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 PfWB Mist (Bd. 4, Sp. 1344)   ElsWB Mist (Bd. 1, Sp. 733b) 
   Mist m.:
1.
a. 'Tierkot aus dem Viehstall, als Dünger verwendet', Mischt (mid) [verbr. NOPf SWPf mancherorts übrige Pf, Karch Dahn/ Wilgws/Iggb 230 Schneckenburger 23 Lambert Penns 105 Krämer Gal 149], Mescht (męd, med) [mancherorts mittl. VPf SOPf NPf NWPf KL-Stelzbg Weilb PS-Bundth, Bertram § 79 Christmann Kaulb 14, 79 Heeger Südostpf. 9 Mang 99 PfId. 94 Krämer Gal 149]; Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Tauben-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Kuh-, PfWB Kunst-, PfWB Laub-, PfWB Lese-, PfWB Sau-, PfWB Streusel-, PfWB Stroh-, PfWB Viehmist; M. fihre 'M. auf das Feld fahren', [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; M. fahre, dass. [ KU-Diedk KB-Kerzh]; M. enausschaffe 'den

[Bd. 4, Sp. 1345]
Stall ausmisten' [ LU-Opp, mancherorts]; M. ausdu, dass. [ KU-Bedb]; M. sprääde 'M. auf dem Feld verteilen' [ NW-Gönnh, mancherorts]; M. suche (lese, raffe) 'Tierkot von der Straße einsammeln' [mancherorts]; korzer M. 'M., bei dem im Ggs. zum lange M. das Stroh schon weitgehend verrottet ist' [ BZ-Albw]. Hasch' de M. ball draus? [ PS-Erfw]. Hänner (Habt ihr) eiern M. schun g'fahre? [ NW-Freinsh]. Er dingt mit M. [ LA-Gommh]. 's Hai is de reinschte M. [ LU-Alsh]. Kannscht moje (morgen) helfe, M. traa'e? [ NW-Freinsh]. Noher kannschde noch M. spräre (spreiten) [ IB-Ommh]. Spat de M. in de Schlag! 'Grabe mit dem Spaten den Mist unter!' (Schlag = Grabfurche) [ BZ-Dernb, KU-Herschw/Petth]. Der Acker hot se Lebdag a noch ken M. g'sehne, von einem schlecht gedüngten Acker [ NW-Kallstdt]. 's is scheen Wedder heit, die Bauere fahre M. [ KU-Diedk]. RA.: naß wie M. [Kaislt PS-Saalstdt, mancherorts Gal]; faul wie M. [ GH-Hatzbühl, mancherorts, auch Gal]. Von einem reichen Bauern: Do is Grund un M. un Saches [ LU-Opp]. Der werd net meh lang M. mache, von einem, der nicht mehr lange leben wird [ Gal-Bagbg, WD-Niedkch]. Der redt do e Dreck z'amme, wie wann er M. g'freß hätt [Kaislt]. Des is net uf sei'm M. g'wachse 'Das stammt nicht von ihm, er schmückt sich mit fremden Federn' [LU-Muttstdt, verbr.]. Er hot Geld wie M. 'Er hat viel Geld' [mancherorts, auch Auslandspfälzer], oft mit einschränkenden Zusätzen: nor nit so lang [ Don-Gottl], awwer kens in de Kischt [ PS-Saalstdt]. Serscht (Zuerst) kummt e Wächel voll M., nocht kummscht lang, lang du [ LA-Wollmh]. Do hilft 's Bede nix, do muß M. nein [ LU-Friesh]. SprW: Kleen Vieh gebbt aach M.! [Feierowend 23/1955 2, mancherorts]. Geld un M. wänn (wollen) niemools lange [ BZ-Dierb]. Geche än Wache voll M. kann äner allää net anstinke [ LU-Friesh]. M. es de Herr 'Die Düngung mit Mist entscheidet über das Wachstum'; vgl. dazu PfWB Mistus [ WD-Niedkch]. BR.: Wann im Feberwar die Schnoke geiche uf M., soll mer's Fuder sperre in die Kischt [ LU-Oggh]. Aprilschnee is so gut wie M. [Zeitw. Gal. 1959]. Volksgl.: Am Freitag soll kein M. untergezackert werden, sonst fressen ihn die Würmer [PfHR 16/1931]. VR.: Wann die Frankesteener M. nausfahre, / brauche se kenn Karch se lare (laden) usw., Forts. s. PfWB Birkweiler. Var. für BZ-Rambg NW-Frankst LA-Birkw s. Hebel 93, Sunndag 14. 9. 1958, PfL 14. 10. 1933. Weitere VR. s. PfWB Dampfknopf, PfWB Lehrer. a. 1297: vnd sollent allen den mist der da wirt uffe daz selbe gut dun [Corpus IV 2 (NW-Lambr)]. a. 1425: myst tragen [Lein-Arch. (Löhne)]. a. 1514: Item 4 β 11 δ vor 8 tage myscht in die wingert zu berghußen zu dragen [GgHospR]. a. 1515: den knechten ... geschenckt do sie den myscht ußgefurt [ebd.]. a. 1528: vnd

[Bd. 4, Sp. 1346]
sal alle jar 4 karren myst in den wingarten furen [Kurpf. 884 (RO-Duchr/Ohs)]. a. 1553: einen tag mist führen [ABlieskst 40 (IB-Blickw)]. a. 1652: Myst oder Dung [GgHospR]. —
b. 'Dungstätte, Misthaufen' [mancherorts], dafür jedoch häufiger f.: Miste. RA.: Sie hot's Geriß (s. PfWB Geriß 2) wie's Birrels (Büttels) Gansert, den hot de Hund uf'm M. verriß [ FR-Albsh]; auch: wie's Biddels Gans, siewe Monet uf'm M. g'hockt un dann hot se de Wolf gefreß [ NW-Haßl Spey]. Redet einer recht dumm daher, so kann er zu hören bekommen: Ebbes Dummeres isch nanit uff'm M. verreckt [Wasgau-Bote 11/1934]. SprW.: Jerer Hahn sell uf seim M. krähe [ BZ-Dierb]. BR.: Wann de Hahn kräht uf'm M., ännert sich's Werrer [ BZ-Stein], meist mit dem scherzh. Zusatz: oder 's bleibt wie's is [verbr.]. Kräht de Hahn uf'em M. bleibt's Werrer wie's is, kräht er uf de Heh, gibt's Rege orrer Schnee [ LU-Alsh]. VR. s. PfWB ausleeren 1. —
2. übertr.
a. 'minderwertiges Zeug, Unsinn, Unfug, dummes Gerede'; vgl. PfWB Bockmist. Er macht M. 'Er macht Unsinn, macht etwas verkehrt' [GH-Zeisk, verbr.]. Er dut M. verzabbe, dass. [ LA-Roschb, mancherorts]. Du babbelscht awwer M. [ PS-Kröpp]. Er plaurert M. [ GH-Zeisk]. Der redd e M. sesamme! [ KB-Morschh]. Der macht vieleicht e M. z'samme [ LA-Gommh]. In dem seim Hern is M. [ ZW-Bechhf]. Du host aw'rah nor M. im Kopp, / Drum steht dei' Belz so dick [Schandein Ged. 64]. —
b. ewiger M. 'Quecke (Agriopyrum repens)' [ FR-Flomh NW-Duttw LA-Böbing]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Nachbarsmist; Syn. s. PfWB Quecke. — Südhess. IV 682 ff.; RhWB Rhein. V 1175; LothWB Lothr. 364; ElsWB Els. I 733/34.

 

  Mist [Mì Dollern; Met Mü. Su. Hlkr. Logelnh. Dü. M. Rapp. Geisp. NHof K. Z. Han.; Mìt Str. Betschd.] m. Mist. Von einem trägen Menschen sagt man: Er is fuler aˡs M. Su. Er is ful wie M. Dü. K. Z., so ful aˡs M. Rapp. ‘Es sein etlich feuler dann mist’ Geiler 97. Narr (Kl.) Mist geʰt üwer List mit Bezug auf die Düngung des Ackers Dü. Mü. Mat. 5, 57. ‘Drei dinge treiben den man aus dem huss: ein mist, ein bös Sach und ein bös weib’ Geiler, s. Als. 1862/67, 145. Wënn r uf dr M. hockt, ist er auʰ rich von

[Bd. 1, Sp. 734a]
einem Prahlhans Geisp. s heisst nit allewil Christus, s heisst auʰ M. nus! bete und arbeite! Ndrbetschd. Er het so vil M. im Schädl, ass mr könnt e ganz Viertl Rëweⁿ mit misteⁿ Rapp. Grussformel: Sind ihr am M.? Ja, ja, un dr M. an uns! Hunaw. Zss. Mistfink, –greif, –hakeⁿ, –hufeⁿ, –lach, –karch, –wageⁿ. — Schweiz. 4, 538. Schwäb. 387. Bayer. 1, 1684.