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| PfWB Menschen-gesicht (Bd. 4, Sp. 1298) | PfWB Ge-sicht (Bd. 3, Sp. 263) | RhWB Visage (Bd. 9, Sp. 127) | |||||||||||||||||||||||||||||
| 1. a. 'Antlitz', G(e)sicht (gəsiχd) [vorn. WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf], (gsiχd) [vorn. mittl. u. südl. VPf Ost-PS], vgl. K. 156 bei Geschichte, Pl. -sichder; Dim. Gesichtche [WPf NPf], Gesichdelche [verbr. nördl. VPf], Gsichdel [mittl. u. südl. VPf]. Syn.: PfWB Angesicht 1, PfWB Ponem 1, PfWB Fassade 2, PfWB Visasch, PfWB Fisionomie, PfWB Vollmond 2, PfWB Fotografie 2, PfWB Fratze 1 a, PfWB Fressasch 1, PfWB Gefrieß 2 b, PfWB Lafette, PfWB Larve, PfWB Zifferblatt. Zs.: Affen(pinscher)-, Altweiber-, Apfel-, Arschbacken-, Arsch-, Paternoster-, Birnen-, Pocken-, Branntwein-, Bulldoggen-, Puppen-, Butter(milch)-, Tagwerk-, Dampfnudel-, Teufels-, Toten-, Dotter-, Traminer-, Turteltauben-, Ekel-, Eulen-, Verbrecher-, Vollmonds-, Geißen-, Grieben-, Grind-, Grundbirnen-, Hexen-, Huren(poppen)-, Juden-, Käse(schmier)-, Kater-, Kindbetter-, Kinnbacken-, Kirchendieners-, Kupfer-, Mädchens-, Milch(suppen)-, Mops-, Raffel-, Rollmops-, PfWB Rüben-, Runzel-, Sauermilch-, Schnaps-, Spatzen-, Süffer-, Wein-, PfWB Zigeunergesicht. Er hot e rund(es), schmal(es), lang(es), spitz(es) G. [verbr.]; e vollkumme G. 'wohlgenährtes G.' [ PS-Nd'simt]; e äänseidich G. (infolge einer Lähmung) [ GH-Weingt]; käin gutt G. (weil er etwas auf dem Gewissen hat) [ WD-Niedkch]; e wiescht G. 'häßliches, auch bösartiges G.' [ ZW-Marthh]; e alt G. 'faltiges Greisengeicht' [ FR-Bockh]; e gescheit G. [verbr.]; e ausgekluucht G. 'schlaues G.' [ LA-Nd'hochstdt]; e sauwer G. 'schönes G.' [ LU-Neuhf]; e blutrot G. [ LU-Opp]; e G. rout wie e Krebs [ GH-Weingt]; e frisch G. [ FR-Kindh]; e weingrin G. [Wilde 263]; e kupprich G. 'kupferrotes Trinkergesicht' [ GH-Leimh]; e blaß G. [ GH-Weingt]; e groo G. 'graues G.' [ GH-Nd'lustdt]; e roschdich G. 'mit Sommersprossen bedecktes G.' [ PS-Dahn]; e braunverbrenndes G. [ KU-Lohnw]; e blooverfrore G. 'blaugefrorenes G.' [ GH-Weingt]; e gifdich G. 'bösartiges G.' [ KU-Kaulb]; e blott G. 'glattrasiertes G.' [ KL-Bann]; e glatt (e rauh) G. [ GH-Weingt]; e verlebt G. [ KB-Kriegsf]; e ofgedruse G. 'aufgedunsenes G.' [ GH-Weingt]; e verschloofe G. [ NW-Geinsh]; e schään Gesichtche [ KU-W'mohr]; e lieb goldich Gesichtche [ KU-Kaulb]. Er is schmal im G. [ KU-Kaulb], hoorich im G. 'hat starken Bartwuchs' [Pirmas], weiß wie die Wand im G. [ GH-Freisb]. Sein G. werd bloo un grin (vor Anstrengung) [ GH-Weingt]. Des Mädel hot gar kään Farb im G. [ NW-Kallstdt]. Er hot e G. wie e Vollmond [ BZ-Annw], wie e Rieweloch, von einem langen G. [Bd. 3, Sp. 264] [ SP-Harths], wie 's Lewe [ FR-Kindh], e Gsichdel wie Millich un Blut [ PS-Erfw], wie e Herzkersch [ SP-Harths], e G. wie e Äppelche [ Gal-Dornf], wie weicher Käs [ RO-Bistschd], wie geschissener Appelbrei [ WD-Niedkch], wie e verrissener Elfder 'häßliches G.' [ RO-Lettw], wie 's Kreiznacher Inschelt (Kreuznacher Unschlitt) 'bleiches G.' [ebd.], wie e Werr (Maulwurfsgrille) 'häßliches G.' [ PS-Nd'simt], wie e Eil, wie e Nachteil, dass. [ GH-Weingt]. Er hot gar kän G. mihn 'abgezehrtes G.' [ KU-Kaulb]. Sein G. es doorebleich (totenbleich) [ WD-Niedkch]. Dem sein G. kenn ich [ LU-Altr]. Ich kenn dich am G. [ KU-Krottb Schmittw/O]. Ich kenn'n vun G. [verbr.]. Am G. sieht mer's, er hat die Schwindsucht [ KL-Reichb]. RA.: Die hat e G. wie e geplätschder Eemer [Kaislt]. Sein G. glänzt wie e Pann uf die Faßnacht [ Gal-Dornf]. Du hasch 's ganz G. mit Schloof (Schlaf) verschmeert [ KU-W'mohr]. Er is seim Vadder aus'm G. geschnitt [Krieger 35]. Die Todkranke hot Kerchhofrose im G. [ NW-Kallstdt]. Der Frohe lacht mer'm ganze G. wie e Maikäwwer [ WD-Niedkch]. Steck d'r e Zigarett ins G., daß m'r wääß, was hinne un vorre is [ KU-W'mohr]. Bleib m'r mit deiner Hand aus meim G.! 'Wage nicht, mich zu schlagen!' [Kaislt]. Das war e Schlag for'n ins G. [ NW-Elmst]. SprW.: Wer sich d' Nas abschneidt, verschändt sein eige G. 'Wer die Verwandten bloßstellt, schadet dem eigenen Ansehen' [GH-Zeisk, verbr., auch Don Gal Buch]. Ee Hand wäscht die anner, un alle zwee 's G. [ Don-Schowe]. Volksgl.: Wammer sich freidags wäscht, soll mer die Händ abtrickle eb 's G., noh kriegt mer ken Zahnweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1318]. Mer muß de kleene Kinner immer 's eerscht de Hinnere wäsche un dann 's G., dann werren se schee [Kaislt]. Neckreime s. PfWB Bader, PfWB Gericht 1 a. — b. 'Gesichtsausdruck'; e froh(es), ernschd(es), bees(es), zornich(es), dumm(es), munner G. [verbr.]. Er kriegt e ganz bräät G., so vergnügt ist er [ GH-Weingt]. Der Enttäuschte macht e langes G. [Frankth]. Er macht e bedaierlich G. 'trauriges G.' [ RO-Dielkch], e mutzich G. 'mürrisches G.' [ GH-Weingt]. RA. und Vergleiche: Er macht e G. wie e Pann voll Deiwel [Kaislt PS-W'fischb Hebel 14]. Er macht e G., as wann er ääm fresse wollt [ KU-Ulm], wie wann er Essich gesoff hätt [KL-Hütschhs, verbr.], as wann er de Essich all ellään gsoff hätt [ZW-Marthh, verbr.], als wann er Tinde gsoffe hätt [ ZW-Battw], as wann er Spinne gfresse hätt [ NW-Kallstdt], wie drei (siwwe, verzehn) Daa Räänwerrer 'betrübtes G.' [ KU-W'mohr], wie 's Leide Krischdi [ GH-Weingt], wie e Schippezehnder (Pik-Zehner) 'bekümmertes G.' [Pirmas ZW-Stamb KU-Erdb], wie e Häwener (Häfner), wann er umgeschmiss hot [ KU-Kaulb]. Er macht e schief G. dezu 'unzufriedenes G.' [ KU-Lohnw]. Er macht e G. wie e Bock, wo [Bd. 3, Sp. 265] uf'm Schraane (Schragen) leit 'wehleidiges G.' [ KU-A'glan], wie e gestochener Bock [ KU-Lohnw], wie e begossener Pudel [PfMHk. 1925, S. 178], wie e Aff, wo 's Koschtgeld verschnääkt 'vernascht' hat 'verlegenes G.' [ HB-Kirrbg], wie e Aff uf'm Schleifsteen [Hebel 14], wie wann er 's heilich Öl verschitt hätt 'schuldbewußtes G'. [Hebel 14], wie wann er unserm Herrgott de Tindekrug umgeschott hätt [ PS-Geisbg], wie wann er vum Himmel g'fall wär [ ZW-Hornb PS-Geisbg], wie e Katz, wann's dunnert 'erschrecktes G.' [RO-Rehborn, verbr., auch Don Gal], wie e Kader (Kater), wann's dimmelt (donnert) [Gal-Lindf, verbr. Gal Don Buch], wie der Ochs, wann's dunnert [ Gal-Bagbg Buch-Illisch], wie e Gluck, wann's blitzt [verbr.], wie e verliebder Maikäwwer 'vergnügtes G.' [ LU-Altr NW-Kallstdt], wie e verheiradter Maikäwwer [ KU-Wolfst RO-Alsbr LU-Limbghf]. Was der m'r heit e G. macht!, von einem Beleidigten [Kus, verbr.]. Sie verzieht 's G. [ RO-Alsbr], verzerrt 's G. [ PS-Burgalb], schneidt e G. [KU-Kaulb, verbr.]. Wenn Kinder Gesichter schneiden, wird ihnen gedroht: es G. bleibt eich stehn [ PS-Nd'simt]. Lern e alde Aff e G. mache! [ NW-Hardbg]. Zs.: Duckmäuser-, Essig-, Flozer-, Fuchs-, Galgen(vogel)-, Gauner-, Halunken-, Hunds-, Leichenbitter-, Meerrettich-, Ohrfeigen-, Schafs-, Schmarotzer-, Spitzbuben-, PfWB Wüstgesicht. — c. in sonstigen festen Verbindungen. Kumm mer net ins G.! 'Laß dich nicht blicken!' [ LU-Alsh], auch: vor's G. [BZ-Billh, verbr. südl. VPf]. Geh mer aus'm G.! [ LU-Alsh]. RA.: Dem guckt mer liewer uf de Buckel wie ins G. [ KB-Bischh]. Ins G. is se ääm e Engel un hinnerum e Deiwel [ LU-Oggh]. SprW.: Aus'm G. — aus'm Sinn [ NW-Haßl Spey]. — 2. a. 'Fastnachtsmaske' [KU-A'glan vereinzelt mittl. VPf]. Syn. s. PfWB Fastnachtsgesicht. — b. 'feuriger Rübenkopf', Gsichtche [ KU-Krottb]; vgl. PfWB Totenkopf 4, Feuerteufel 1. — c. 'das im Garten wachsende Stiefmütterchen', G(e)sicht, Pl. G(e)sichder [KU-Krottb PS-Ruhbk LU-Alsh vereinzelt mittl. u. südl. VPf], G(e)sichtcher [verbr. NWPf KB-Albish], G(e)sichdelcher [KU-Schmittw/O verbr. SWPf östl. NPf nördl. VPf NW-Ellstdt Iggb Meckh Wilde 234], Gsichtle [verbr. mittl. u. südl. VPf], Gsichtlich [um Land]. Zs.: PfWB Affengesicht 4, PfWB Fratzengesicht 3, Herren-, PfWB Menschengesicht. Syn. s. PfWB Stiefmütterchen. — d. 'Aussehen', vgl. PfWB Angesicht 2, PfWB Ponem 2. Jetz kriet die Sach e anner G. [ KB-Bischh]. — e. 'vorderer bzw. oberer Teil eines Möbels, eines Pflastersteins', Handwerkerspr. [ KU-A'glan]. — f. e frech G. 'frecher Mensch' [ KU-Krottb]. — g. 'Vision, Erscheinung'. Er hat e G. gehatt [ KU-A'glan]. — 3. a. 'Sehvermögen'; e gut (e schwach) G. [ NW-Elmst]. — b. ein Schlachttier uf's G. kaafe 'nach [Bd. 3, Sp. 266] dem Augenschein geschätzt' [ KB-Kriegsf]. — Südhess. II 1302 ff.; RhWB Rhein. VIII 117 ff.; LothWB Lothr. 200; ElsWB Els. II 325, 340; Bad. II 392/93.
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