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 PfWB Mutter-schaf (Bd. 4, Sp. 1498)   PfWB Hammel (Bd. 3, Sp. 617)   PfWB aus-tanzen (Bd. 1, Sp. 483) 
  Mutter-schaf m.: 'weibliches Schaf', Mudder-, Modder-, Murrerschof [verbr., Lambert Penns 107]; Syn.: PfWB Hammel 1 c, PfWB Lamm 1 b, PfWB Lammschaf, PfWB Machhammel, PfWB -schaf, PfWB Mutterlamm 2, PfWB Schaf, Schafhammel, PfWB -lamm. Volksgl.: Junge Schof dut mer sunndags vum M., no gebt 's jung Schof widder en M. [Fogel Beliefs Penns Nr. 843]. Südhess. IV 849; RhWB Rhein. V 1484; ElsWB Els. II 395. —

 

   Hammel1 m.:
1.
a. 'männliches Schaf'.
α. 'unverschnittener Schafbock', Hammel (haməl, haml) [WPf NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pfalz], (-ḁ-) [verbr. mittl. u. südl. VPf seltener übrige Pfalz]; vgl. PfWB Hammelsbock. —
β. 'verschnittener Schafbock' [vereinzelt WPf]. —
γ. 'Schafbock allg.' [mancherorts, bes. mittl. u. südl. VPf]. —
b. 'Schaf allg.' [mancherorts]. Zs. PfWB Haus-, Schafhammel. Man lockt das Tier: Hämmelche, komm! [ RO-Rehborn]; Hammele, komm! [ GH-Schwegh]. Unterschieden werden: weiße Hämmel aus Württemberg, schwarze H., deitsche H. (groß und mit guter Wolle), franzeesische H. [ LU-Opp]. —
c. 'weibliches Schaf' [ KB-Kerzh LU-Iggh SP-Schiffstdt BZ-Rinnth]. Zs. PfWB Mach-, PfWB Mutterhammel. —
d. Dim. 'junges Schaf', Hämmelche, Hämmele [verbr. mittl. u. südl. VPf]. — Vergleiche u. RA.: Er is geduldich wie e H. [ LU-Opp]. Er hängt de Kopp wie en kranker H. [ PS-Lautschw]. Er laaft wie e H. [ NW-Frankeck]. Er huscht (hustet) wie e kranker H. [ LA-Gommh]. Wann's numme Hämmel wären, dät mer se schieße, von den Rebwürmern [ LA-Maik]. SprW.: Es gehn viel geduldiche Hämmel in äne Stall [ LU-Opp]. Spiel der Mutter mit

[Bd. 3, Sp. 618]
dem Kleinkind: Beide stoßen mit den Köpfen zusammen und sprechen Hammelche, H. (oder Hammele, H.), Stutzebock [verbr.]. Brauchtum: de H. erausdanze (auf der Kirbe) [ IB-Wolfh]; vgl. PfWB austanzen, PfWB Hammelstanz, PfWB Kirbehammel. Juchhu, hot er gekrische, so laut wie en Baureborsch, wu bei de Kerwe de H. rausdanzt [Hartmann Unkel 5]. Volksgl.: In der Zeit vom 24. Dezember bis 6. Januar kann man nachts am Bachufer einen weißen H. sehen [ LA-Rhodt]. Zs.: PfWB Bach-, PfWB Bill-, PfWB Hütten-, PfWB Lotsch-, PfWB Nachthammel. a. 1508: ein meiger sie schuldig meim hern dem vogt ... zu pfingstenn ein hamell [Pf-Weist. II 630 (IB-Gersh)]. a. 1514: do wir die Schaff vnd hemel haben verkaufft [GgHospR 10]. —
2.
a. Dim. 'Kalb', vorn. Kinderspr., Hämmelche (auch Hammelche) [verbr. WPf LA-Edk BZ-Gossw], Hämmerle [ GH-Büchbg]; vgl. Hämmeschen, PfWB Hammuh 2. Lockruf: Kumm, Hämmelche, kumm! [KU-Kaulb, verbr., auch Don Gal Buch]. —
b. 'Kuh', bes. in Lock- und Scheuchrufen: Komm, H. [ KU-Obw/Tiefb Altkch Körbn PS-Th'frösch BZ-Dernb W'rohrb]; Hammelche (Hammele), komm!, H., da! [verbr., auch Don Gal Buch]; Hammelche, fort! [ RO-Ransw]; steh, Hammele! [Heeger Tiere I 11]. Zs.: PfWB Pfingst-, Kuh-, PfWB Muhhammel. —
c. 'Zuchtstier', Hammel [ Rußl-Alexanderf]; vgl. PfWB Farr(en) 1. —
3. auf den Menschen angewandt.
a. Kosename für das Kind. Du bischt aa mein Hämmelche [ NW-Kallstdt], moin lieb H. [ LU-Opp]. —
b. Pl. Hämmel, Neckname für die Bewohner von ZW-Krähbg KL-Wörsb LU-Alsh SP-W'see. —
c. abfällige Bez.
α. für einen unordentlichen, schmutzigen Menschen; du dreckicher H. [ RO-Teschmosch]. Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Fett-, PfWB Floh-, PfWB Laus-, PfWB Mist-, PfWB Sau-, PfWB Schmutz-, PfWB Speck-, PfWB Stinkhammel. —
β. für einen dummen, einfältigen, gutmütigen Menschen. Des isch en H. [LA-Herxh, verbr.]; en dummer H. [BZ-Ingh, verbr.]; e rechder H. [PS-Busbg Rockhs Land]. Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Blöd-, PfWB Dumm-, PfWB Gassenhammel. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
γ. für junge Rekruten, Pl. Hämmel [ LU-Opp]. —
δ. für Bummler, Pl. Hämmel [ KU-Erdb]. —
ε. für einen Menschen mit schlechten Eigenschaften überhaupt; neidischer H. [ FR-Beindh]; geschorener H. [KU-Erdb, verbr.], auch gescherder H. [ PS-Nünschw], g'schorder H. [LA-Edh GH-Neubg Keiler 31]. Alle Bez. auch als Schimpfw. gebraucht; dazu: Du dääwer H., zu einem, der nicht hört oder nicht hören will [ RO-Dielkch, LU-Opp]. Ehr Hämmel!, zu unselbständigen Menschen [NW-Freinsh, verbr.]. Zs.: PfWB Geiz-, PfWB Mai-, PfWB Mast-, PfWB Neid-, PfWB Schlaf-, PfWB Streit-, PfWB Wollhammel. — Südhess. III 74/75; RhWB Rhein. III 176 ff.; LothWB Lothr. 226; ElsWB Els. I 334; Bad. II 544.

 

  aus-tanzen schw.: die Kerb ausdanze: Gegen 1 Uhr (nachts) hängt der Wirt eine volle Flasche Wein in den Kerwekranz (Kirbekranz). Die Flasche gehört dem Paar, das beim Weckerrasseln gerade an der Flasche vorbeitanzt. Dieses muß dann ein Faß Bier bezahlen, das am nächsten Tag oder am Sonntag danach leergetrunken wird [verbr. WPf]. RhWB Rhein. VIII 1061; ElsWB Els. II 697.