PfWB Stupfer-, PfWB Stupf-, PfWB Stups-, PfWB Wein-, PfWB Zwicker-, PfWB Zwiebelnase; scherzh. Bez.: Birne 2b, Branntweinschrumpel, Brühflasche, Torschen 2 b α, PfWB Dose1 2 a, Tulipan(e) 2, Tulpe 2c, Tüte 2aα, Gesichtserker, [Bd. 5, Sp. 76] Giebel 2 c, PfWB Ginkel1 2, PfWB Gipfel 2bα, PfWB Glühbirne 2, PfWB Grundbirne 2a, PfWB Gulle 1, PfWB Gump1, PfWB Gumpel2, PfWB Gumpschel, PfWB Gunkel 2, PfWB Gurke 2, PfWB Himmelfahrtsauferstehung, PfWB Karfunkel 2, PfWB Kloben II1e, PfWB Knollen 2 aα, PfWB Kolben 1dα, PfWB Kukumer 2a, PfWB Kumpf 2a, PfWB Kupferbergwerk, -tute, -zinken, PfWB Levkoje 2, PfWB Löschhorn 2, PfWB Lötkolben 2 b, PfWB Nasenfaktor, PfWB Nashorn 2a, PfWB Rotzbatterie, PfWB Rübe, PfWB Rummel, PfWB Schlot, PfWB Schornstein, PfWB Zinken, PfWB Zwiebel; e langi (großi, bräädi, krummi, spitzichi) N.; e blooi N.; e blooverfroreni N. [ZW-Gr'bundb, verbr.]; e blooversoffeni N. [ SP-Harths]; e N. wie e Rummel [ KU-Schmittw/O]. Er streckt die N. in de Mand (Mond) 'hat eine Stupsnase' [ GH-Zeisk]. Dem reent's (ball) in die N., dass. [ FR-Kindh], auch von einem Hochmütigen [ NW-Freinsh]. Sie hot nix als N. 'eine sehr große N.' [ LA-Herxh]. Dem sein N. kann mer brauche for e Löschhorn in de Kerch, dass. [Hebel 20]. Der is net se korz kumm, wie die Nonse verdäält worre sein, dass. [ KU-Schmittw/O]. Der kinnt sein N. in d' Ausstellung schicke, dass. [ GH-Zeisk]. Die Jurre kennt mer on de N. [ RO-Finkb]. Mein N. laaft (treppelt, treppselt, treppst, beißt) [LU-Neuhf, verbr.]. Die N. laaft mer de ganze Dag (an eem Stick, bestännig) [BZ-Albw, verbr.], laaft (mer) wie e Brunnerehr [ KU-Diedk], wie e Stäänhauerkännche [ KU-Trahw], wie e Schereschleiferskiwwel [Kühn Palz 141]. Dem laaft die N. ens Maul enenn [ FR-Bockh]. Er hot e Brannteweintreppche an de N. (scherzh.) [ KU-Bedb]. Er butzt sich die N. [verbr.], zieht die N. nuf [Pirmas], bohrt en de N. erum [ KB-Kriegsf], dut e Fuhrwerk in de N. einrichde 'den Nasenschleim einziehen' [PS-Burgalb (Klein Wag. 103)], spricht dorch die N. 'näselt' [ NW-Hardbg], holt (nemmt) sich e N. voll (frische Luft, angenehmen Duft) [Kus, mancherorts], horcht mit Maul un N. 'sehr aufmerksam' [verbr.], sperrt (reißt) Maul un N. uf, dass., auch: 'ist neugierig' [verbr., auch Gal], is weiß unnner de N., dass. (scherzh. Abwandlung von nase(n)weis) [ KL-Fischb], lacht merrem ganze Gesicht un met de N. extra 'freut sich besonders' [ RO-Rehborn]. Gelt, des steckt der in de N.! 'Das hättest du gerne!' [KU-Kaulb, verbr.]. 's (Das Kind) hot e Näsel 'eine Rotznase' [ GH-Zeisk]. Sein N. funkelt (vom Wein) [ NW-Kallstdt]; glänzt wie e Karfunkelsteen im Oweloch, dass. [verbr. Don Gal]. Ich hun's in de N. 'habe einen Schnupfen' [ebd.], bin ganz zu in de N., dass. [ KU-Bedb]. Er hot sich N. un Ohre verfrore [ BZ-Dernb]. De Merreddich fahrt (geht) dorch die N., hat einen stechenden Geruch [ebd.]. Der hot e rot N. un die annere trinke de Wein, von einem Nichttrinker mit roter Nase [ RO-Als]. Dem sein N. hot Junge gemacht 'Seine Nase hat Ausschlag vom vielen Trinken' [ KU-Schmittw/O]. Mittel [Bd. 5, Sp. 77] gegen rote N.: Mer sauft so lang, bes die N. bloo is [ebd.]. Er hot uf de N. gedanzt 'Er hat Schürfwunden im Gesicht' [ GH-Zeisk]. Der hot noch kän Hoor 'keinen Bart' unner de N. 'Er ist noch sehr jung und unerfahren' [ebd.], kann sein N. noch net orndlich butze, dass. [ebd.]. Der schreibt mit de N., von einem kurzsichtigen Schüler [ LA-Herxh]. Wenn ein Neugieriger nach dem Aussehen eines Unbekannten fragt, die abweisende Antwort: Er hat die N. mitte em Gesicht [KU-Erdb Bergz (Kamm 78)]. Mach der e Knippel (e Knopp) in dei N., daß de's net vergißt! [BZ-Dernb, GH-Zeisk, verbr.]. Derbe Abweisung oder Herausforderung: Kiß mich, wu ich kän N. hun! [RO-Odh, verbr.]; Var.: Kiß mich im Gesicht, wo ich kän N. hab! (Dabei werden von Frauen oft die hinteren Rockschöße hochgeschlagen) [ NW-Elmst, mancherorts]. Enner hot d' N. gemacht un e annerer d' Ohre, von einer zweifelhaften Vaterschaft [ GH-Zeisk]. Antwort auf ein lästiges »Warum?«: Weil die N. is krumm [ Gal-Dornf]. De Hund hot eppes in de N. 'wittert etwas' [ RO-Rehbn]. Du hosch e gudi (e feini, e g'scheidi) N. g'hatt 'hast einen guten Riecher' [LA-Herxh, verbr.]. Er hot die N. voll 'ist es leid, hat keinen Mut mehr' [ KL-Drehthhf]. Der denkt net weider, als die N. reicht (geht) 'ist sorglos, zerstreut, vergeßlich' [RO-Callb, verbr.]. Er sieht net weider, wie die N. lang is, von mangelndem Weitblick [Zweibr]. Er geht de N. nooch 'geradeaus' [NW-Hardbg, verbr.]. Ausweichende Antwort auf die Frage »Wo gehst du hin?«: Immer de N. noo [ZW-Hornb, verbr.]. Der hot die N. im Trog 'Er erfreut sich besonderer Gunst, besonderer Vorteile' [ KL-Hirschhn]. Jetz macht's e anneri N. 'Jetzt sieht es schon anders aus' [ KL-Fischb], kriet's e anneri N. 'bekommt es eine andere Auslegung', z. B. von Gerichtssachen [ NW-Geinsh]. De Zug esch em var de N. wegg'fahre [LA-Herxh, verbr.]. Der hot mer's vor de N. eweggenumm [KU-Schmittw/O, verbr.], hot mer die Deer vor de N. zugeschlaa [KU-Diedk, verbr.]. Die sitze enanner uf de N. 'wohnen nicht weit voneinander' [ KU-Schmittw/O]. Ich hun die N. drufgestoß 'habe zufällig etwas entdeckt' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Dem muscht d' N. drufstouße (weil er schwer begreift) [LA-Herxh, verbr.]. Des steckt em in de N. 'Das hätte er gerne' [ Don-Schowe]. Der knoddert alle Nas(e) lang 'oft' [KU-A'glan, verbr.]. Er hallt em die Fauscht unner die N. 'bedroht ihn' [verbr.]. Du dein N. serick! [ RO-Alsbr]. Ich schlaa (hau, treff, stupp, tret) der uf die N. [FR-Kindh, verbr.], stempel (bolier) der die N. [ZW-Bottb, verbr.]; mit dem Zusatz: daß de nimmi rieche kannscht [ KL-Wörsb], daß die rot Brih erauskimmt [ KU-Bedb]. Ich schlaan der die N. so platt wie en zinnene Deller [ KB-Albish]. Zu einem, der in eine Rauferei verwickelt war und bestraft wird: Häsche dei N. dehaam geloß [ebd.]. Zu [Bd. 5, Sp. 78] einem Neugierigen: Muscht du dei N. iwweral (in alles) neinstecke? [NW-Geinsh, verbr.], d' N. (iwweral, immer) dezwische haun? [GH-Zeisk, verbr.], vorne hawwe? [FR-Kindh, verbr.], mit deiner N. iwwerall vorne dran sei? [ LA-Nd'hochstdt]. Er streckt sein N. en jed Loch (en de Kochhawe) [ KB-Kriegsf]. Stecken die N. in eier Dreck! [ Gal-Obl]. Des werd ich der net uf die N. binne (hänke) 'Das werde ich dir nicht verraten' [verbr., auch Don Gal Buch]. Die hot die N. ongestoß 'hat Anstoß erregt', auch: 'ist schwanger geworden' [ KU-Schmittw/O]. Er zieht em die Fäde (die Wärem, de Stoppe) aus de N. 'horcht ihn aus' [verbr., auch Don Gal Buch]. In Zukunft bleibschde met de N. eweg 'hältst du dich heraus' [ RO-Als]. Er hot mer e N. gemacht (den Daumen auf die N. gesetzt und die Finger gespreizt) 'Er hat mich verspottet' [LU-Alsh, verbr.], e N. gedreht, dass. [Frankth]. Er halt (riwwelt, reibt, drickt, stoßt, stumpt, stuppt) em des (eppes) unner die N. 'sagt ihm die Meinung, macht ihm Vorwürfe, erinnert ihn an Unangenehmes' [verbr.], butzt em die N. 'weist ihn zurecht' [Pirmas, verbr.], danzt em uf de N. rum 'macht ihn lächerlich, ärgert ihn' [verbr.], loßt sich net uf de N. rumdanze 'läßt sich nichts gefallen' [mancherorts, Krieger 27], loßt sich net an de N. rumfiehre 'läßt sich nicht übervorteilen, täuschen, betrügen' [verbr., auch Don Gal Buch]. Die traat die N. (arich) hoch 'ist eingebildet, hochmütig' [verbr.]. Wann er des heert, do werd er d' N. nufziehe 'eine böse Überraschung erleben' [ LA-Herxh]. Er rumbelt die N. 'ist unzufrieden' [ KU-Schmittw/O], ringelt die N. 'gerät in Verlegenheit' [ GH-Zeisk], kriecht die N. gedreht 'wird getadelt, bekommt eins ausgewischt' [ LA-Herxh, RO-Obd], loßt die N. hänke 'ist beleidigt' [verbr.], liegt gleich uf de N. 'hat einen labilen Charakter, kein Stehvermögen' [ LU-Limbghf], fallt uf die N. 'macht Bankerott' [ FR-Albsh], leit uf Maul un N. 'ist ruiniert' [mancherorts, auch Don Gal Buch]. Hol dich an deiner (eichene) N.! 'Werde vernünftig!' auch: 'Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!' [Feierowend 32/1953, Krieger 27]. Zopp (Zowwel, Nemm, Greif) dich an de N.!, dass. [GH-Zeisk, mancherorts, auch Penns]. SprW.: Wammer sich sein N. abschneidt, verschändt mer sich sein G'sicht 'Wer über die eigene Familie oder über die Verwandtschaft schimpft, bringt sich selbst in Verruf' [LU-Muttstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer Pech hot, brecht sich de Finger in de N. (im Aarsch) [ Gal-Bagbg Hartfeld]. Mer braucht de Leit net alles uf die N. ze binne [Feierowend 24/1953, verbr.]. Die rot N. kummt net vum Wassersaufe [FR-Bockh, verbr.]. Es soll sich jeder an seiner äägne N. robbe [Hebel 47]. De ein hot die rot N. un de anner saift de Wein [ KU-Schmittw/O]. 's Recht hot e spitzi N., 's loßt sich dron drehe [Bd. 5, Sp. 79] [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Mein N. beißt mich, 's git Neiichkeide [ LA-Herxh, mancherorts], 's git B'such [ GH-Zeisk]. Wann em die N. beißt, werd mer bees seller Dag [Fogel Beliefs Penns Nr. 392], kriggt mer en Boss 'Kuß' [ebd. 390]. VR. s. PfWB Faß 2a, PfWB Gans 1a, PfWB gerade2 I1, PfWB Glas 1, PfWB Katharina 1a, PfWB Laden 1a, PfWB Laterne 1a, PfWB Schornsteinfeger. Fingerspiel: Die N. eines kleinen Kindes nimmt man zwischen Zeige- und Mittelfinger und spricht: Ich han dein N. [ HB-Kirrbg, mancherorts]. Ich hun der die N. abgeschnett [ KB-Albish]. Ich hab dei Näsel rausgeroppt [ LA-Gommh]. Ach Gott, 's Kind hot jo kän N.; 's hot awwer e Nänsje [ KL-Fischb]. Vgl. auch PfWB Gans 1a, PfWB Klee 1a. — 2. 'Hautlappen am Schnabel des Truthahns' [ LU-Friesh]; Zs.: PfWB Rotznase. — II. übertr. 1. vom Menschen a. e aldi N. 'ein neugieriger Mensch' [ LA-Herxh]. — b. e kaldi N. 'ein Russe', pfälzische Musikantenspr. [Schneider 78]; vgl. II4eβ. — c. Zs.: Bach-, PfWB Blech-, PfWB Boz(en)- 2, PfWB Dreck-, PfWB Gelb- 2, PfWB Gummi-, PfWB Haar-, PfWB Hakel- 1b, PfWB Hundsfotzen-, PfWB Hunds- 2c, PfWB Krumm-, PfWB Lang- 2, PfWB Ramsch-, PfWB Rotz-, PfWB Schnaps-, Schnuddel-, PfWB Schnüffel-, Schnupf-, PfWB Stülp-, PfWB Stumpf-, PfWB Weinnase. — 2. von Tieren. a. 'der Weißfisch Chondrostoma nasus', ein minderwertiger Fisch, Nas, Nos Pl. Nase, Nose [LU-Altr Friesh Opp Spey GH-Kand Heeger Tiere II 13]. a. 1600: die Lauter ... gibt aller fisch, als da synd Bresen, Münnen, Hecht, Barben, Börsching, Naßen, Esche, ääl, Krebs und andere kleine fisch [Vellmann Wolfst.]. — b. Zs.: PfWB Hakel-, PfWB Schafsnase. — 3. von Pflanzen. a. Pl. gäle Nase 'Königskerze (Verbascum thapsiforme)' [ HB-Limb]; Syn. s. PfWB Kunkel1 2. — b. Zs.: PfWB Gelb-, PfWB Hornungs-, PfWB Schafsnase. — c. 'überstehendes Stück der Mittelrippe des Tabakblattes, das den Verkaufswert des Tabaks mindert', Nas Pl. Nase [PfRh. 15/1934]; vgl. PfWB Knebel 2aδ. — d. 'Wucherung am Baumstamm' [ ZW-Bechhf]. — e. 'Verdickung am Rebstock'. D' Rewe kriechen dicke (dinne) Nase [ BZ-Heuchh]. — 4. von Sachen. a. Zs.: PfWB Boz(en)- 1, PfWB Fastnachtsnase. — b. nasenförmiger Vorsprung. α. an der Mauer [ FR-Bockh], vgl. PfWB Mauernase. — β. am Dachziegel [KU-Obw/Tiefb, verbr.]. — γ. am Tisch, am Herd [ FR-Bockh]. — δ. am Milchtopf [ KU-W'mohr]. — ε. am Schließkloben der Tür, am Türschloß [ LU-Neuhf, LU-Alsh]. — ζ. Zs.: PfWB Felsen-, PfWB Wassernase. — c.α. 'Eisenstift an der Wagendeichsel zum Halten der Stoßketten' [KB-Kriegsf, verbr.]; Zs.: PfWB Deichselnase; auch: 'Haken an der Zotkette' [PS-Burgalb (Klein Wag. 118)]. — β. Zs.: PfWB Hobel-, Windenase. — γ. 'Ausflußrohr der Jauchepumpe, Abflußrohransatz am Brunnen' [ KU-Diedk]; Zs.: PfWB Brunnennase. — δ. Nähte an einem Kissen, die nicht rechtwinklig genäht sind, machen Nase [ KB- [Bd. 5, Sp. 80] Kriegsf]. — ε. Das Wams hat am Hinterteile zwei hervorstehende »Nasen« [BZ-Billh u. Umg. (F. Gundelwein Pfälzische Volkstracht, in: PfW 11. Jg., S. 16)]. — d. 'auf den Boden gezeichnetes Dreieck im Klickerspiel Nas'chens' [ IB-Hass]. — e.α. 'Schilling', Musikantenspr., Nas [KU-Erdb (A. Zink in: Bei uns daheim 19. 5. 1926)]. — β. Pl. halwe Nose (Nase) 'halber Dollar', Musikantenspr. [Pfälzer Abendzeitung 4/1951, Schneider 78]; vgl. II1b. — f.α. 'Nasenschleim'. Der hot e N. 'hat Nasenschleim an der N. hängen' [ KL-Fischb]; vgl. PfWB Rotznase. — β. Zs.: Butze(n)nase. — 5. 'Rüge, Verweis'. Er gebbt (kriet) e N. 'Er erteilt (bekommt) eine Rüge' [FR-Bockh, verbr.]. Er hot von owwe (vom Vorgesetzten) e. N. kriet, hot e N. einstecke misse, dass. [Frankth], hot e N. gedreht kriet, dass. [ BZ-Albw]. RA.: Er leet die N. zu de annere Nonse 'Er nimmt den Verweis gelassen hin' [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. IV 924 ff.; RhWB Rhein. VI 86 ff.; LothWB Lothr. 379; ElsWB Els. I 782. | | NRhWB PfWB ElsWB LothWB Nase das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk nās, Pl. -sə; Mosfrk an der Saar in Saarl nā:s, –ā-; doch innerhalb Friedrichsw Hostenb Schaffhsn Werbeln --; n. einschl. Schwarzenholz Saarwellingen Diefflen, Merz-Becking Düppenw Haustdt -:-; weiterhin nach N. in Merz, Saarbg -:-, –·ə.- [doch -ū·ə.- w. einschl. Saarbg-Eft Hellend Orscholz Kessl Buschd Nennig Wies; n. einschl. Merz-Silwing Mondrf Mechern Menning Merching Riml Wahlen bis Saarbg-Buschd Tünsd Wellen Rodt Hamm OZerf Hentern, Trier-Lamparden (zum Ruwert hinein mit -:-) -:-; dies auch n. u. w. einschl. Saarbg-Kreuzw Sinz Faha Collesleucken Meurich Kelsen Cahren Manneb Merz-Stdt -·ə.; Mettlach Keuching Saarhölzb -ō-]; sonst WMosfrk n:s, auch in Koch, May Aden-Virnebg [WBitb -ō-]; sonst OMosfrk -ā:-; Rip -ā:- [kurköln. Neuw, Sieg-Ägid nas, Pl. -zə]; Berg -ā:-, –ā- (Dat. Sg. nāzən, -ā:- wie auch Rip); SNfrk nā:s, Pl. nāzə; Klevd von NGeld, NMörs, n. Ruhr an ns [Mörs-Orsoy Wallach --] [Aach-Stdt scherzh. -ø·y.-], Pl. -zə(n), Demin. [Bd. 6, Sp. 87]
nsχə(n) [-ī·ə.-, -:-], -:-, nskə, –ę-, –- f. [Klevld auch m.]: 1. wie nhd. a. die N. als sichtbares Glied schlechthin. α. nach Form, Grösse, Länge, Aussehen; en decke, plompe (klöpige, knollege usf.), lang, stompe (stuppe), spetze, kromm, schief N. Allg.; en ofgeschirzt N. Stulpn. Nahe, Saar, Trier, Bernk, Zell; en opgestölpte N. Rip; en opgekrämpelte N. Rees-Brünen; en gehuərwen N. Saarbg-Nennig; en ofgeworfen N. Merz-Losh; en klen, ardig (profittlich Rees, penterlich Merz) Näs-chen; s. auch Apothekersch-, Branntweins-, Blütsch-, Döbb-, Eulen-, Fusels-, Gumpel-, Himmelfahrts-, Huppchens-, Juden-, Juchhee-, Kartümmels-, Knubbels-, Kock-, Kolben-, Nuff-, Pfeffer-, Platt-, Ramsch-, Sau-, Schaufel-, Schnapps-, Schnuff-, Splick-, Stipp-, Stülp-, Stump-, Stupp-, Tuck-, Tünnes-, Tuppnas; en Blütsch, Tumpe, Giebel, Gitsch, Gitschkumkummer (-gurke), Griffel, Gülps, Haken, Klump, Knolle, Kolben, Möhre, Rübe, Rummel, Tülle, Tulpe, Zwiebel, Üllich; en Kerzen-horn, –löscher, –dümper, –ducker, –töter, Löschhorn, Pilhaue, Ulichkännchen (Öl-). RA.: De hät en N. (so dick, plump) wie ene Klomp (Holzschuh) SNfrk, Eup, — en Kolwen, — en Glühk. Gummb, — ene Lükolve (Löt-) Köln, — en Lübot (Lötbolzen) Heinsb, — en Leschhoərn (zum Auslöschen der Kerze) Rip, Allg., — e Kerzenherchen (-hörnchen) Bernk, Aach, — ene Kerssendömper Mörs-Xanten, — en Kerzenducker Ahrw-Ramersb, — en Kolter Schleid-Ahrhütte, — en dütsch Polwerhorn Duisb, — en Tüthoər (Blashorn) Erk-Keyenbg, — en Töll Dür, — en Boll (grosser Schöpflöffel) Saarbg-Cahren, — en Döppesboddem Daun-Dockw, — e Schuh Saarbg, — e Keilstumpe Trier-Züsch, — en Koffiköppke (Kaffeetasse) Rees, — en Kächer (Köcher) Merz-Becking, — en Schlocker (Wetzsteinbehälter) Elbf, — ene Gietklomp (Giess-) Klev, — en Pötthüske (Brunnenhaus) Geld-Hinsbeck, — en Bohr Saarbg-Weiten, — en Beschhei (Buschhammer) Bernk, — en Brellsched (Brillenscheide) Neuw-Dierd, — e Schuvkarrefüske (-fäustchen) Mülh-Ruhr, — e zweischläferig Hondshis-che (-häuschen) Siegen, — em Burgemäster säng Fiərscht Bitb-Wiersd, — en Mörmel (Klicker, Stulpn.) Rees, — en Eilschnabbel (Eulen-) Wittl-Bausend, — en Schraut May-Rieden, — en Doggnas Dür-Weisw, — en Komkommer (Gurke) (s. d.) Allg., — en Rummel (Runkelrübe) Rhfrk, Mosfrk, — en Muhr (Möhre) Bergh-Kirchherten, — en Morkel (Morchel) Schleid-Glehn, — e Grumber (Kartoffel) Rhfrk, Mosfrk, — ne Mozemer Erdappel Dür, — en gebacke Bir (Birne) Schleid-Hellenth, — en pinnig (pfündige) B. Wittl-Binsf, — en Klusterbir Bernk, — en Göbbelsbir Sieg, — en Klosspär Klev, — en Karot Meiderich, — en Erdbäs (-beere) Klev, — en gebacke Promm (Pflaume, gequetschte N.) Schleid-Glehn. Jüdd, J., J., hät en N. wie en Wasserschepp! [Bd. 6, Sp. 88]
Rip, SNfrk, Eif. Et Gret hat e N. wie e Drombet! Wend-Wemmetsw. Wer eine lange N. hat, hot och zweimol ‘hei’ gerof, wie de N.ə verdält sen gen Mosfrk, Allg., — un hot de Schachtel derbei kriet Trier-Clüsserath; de hät ze def (tief) en de Korf getas (getastet), als de N.ə ömgedelt wuərte Dür. De hät mih N. wie Gesech Köln. Aus dem seine N. konn mer drei mache Neuw-Dierd. Wat hot de Kerl en N.; mer darf neist son (sagen), sons get mer noch zerschlohn! hinter einem Fastnachtsnarren her gerufen Trier, Dür-Hastenr. Den hot en N., mer kennt Grumbiren dermat haufen Trier-Schleidw. De harr en N., bie wann e Holzäppel schnuffe kinn (könnte) Koch-Clotten. En lang N.ən un spetze Kenn sitz der lebendigen Düvel dren Köln-Stdt. Heiligen Nikolos möt der langer N. lehrt de Könner lesen möt dem stompige Besem! Trier. Wer selfs en decke N. hät, soll enen andere nit Löschhorn schänge (schimpfen) Köln-Stdt. De en d. N. hat, es et iərsch am Döppe gewes MGladb-Giesenk. Der hot en N. (so dick, plump), dei kann mer met de Fauschthänsche (-handschuhen) botze Kreuzn-Pferdsf; möt dem sing N. kömmer et Flaster ophaue MGladb-Schelsen. Wer war das? Antw.: E Man mat er krommer N. Saarbg-NZerf. Sing N. setzt op en Huche (in kauernder Stellung) von einer kurzen, flachen N. Aach-Stdt. Wer eine Stulpnase hat, dem rent's (regnet es) in de N. Ottw, Allg.; sin N. himmelt Sol. En N. (so spitz ) wie en Noldespetz (Nadel-) MGladb. Den hot en N. esou spatz (spitz), se wär got, fir Schwären opzestoussen (-stechen) Wittl, Bitb, Koch, — dat he en Blutschwär dermet dorchdäuen kann Mettm-Wülfr; met dem singer N. kann mer jet us de Oge krige MülhRh-BGladb, — kann mer Holz splisse (spleissen) Dür-Gürzenich; de hät en N., für Erpel (Kartoffeln) ze reihe (behäufeln) Sieg-Aggert; wenn he op de Erd fällt, blif he steiche Rheinb-Heimerzh. De Leit mat de spatzen N.ən, die dugen neist Bitb, Allg. Spetze N. on sp. Kenn, do sett der Düvel dren MGladb, Rip. Vurwatz (Vorwitz) mecht en N. spatz Prüm-Ringhuschd. He hät en N. (gerötete N., Schnapsnase) wie en gekochter Kriəbs Waldbr; dem sei N. is so rot wie en Kiərsch Saarl-Wadgassen; der hot e rot (blau) N. Allg., — e kofferen Näs-chen Trier, — e gellen (golden) N. Trier-Trittenh, — e N. met em rude Kippchen Merz, — wie en Glüh-, Lötkolwen Gummb; dem sin N. leuht (glüht) wie en Lateər MGladb, — en Tronsfunzel Düss; he hat en N. wie ene Blutsock (-sack) MGladb-Schiefbahn, — ne Leuttur (Leuchtturm) MGladb. De ruə N.ə sönd koəme Kälte ist eingetreten Eup. De hot dat rut Näs-chen nöt omesos (umsonst) er ist ein Trinker Trier. De Ale suffe ger, on de Jonge krein de rut N. Neuw-Vettelschoss. Der eine Brannteweins-, Schnapsn. (en rut Bir, en Pingstrus, en Schnapslichtchen, en Branntweinsbimmchen [Bd. 6, Sp. 89]
Trier-Schleidw) hat, sagt: Meng N. hat mech me Geld gekost! Malm-Emmels. — War es der Onnerschied zwesche änem 42ər Geschoss on äner rorer N.? Dat 42ər G. kommt von Esse (an der Ruhr) on e rot N. van Trenke Scherzfr. aus der Kriegszeit Bernk-Allenb. — Der Wankelmütige os wie en wässe (wächserne ) N. Schleid-Reifferschd. Et Recht het en wössent N., et leischt (lässt) sech dreihen (drehen) Saarbg-Faha. Ene Awekot (Advokat) drähjt et as en wasse N. Rees. Wer wor dat? Ausweichende Antw.: En Frau met ongekokter (ungekochter) N. Kref. — β. nach der Lage im Gesicht u. im Verhältnis zu benachbarten Körperteilen u. als Organ schlechthin. RA.: De hot de N. metten em Gesicht ist ein brauchbarer Mensch Bernk, Allg. Wer war das? Ener, der de N. m. em G. hät Altk-Wissen; de met die Nas em G. Jül-Broich; ne Mann met zwei Beən en en N. en et G. Aach. Dat es de N. us et G. der schönste Teil einer Sache Aach-Stdt. Wer sich sing N. afschnick (abschneidet, afbitt, afknippt, ausstecht), de verschängelert sin (eige) Angesech wer von seinen Angehörigen schlecht spricht, macht sich selbst verächtlich Köln, Rip, Eup, SNfrk, NBerg, — verschämp(t) Sieg, Ahrw, — verschänndt Gummb, — bərschimt Mosfrk, — schömfert Trier-Mehring, — verschaffenert Prüm-Ringhuschd; schnej gei ow de N. af, dann schänd (schändest) gei ow eigen A. Geld, Mörs (schändeliert Mörs-Rheinbg), Rees; der schneck sech de N. meddsen us em Gesech Bergh-Blatzh, Simm; wenn de övver di Bröüer (Bruder) kalls, schnetts de dich de N. af MGladb-Viersen. Sorg marr, dat dech de N. en't Gesecht bliff stoəhn! zieh dich nur gut aus der Klemme Erk-Elmpt. De hät Backe (so dick), dat mer em bal de N. net sieht Monsch. So alt wie meng N. Antw. auf die Frage nach dem Alter Bo, Sieg-Fussh, — wie deng N. Prüm-Steinmehlen. Die Kleinen sein gewossen (gewachsen) wei de N. am Schwein Saarbg-Nittel. De denk och nit wigger (weiter), als sing N. langk es Köln. Me moss ze iərsch en N. ha, iəhr me schnüvve wellt zur Erledigung dieser Arbeit fehlt ihm die notwendige Fertigkeit Aach-Stdt. He sorg immer, dat singen Hirring (Häring) zwei N.ən hät sorgt für seinen Vorteil Köln-Stdt. Auf Silvester (31. XII.) sagt man: Ek häbb ene Mann gesiehn, de hat so vell N.ə, wie Dag dat Johr hat (also nur eine) Mörs-Lintfort, Nfrk, Rip. Leck mich, wu ich ka N. hon! abschl. Antw. Goar, Allg., — awer doch rieche! Goar-Weiler. Oge wie e Kalf, de N. bloss half, Zähn wie en Reche, drom konnt e och net spreche Ahrw-Ramersb. Brav hat de N. af von dem, der unlautere Geschäftsgrundsätze hat Aach-Stdt. Dorop lihne (leihe) ech dem Düvel meng N. net! ich zweifele an der Erfüllung des Versprechens Schleid, Monsch, Aach, Sieg; dorop gef ek min N. niet an de Kuckuck! Geld. Was machst du da? Antw. der Kinder: denn (deine) N.! Bitb-Bollend. [Bd. 6, Sp. 90]
De hät de N.ə nit gezallt (gezählt) gesagt, wenn jmd. bei Verteilung an eine best. Anzahl von Personen nicht genau auskommt Köln-Stdt. He hät noch ken Hor an (onder) der N. ist noch ein grüner Junge; kenn H. an de N. rein gar nichts Klev-Cranenbg. Durch de N. schwätzen (kallen usf.; auch absol. graseln, knargeln, knase(l)n, knauseln, kneimeln, kneinsen, kneiseln, nängeln, nängen, nangseln, näseln, nauseln, neineln, neisen, nuffen, nuseln, rangsen, schlärren, schnärbeln, schnärren, schnärzen, schnaufeln, schnörken, schnuffen, schnuffern, schnürbeln, schnürgeln, schnurren, schnurbeln) Allg. — Ech ha gegesse, dat mer der Lif ge (gegen) de N. nof stonn Siegld. Wer war das? En Mensch mit de N. för de Kopp Ruhr; de M. met de vier N.ə Aden-Virnebg; ene M. met en ongekockte (ungekocht) N. för de Kopp Mörs-Alpen. Der lacht meat dem ganze Gesicht on meat der N. extra Merz-Nunk, Verbr. E Männche met Auge, die sich üvver de N. ansohche schielend Köln-Stdt. Schmal öm de N. hungerleidig Sol. Der Träge schafft, dat mer em Maul un N. sieht (er bückt sich ja nicht) Simm. Den os esou jest (jüst, genau), mer hätt him nigdig (nötig) tesche (zwischen) Mond on N. zu scheissen on noch zu machen, dat et net stenk Prüm-Ihren. Jo, et hot et Maul zwerch onnig de N. Antw. auf die Frage, ob das Mädchen schön sei Bernk-Crummenau; eich gen der änt, dess der det M. zw. enner der N. steht! Birkf-Herrst. De os got ze Foss innigt der N. er isst tüchtig Koch-Laub, Kobl, Trier, Dür, Eup. Ein Träger es an't schweite (schwitzen) onder de N. Emmerich. — Rätsel. Han ene Puckel on kann net lige; han e Ben on kann net gonn; han twei Flüəgel on kann net flege; wenn ech lop, bön ech schrecklich antesehn? die Nase MGladb-Korschenbr, Daun-Hillesh. Ofzoch, Stornstefeger, alles em Haus? Neuw-Dierd. Wat für'n Kopp hät ken N.? Der Kappeskopf Berg. Wat ös et dommste Dengk en de Kerk? Et Kerzekörke (-hörnchen), dat steck de N. en et Für MGladb. — γ. als der am meisten hervorstehende, auffälligste, daher auch zurückgewiesene, gefährdete Teil. RA.: De süht (denkt) nit wigger (weiter) we sing N. Köln, Allg., — as de N. lang es Rip, Allg., — seng N. langk as Bitb-Rittersd, Ess, — as wie em die N. geht Simm, NBerg, — de N. reicht (reckt, reikt) Allg., — de N. gewassen üs MülhRuhr. Do reckt (reicht) dei N. net dron! Westerw. Alle N.ə lang jeden Augenblick Allg. Wohin gehst du? Antw.: Richt (grade) aus, wo de N. widderstesst, do kehren mer en Saarl-Gresaub; richt meiner N. no; wu eich widderstussen, kehren eich noch emol om Trier-Olewig; immer weider, bis eich met der N. widderstosse Ottw-Kairen; meiner N. no, bis ich widderlafen, da kihren ich em Trier-Ehrang; emmer (schnack) der N. no, mit der scherzh. Forts. küt der Arsch (de Fott) van [Bd. 6, Sp. 91]
selver (henne) no Rip, Allg., — de A. läft hinne no Simm, — da geht mer sich (geht sich de Arsch) nit ärr (irre) Rhfrk, — dann falle mer och net üvver de Hüser Jül-Röding; wo ich noch net war, immer der N. no Saarbr; dohen, wo de N. hen wist Erk-Gerderath; de N. engin (entgegen) Birkf-Hoppstädten; wo de N. hengeht, g. de Kerl self hen MGladb; man entgegnet demjenigen, der ‘der N. no’ antwortet, dann stek du din N. dem Hong (Hunde) en de Fott, dann löpps du dem no! Kref-Fischeln. De hät och jet meh för wie de N. (Wortsp. zwischen vor- u. vornehaben) er trachtet nach irgend etwas Kref-Osterath, Kemp-SHubert. Dat es ene N. fürop er ist bei allem vorn, dabei Dür-Ellen; do steht dem jo de N. no sowas bringt er fertig Dür-Langerwehe; de hät de N. üverall für am Eng (Ende) Berg, — derbei, — do; de kann seng N. net bei sich hale Rip, Allg.; loss de N. dervan (drus)! Rip, Allg.; wat der Mensch nit kann, do lött he besser de N. van Sol; hal (halte) deng N. bei dir! Bitb-Bickend. Et soll jeder sei eige N. zoppe (zupfen) sich um sich selber kümmern Birkf-Oberst; pack deng N., dann häste en ganze Hand voll! Sieg. Deə stecht de N. net bei mich er besucht mich nicht Aach-Stdt; de N. net för jen Dör steiche dörfe von dem, der zu Erkältungen neigt Aach, Allg.; loss dein N. net ze weit ean dat Deppe gucke! May-Polch. Aprelsgeck, stek de N. en den Kaffedreck! Elbf (s. weiter bei Aprilsgeck). De schmert de Botter, dat e kan de N. dren zoppen (tunken) Trier-Gilzem. Heə dreht de N. noə der Wengk (Wind) ändert seine Ansicht Kemp-Dülken. Kaum hot mer de N. verdriht, de micht e schons Dommhaden Trier, Allg. (herömgedreht). Sech de N. beschödde (begesse) sich einen trinken Rip, Allg. Sich de N. oplaufe übel ankommen, seinen Mann finden (auch ohne N., z. B. du drifs et su lang, bis de se ens opläufs) Aach, Eup, Dür-Gürzenich Langerwehe, Schleid-Hellenth. De N. schröme mit Schrammen versehen MGladb. Du kries och noch de N. geklemmt! läufst an Gummb-Nümbrecht. Wer sich de N. well parsche (pressen) losse, de muss se zweschen de Dör steche man soll sich nicht in fremde Sachen mischen LRip; de N. töschen en hangətəge Dör steke sich in Streitigkeiten mischen, wobei man schliesslich noch beteiligt wird u. nur Unannehmlichkeiten hat Eup. Sich de N. instusse zur Unzeit plaudern, sich den Mund verbrennen Goar-NFell, — verstüsse Aden-Herschb. Den hot sich elo es de N. bərbrant ist übel angekommen mit einer guten oder klugen Absicht Bitb-Dudeld. Ich haue der de N. platt! Drohung Birkf, Allg. (Wart, Männche, wann ich dich kriege, dann ös N., Mul on Oge en (ein einziges) Dohn (Tun)! Bergh-Blatzh); ich were dir de N. boliere! Saarbr-Feching, Kreuzn-Oberhsn, — säme (säumen) ebd. Enem de N. schure ihm Vorwürfe machen Grevbr-Otzenr. Dat wor no de Feschten (Ferse) [Bd. 6, Sp. 92]
gezielt un hot de Nos getrof die Anspielung hat mich getroffen Wittl-Binsf. De Onglöck hat, fellt e ge Gras en tebreckt de N. Eup, — de fällt op der Röggen on brecht de N. Schleid-Hellenth, Köln; fall nit op de R. on brek de N.! gesagt, um einen auf etwas Erstaunliches vorzubereiten Mörs-Repelen; as gei Mallör süllt häbbe, köje (kannst du) de N. in de Papp breke Emmerich. Wart, ech schneggen (schneide) dir de N. af! scherzh. Drohung an unartige Kinder Rip, Allg. Mer mouss sech net bərsprechen (rühmen), de N. ofzebeissen, bes mer äs (einmal) derbei kennt Saarbg-Faha. Se eisse mich noch N. en Uhren af die hungrigen Kinder Aach, Allg. De hät sich en kal (kalte) N. geholt ist abgewiesen worden Allg. — In manchen der folg. Wend. kann auch mehr Bed. 1 b (N. als Organ des Geruches) betont sein: Dat sall ek ow niet an de N. hange! nicht anvertrauen, das geht dich nichts an Klev, Bitb, May. Mer mott em ens an de N. föhle ob er noch bei Trost ist Geilk, Verbr. Enen an (met) de N. erömleide (-leiten) irre führen, hinhalten, benachteiligen Ahrw-Bodend, Aach, — herömführen Mörs; de kan ene mat der N. herumfohren Prüm-Mürlenb; enen an de N. lang föhre Köln-Kalk, Barm, Duisb. E lässt sich net ger an der N. kriwwelen (jucken) nicht aus seiner Ruhe bringen Ottw-Scheuern. Greif (holl, pack, krieg) dich an (bei, met) deiner N., do hoste e ganz Hand voll! mische dich nicht in meine Angelegenheiten ein, kehre vor deiner Türe Allg., — dann hoste Fläsch! Kreuzn-Langenth, — dat get en ganz Krap voll! Bitb; treck dich ens self an di N.! Heinsb, NBerg; sech selwer on der N. zoppen Koch. Ümmes wat op de N. benden (hangen) etwas weismachen; ek sall dej doch wahl net alles op de N. b. anvertrauen Mörs, Allg.; gef mer e Köərdche (Schnüərche), dat ech der et op de N. bönge! zum Aushorchenden Rheinb, Eusk. Ich hau der uf die N., dass die rot Brieh spritzt! Kreuzn-Kirn; änem än op de N. gen (hauen, schlohn) Mosfrk, Allg. En op de N. krige einen Hieb Rip, Allg.; jet op de N. kr. eine derbe Zurechtweisung Kref, Mörs. Loss dich ens op de N. föhle! zu Kindern, als Zeichen, dass sie nicht gelogen haben Erk. Se häbben öm en Klemm op de N. gesatt man hat ihm Hindernisse bereitet Rees, Klev; em den Brell op de N. setten Elbf. Dem hant se auch alt den Deckel op de N. gedonn ihn begraben Mettm, Allg. Et liesst sech niemes ger op der N. erumfohren beleidigen Prüm-Mürlenb. De lött sech op de N. drite (scheissen) er ist zu gutmütig, nimmt Beleidigungen hin Kref, Nfrk, Rip; mer kann sich doch net got op de N. drissen lossen Rip, Nfrk; eich scheissen dir of de N.! abschl. Antw. Trier-Mehring, Bitb (auch ech sputzen, fläten, flöte); wer alles well wesse, kret en Hauf of de N. geschesse Zell-Briedel; enem Bur ös neit tefriəne, drittste op et Longk (Land), ös et te winnig; dr. [Bd. 6, Sp. 93]
em op de N., ös et te vüəl Kemp-SHubert. De liet (lässt) sech (net) op der N. danze lässt sich (nicht) alles gefallen Köln, Allg.; dem kennte se uf der N. d., dann gäng er noch dazu peife Saarbr-Völkl. He es op de N. gefalle vorn aufs Gesicht; he log (lag) op der N. Rip, Allg.; eich haə dech, dass dau of Maul un N. fällscht! Saargeb; den as net op de N. gefall er ist klug Bitb. Speut net e jen Hügde (Höhe), söns fellt et üch op en N.! Aach-Stdt. As gej et Onderste üt der Kann wellt häbbe, dann schleht ow den Deckel (et Ledd) op de N. Klevld, Köln. Wer en et Für blist, dem flüg de Glohn (Glut) op de N. wer sich in Dinge mischt, die ihn nichts angehen, hat Schaden davon Schleid-Hellenth. Ene bej de N. häbbe zum besten haben, tüchtig hernehmen, hereinlegen, übervorteilen Klevld; enen be der N. kriegen ihm die Meinung sagen NBerg, Rip (s. auch sech bei (an, met) der N. kr. vor seiner Türe kehren). Den häbbe se dör de N. gebohrt ihm einen Streich gespielt Klev. De liet (lässt) sich ene Ringk durch de N. trecke er ist dumm-gutmütig Köln. Enem e Steckelche dorch de N. bohre ihn hindern, etwas hintertreiben Bergh-Blatzh. De hat ene en der N. er ist betrunken Rip. He wor geck (übelgelaunt) en der N. Neuw-Asb. Dem rent (regnet) et en de N. er hat eine Stulpnase Rip; böck dich, sos r. et der an de N.! Trier-Schleidw. Me sou (sollte) sich selfs e jen N. bisse va Grell (Zorn) Aach; elo kan en sech äwel a sang N. beissen! Ausdr. der Schadenfreude, dass jmd. erwischt wurde Bitb-Mettend; nemes kan sech an de N. b. niemand soll sich Unmögliches zumuten Bitb-Dahlem. Sech ene Knodden (Knüpp, Knütt) en de N. machen scherzh. damit man sich erinnere Allg. Wer en Unglöck han sall, de kann en Finger en der N. zerbreche Köln. Dat es em langs de N. gegange (an der N. verbei g.) fehlgegangen, er hat es nicht erreicht Rip, Allg., — gefloge Eup; do wor dech de Zog bald l. de N. gefahre Erk, Allg.; l. de N.! man streicht dabei mit den Fingern unter der N. her, abschl. Antw. Allg.; zeng, l. de N.! Saarbr-Püttl; l. de N. giht och en Stross! Westerw. De kickt (schaut) sech l. de N. af er schämte sich Heinsb. Dat ging em neəven de N. schlug ihm fehl Geld, Klev. He es met singer N. emmer fürop, füran, füren, am Brett (Eng), derbei, — bal do ist immer dabei, mischt sich in alles, ist neugierig Rip, Allg.; he es möt der N. föran wie en al Schohnsbörsch (Schuhbürste) Neuss; wärschte met deiner N. deham gebliew! Goar, Allg.; bliff möt de N. dervan! MGladb, Allg. Hej let (liegt) ok mät de N. no bowe, — in de Höcht (Höhe), — in de Röcht er ist gestorben Emmerich. Met der N. widderlofe (wiər zent Tolbet l. Aach) übel anlaufen Rip, Allg.; Hej löppt (geht) met de N. en (op) de Erd geht gebückt Klevld, Mettm; hei krüpet met der N. üəwer de Ere Gummb-Lantenb; de stippt bald met de N. in en Dreck [Bd. 6, Sp. 94]
Mörs-Östrum. Met de N. e jen Dreck gefalle siə nichts erreicht haben Aach. Krank met de N. im Brotschank verelendet vor Hunger Wend-Dörrenb. Mer moss dech noch möt der N. drop stüsse (däue, stuppe) so schlecht siehst du, so unbeholfen bist du Rip, Allg. Jed Dengk hät sin Wetenschap, seit de Bestemoder (Grossmutter), do bles (blies) se de Lampe met der N. ut Sol; bei allem es ene Kneff derbei, sat de Frau, do ... Köln. Enem no der N. grife (greifen) Rip, Allg. Enem de Dür för de N. toschlage (-make) SNfrk, Allg.; enem für der N. (met den Hännen) herömfuchtele; et höm platt för de N. sage; et lit em för jen N. er sucht lange, u. er müsste es bei einiger Aufmerksamkeit selber finden; enem jet för de N. wegschnappe (-holle) Rip, Allg.; dem es at jet für de N. konn er hat schon viel Ungemach erlebt Sieg, Allg.; enem jet für de N. setze (lege, stuppe) Rip, Allg.; kik mar för di N.! kehre vor deiner Türe Heinsb. Enem iwer de N. fohren ihn anfahren, anschnauzen Merz, Allg., — rötschen uWupp; enen üvver de N. hauen (hacken) Klevld, Geld, Mörs. Kömmer dech öm deng ege N.! Rip, Allg.; ech han em et im de N. geriewe ihm vorgeworfen May-Kollig Trimbs; enem zuvill öm de N. (heröm)schwätze Rip, Nfrk.; inner (unter ) de N. reiwen Bitb, Allg., — hallen (halten) Saar, — schreiwen Ahrw-Sinzig. Get onder gen N. krige zu essen bekommen Eup, Aach; alles onger de N. erendohn Waldbr-Wildbg; ech geng em met de Füs (Fäusten), met bar Geld, met em Schrives (Schriftstück) onger de N. Rip; allerlei küt enem onner seng N. man erleidet, spürt allerlei Sieg. Ich dauere dich (du tust mir leid), sunscht gäht (würde) ich dich unner die N. holle vor e Schnurres (Schnurrbart) Saarbr-Krughütte. — In Kinderbelustigung; man zupft die Kinder gern an der N., fühlt ihnen auf die N., ob sie gelogen haben. Man berührt hintereinander die Glieder des Kindes, sprechend: Kenne (Kinn), wenne, wennche; Müngkche (Mund) ess Brut; Bäckelcher rut; Näs-che sif (tröpfele); Äugelcher pif; Sternche platt; Hörcher zipp, zapp (man zupft an den Haaren)! Rip, Nfrk (mit Var.). Wo let (legt) de Gockert hin? Of de faule Stock. Wievell Eier? Sechs. Wellt (welches) krien eich? Et allerschlechscht. Man zieht nun so lange dem Kinde an der N., bis es sagt: et allerbescht! Wend-Marping. Man greift dem Kinde nach der N. u. hält dann schnell seinen Daumen zwischen die Finger u. sagt: kikens, hei es din N.; dann fühlt das Kind, in der Meinung, seine N. sei weg, nach dieser SNfrk, Verbr. Op de N. knippen man schnellt den Mittelfinger, der an dem Daumen hingleitet, vor die Nase, eine harte Strafe Allg. (enge e Knippche för gen N. gevve auch übertr. einem eine feine Zurechtweisung geben Aach); N. fumme Geld-Capellen. — δ. im Gebärdensp.; enem en lang N. machen, auch enem en N. (hennerm Röggen) m. [Bd. 6, Sp. 95]
indem man die gespreizten Finger einer Hand oder beider Hände hintereinander an die N.spitze hält u. so gleichsam die N. verlängert; es gilt dies als Zeichen der Verspottung, Schadenfreude u. grosser Unart Allg.; enem en N. driəhne MGladb, Bitb. Langs de N.! abschl. Antw., wobei man mit dem Finger unter der N. herfährt (s. o.) Allg. — ε. als Ausdr. von Gemüttstimmungen; dat süht mer dem an der N. an (af), dass er etwas vorhat, auf dem Herzen hat Rip, Allg.; dat stun him schung (schon) op de N. geschriewen Bitb. He liesst de N. hinken ist niedergedrückt, mutlos Bitb, Allg., — löt de N. en den (em) Dreck hangen Mettm, Sieg, Koch; en N. maken verdriesslich dreinschauen; he mäckt en lang N. seine Hoffnung hat sich nicht erfüllt, er ist enttäuscht Erk, Kemp, LRip, Merz; dem machen ech de N. lang dass er sich danach enttäuscht sehnt Wittl-Dörb; er es met e langer N. afgezogen Ahrw-Bodend; de trick met langer N. af Rip, Nfrk; enen met langer N. stohn losse Rip. De N. huh dragen (halen) stolz, hochmütig, eingebildet sein Allg.; et h. en der N. han Rip; he es h. met de N. Saarbg-Beurig; de hät en Stip (Stütze) onder de N. Ruhrort. De hält de N. esu h. be en bierig (brünstige) Sau Koch-Urschmitt, Daun-Tettschd, Prüm-Reuth, — os wie wonn he fresch Bruckt (Brot) rich (röche) Prüm-Ihren; den heft de N. an (in) de Luft we em Huhn, dat Wasser drenkt Prüm-Mürlenb; de dräht (trägt) de N. so hoch we e Kutscheperd Siegld; he drog de N. su h., dat et em dren hätt rene (regnen) könne Köln, Verbr.; wemmer de N. ze h. dräht, seiht mer de Stän of der Stross net Trier-Mehring, Heinsb, — fällt me döcks met de N. e jen Dreck Aach; die de N. so h. drage, han noch selde eine kräge (d. h. einen Mann) Köln. De riss (stipp) N. on Mul op ist voller Verwunderung Rip, Nfrk, — N. on Uhren op Aach; op de N. kucken enttäuscht sein Trier; he höart (lüstert) met N. on Mull Düss-Unterb, Rip. De N. rengeln rümpfen, unzufriedene Minne zeigen WBitb; — römfe Trier-Stdt, -i- Birkf, — römpe MüEif, — -fertrecke Rip, Nfrk, — trecke Geld. — ζ. Inhalt, Reinigung der N. (s. Rotz, Schnarkel, Schnobbel, Schnubbel, Schnuddel, Schnulles, Schnürzel, Schnütter, Schmetter, Fahne, Glocken-, Uhrenseil, Rotzfahne, Schuhriemen, Schnüəterbelle, Seil, Seilbahn, Uhrfahne, –kette, Tauben-, Enten-, Zippelbein, Zickel u. a.; s. d. W.); du häs jo en N. (zu kleinen Kindern en Näs-che)! = en Rotz-, Schnuddelsn. (usf.), en rotzige, schnuddelge (usf.) N. (en roschtig ‘rostige’ N. Merz-Saarhölzb) Allg.; en lang N. Rotzfaden Sieg, Eup, Neuss; e sife Näs-che Aach; de N. es melk bei Schnupfen Mörs, NBerg. Dem hängt de N. bes e jen Mull Heinsb; dem drift de N. en de M. Sol-Leichl; dem löf (läuft, trippst, sift, sippt, s. d. W.) de N. Rip, Allg., — wie en Hunnigsak WMosfrk, — e [Bd. 6, Sp. 96]
Bure (Born) Birkf, Trier-Mehring (Bor), — der Trippsborren Saarl-Berus, — en Regekall (Regenabflussröhre) Düss. Der die N. hange löt, de häl Pastur de Ente gestohle Jül; man sagt zu einem solchen Kinde: et as elf Auer (Uhr) oder et leit (läutet) Möddig (Mittag) Trier. Lot de N., net en de Äsche driwen! lass den Mut nicht sinken Wermelsk; de N. en de Ä. dröppeln (sipen) loten Lennep, — dreppse lossen Prüm, — an de Äschekaul dr. l. Wittl. Firwatz (Vorwitz), dein N. treppst! ausweichende Antw. Trier, Wittl. Dat schingst (schönste) Mädchen hot en Tröpps un der N. Trier-Schleidw. Et es derno, as et fällt, sagg Ulenspiegel (s. d.), du frug öm de Wertsfrau, die en Dropp an de N. hatt, of he meteten woll Rees. De N. ofziehen, optrecken Allg.; de treck de N. op wie enne fetten Dass (Dachs) Mörs, — bes an et därde (dritte) Knoppslok Mörs-Vluyn; de N. en der Kopp trecke Bergh-Kirchtroisd. Ene Bär (Bob, Bok, Bokert, Bokesmann, Boz, Bozemann, Bülles, Bullemaus, Bunnes, Fumme, Gickel, Ginkel, Käules, Käuling, Käuse, Kerl, Kerze, Keil, Kink, Kinkes, Knebel, Knürr, Knüsel, Knüttel, Korinthe, Küken, Kugel, Kut, Mann, Maus, Mümmel, Mümmes, Müttes, Noppen, Nüsel, Peter, Pille, Rosine, Vogel, Wolf, Wolles, Wümmes, Wurm) en der N. han verhärteten N.popel (s. d. W.); de N. verstopp han Rip, Allg.; enem de Wölf us der N. holle ihm den Standpunkt klar machen MüEif; dem han ech de Wöf ut jen N. getrocht (getrocken) Heinsb-Lümb; wer in der Nase bohrt (bohren, bütteln, döbben, pütteln, piddeln, porken, kriwweln, früsseln), zu dem sagt man: bös de Wöf (Wölfe) an't fange Heinsb; git et Kreg? du bös ja am Kugele mache Jül-Hasselsw, Erckeyenbg, Rheinb-Miel; arbeitste öm Kofferbergwerk erom? Trier-Stdt; böste Müsküətele am spetze? MGladb, — Pillen am drehne? Rip, Allg.; kris de Frömbde (Fremden)? Eusk-Dirmerzh; mäsde (machst du) jet für de Duve parat? — Kurente (Korinthen)? — de Zömmere zerech? ebd.; he höllt de Bilder eraf, mur (morgen) kimmt den Unstreicher Trier-Schleidw; wenn de owe enkomme best, schreifste mer en Postkart! Neuw-Dierd; wannste bovve bes, schrifste mir e Brefche! Rip. E pidelt em den Dreck aus der N. er forscht einen aus Trier-Mehring. Blif dich met de Fenger us de N., de Engelche fangen an et Krische! Aach-Ld. De N. butzen, fegen, schnäuzen, schnütten, schnützen, utschnuven (s. d. W.). Du kanns der jo noch net emol de N. selver botze! zu einem Grünschnabel Rip, Allg.; dommer, Jong, botz deng N.! dass. Bitb, Allg. Dem hon ich mol geherig de N. gebotzt ihm helmgeleuchtet Bitb, Allg.; dem han ech et gesat, do kann e sech de N. dran botze! Sieg-Hennef; gelt, awei, hot der mol die N. gebutzt kriet zu Kindern u. sonst empfindlichen Personen, wenn sie sich über das schlimme Wetter beschweren, das ihnen den Schnupfen brachte Simm-Laub; [Bd. 6, Sp. 97]
botz der deng N., dann röchste och alles! zu dem, der alles weiss u. noch mehr wissen will Altk-Birken; zu einem Kinde, das sich nicht die N. putzt: do könt (kommt) ener eraus, de sat: gode Morgen, döh der die Schnürremen an de Schoh un loss se net an der N. hangen! ebd.; ech hoət e Schweəgelken (Schwefelhölzchen) on strik et Strüəh ens an, wat de onger die N. hes hange! Heinsb-Breberen; de botzt de N. of de Erd wie de Hinkele Westerw. Gelt, dei Vatter hot friher siewe Johr den Flihen de N. gebotzt? zu einem naseweisen Jungen Trier-Schleidw. Dem han ech de N. utgeschnoəve ihn abgekanzelt SNfrk, Klevld. En kotte (kurze) N. es hell (schnell) geschnütt Remschd. Fosboken, Härreksnos (Härings-), schneiz (botz) dein N. a (in) Bottersoss (-sauce)! Ruf hinter einem Maskierten Bitb-Dudeld, Wittl. De N. an den Dörenpos (Türenpfosten) afwäschen ohne zu danken Geliehenes zurückbringen Mörs, Rees; de hät sich de N. an der Dürestill afgebotz Kemp-Lobberich. De schrif noch met de N. op der Ärm wischt die N. am Ärmel ab Köln-Stdt. Dat könnt mich no N.en Uhren erus Aach. Eine de N. schuən (rein) halde ihm etwas nicht mitteilen Eup. Min N. es gen Mesteküll (Mistkaule)! sagt der, der nicht priesen will Klev. — Wer eine schmutzige N. hat, zu dem sagt man: Häste möt der N. Würm gesok (gesucht), — Murre (Möhren) gegrave? Sieg; hoste Grumbern mat der N. gehauft? Trier-Schleidw. — De N. blut; er hot sich de N. bludig gefall Rhfrk, Allg.; en kriddelig N. empfindliche, leicht blutende N. Merz-Saarhölzb. De N. krig Jonge bekommt Ausschlag Rip, Allg. Hej hät (en Pond) Sep (Seife) an de N. ist bezecht Rees, Mörs. De hät Jöck an (en) der N., de hät Wörm von einem, der bei der Erzählung eines andern verlegen wird Sieg; de N. jöck, mi Schwe(ger)moder krit Zäng MGladb; mei N. beisst mer, mei Schwermudder stesst Botter Simm-Horn. — De liesst (lässt) sich de Wörm aus der N. ziehen lässt sich aushorchen, zum Reden bringen Mosfrk, Rhfrk, — trecke Köln, Eup, Aach, MGladb; enge jet us jen N. trecke Eup-Raeren; ech kammer et doch net us der N. trecke! ich kann es unmöglich geben Rip; der losst sich alles aus der N. erausziehe er ist mundfaul Ottw-Heiligenwald. — Rätsel. De Riken verwahrt et (steken et in de Täss), de Ärme (Buren) schmiten et fort (weg)? Nfrk, Allg. Et hängt an de Wand un glitzert wie e Seideband? N.schleim Kreuzn-Kirn, — on glänzt wie Atlasband? Altk-Birnb. Wat es dat hellst an der Kirch? En Trepps on ner aler Frau hirer N. Mosfrk (et kloərschte Aach). Waröm schnuffe (priesen) de Löck (Leute)? De N. steht verkihrt heröm; wann de N. no ovve stönn, könnt mer de Schnufftebak herenschüdde Eusk-Kötting. — b. die N. als Organ des Geruches. De hät en got (fein) N. er findet oder trifft beim Aufsuchen oder Ermitteln leicht u. bald das Richtige Allg., — [Bd. 6, Sp. 98]
en schorf N. Bitb-Dudeld, Allg. — en dönn N. er kann gut riechen Aden-Liers, — en fies N. er ist empfindlich, wählerisch Rip, Nfrk, — en neuschierige (spetze) (s. d.) N. er ist neugierig, — en N. wie ene Hond (Jaghond) eine Spürnase Allg.; weiss man auf eine Frage keine Antw., so sagt man scherzh.: Su en gut N. han eich net! Trier. Er hat e N. wie en alt Sau; er schmackt (riecht) de Dreck iwer nein Zein (Zäune) Saarbr-Lautenb. Ech driss (scheiss) dech de Mull voll, da krit ding N. och noch jet met! Drohung Eup-Raeren. Do stiht dem de N. net no (sein Geruchsinn erreicht das nicht) das bringt er nicht fertig, geht über sein Können hinaus Kobl, Allg. Der N. nogohn der gefundenen Spur nachgehen Rip, Allg. De stich (streckt Rhfrk) seng N. en alles, — en jeden Dreck, — en all Döppe, — en angerlöcks (-leuts) Pott bekümmert sich um alles; mischt sich in alles; de hät övverall de N. dren Rip, Allg.; do häs ding N. nit en ming Kes (Kiste) gestoche kannst von mir nichts wissen Köln; de N. e jen Böcher (Bücher) steiche lesen, studieren Aach, Allg.; de steckt de N. in de Wend er untersucht etwas Geld; de steckt de N. rond en nor Neugierde Heinsb-Bocket. He dreht de N. gent (gegen) de Wend schnüffelt Bo. Er hat de N. voll ist bezecht, — de N. v. dervan mag davon nichts mehr wissen, — noch net v. genog wagt sich trotz aller Misserfolge u. Enttäuschungen wieder heran; er kann de N. net v. genog krigen; do han ech de N. v. krit ich mag nichts mehr davon wissen Allg.; en N. v. holen riechen; holl der net meh wie en N. v.! Mahnung, wenn es stinkt WMosfrk. Peffer a jen N. ha das Misslingen voraussehen, ahnen Aach-Stdt; se ho (hatte) get a gen N. witterte etwas Eup, Aach; jet a jen N. krige aus gewissen Zeichen erkennen. He hät je en der N. hat etwas vor Allg.; dat stich em (at lang) en der N. er hat grosses Interesse daran, Verlangen danach; dem es ebbes en de N. gefohren ihn hat etwas verdrossen Neuw-Dierd. Dat geht (es) mich (net) no jen N. (nicht) nach Wunsch Aach, Eup, Selfk; einem no der N. kallen wie er es gerne hört NBerg, — klafe Aach, Eup, Selfk. Dat stuv engem onger (en) de N. riecht widerlich, reizt zum Niesen Schleid-Hellenth. — Stänkt alles, wat riecht, dann st. dein N. och! Wortsp. zwischen riechen ‘Geruch ausströmen’ u. ‘dem Geruchsinn gebrauchen’ Neuw-Dierd; wat rücht, stenkt dat auch? wird bejahend geantwortet: da stenkt ding N. auch Aach, Eusk-Billig, NBerg, Neuw-Dierd. — 2. übertr. a. sachl. α. Verweis, bes. von Vorgesetzten; he hät en (seng) N. kregen; de moss männiche N. ensteche Rip, Nfrk. — β. in der Wend.: Dat hat noch N.ə a (an) daran ist noch kaum wegen der Schwierigkeiten zu denken Aach-Merkst. — γ. alle N.ə lang jeden Augenblick Rip, Berg. — δ. an Geräten. αα. Einkerbung, Zacken an der Hahl, woran der Kessel über dem offenen Herdfeuer [Bd. 6, Sp. 99]
hing; deshalb das Rätsel: et hat vieronzwanzig N.ən on brauch doch ken ze schneizen Prüm, Malm, Heinsb; et as ebbes, dat hot meih N.ən wie Owerkeler (Wittl-OKail) all (alte) Wosen (Tanten). — ββ. an der alten Türklinke der nach aussen reichende Vorsprung, auf den man drückte, damit der inwendige Riegel sich aufhob Rip, Nfrk. — γγ. Vorsprung am Dachziegel, mit dem dieser an der Dachlatte festhängt Mörs. — δδ. der Ring der Eisenkappe an der Spitze der Deichsel (die Eisenkappe Kapp, Hauf ‘Haube’ genannt) Saar, Trier, Bergh-Hüchelhv. — εε. Rädchen am Spinnrade, das die Drehung des Fadens bewirkt Bitb. — ζζ. Spitze des Schuhes Bitb-Bollend; Flicken auf der Spitze des Sch., N.ən dropsezen Saarbg-Meurich Portz, Kemp-Waldniel; Sp. des Strumpfes Grevbr-Hochneuk. — ηη. der Teil des Hundspfluges, an dem das Riester befestigt wird; de Plog geht (reck ‘reitet’), rötsch op der N. (weil der Wessel zu lang ist) Wend, Mosfrk, Rip, Berg, Mörs, Rees. — θθ. überragender Walmen am Dach, Dachn. MüEif. — ιι. Teil der Öllampe, wo der Docht eingesteckt wird Siegld-Deuz. — κκ. nach innen vorstehende Spitze der Taschenmesserfeder Sol. — λλ. vordere Kante des Mulop (s. d.) am Wasserhammer; de Hammer steht op der N. die N. schlägt zuerst auf den Untersattel Remschd. — ε. der unterste der Erde zu angebundene Teil der Bugrebe Trier. — ζ. der Kelchzipfel beim Kernobst Trier-Mehring, Prüm-Flering. — η. Pl. geflügelte Samenkörner der Ahornbäume, die gespalten u. von den Kindern auf die N. gesetzt werden Bo, Köln, MGladb. — θ. erkes Nöske scherzh. Mittagsschläfchen Klev-Wyler. — b. persönl. verächtl., scherzh. α. Mensch mit langer, auffallender N.; do küt de N. Rip, Nfrk. — β. unberufener Kritiker; dat es en N. Aach, Eup. — γ. vorlauter, neugieriger Mensch MüEif. — δ. en neuscherrige N. Neugieriger Aach, Eup, Selfk, Sol. — S. auch Kluk-, Weis-, Spitz-, Nau-, Vorwitzn.; bes. in Schimpfw.: du Dreck-, Kalt-, Platt-, Rotz-, Sauf-, Schnuddels- (usf.), Sip-, Traufn. (u. a.). |