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| PfWB Mond (Bd. 4, Sp. 1400) | PfWB Monat (Bd. 4, Sp. 1397) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'das die Erde umkreisende Himmelsgestirn', Mond (mōnd) [verbr. westl. WPf mancherorts NPf VPf], Karch Gimmdg/Muttstdt 245 Müller Dietschw 51 Lambert Penns 107 Krämer Gal 151 Buffington-Barba Penns 155, Muund (mūnd) [verbr. mittl. u. südl. WPf äußerste NPf NWPf vereinzelt übrige Pf, Christmann Kaulb 8, 92 Heeger Südostpf. 7 Höh 87 Mang 116 Lambert Penns 107 Buffington-Barba Penns 155], Maand (mānd, mnd, mnd) [mancherorts VPf vereinzelt NPf NWPf, Heeger SOPf 7 Schneckenburger 9 Schandein Sprachsch. 40], Mound (mǫund, mąund) [WD-Niedkch LA-Edk Gr'fischl Mart Nd'hochstdt Venn Bertram § 51], Mon [ IB-Ensh], Moon [ BZ-Steinf GH-Neubg], Mou [ GH-Büchbg], Maan [ GH-Schaidt Scheibhdt], Muun [ GH-Berg], Munid [ PS-Bundth], Muned [ PS-Erfw], Maned [ LA-Gommh]; zur Verbr. s. K. 294; Pl. (wenig gebraucht) -e; vgl. PfWB Bubensonne, PfWB Lui 4, PfWB Licht 1 a β; Zs.: PfWB Viertels-, PfWB Voll-, PfWB Halb-, PfWB Neu-, PfWB Sichelmond; de Mann im M. 'die dunklen Gebiete des Mondes, die als menschliches Wesen gedeutet werden, das zur Strafe dafür, daß es sonntags Holz aus dem Wald holte, auf den Mond verbannt wurde' [verbr.]. De M. scheint so scheen heint owend [ NW-Haßl]. De M. geht uf (kummt) [LU-Alsh, verbr.]; geht unner [PS-Windsbg, verbr.]; nimmt zu (ab) [RO-Dielkch, verbr.]; horre Hof (hat einen Dunstring) [KL-Siegb, verbr.]. De Hund bellt de M. an [ PS-Schmalbg]. RA.: in de M. gucke 'das Nachsehen haben' [LU-Friesh, verbr.]; hinnerm M. dehääm sein 'abgelegen, rückständig sein' [ZW-Battw, verbr.], oft erweitert: drei Stunn (siewe Stunn, drei Daach) hinnerm M. dehääm sein [ LA-Wollmh, mancherorts]. Sein Glatz leicht wie de M. [ BZ-Annw]; vgl. PfWB Mond 2. Do kummt (scheint) kään Sunn un kään M. ane (hin), z. B. von einem nach Norden gelegenen Zimmer, vom Gefängnis, von einer abgelegenen Gegend [LA-Birkw, verbr.]. Der is wie vum M. gefall 'Er ist verwirrt, völlig perplex' [ ZW-Bechhf]. Der [Bd. 4, Sp. 1401] ![]() [Bd. 4, Sp. 1403] streckt d' Nas in de M., von einem Hochmütigen [ GH-Zeisk]. Der hot e Kopp wie e M., 'einen dicken Kopf' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der reißt's Maul uf, daß mer määnt, der M. geht uf [ NW-Kallstdt]. Der kann de M. am Arsch lecke, von einem Langen [ KU-Bedb]. Von einem besonders Dummen sagt man: Wann der so groß (lang) wär wie dumm, mißt er sich bicke, um em M. in die Aache sehne se kenne [ SP-Harths], kennt er de M. runnerrenne [ NW-Kallstdt], kennt er sein Peif am M. anstecke [ KU-Hefw], kennt er de M. kisse [ KL-Siegb, mancherorts]. Zu einem, der gar zu gern und fortwährend befiehlt, sagt man: Michel, häng de M. eraus! Michel, steck die Stern an! Michel, blos' die Sunn aus! Michel, schieb die Wolke! [Hebel 23]. Das schmeckt, wie wann eem de M. uf die Zung scheint 'Das schmeckt nach nichts' [Land]. Die Supp is uf'm M. gekocht, von einer erkalteten Suppe [ ZW-Gr'bundb]. Do kammer Sunn un M. dorechsiehe, z. B. durch einen fadenscheinigen Stoff [ ZW-Bechhf]. Er sieht d' M. for 'n Krautkopp 'Er hat zuviel getrunken' [ LA-Ranschb]. Der geht mit'm M. 'Er bekommt von Zeit zu Zeit (bei Mondwechsel) einen Anfall von Verrücktheit' [ KU-Bedb, SP-Harths]; vgl. Monats-, PfWB Mondnarr. Der geheert uf de M. geschosse (nuffg'huckt) [ BZ-Stein, mancherorts]. Verwünschung: Ich wollt, du wärscht im M. [ KB-Kriegsf]. Wann de nor im M. leie dätscht! [ FR-Bockh]. E Gewirrer soll dich durch Sunn un M. schlae, daß der die Stern am Arsch hänge bleiwe [ PS-Saalstdt]. Drohung: Ich schlaach dich, daß d' de M. for e Kucheblech ansiehscht! [ LU-Limbghf]. Ich du dich dorch Sunn un M. schlan! [ IB-Herbh, KL-U'sulzb]. WR.: Wann de M. e Hof (e Krääs) (einen Dunstkreis) hat, gebt's Reechewerrer (anner, schlecht Werrer) [PS-Hintwdth, verbr.]. Man sagt in diesem Fall auch: De M. hot e Wasserhof [ KB-Bubh]. De M. es so klor, 's gebbt schään Werrer [ RO-Bistschd, mancherorts]. De M. wechselt, 's gebbt anner Wedder [ LA-Gommh]. Mer hen zunemmender M., 's gebbt anner Werrer [ PS-Erfw], gut Werrer [ BZ-Annw], Kält [ ZW-Gr'bundb]. De M. nemmt ab, 's gebt schlecht Werrer [ BZ-Annw]. Volksgl.: Bei zunehmendem M. soll man Reben, Weiden, Haare schneiden, andernfalls gedeihen sie in ihrem Wachstum schlecht [LA-Ranschb NW-Frankeck PfH 16/ 1931]. »Bei der Burg Scharfeneck versuchte man die Schätze zu heben, von denen in den Sagen berichtet wird. Man muß aber genau den Tag bestimmen, denn bei abnehmendem M. senken sich die Schätze, bei zunehmendem heben sie sich« [PfMus. 1889 38]. Volksmed.: Mittel gegen Augenflecken: »Nimm einige Stückchen von der Wurzel des Löwenzahns, desgleichen vom Teufelsabbiß und hänge sie bei abnehmendem M. dem Patienten um den Hals« [Bd. 4, Sp. 1404] [Heimatbl. für Lu'haf 1913 7]. Eine weitere Volksmed. s. PfWB vermehren. VR.: s. PfWB Bett, PfWB Emil. — 2. übertr. 'Glatze' [mancherorts]. Zu Glatzköpfigen (Über Glatzköpfige) sagt man daher: Du loscht de M. scheine [ZW-Stamb]. Bei dem scheint de M. [ RO-Rehborn]. De M. geht uf (scheint) [ GH-Zeisk, mancherorts]. Loß de Hut uf, sunscht scheint de M.! [ GH-Vollmw]. — F.: Die vereinzelten Belege in der Bedeutung 'Monat' wurden zu PfWB Monat gestellt. Da ihre Pluralbildung nicht der von M. entspricht, sind sie eher als Verkürzungen aus mōnəd zu betrachten. — Südhess. IV 741 ff.; RhWB Rhein. V 1262 ff; LothWB Lothr. 369; ElsWB Els. I 690.
| [Bd. 4, Sp. 1398] Zahlwörtern in der Regel unflektiert, z. B. In zwää, drei Manet kummt er wirrer [ BZ-Dernb]. In zwee Monat sinn ich nimmi hie [ KL-Reichb]; Zs.: PfWB Augst-, PfWB Bisen-, PfWB Brach-, PfWB Ernte-, PfWB Herbst-, PfWB Heu-, PfWB Krist-, PfWB Mai-, PfWB Narren-, PfWB Rosen-, PfWB Sommer-, Wein-, PfWB Wintermonat. Er kriet de M. fuchzich Mark [ RO-Als]. Alle M. hot de Beamte sei Gehalt [ LU-Limbghf]. Mer zahlen alle Monat unser Steier [ BZ-Dernb]. De Einehmer (Steuer-, Gebühreneinnehmer) kummt alle M. eemol [ NW-Frankeck]. Die Monadde, wo ke R han (kein R in ihrem Namen haben), sin die scheenschde [ KL-Reichb]. Sie is im sechste M. (Schwangerschaftsmonat) [LU-Opp, verbr.]. RA.: Er bezahlt jede M. e Vergniechungssteier (Alimente) [Krieger 19]. BR.: Wie der letscht Freidag im M., so is der negscht M. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1143]. Wie die drei erschte Hunnsdag, so die drei erschte Munet im neie Johr [ebd. Nr. 1175]. »Ein boshafter Scherz der Älteren beruht darin, die unerfahrenen, leichtgläubigen Kleinen mit den Worten Den M. brennen die Nesseln nit, zum Angreifen der Nesseln zu bewegen. Nach dem Schmerzensruf der Kinder kommt dann die Äußerung: Den Monat brennen sie nit, haw ich gesagt« [Wilde 33]. a. 1298: den heren von Otterburg ir drizig pond heller wider geben innewendig zwein menden [OttbgUrkb. 216]. a. 1426 (Kopie 16. Jh): des monads, denn man nenneth zu latein juny [PfWeist. 541 (KL-Frankst)]. a. 1461/62: Johan engels sins soldes vor ein mant [KSchArch. KellR Bl. 4]. a. 1477: vnd soll auch zu jedem Monend sin anzale gelts geben [Seel Chronik v. NW-Deidh 90]. a. 1537: inn eynes manatzs fristt [PfWeist. 609 (RO-Gaugrw)]. Südhess. IV 740; RhWB Rhein. V 1259; LothWB Lothr. 369.
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