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| PfWB nagel-los (Bd. 5, Sp. 50) | PfWB los (Bd. 4, Sp. 1026) | |||||||||||||||||||||||||||
| I. Adj. 1. a. 'gelöst, losgerissen', los (lōs) [verbr. außer SOPf, Christmann Kaulb 18, 91 Henn Mda.-Int. 293 Karch Dahn/ Wilgws/Iggb 116, 138 Schneckenburger 26 Krämer Gal 143, Don Buch Rußl], lous (lǫus) [mancherorts SOPf KL-Lind (Höh 56, 87)], luss [ HB-Webh]. Der Hund is l. 'nicht angebunden' [Krämer Gal 143]. Die Gail sin l. 'Die Pferde sind durchgegangen' [ SP-Harths]. RA.: Sie sinn wie vun de Kett l., von herumtobenden Kindern [ IB-Herbh, ZW-Bechhf RO-Gundw Rehbn]. Bei dem is e Schraub (e Rädche) l. 'Er ist verrückt' [ FR-Bobh, mancherorts]. — b. 'frei von Bindungen, unverheiratet, unverlobt', bes. in der alliterierenden Wend.: leddich un l. [LU-Limbghf, verbr.]. Die isch noch l. 'noch nicht verlobt' [Pirmas]. So lang mer l. un ledich is / Do is die Lieb gar groß / Doch wie m'r mol geheirath hot / Do is de Deiwel los! [Palatina 27. 1. 1934]. — c. 'losgelassen', bes. in der Wend.: Do es de Daiwel l. 'Da ist der Teufel losgelassen', d.h. 'es ist Lärm, Tumult' [KU-Kaulb, verbr., Beam Penns 67 Krämer Gal Rußl-Katht Sulz Worms]. — d. 'locker' [mancherorts]; vgl. PfWB locker 1 b, PfWB lotter. Die Zähn sein l. 'Die Zähne wackeln' [ KU-Kaulb]. RA.: Er hot e losi Hand 'Er ist zum Schlagen schnell bereit' [ KU-Diedk]. — e. einen (etwas) l. sein (werden, haben) 'von jemandem (etwas) befreit sein, etwas verloren, vertan haben' [verbr.]. Ich bin de Schnuppe l. [Krämer Gal 143]. Er will's l. sei [Beam Penns 67]. Er isch sei ganz Geld l. [Pirmas]. Zs. zu I1: eltern-, erwerbs-, gedanken-, geschmack-, gott-, grund-, heil-, herren-, hirn-, hoffnungs-, kinder-, mut-, mutter-, [Bd. 4, Sp. 1027] PfWB nagel-, PfWB niet-, sang- und klang-, PfWB schal-, PfWB schlaf-, PfWB schmerz-, PfWB weisellos. — 2. a. 'leichtfertig, moralisch haltlos' [mancherorts, Lambert Penns 100]; e loser Vochel 'ein leichtfertiger Mensch' [ LA-Mörzh]; vgl. PfWB meisterlos. — b. 'vorlaut, frech', im Zusammenhang mit den Sprechwerkzeugen; e losi Zung [Hombg]; e losi Gusch [ KL-Fischb]; e los Maul [ LU-Opp]. — 3. a. in der Wend.: etwas l. sein 'sich ereignen, bemerkenswert sein' [verbr.]. Was is l.? [Buffington-Barba Penns 155, verbr.]. Zum Daiwel, was is dann heit l.? [ KU-Schmittw/O]. Do is was l., do wackelt die Wand [ LU-Friesh]. Mit dem war nit viel l. [ IB-Ommh]. Mit dere isch eppes l. 'Sie ist schwanger' [ LA-Gommh]. — b. in der Wend.: etwas l. haben 'etwas gut beherrschen' [mancherorts]. Er hot was l. [ KB-Kriegsf]. Die hän's l., von Eheleuten, die viele Kinder haben [ LU-Böhl]. — II. Adv. 1. a. Fuhrmannsruf: Los! [vereinzelt]; vgl. hü 1. — b. Aufforderung, aufmunternder Zuruf [mancherorts]. Nor los wie siwwezig! Nor druf! [Münch Weltgesch. 99]. — 2. Kurzform für los- plus Part. Perf. eines Verbs der Bewegung, [verbr.]. Er es uf mich los wie e Tiecher [ KU-Kaulb]. Hernodert war's dunkel unn sie sinn los [Hartmann Unkel 23]. — Im Gegensatz zum Schd. findet sich keine Trennung von los und lose. — Südhess. IV 383, 388; RhWB Rhein. V 547 ff.; LothWB Lothr. 343; ElsWB Els. I 614.
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