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 PfWB Molken-kirsche (Bd. 4, Sp. 1390)   PfWB Kirsche (Bd. 4, Sp. 243)   ElsWB Kirs(e) (Bd. 1, Sp. 470a) 
 -kirsche f.: eine Kirschensorte, -kersch [mancherorts Krämer Gal 151], Molchekasche [Beam Penns 72]. Nähere Angaben: rode (schwarze) M. [ RO-Dielkch], 'Herz- oder Knorpelkirsche' [Wilde 126], vgl. Geißen-, Glaskirsche, 'säuerlich schmekkende, dicke rote Kirsche' [ SP-Mechth], 'weiß und rot gefärbte Kirsche' [ KU-Schmittw/O], 'hellrote oder milchweiße süße Frühkirsche' [Don (Steinmetz)], eine große, saftreiche Kirschenart [Krämer Gal 151]. Südhess. IV 732; RhWB Rhein. V 1242. —

 

   Kirsche f.:
1.
a. 'Süßkirsche (Prunus avium)', Kersch, Kärsch (kär), Pl. -e [verbr. Wilde 126], (käÄr) [verbr. mittl. VPf (Bertram § 242)], (käÄ) [ KL-Lind Kaislt], Keersch (kēr) [RO-Rehbn »unteres Glantal« (Wilde 126) LA-Nußd], Kasch [Buffington-Barba Penns], Pl. Kaasche [Danner Penns 17], Karsche (karə) [ Gal-Hohb Könbg], Kirsch, -a [ BZ-Albw GH-Kand], rch (kärχ) [ KU-Herschw/Petth],

[Bd. 4, Sp. 244]
Kärschte [ GH-Kuhdt]. Kirschensorten: rode, schwarze, frihe, spode, derkische, fläschiche K.; Zs.: PfWB Poß-, PfWB Brech-, Einmach-, PfWB Früh-, Glas-, PfWB Herz-, PfWB Kaiser-, Knorpel-, PfWB Krach-, PfWB Lot-, PfWB Mai-, PfWB Mohren-, PfWB Molken-, PfWB Mollen-, Nägelchen-, PfWB Napoleons-, PfWB Riesen-, PfWB Schloß-, PfWB Schwarz-, PfWB Spät-, PfWB Stein-, PfWB Strauß-, Strüpf-, PfWB Süß-, Weinkirsche. Im Frühjahr soll es noch eine Zeitlang kalt bleiben, daß die Kärsche net so druf un druf blihe [ NW-Freinsh]. Die K. solle nooch un nooch zeidich werre [ GH-Kand]. Die K. hän schän Flääsch [ NW-Freinsh]. Die Kinner gehen gern an die K. 'pflücken verbotenerweise K.' [ ZW-Hornb]. Man ißt gern Ausgscheppte un K., auch Grießknepp 'Grießklöße' un K. [ KB-Kerzh]. Man macht K. ein oder derrt se [mancherorts]. Vergleiche u. RA.: Sie hot Backe wie e Kersch [KB-Zell, verbr.]; Age wie e K. [LU-Alsh, verbr.]. Gesunde volle Lippen sin rot wie e K. [KU-Kaulb, verbr.]. Sind die Kirschen erfroren, so heißt es: Die Kersche sin for dasjohr gesse [ BZ-Dernb, mancherorts]. Von einem, der andere gern übervorteilt, heißt es: Mit dem is nit gut K. esse [NW-Hardbg, verbr., auch Don Gal Buch]; mit dem Zusatz: der schmeißt ääm d' Stää ens Gsicht [ LA-Herxh, vereinzelt]. Zwei, die Streit haben, fresse keen K. metnanner [ KL-Wörsb]. Kinder warnt man: Verbot'ne K. sin siß; kummet de Schitz, gibt's Hiebe gewiß [Umg. Land (Nachl. Wilde)]. Wunsch für ein Kind: Liebes Kindlein bleib gesund bis drei Kersche wiegen ein Pfund [Wilde 128 (verbr.)]. KR.: Die Kersche sin zeidich, die Kersche sin gut; wann's Mädel vorbeigeht, do lupft mer de Hut [Nachl. Wilde]. Roure Kersche äß ich gern, schwarze noch viel liewer (Forts. s. PfWB Dame 1) [ LA-Nd'hochstdt]; Var. s. Wilde 128. Mein liewer, liewer Peter, die Kersche werren rot; jetzt esse mer als Kersche, do spare mer e Stick Brot [Feierowend 1950/8, S. 5]. Volksgl.: Wenn man von schwarzen Kirschen träumt, bedeutet es Trauer [ KU-Friedhs]. Rätsel von der Kirsche: Erst weiß wie Schnee, dann grün wie Klee, dann rot wie Blut, 's schmeckt allen Kindern gut [Hebel 120]; weiteres Rätsel s. PfWB Jungfrau 1 a. a. 1448: were da zu markt stet zu Durkeim, der gibt eim abt sines kaufs eins pfennings wert, es si an kussen, an brode, an klobelauch, an kirsen ... [Grimm Weist. V 600 (Abtei Limburg)]. —
b. Zs.: PfWB Sauer-, PfWB Weichselkirsche. —
c. 'unveredelte K.'; wilde K. [ GH-Kand]. Zs.: PfWB Vogels- 1, PfWB Waldkirsche.
2. 'kirschenähnliche Frucht'. Zs.: PfWB Blas-, PfWB Vogels- 2 u. 3, PfWB Judenkirsche. Südhess. III 1342; RhWB Rhein. IV 550 ff.; LothWB Lothr. 288; ElsWB Els. I 470.

 

  Kirs(e), Kirsch [‘Xîrsə Olti. Liebsd.; Khîrsə Hi. Sier. Banzenh.; Khìrs Obhergh. bis Rchw.; Khìr Su. Ruf. Merxh. Bf. Str.; Kher K. Z. Han. Betschd. Lohr; Khèr Schleit.; Pl. –ə] f. 1. Kirsche,

[Bd. 1, Sp. 470b]
prunus cerasus. Spw. Mit grosseⁿ Herreⁿ is nit guet Kirseⁿ (Kirscheⁿ) ësseⁿ (pickeⁿ): si wërfeⁿ eiⁿm d Stiel ins Gsicht Horbg. Str.; ähnl. Mosch. I 205. Mit dëm is nit guet K. e. er ist grob Dü. Bf. Rda. Wënn s Kirscheⁿ git, bekumms du auʰ vertröstende Abweisung Str. ‘Kirsen und alles obs’ Str. 15. Jh. Brucker 49. 255. ‘Kirse’ Dasyp. ‘umb Kirsen’ Hertzog X 198. ‘Dis jar würd es viel Kerschen, pflaumen, pffel vnd bieren geben’ Fisch. Prakt. 23. ‘Schwarze Kirsen, braune Kesten sind die schnsten vnd die besten’ Mosch. II 286. ‘Allung dü! gieb mir Kirse, Birre’ Mü. JB. II 173. 2. Kirschbranntwein: e Gläsl K. Str. U. 3. Ohrfeige: s git Kirseⁿ Su. 4. Eichel des männl. Glieds Hf. Zss. [Kherspoim, Khersatai, –tél, –loip, –plètər, –kràta, -khyaχa, –màter] Dü.; Kirseⁿstrich Zeit der Haupt-Kirschenernte Hi. Demin. Kirsle, Kirsl, Kirschle O.; Kirschl U. n. — Schweiz. 3, 478. Bayer. 1, 1296. Hess. 200.