Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB murich (Bd. 4, Sp. 1473)   DWB mur (Bd. 12, Sp. 2712)   PfWB Moor (Bd. 4, Sp. 1409) 
  murich s. PfWB moorig.

 

 mur, f. im bairischen gebirge sand und losgebrochenes zerstücktes gestein, welches von den höhen in die thalebenen niedergerollt (trockene mur) oder auch von wetterbächen herabgeschwemmt worden ist (nasse mur). Schm. 1, 1642 Fromm.; der murbruch, erdfall. ebenda; kärntn. murre, steingerölle, erdabsitzung Lexer 194 mit dem adj. murrat, locker, in stücke zerfallend. das wort, mit dem grundbegriffe des brüchigen, gehört zu morsch, murz und mürbe (s. d.); in die romanischen sprachen greift es ein im span. moron hügel, in der franz. Schweiz moraine steingerölle, ital. mora schober abgehauener zweige. Diez wb. der rom. spr. 1, 281.

 

   Moor n.:
1.
a. 'sumpfige Stelle in der Wiese, feuchtes Wiesenland', Moor (mōr) [ ZW-Battw PS-Geisbg Schopp KB-Kerzh FR-N'lein]. —
b. 'Sumpfwald' [ RO-O'mosch]. —
2. 'Schmutzbelag, Schlamm', Muur [ PS-Lu'wink]. — Moor ist in ON (z. B. Morbach, Ober-, Niedermohr, Morlautern, Waldmohr) u. FlN in der Pf in alt- und mittelhochdeutscher Zeit gut bezeugt. Ob die wenigen, verstreuten Belege in der heutigen Mundart alt oder aus dem Nhd. übernommen sind, ist fraglich (s. Christmann in: ZfMf. 31/ 1964 197/98). Die Form Muur in Bed. 2 findet sich auch im Oberdeutschen (s. DWB DWb. VI 2712), sie kann (wie PfWB vermuren und die -u-Formen in PfWB moorig, PfWB Moorloch, PfWB -päppel, PfWB -wald, PfWB Moorz, PfWB moorzig) lautgesetzlich aus ahd., mhd. muor 'Moor' abgeleitet werden. — Südhess. IV 748; RhWB Rhein. V 1278, 1419 Mur; ElsWB Els. I 704/05 Muer.