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 PfWB Nacht (Bd. 5, Sp. 24)   PfWB Walpurgis-nacht (Bd. 6, Sp. 1034)   PfWB um-gehen (Bd. 6, Sp. 882) 
   Nacht f.:
1. wie schd., Nacht (naxd) [verbr. nördl. VPf u. nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf vereinzelt WPf NPf Schneckenburger 44 Otterstetter 40 Bertram § 20, 31 Lambert Penns 108], Naacht (nāxd, nxd) [verbr. WPf NPf vereinzelt nördl. VPf nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf Christmann Kaulb 5, 74, 79 Mang 82, 147 Müller Dietschw 52 Höh 48 Heeger Südostpf. 14 mancherorts Don Krämer Gal 154 Buch-Illisch]; Pl.: zu Sg. Nacht: Nachde [ LA-Wollmh NW-Freinsh], Nächde [ LU-Opp], Nächt [LU-Limbghf SP-Heiligst NW-Haßl LA-Mörzh Land], (nęd) [Schneckenburger 21, 33], Nachde u. Nächt [ LU-Oggh NW-Kallstdt], Naachde [ KU-Herschw/Petth KB-Mauchh]; zu Sg. Naacht: Naachde [ KU-Bedb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Odh PS-Erfw BZ-Dernb], Näächde [ KU-Brück RO-Dielkch], Näächt [ LA-Nd'hochstdt], Naachde (Alte), Näächt (Junge) [KL-Lind (Höh 105)], Nachde u. Nächt [ KL-Reichb], Nächde u. Nächt [ PS-Geisbg], Nächt [ NW-Frankeck LA-Gommh]; vgl. PfWB nachts; Zs.: PfWB Andreas-, PfWB Braut-, Erstemai-, PfWB Fast-, PfWB Gewitter-, PfWB Halb-, Herrenfast-, PfWB Hexen-, PfWB Hochzeits-, PfWB Johannis-, PfWB Krist-, PfWB Mai-, PfWB Mitter-, PfWB Mond-, PfWB Montag-, Mutter-, PfWB Neujahrs-, PfWB Regen-, PfWB Sau-, PfWB Silvester-, PfWB Sonntags-, PfWB Sperr-, Weih-, PfWB Weihnachts-, PfWB Walpurgisnacht; Syn.: PfWB Heint 1; vor N., seltener vor de N. 'vor Einbruch der Dunkelheit' [verbr.]; hei(n)t N., geschdern N. [verbr.]; ebb's (bevor es) N. werd [ BZ-Hermbghf]; se N. koche, se N. esse 'das Abendmahl bereiten, zu Abend essen' [verbr.]; iwwer N. bleiwe [verbr.]. 's werd N. [verbr., Lambert Penns 87]. Die N. kummt, dass. [verbr.]; 's geht de N. zu, dass. [ KU-Schmittw/O]. 's is zwische Dag un N. 'in der Dämmerung' [ RO-Bistschd KL-Reichb], an de N., dass. [ KL-Reichb]. Schier wär' es (wäre uns) d' N. noch uf de Buckel kumme [ GH-Kand]. Er is in die N. (enin, nin, nein) gerore (kumme) [verbr.], in die stockdunkle N. kumme [ PS-Münchw]; 's isch midde in de N. 'Mitternacht' [GH-Kand, verbr., Buffington Penns Var. 248/ 57]. Wie hälwe Nacht erbei komm es, hann die Annere gesaht: Hannarem, geschte met hem? [WPf (PfId. 178)]. Er sitzt Dag un N. im Wertshaus [ BZ-Dernb]. Nix eklicher wie Hihneraue, die losse em Daa un Nacht ke Ruh [ KL-Reichb]. Vergleiche u. RA.: Er (Sie, Das) is so schwarz wie die N., von dunkler Hautfarbe, schwarzem Haar [verbr.], 'Er gehört der Zentrumspartei an' [(1930) LU-Opp]. Er is so dumm (so häßlich, wiescht, falsch, schlecht) wie die N. [verbr.]. Ich

[Bd. 5, Sp. 25]
mecht em nit bei N. begechne [Bergz (Kamm 95)]. Heit bringe mer die N. mit hääm 'Wir kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit' [Kaislt]. Midde in de N. is er do; und: Dem is kän Stunn in de N. se viel, von einem Arzt, der immer sofort kommt [ NW-Frankeck]. Der macht die N. durch (die N. zum Dag) (arbeitet oder zecht die ganze N.) [LU-Opp, verbr.]. Der schloft bei Dag so lang wie bei N., scherzh. von einem Faulenzer [ BZ-Annw]. Do is en Unnerschied wie Dag un N. 'ein sehr großer Unterschied' [KU-Kaulb, verbr.]. Er macht kän Unnerschied zwische Dag un N. 'Er ist unfähig, Grundverschiedenes zu erkennen' [ LU-Opp]. Der hot 's Brot net iwwer N. dehääm (im Haus) 'lebt in großer Armut' [Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Bis der sich vorne bickt (rumdreht), is hinne Nacht [Hebel 20, verbr. Don Gal Buch]. Das is e Gegend, wo die Fichs und die Hase enanner Gunaacht saan, von einer abgelegenen Landschaft [RO-Dielkch, in Var. verbr.]. Er is bei N. un Newwel 'heimlich' fort (devungelaaf, iwwer die Grenz) [KB-Kriegsf, verbr.]. Sei G'schäft is iwwer N. 'plötzlich, unerwartet' zammegebroche [ LU-Neuhf]. Ein Schicksalsschlag kann eem iwwer N. im Gaarde wachse [ HB-Kirrbg]. Du sollscht noch emol e N. driwwer schlofe 'die Sache gründlich überdenken' [ KU-Lauteck]; vgl. SprW. Grußformeln: Gude N., Gut-, Ge-, G'na(a)cht! [verbr., Mang 221 Höh 108 Heeger Südostpf. 20], N'na(a)cht! [ PS-Geisbg KB-Stett], Gotnaacht! [ IB-Habkch PS-Lu'wink Schweix], Gonaacht! [ IB-Ballw], Gounaacht! [ IB-Rohrb], Gudi Nacht! [ FR-Ebertsh], G'nächt! [ KU-Eßw], Gunaach! [RO-Sippf], Nacht! [ KU-Hefw]; mit Zusatz: Allo (Alla), Gunacht! [ SP-Heiligst, mancherorts], G'nacht beisamme (beinanner) [ KL-Fischb, vereinzelt], Gutnaacht, angenehmi Ruh! [ LA-Gommh]. Drohung: Gunaacht, deer! 'Du wirst schon deine Schläge bekommen!' [ KU-Schmittw/O]. Schun se N. geß? [ KL-Nanzdzw, mancherorts]. SprW.: In de N. (Bei N., Bei de N.) sin alle Kih schwarz [LU-Opp, verbr., auch Don Gal Buch], alle Ochse schwarz [ Gal-Bagbg], alle Katze schwarz [ KU-Trahw KL-Reichb], alle Katze groo [KU-Kaulb Bergz (Kamm 94) Krieger 17]. Glick un Unglick komme iwwer N. [Krieger 43]. Mer soll iwwer alles e N. schlofe [ LU-Opp]. D' N. hot Ohre un Maul [ GH-Zeisk]. BR. s. PfWB Lichtmeß. WR.: Wann de Beddelmann (personifizierend für 'anderes Wetter') middags kummt, bleibt er gern iwwer N. Wann er morgens kummt, geht er widder fort [ PS-Ruppw]. Weitere WR. s. PfWB gefrieren, PfWB Lenz1 1. Volksgl.: En Katz, as mer net bei der N. holt, laaft em färt [Fogel Beliefs Penns Nr. 674]. Vgl. auch PfWB Heu 1a, PfWB Zwiebel. Volksmed.: Gegen Warzen: In der Heiligen Nacht zwischen Mitternacht und ein Uhr geht man auf den Friedhof, streut Sand auf die Warzen und spricht:

[Bd. 5, Sp. 26]
Warz, nemm ab wie de Dod im Grabb, Gott Vadder, Gott Sohn, Gott heiliger Geist (dreimal) [ GH-Hatzbühl]. Rätsel: Es brennt Dag un N. un verbrennt net (die Zwiebel) [LA-Edk u. Umg., Germh (Wilde 33)]. Einen VR. s. PfWB Polizei 1. —
2.
a. die lang N. 'die Nacht vom 21. zum 22. Dezember, Winteranfang' [ PS-Bruchw Haust BZ-Dernb Pleisw V'weidth]; Syn.: PfWB Thomas-, PfWB Langnacht; die lang N. feiere 'in der langen Nacht das Spinnstubenfest (ein Fest der jungen, ledigen Leute) feiern' [ebd., Kreuter Haust 118]. Die Mädchen haben die ganze Nacht gesponnen. Die Kunkeln wurden mit bunten Bändern geschmückt. Um Mitternacht wurde festlich gegessen [PfL 2. 12. 1933, PfMus. 1889 67]. —
b. Pl. 'die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag'; vgl. Rauh-, PfWB Zwölfnächte; die zwelf Näächt(e), Naachde, u. a., s. 1a Pl. [ NW-Leistdt SP-Heiligst]; die lange N. [ KU-Bedb BZ-Kapswey]; die zwelf lange N. [ LU-Limbghf]; die heilige N. [ RO-Lohnsf FR-Merth LA-Maik Queichh]; die zwelf heilige N. [KU-O'staufb KL-Alsbn BZ-Klingmst]; die heiliche zwelf N. [ KB-Gauh]. —
c. die letscht N. im alde Johr 'die Silvesternacht' [ KU-Bedb]. — Südhess. IV 880 ff.; RhWB Rhein. VI 16 ff.; LothWB Lothr. 377; ElsWB Els. I 754/55.

 

 -nacht f.:
1. 'die Nacht zum Walpurgistag (1. Mai)', Walbertsnacht [ FR-Mörsch LU-Limbghf], Walwerts- [ KU-Wolfst], Walburges- [ FR-Albsh], Walburgis- [ LU-Hochd Oggh Schauh], Waldburga- [ LU-Ruchh], Walburgertsnaacht [ KL-Mackb]; Syn.: Erstemai-, Hexen-, PfWB Mainacht. In der W. wird von Jugendlichen allerhand Schabernack verübt, es werden Maisträuße gesteckt und Mädchen versteigert, s. PfWB Häcksel, PfWB hexen 2, PfWB Hexerei 2, PfWB hold, PfWB Hure 2, Mädchenversteigerung, PfWB Maien, PfWB Maibaum 2, -butzen, -männchen, -stock, -strauß, -wisch, PfWB Schubkarch, PfWB Strauß 1 j, PfWB Strohmann, PfWB umgehen 1 a, PfWB Wagenrad; vgl. auch Becker Vk. 314/15; Stoll 57 ff.; Carl Pfalz im Jahr 188/89. Volksgl.: Wenn in der W. mit geweihten Glocken geläutet wird, so können die Hexen, welche auf den Kreuzstraßen in Gegenwart des Teufels ihre Tänze halten, nicht schaden [Journ. 1790, 142-144]. —
2. 'unruhige, von Störungen begleitete Nacht', z. B. nächtliche Unruhe im Viehstall, schlaflose Nacht, gestörte Nachtruhe, Walbertsnacht [ KU-Wolfst], -naacht [ KU-Roßb KB-Marnh], Walwertsnaacht [ KL-Weilb]. Des war emol e W., nach einer unruhigen Nacht [ KU-Roßb]. — RhWB Rhein. IX 206/07. —

 

   um-gehen st.:
1.
a. 'als Gespenst umgehen, spuken', umgehe, -gehn, -gähn, -gihn, -gäj u. a., s. PfWB gehen [verbr., Klein Prov. 205], om- [ ZW-Ernstw], häufig unpersönl.: 's geht um 'Es spukt, es ist nicht geheuer' [verbr.]. In eme alde Haus in Reichebach geht naachts um zwelf de Zinsmäänschder um (ein Mann, der vor langer Zeit seinen Knecht erschlagen hat) [ KL-Reichb]. Brauchtum: In de Nacht zum 1. Mai gihn die Hexe um, d. h. junge Burschen treiben Schabernack [ KU-Haschb/R]. Volksgl.: E Selbschtmerder (Wer e Grenzstään verrickt) muß u. [ BZ-Dernb]. a. 1720: »Am 12. Oktober klagt Witwe Schläfer, daß die Frau Fermer und deren Magd aussagen ihr Mann selig ginge um und hätten sie dessen Geist gesehen. Beide wurden zum Schweigen verurteilt« [Küchler 570]. —
b.
α. 'einen Umweg machen' [vereinzelt, Lambert Penns 159]. Wer en Omwäh geht, geht um [ HB-Kirrbg]. Ehr sein veel umgang 'Ihr habt einen großen Umweg gemacht' [ FR-Bockh]. RA.: Handwerksborsch un Bettler gehn nix um 'machen keinen Umweg' [ RO-Obd]. SprW.: Guter Weg krumm - geht nit um, d. h. gut ausgebaute Umwege sind besser als Abkürzungen; man erreicht nicht alles auf direktem Weg besser [ KU-Ulm]. —
β. 'ausweichen' [mancherorts]. Des is net se u. [ LA-Gommh]. Er will das Hinnernis u. [ KL-Stelzbg]. 's war net se u. 'Es war unausweichlich' [ KU-Diedk]. —
γ. 'eine zuständige Person, Instanz ignorieren, übergehen' [ KB-Albish LU-Alsh BZ-Klingmst]. Ich sein umgang worr [ KB-Albish]. —
c. 'umlaufen, zirkulieren' [mancherorts]; 's geht es Gericht (Gerücht) um [ KL-Stelzbg]. Im Ort geht e Kranket um [ KU-Kaulb]. Aus einem Turnspiel: Schau net um, de Fuchs geht um [ NW-Frankeck]. a. 1717: daß unter ihnen selbsten das schützenamt umgehe [PfWeist. 2 (KU-Adb)]. —
2.
a. 'ein Kartenspiel verlieren' [ KU-Bedb ZW-Battw]. —
b. 'geschäftlich zugrundegehen, Bankrott machen' [mancherorts]; vgl. PfWB ummachen 3 a. —
3.
a. 'mit jemandem verkehren, Umgang haben' [verbr.]. SprW.: Sag mer, mit wem de umgehscht, dann will ich der sage, wer de bischt [ LU-Opp]. Mer lernt die Leit erscht kenne, wann mer mit ne umgeht [ KU-Trahw, mancherorts]. —
b. 'behandeln, handhaben' [verbr.]; mem Fuhrwerk (de Gail) u. [ FR-Assh]. Muscht vorsichtich demit u.! [ ZW-Gr'bundb]. Mer muß bloß mit dene Leit e bissel ferstehe umsegehe [ PS-Lu'wink]. Der kann gut umgeh mit Kinn (Kindern) [ ZW-Battw]. RA.: Wenn jemand eine Sache oder Person grob, ungebührlich behandelt, sagt man: Er geht mit um, wie d' Sau mim (mit dem) Beddelsack [GH-Kand, verbr., auch Auslandspfälzer], wie de Hert (Hirte) mit ere Herd Vieh [ ZW-

[Bd. 6, Sp. 883]
Battw], wie e Saischnidder [vereinzelt Don Gal Rußl]. — RhWB Rhein. II 1132/22; ElsWB Els. I 190.