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 PfWB mit-tun (Bd. 4, Sp. 1375)   PfWB tun (Bd. 2, Sp. 610)   PfWB Be-scheid (Bd. 1, Sp. 719) 
  -tun unregelm.:
1. 'sich an einer Tätigkeit beteiligen', met-, mitdun, -dun, -du(e), dau, usw. s. PfWB tun [verbr.]. Mir han all mitgedun [Kaislt]. —
2. 'seine (vorgesehene) Aufgabe erfüllen, zu einer Aufgabe beitragen, mithalten können'. Die Bään dun nimmi met [ KU-Schmittw/O]. Das Herz dut nimmeh mit [ LU-Opp]. Er kann in de Schul nit mitdau 'Er kann dem Unterricht nicht folgen' [ GH-Leimh]. — Südhess. IV 713/14.

 

   tun st., selten schw.:
1. 'machen, ausführen, unternehmen, bewirken', vgl. PfWB machen, dūn, dūn(ə), dū(ə), dūnə, dn, d, dān, dn, daun, dḁun, dau, dḁu, dǫun, dǫun, dǫu; Verbr. s. K. 104; Konjugation s. F. —
a. mit allg. Obj. (das, es, etwas, selbiges, solches, viel, was). Des därfsche (darfst du) net du! [RO-Schweisw, verbr.]. Ich will's aach nimmi dun [KU-Frohnf, verbr.].

(1960 wurde 'tun' im Wenkersatz 10 — Ich will es auch nicht mehr wieder tun — für 73% der Schulorte mit 'tun', für 27% mit 'machen' wiedergegeben, wobei man offenbar in vielen Fällen um eine wörtliche Übertragung des Satzes bemüht war.) Du kennscht ma (könntest mir) das dun [HB-Kirrbg, verbr.]. Das hoscht mer äämol

[Bd. 2, Sp. 611]
gedaun un net wirrer [BZ-Dernb, verbr.]. a. 1293: unde sollent das dun in den nehesten vierzehen nehten [SpeyUrk.]. a. 1511: ab eynicher herr das zu thoin hette sonder (ohne) den anderen [PfWeist. I 212 (PS-Burgalb)]. a. 1560: dethen die von Henne (Höningen) das nit, so ... [ebd. II 557 (NW-Freinsh)]. a. 1592: Welcher daß nit thete (sein gültt außzurichten) [ebd. II 553 (GH-Freckf)]. Es dut mer wirklich läd [Holler 17]. Er dut's um alles in der Welt net [verbr. Don Gal Buch]. Er dut's net um's Verrecke [verbr.]. Hätt ich's doch nit gedun! [ PS-Erfw]. Sprw.: Hätt mar's nit, dät mar's nit 'Gelegenheit macht Diebe' [ NW-Gimmdg, Don-Gottlob]. a. 1325: man due es danne gerne [SpeyUrk. 290]. a. 1492: mag er es nit gethaun, so soll er herausz reuten oder laufen zu den dreien gemeinden [Grimm Weist. V 579 (NW-Haßl)]. Sell muß gedoo sei [Danner Penns 72]. a. 1560: (wer) solchs mit gefar vnnd falsch thete [PfWeist. II 560 (NW-Freinsh)]. SprW.: Mer kann viel dun, awwer noch mehr losse [Hebel 45]. Ich du, was ich kann [NW-Frankeck, verbr.]. Er wääß nimmi, was er dut [KB-Kerzh, verbr.]. SprW.: Was mer gern dut, fallt eem net schwer [verbr. Gal]. Jung gewohnt, alt gedoon [ KU-Schmittw/O]. VR.: Peder, wu steht er? Im Stall. Was dut er? (s. PfWB Peter 2). Gretche, mei Mädche, was duschde? (s. PfWB Margarete). Ich bin meim Herr sein liewer Knecht; was ich dun, is alles recht (s. PfWB Knecht). —
b. mit abstraktem Obj., das eine Tätigkeit bezeichnet (in alphab. Reihenfolge). Die kalt Nacht hot 'm Obs (Obst) en starke Abtrach (s. PfWB Abtrag 2) gedaun [ BZ-Dernb]. Hasche (Hast du) das aa schun Aacht (s. PfWB Acht 3) geduu? [Pirmas]. 15. Jh.: so haben wir ... bevelch (s. PfWB Befehl) gethon [Zweibr. I, Fasz. 1025 1/2]. Do du mol Beschääd, beim Zutrinken (s. PfWB Bescheid 1 c) [Kaislt]. a. 1415: die eyde (s. PfWB Eid), die sie ... gethon hetten [PfWeist. II 594 (NW-Friedh)]. a. 1564: der Aydt (Eid), So ein Jeder Inwohner zu Wirschbach dem Gerichtsherrn gethon [SSp., Beschreib. des Dorfes Wörsbach]. Er hot en Fall gedaan 'ist gestürzt' [ LU-Altr]. a. 1484: er hett ein fraug (s. PfWB Frage) an sy ze thon [Friedel 175]. a. 1582: frohndienst zu thun [PfWeist. II 519 (FR-Flomh)]. a. 1568: gebot und verbot zue thon [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. a. 1553: den beiden hochgerichtsherrn gehorsamb (s. PfWB Gehorsam) zu thun wie von alters [ABlieskst 99]. a. 1628: und wer sie darüber dreibt, der tuet gewalt und kein recht [PfWeist. II 600 (LU-Fußgh)]. a. 1671: vnd thut die 2. klag (s. PfWB Klage) [ebd. II 535 (KU-Föckbg)]. 17. Jh.: daß gemeinen pfarrvolck (soll) alle opera, daß ist alle Handlung, thun [ebd. II 533 (KU-Ulm)]. a. 1737: und alljährlich rechnung thun sollen [ebd. II 578 (NW-Freinsh)]. Er hot e Red (s. PfWB Rede) gedan [ KB-Kriegsf]. a. 1563: deß sie unserm gnädigsten churfürst und herrn eine rayß 'einen Kriegszug' tun [PfWeist.

[Bd. 2, Sp. 612]
II 515 (FR-Flomh)]. a. 1321: numme keinen schaden ich oder min gesinde zu dune ane alle geverde [OttbgUrkb. 328/29]. a. 1530: schaden, den des spitals sweyn (Schweine) ... gethun [SpeyGg-HospR]. Der Schütz dut sei Schilligkeit (s. PfWB Schuldigkeit) [PfId. 182 (WPf)]. RA.: Is net Sinn (s. PfWB Sünde) gedu?, von Verschwendung und unnötigen Ausgaben [ Gal-Dornf]. a. 1533: die menner, die den vndergang (Begehung und Festsetzung der Grenze) gethan haben [PfWeist. II 544 (KU-Frankb)]. (Do) horrer em Jäb no emol e gut Vermahning (s. PfWB Vermahnung) geduhn [PfId. 184 (Umg. Kus)]. —
c. das Obj. bezeichnet das Ergebnis, die Wirkung des Tuns. Er hot sich eppes gedaun 'Er hat sich wehgetan' [ LA-Wollmh]. a. 1671: das thut 4 maß wein [PfWeist. II 535 (KU-Föckbg)]. (Dafür heute: das macht ...). 's dut nix 'schadet nichts' [LA-Impfl]. 's dut nix, wann aa e Stick vun de Zahnlad mitgeht, scherzh. vom Zähneziehen [ RO-Semb]. —
d. »tun« mit adv. Bestimmung. Er dut's net annerscht 'will es unbedingt so haben' [ NW-Gimmdg]. Kannscht ääm lääd du [Kaislt, verbr.]. Du duscht der weh [ Gal-Dornf]. Dut das weh! [KL-Reichb, verbr.]. Um e Hoor hätt se sich weh geduu [ GH-Kand]. Der Kuh dut die Milch weh, sie muß gemolk werre [ WD-Niedkch]. Warten numme, 's kummt aach emol an eich, do sehn ehr aach, wie's dut [ NW-Gimmdg]. Jerem, duht eich der 'dieser' proforscht! 'Macht der es großartig!' [Kühn Schnitze II 65]. RA.: Ich han'm defor gedan [KU-Kaulb, verbr.]. SprW.: Es isch'm defor gedon, daß die Bääm net in de Himmel wachse [ ZW-Hornb]. Vgl. auch PfWB feil-, PfWB fort-, glau-, PfWB gut-, PfWB heim-, kundtun. —
e.
α. mit jemand zu tun haben, wie schd. Er hot's gern mit ehre se due 'Er sucht Umgang mit ihr, ist ihr zugetan, ist verliebt in sie' [ Gal-Dornf]. Sie harre (hatten) merenanner (miteinander) se dun, von Streitigkeiten [ KU-Schmittw/O]. Paß uf, sunscht kriescht's mit meer se du, Drohung [KL-Kindsb, verbr.]. SprW.: Mer lernt die Leit eerscht kenne, wammer mit'ne se du hot [Gal-Brotschk, verbr.]. —
β. mit etwas zu tun haben, wie schd. Mit dere Sach hun ich nix se due [NPf, verbr.]. a. 1540: die kirchschaffnerey (soll) nichts mit zugsayl zu thun haben [PfWeist. II 1540 (KU-Ulm)]. Besonders von Beschwerden körperlicher Art: Er hot's mit de Aae (Augen), mit de Nerve ze dun [LU-Opp, verbr.]. —
2. 'arbeiten', vgl. PfWB machen. Er hot nix (viel, noch lang) se dau [GH-O'lustdt, verbr.]. Mer hun die Hänn voll se dun [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hat se due wie die Pann an Fasnacht 'hat viel zu tun' [ RO-Obd]. Duunt e bißche langsam! Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden [ KU-Körbn]. Der dut kän Strääch (Streich), vom Faulenzer [ KU-A'glan Kaulb Kreimb]. Mach der nix se dun! 'Strenge dich nicht an, denn es wird doch nichts nützen' [Lu'haf, RO-Obd NW-Haßl Spey]. —
3.

[Bd. 2, Sp. 613]
PfWB tun als Ersatzwort für stellen, setzen, legen usw. Du 's Esse uf de Disch! [PS-Schmalbg, verbr.]. a. 1571: Item 1 lange Kist mit fachen, darin man Kuchen speiß dutt [ZweibrKellR]. Ich muß noch 's Kalb (zum Säugen) an die Kuh dun [NW-Ellstdt, verbr.]. Mer wolle jetzt die Hinkel in de Stall dun 'die Hühner in den Stall einsperren' [ NW-Deidh]. a. 1532: dem schmit geben für das beschlegs, So er ... gethon 'angefertigt' hat [SpeyGgHospR]. a. 1507: der soll dem carstfaut zwo scherferdt thun 'Fronfuhren stellen' [Pf-Weist. I 26 (RO-Alsbr)]. a. 1530: 2 farren, ist einer auch vff den bentzhoff gethun worden [Spey-GgHospR]. a. 1553: were den kosten tone soll 'die Kosten tragen soll' [ABlieskst 107]. Er hot koo Fuß iwwer die Deerschwell geduu [ Gal-Hanunin]. 's dut nit 'Das Instrument tönt nicht' [LA-Impfl]. —
4.
a. einem etwas, nichts tun u. ä. 'Schaden, Böses, Unrecht zufügen', vgl. PfWB machen. Der Hund dut der nix [verbr.]. (1960 wurde »tut« im Wenkersatz 39 — Der braune Hund tut dir nichts — in 70% der Schulorte mit tut, in 30% mit macht wiedergegeben; offenbar herrschte auch hier — vgl. o. 1 a — das Bestreben vor, den Satz wörtlich zu übertragen). Was hawich (habe ich) der dann gedaun? [ LA-Edk]. Ich du der e Ducke (e Duppe, e Bosse) 'Ich spiele dir einen Streich' [verbr.]. Verzeihen Se, ich hab's nit geren 'nicht mit böser Absicht' gedaun [ GH-Zeisk]. Du mer nix, ich du der aa nix [Kaislt, verbr.]. Dore (Tote) dun äim nix [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er dut kemm Hinkl eppes, von einem Feigen [ KL-Siegb]. SprW.: Besser Uurecht (Unrecht) leide wie Uurecht du [Penns]. Einen VR. s. bei PfWB Schneider. a. 1480: iedem besonder keinen geferlichen oder freuenlichen schaden zu thun [PfWeist. I 441 (KL-Erlb)]. —
b. einem Liebes, Gutes tun u. ä. Er hot mer nore Gudes geduu [ Gal-Dornf, allg.]. Ich du eich aach emol e Gefalle [ KB-Kriegsf, allg.]. —
5. 'sich gebaren, sich verhalten'. Sie hän arg gedun '(am Sarg) sehr geweint, geklagt' [GH-Kand, verbr.]. Wann sei Fraa uf'm Schab geleh hätt, er hätt net vertels so arig gedun (wie beim Verlust der Kuh) [PfId. 176 (WPf)]. Du nor net so! 'Verstelle dich nicht!' [RO-Obd, verbr.]. Er hat so gedue, als härresene (hätten sie ihn) for se Dresche bestellt [ KL-Queidb]. Der dut grad so, als ob er aach was ze saage hätt [Krieger 21]. Vgl. auch PfWB dicktun, PfWB großtun. —
6. in Verb. mit dem Inf. eines Verbs als Mittel der Umschreibung.
a. im Indikativ. Se dun heirate [LA-Bornh, verbr.]. Er dut sterwe 'liegt im Sterben' [KL-Landstl, verbr.]. Der dut alles verkuhwedele 'verdirbt alles' [Krieger 11]. Er dut immer 's Maul ufreiße [SP-Harths, verbr.]. Die Määd duhn flink die Latwerj rehre [Kühn Schnitze II 25]. Häufig in der Sprechweise der Kinder: Ich du schreiwe; ich du net lese [verbr.]. In Aufzählungen: Mer dun heit abmache, binne un infahre '(Getreide) mähen,

[Bd. 2, Sp. 614]
binden und einfahren' [verbr.]. Zur Bildung des Futurs: RA.: Mit meer dun ehr kee Micke fange 'Mit mir werdet ihr (könnt ihr) nicht machen, was ihr wollt' [Kaislt]. — Den VR. Bohne dun mich krone s. bei PfWB Bohne 1 (I 1076, Z. 23ff.). a. 1773: und allen aufgeloffenen unkösten nicht entrichten thut [PfWeist. II 574 (NW-Freinsh)]. — Der subst. Inf. steht im Genit. bei Bezeichnungen von Kinderspielen: Fanges (Fangens 'Fangspiel') dun [ KU-Schmittw/O]. Kneppels (Knöpfelns 'Knopfspiel') dan [ LU-Altr]. Nach dem gleichen Muster auch: Gails (Gäulens 'Pferdchenspiel') dun [ KU-Schmittw/O]; ebenso: Schuls (Schulens) dun 'Schule spielen' [ebd.]. —
b. im Konjunktiv.
α. zur Bildung der Möglichkeitsform, gew. in Satzverbindungen. Der deet mitmache, wann er kennt [Krieger 9]. Du glaabscht, des dät d'r nix; baß uf, daß du dich net errscht [ KL-Reichb]. Er saat, er deet das nimmi mache [ Gal-Dornf]. Wann ich des gut Brillche nit het, was det ich dann do mache [Holler 12]. Ich meene grad, d'r Kopp det mer verspringe [ KU-Wolfst RO-Lohnsf]. So gern, as ich 's deet, awwer helfe kann ich net [ NW-Frankeck]. Mänschde, wann mer de ganze Dag greine det, det's besser werre? [Holler 10]. RA.: Liewer därisch (täte ich) mer uf's Maul schlaae [ ZW-Marthh]. Die dere sich die Finger denoh lecke [KL-Matzb, verbr.]. Das deet der eraushänge 'Das würde dir so passen' [ KU-Kaulb Kreimb]. Das deet mer net uf de Lippe verbrenne 'Dazu könnte ich nicht schweigen' [ KL-Hirschhn]. Määnsch du, die gebrorene Dauwe deeren d'r ins Maul fliee? [ KL-Stelzbg]. Ich wollt, du dätscht ime verreckte Hund stecke un mischt (müßtest) em verzehn Daa hinneraus belle [ PS-Saalstdt]. Wann ich dich im Aarsch hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [ Gal-Dornf]. BR.: Der Februar saat zum Jänner: Wann ich die Kraft hätt wie du, dät ich 's Kalb verfreere losse in der Kuh [ Gal-Brotschk]. —
β. zur Bildung der Wunschform. Ich det was esse [RO-Dielkch, verbr.]. Wann de nore emol dein Maul halle deescht! [RO-Semb, verbr.]. Dedsche liewer de Katz ehr Schwanz ins Maul nemme (statt der Zigarette)! [ KU-Wolfst]. —
7. subst. Unn 's wärd kenn Tun se veel (zuviel) gelobt, wann's aaner recht besieht [Christmann Grummet 33]. Wie er ame Owed werrer so em völlije Dun war met seim Fluche [PfId. 177 (WPf)]. Er es im beschde Dun 'im schönsten Alter' [ KB-Kriegsf, KU-Schmittw/O]. Sein Dun un Treiwe gefällt mer net [ KU-Schmittw/O]. Er hot 's Tun un 's Losse 'Er kann es tun oder lassen' [Don (Steinmetz)]. Des is en Dun 'Das ist einerlei' [RO-Obd, verbr.]. 's es an Dun, wie d'es machscht [ RO-Mannw]; vgl. PfWB Tuns. Rätsel: Die än saat: Ich wollt, 's wär Dag. Die anner saat: Ich wollt, 's wär Nacht. Die dritt saat, Mer is än Dun, ich han Dag un Nacht kän Ruh (Bett, Ofen, Uhr) [Hebel 115]. — Zs. PfWB ab-, PfWB an-,

[Bd. 2, Sp. 615]

auf-, aus-, daran-, dazu-, ein-, heraus-, herein-, herum-, hervor-, hinein-, hin-, hinweg-, mit-, über-, um-, unter-, ver-, weg-, zusammen-, zutun. Vgl. auch die Abl. Getäts, Getuns. F.: Die Verbr. der Lautformen von Inf. und Part. Perf. für 1960 zeigen K. 104 und 105. Das weithin herrschende ū in der Stammsilbe des Part. Perf. (gədūn, gədūn(ə)) ist aus dem Inf. übernommen. Der entgegengesetzte Vorgang zeigt sich im östl. Teil der VPf, wo sich der Inf. mit den Stammvokalen bzw. au, ǫu (d, daun, dǫun) dem Part. Perf. angeglichen hat. Die Form gədūd entstand unter Einwirkung von dūd (3. Pers. Sing.). Ergänzend ist hinzuzufügen, daß au und ǫu in gədaun, gədǫun durch Diphthongierung aus ā bzw. ō hervorgegangen sind; vgl. Bertram § 47, 48. — Angaben für Auslandspfälzer: Lambert Penns hat dun, gədun; bei Wood Schärf. Penns 236: du:n (Inf.). Don-Torscha: dūn, gədūn; Gal-Dornf: dū(ə), gədū; Gal-Obl: dū, gədū. Die Präsensformen: 1. Sing. fast allg. dū; im Westteil der WPf auch dūn (belegt für KU-Cronbg Roth Dietschw IB-Böckw). 2. Sing. allg. dūd, vielfach verkürzt zu dū. 3. Sing. fast allg. dūd; in WD-Niedkch dud. Die Pluralformen in 1. - 3. vorherrschend dūn, dūən; in größeren und kleineren Inseln auch n(ə); dōn belegt für ZW-Käshf Gr'bundb Kl'bundb Mörsb O'aub Wintb PS-H'einöd; dōn in ZW-Stamb Wattw Hornb; doun in ZW-Roskopf Contwig Rimschw A'hornb Mittb Dietriching PS-Harsbg Herschbg; doun in ZW-Battw Reifbg KL-Mittbn; daun in LA-Rohrb; dān in PS-Schindhd; die umgelautete Form dīn, seltener

[Bd. 2, Sp. 616]
n verbr. im Ostteil der südl. VPf (nördlichster Punkt NW-Geinsh, südlichster GH-Hagb; vgl. hierzu bes. Bertram § 159); dęin in BZ-O'schlettb; dęin in BZ-V'weidth. Sonderform für 2. Pl. dūnd in KU-Körbn. Gal-Dornf Obl haben im Sing. dū, dūd, dūd; im Pl. dūn. Penns im Pl. nach PSA K. 54 dūnə, dūn, dīnə. Konj. Prät.: im Sing. dēd, dē(d), dēd, im Pl. dēdən u. dēdə (intervokalisch statt -d- oft -r-); in unbetonter Stellung und in lebhafter Rede wird der Vokal fast immer kurz gesprochen. — In Gal-Dornf: dēd, dēd, dēd, dēðən; in Gal-Obl: dēd, dē(d), dēd, dēdən. In Penns nach Wood Schärf. Penns 233: (ich) de:d. Südhess. I 1821 ff.; RhWB Rhein. VIII 1444ff.; Saarbr. 53; LothWB Lothr. 112; ElsWB Els. II 639; Bad. I 592ff. u. I 667 Eintun.

 

   Be-scheid m.:
1. wie schd.
a. Bescheid gewwe, B. sage 'benachrichtigen, die Meinung sagen' [ LU-Maud, allg.]; letzteres umgspr. B. stoße. RA.: Ich saa der B., daß de dei alt Kabotthietche e bißje ufwärme kannscht [Kaislt]. —
b. B. wisse 'wissen, woran man ist' [allg.]. —
c. B. tun 'aus dem angebotenen Glas eines anderen zu dessen Gesundheit trinken' [verbr.]. Die Formel, mit der das Glas angeboten wird: Du mer B., auch: Trink mer emol B.!
2. B. läuten, zur Anzeige eines Sterbefalles [ GH-Neubg]; dafür meist PfWB Zeichen läuten. —
3. 'Abmachung'. a. 1298: vnd sollent sich danne ywedersite zu deme rechte haben, daz sie hatten e dirre bescheit wurde gemachet [OttbgUrkb. 216]. —
4. 'Grenze' (statt Scheide). a. 1522: am schencken bühel am bescheyde der marcken am rich [GGA Bl. 10 (NW-Wachh)]. — F.: Die von der Schriftspr. bestimmten Formen Bescheid [WPf] und Bscheid [VPf] stehen neben den reinmundartlichen: bəd [NPf], bəd [mittl. u. südl. WPf VPf], bəęid [ KU-Schmittw/O]. — RhWB Rhein. VII 1004; Bad. I 155.