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| PfWB Nägelchen (Bd. 5, Sp. 48) | PfWB Nagel (Bd. 5, Sp. 45) | |||||||||||||||
1. 'kleiner Nagel (Dim.)'; s. PfWB Nagel 1. — 2. a. 'Flieder (Syringa vulgaris)', Nächelche, meist Pl. Nächelcher [verbr. WPf, Wilde 63 Schandein Sprachsch. 45 Müller Dietschw 52 Otterstetter 172], Näggelche, Pl. Näggelcher [verbr. nördl. u. mittl. VPf vereinzelt übrige VPf, WPf], Pl. Nägelcher [mancherorts WPf vereinzelt NPf, PfId. 100 Schandein Ged. 243, mancherorts Don Gal, Buch-A'frat], Näjjelcher [ NW-Freinsh Hardbg Kallstdt], Näjelcher [ KU-Reipkch], Näälcher, Näelcher [verbr. NPf NWPf FR-Bockh PfId. 99 Wilde 63, verbr. Gal], Neelger [ RO-Rehborn], Näelger [ KU-A'glan], Nächelches [ ZW-Bechhf Walshs], Näälches, Neelches [ Gal-Dornf Reichenbach], Näschelsche [Kaislt (Schneckenburger 21)], Nächele [ BZ-Silz GH-Sondh], Sg. Nächele, Pl. Nächelin [ SP-W'see], Näschele [Spey], Nächeler [ ZW-A'hornb], Nächle [GH-Bellh Wilde 63], Nächele, Pl. Nächelich [ BZ-Dernb], Nachelcher [ PS-Bruchw], Najele [ PS-Schönau], Naalcher [ KU-Cronbg Herchw]; Syn.: PfWB Baumblume, -nägelchen, PfWB Belzebuppen, Pfarr-, Pfeffer-, Pfingst(en)blume, -lümmel 2bβ, -nägelchen, PfWB Pfingstschnellerchen, PfWB Buschnägelchen 2, PfWB Totennagel 2b, PfWB Engelliebe, PfWB Flieder 1, PfWB Holder 2a, PfWB Huppennägelchen, PfWB Jelängerjelieber 3, Kreuz-, PfWB Kreuzerblume, PfWB Längerlieber, PfWB Liebelänger, PfWB Maiblume 2, -nägelchen, PfWB Nägelbaum, -blume 1, PfWB Nägelchensbaum, -blume, -stock, PfWB Nelke, Nelkersbaum, PfWB Ningenieber, PfWB Syringe, PfWB Weinblume, PfWB Weinkränzelchen, Weinsel-, Wind-, PfWB Zasselblume, PfWB Zottelblume, PfWB Zwergnägelchen. — b. 'Nelke (Dianthus plumarius)', Nächelche, Pl. Nächelcher [vereinzelt mittl. u. südl. WPf, LU-Altr GH-Schwegh Wilde 178], Näggelche, Pl. Näggelcher [vereinzelt nördl. VPf mittl. u. südl. WPf, Klein Prov. 26], Näggele, Pl. Näggelich [ BZ-Schweighf], Neggle [Beam Penns 73], Neschelcher [Spey], Sg. Näälche, Pl. Näälcher, Näelcher [mancherorts NPf, NPfGV 2. 2. 1926 Wilde 178]; Zs.: PfWB Bodem- 3, PfWB Busch- 1, PfWB Erd- 1, PfWB Grasnägelchen 2; Syn. s. PfWB Grasblume 1. —
| 1. 'Stift mit zugespitztem Schaft und flachem Kopf zum Befestigen oder Verbinden von Gegenständen', Nachel (naxl), Pl. Nächel (nęχl) [verbr. WPf südl. VPf, Christmann Spr-Bew. 17, 34 Müller Dietschw 52 Höh 88, 93 Schneckenburger 16, 35, 59 Otterstetter 41, 112 Bertram § 207 Heeger Südostpf. 16 Altenhofer 10], Sg. (naγl) [mancherorts nördl. [Bd. 5, Sp. 46] u. mittl. VPf], Pl. (nęl) [Kaislt (Schneckenburger 21, 33)], Najjel [Lambert Penns 154], Naal (nl, nāl), Pl. Nääl, Neel (nl, nēl) [verbr. NPf, PfId. 99 Christmann Kaulb 6, 93 Mang 83, Don-Torscha, verbr. Gal], Dim. Nägelche, Nächelche, Näälche; vgl. auch PfWB Nägelchen; zur Verbr. s. K. 1; Zs.: PfWB Absatz-, PfWB Achsen-, PfWB Bind-, PfWB Pinn-, PfWB Bretter-, PfWB Deck-, PfWB Deichsel-, Doppelkopf-, PfWB Toten- 1, PfWB Dübel-, PfWB Vorsteck-, PfWB Gereih-, PfWB Gerüte-, PfWB Grindel-, Grieß-, PfWB Halblatt-, PfWB Halbleist-, PfWB Holz-, PfWB Huf- 1, PfWB Joch- 1, PfWB Kasten-, PfWB Knuppert-, PfWB Kopf-, PfWB Lankert-, PfWB Latt(en)-, PfWB Lei(en)-, PfWB Leisten-, PfWB Leit-, PfWB Reih-, PfWB Reiß-, PfWB Schemel-, PfWB Schuh-, PfWB Spann-, PfWB Speicher-, PfWB Stolper-, PfWB Waag(en)-, PfWB Wagen-, Wende-, Winde-, Zoge(t)nagel; zellige (äänzellige), zwää-, dreizellige Nächel (ein-, zwei-, dreizöllige Nägel) [ NW-Haßl, BZ-Dernb]; e N. eninschla'e (haue, kloppe) [KU-Diedk, verbr.]. De Gaul hot in e Naal getret, de N. geht ins Lewe 'ins Fleisch' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der Radfahrer, der einen N. in der Bereifung hat, hat e Nachel g'fang [ HB-Kirrbg]. 's kummt an de N. 'Es kommt an die Öffentlichkeit' [ LU-Alsh]. Wer nichts zu essen hat, muß 's Maul an de N. hänke [Kaislt, mancherorts, Don-Kernei Tscherwk]. Er hängt die Arwet ('s G'schäft, die Sach) an de N. 'gibt auf, macht Schluß' [ KU-Trahw Kaislt NW-Lach/Speyd]. Du hoscht de N. uf de Kopp getroff 'schlagfertig geantwortet, das Wesentliche gesagt' [KU-Wolfst, verbr., auch Gal]. Der is e N. on de Dorelad vun seim Vadder 'Er hat seinem Vater viel Kummer bereitet und dadurch zu dessen frühzeitigen Tod beigetragen' [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal]. Drohung unartigen Kindern: Wann de net brav bischt, kummt de Herr Parre un schlaat der e N. in de Kopp [ KL-Ottbg, KU-Schmittw/O KU-Kaulb]; Var.: Der Herrgott schlaat der e N. in de Kopp [verbr. Don Gal Buch, Rußl-Worms]. Er hängt 's Haus an de N. 'Er geht aus dem Haus (schließt die Tür und hängt den Schlüssel an den N.)' [KU-Diedk Kaislt PS-Saalstdt, verbr. Don Gal Buch]. Herrgott Nachel nei noch emol, was glaabscht dann eichentlich! [ NW-Gimmdg]. Volksgl.: Wer den N. einer Egge, welcher auf der Straße gefunden wird, bey sich trägt, der kennt alle Hexen [Journ. 7. Jg. (1790) 142-144]. Mer schlagt Negel in en Baam, as net trage will [Fogel Beliefs Penns Nr. 1051]. Wannd' in en Nagel tretscht, ropp der N. raus, steck en ins Fett un halt en im Truckne [ebd. Nr. 1576]. a. 1246: Me unsers herren (Christi) nahels [Trifels-Inventar]. a. 1540 (Kop. 1595): in guttem bauw zu handhaben versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln [PfWeist. 529 (KU-Ulm)]. 16. Jh.: 4 eißen und nägel [PfWeist. 512 (RO-Finkb)]. — 2. 'Hornplatte auf der Oberseite der Finger- und Zehenspitzen'; [Bd. 5, Sp. 47] Zs.: PfWB Daumen-, PfWB Finger-, PfWB Huf-, Zeh(en)nagel. De Naal is ins Flääsch gewachs [ KU-Bedb]. De N. geht ab [ KB-Biedh]. Er beißt sich die Neel ab [ KU-Schmittw/O]. RA.: eem die Nächel schneire 'einen (Neugierigen) abweisen, einem die Stirn bieten' [PfMus. 1925, Heft 7/8, S. 173]. Zu Jungen, die dauernd die Hände in der Tasche haben: Die Fleh im Sack beißen der die Nächel ab [ ZW-Bechhf]. Var.: Die Mais fressen der die Näel ab [ KB-Kriegsf]. Mer hun net (net so viel wie) 's Schwarz unner'm N. kriet 'Wir haben nichts bekommen' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er hat (noch) net 's Schwarz unner'm N. 'Er ist mittellos' [KU-Bechb, verbr.]. Die Nächel blihen 'Auf den Fingernägeln zeigen sich weiße Flecken' [ KL-Erlb, mancherorts]. Volksgl.: Wenn die Nägel der Braut blühen, wird die Ehe kinderreich sein [ ZW-Riedbg]. Blasse, gelbliche Nägel bedeuten Krankheit und sogar baldigen Tod. Gelbliche Haut des Nagelgliedes bedeutet Streit [SOPf (Heeger Nachl.)]. — 3. a. α. 'Keim der Nuß', Nachel, Dim. Nächelche [Frankth u. Umg.]; Zs.: PfWB Herrgottsnagel 1. — β. vgl. Galgen-, PfWB Herrgottsnagel 2. — γ. zu den Pflanzennamen s. PfWB Nägelchen u. die Zs. PfWB Totennagel 2. — δ. 'Zigarre' in den Zs.: PfWB Toten- 3, PfWB Sargnagel. — b. α. Schimpfw. für den Knecht, Naal [ Gal-Obl]; Zs.: PfWB Hufnagel 2. — β. vgl. PfWB Joch- 2a-e, PfWB Schälter-, PfWB Zähnagel. — 4. ein im Umkreis von 50 km bekannter Heilpraktiker namens Nagel in RO-Odh, der seit ca. 1880 Knochenbrüche, Verrenkungen usw. behandelte. De Naal hot mer 's Bään ingericht [ KU-Schmittw/O]. Wenn das Obst beim Abmachen nur unter Absturzgefahr und folglich Knochenbruch zu erreichen ist, heißt es: Heer uf, die geheere 'm Naal! [NPf]. Loß dem Nachel sei Ebbel hänke! [Wilde 9]. — Südhess. IV 900/01; RhWB Rhein. VI 40 ff.; LothWB Lothr. 376, ALLG I 146; ElsWB Els. I 760.
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