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 PfWB Meise (Bd. 4, Sp. 1282)   PfWB Gransch (Bd. 3, Sp. 408)   PfWB Meister (Bd. 4, Sp. 1285) 
   Meise f.:
1.
a. 'Meise (Parus)', insbes. 'Kohlmeise (Parus maior)', Määs (ms) [verbr. (außer NPf), Heeger Tiere II 12], Määns (mns) [mancherorts MPf vereinzelt WPf, Heeger Tiere II 12, 15 Höh 62 Müller Dietschw 50], Määns (mns) [KU-Lohnw Quirnb RO-Höring Ransw

[Bd. 4, Sp. 1283]
KL-Katzw Mehlb Ottb Schrollb Weilb NW-Gimmdg BZ-Queichhmb], Maas (mās, ms) [ KU-Adb RO-Teschmosch PS-Bruchw/Bärb Hirschth Schönau KB-Dannfs Weitw BZ-Dörrb GH-Weingt], Maans (māns, mns) [mancherorts NPf PS-Bundth Christmann Kaulb 24, 52 Mang 132], Maans (māns) [ RO-Börrstdt], Maais (māis) [ KU-Obw/Tiefb LU-Altr GH-Neubg], Meis (mais) [mancherorts NOPf SWPf vereinzelt WPf, Krämer Gal 148], Mäis (męis) [ WD-Hoof Niedkch IB-Blickw Herbh Rubh], Mäins (męins) [ KU-Reiffb], Moas [ KB-Gauh] (um 1930 nur von Alten); Pl. -e; oft nur Dim. Määs'che, Maas'che; -el usw.; Zs.: PfWB Blau-, PfWB Kohl-, PfWB Schwanz-, PfWB Spechtmeise; RA.: klerrere (klettern) wie e M. [ KU-Schmittw/O]. Heilspruch: Haale, haale (heile) Määsekar, / die Määse machen allegar, / die schwarze wie die weiße, / die sollen der (dir) drufscheiße [RO-Duchr/O'hs, in Var. KU-Kaulb RO-Rehborn KL-Niedkch Heeger Vhk. 94]. —
b. 'Zaunkönig', Meis'che [ FR-N'lein], Määnsje [Rockhs]. —
2. zornige Määs 'Mensch, der leicht in Erregung gerät' [ PS-Erfw]. —
3. Neckname für die Einwohner von PS-Eppbn, die Määse. Südhess. IV 617; RhWB Rhein. V 1051/52; ElsWB Els. I 721/22.

 

   Gransch f.: 'Gurgel', Gransch [ KU-Reichsth KL-Olsbr Ottb]; äne an de G. packe (greife) [ KL-Ottb]; vgl. PfWB granscheln. Syn. s. PfWB Gurgel. — Wohl aus frz. gorge mit r-Umstellung und n-Einfügung wie in mans, Meens, Meenschter, s. mas, PfWB Meise, PfWB Meister. — RhWB Rhein. II 1423 Grosch 2.

 

   Meister m.:
1.
a. 'Handwerksmeister', Määschder (mdər, r, -Ä) [verbr. VPf SWPf mancherorts WPf NPf, Otterstetter 68], Meeschder [Lambert Penns 103 Krämer Gal 148], Määnschder (mndər) [verbr. nördl. WPf mancherorts mittl. u. westl. WPf vereinzelt VPf, Bertram § 170, 261 Heeger Südostpf. 12/13 Henn Mda.-Int. 268 Müller Dietschw 50 Schneckenburger 49 PfId. 94], Määnschder (mndər) [KU-Hachb Reiffb HB-Brenschb ZW-A'hornb Gr'bundb RO-Gaugrw Höring KL-Erzhs Katzw Mehlb Neukch Schrollb Weilb PS-Bobth Bundth Erfw Erlb Fehrb Geisbg V'weidth KB-Gauh Göllh Rams NW-Bobh Deidh LU-Limbghf LA-Walsh BZ-Rechtb Schweig GH-Schaidt], Maaschder (mādər, mdər) [mancherorts NPf KU-Breitb PS-Hirschth Schönau BZ-Dimb], Maanschder (māndər, mndər) [mancherorts NPf LU-Altr Christmann Kaulb 24, 88 Mang 132 PfId. 92], Maanschder (māndər, mndər) [KU-Kreimb WD-Hoof RO-Obd PS-Bruchw KB-Boland Göllh Standbl BZ-Dörrb], Meischder (maidər) [vereinzelt (nach dem Schd.)], Maaischder [ GH-Neubg]; Pl. wie Sg., mancherorts auch -schd(e)re; zur Nasalierung s. F; Zs.: PfWB Büchsen-, PfWB Lehr-, Maurer-, PfWB Schmiede-, PfWB Schneider-, PfWB Zunftmeister. Gun Dach (Gut Morge), M.! Anrede und Gruß der Lehrlinge und Gesellen an den Meister [ BZ-Annw, mancherorts].

[Bd. 4, Sp. 1286]
Frau M.! Anrede der Frau des Meisters [ KU-Hinzw, mancherorts]; vgl. PfWB Meisterin. Gruß des wandernden Schmiedegesellen beim Betreten der Werkstatt: Zum Gunscht fir M. un Gesell! Ein fremder Schmied spricht um Arbeit zu [ GH-Kand]. SprW.: 's esch noch keen M. vum Himmel g'falle [LA-Roschb, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer on de Weg baut, hot veel Määnschter [ KU-Schmittw/O]. 14. Jh.?: do soll der meinster gut for sin, ob der knecht das gelt abdete oder hinwecklieffe [PfWeist. 236 (NW-Deidh)]. a. 1425: meinster decker [LeinArch. (Löhne)]. a. 1425: eyme meinster ein dag 1 β den [ebd.]. a. 1514: geritten zu meinster Sonnenschyn [GgHospR]. a. 1514: Item 1 βδ hans zwick vor blattißgen (s. Blatteise) hat man by im geholt do der meinster gefangen warde [ebd.]. a. 1515: meinster Hans gryff ... meinster lorentzen von Danstatt [ebd.]. a. 1534: sol niemants des Nachts noch dem Nachtessen yn kheins Würtzhaus ... vnd die dienstknecht yn yr Meynsters heüser bleiben [MHVPf VII 53 (Weistum LU-Neuhf)]. a. 1539: Mainster Jorgen steinmetzen [GgHospR]. —
b. 'Mensch, der in seinem Fach hervorragendes leistet; Könner' [mancherorts]; Zs.: PfWB Hexenmeister. Wer 's bescht gekennt hot, war M. [Rockhs]. —
c. 'Herr, Vorgesetzter, Aufseher, Leiter' [verbr.]; Zs.: PfWB Bach-, PfWB Bau-, PfWB Post-, PfWB Brand-, PfWB Pritschen-, PfWB Bürger-, PfWB Drill-, PfWB Eich-, Flöz-, PfWB Forst-, PfWB Fron-, PfWB Gerichts-, PfWB Haus-, PfWB Hof-, PfWB Kirchen-, PfWB Kupier-, PfWB Markt-, PfWB Rent-, PfWB Ritt-, PfWB Rott-, PfWB Schacht-, PfWB Schul-, PfWB Sprach-, PfWB Spreng-, PfWB Stuben-, Stuter-, Waage-, PfWB Wacht-, PfWB Wald-, Wiegmeister. a. 1314: und mogent die mestere und die nachgebure dar zu gen mit wafene oder ane wafen [SpeyUrk. 223]. a. 1341: vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister in irme hove zu Obernheimbach [OttbgUrkb. 419]. Im Bes.
α. 'Aufseher der Arbeitsleute' [verbr.]; vgl. PfWB Kommandiermeister. —
β. Anrede des Herrn durch das Gesinde [mancherorts]; vgl. PfWB Pfetter 4, PfWB Vater 1 d, PfWB Vetter 2 b γ, PfWB Herr 2 a α, Schef.
d. 'Scharfrichter'. a. 1661: wurde er vor den Meister gestellt [Knapp 57 (KL-Ottbg Samb)]. —
e. 'Schinder' in den Zs. PfWB Klee-, Wasenmeister. —
2.
a. Meinschter Lambe 'Hase' [ KU-Schmittw/O]; Meischter Lambel [ KL-Schneckhs]. —
b. vgl. die Zs. PfWB Waldmeister. — F.: Nasaleinschub findet sich schon in den hist. Belegen des Pfälzischen (s. o.) und im Mhd.: meinster ( Lexer Lexer I 2085). In den heutigen pfälzischen Mundarten ist Nasaleinschub oder Nasalierung (sekundäre Nasalierung) besonders vor -s und -f (vgl. PfWB Deichsel, PfWB Esel, PfWB Husten, PfWB Haufen, PfWB Meise, PfWB Meißel, PfWB Maulvoll u. a.) in der Nord- und mittleren Westpfalz zu beobachten, während in der VPf nur noch in einzelnen Fällen kleinere Inseln

[Bd. 4, Sp. 1287]
mit sekundärer Nasalierung bestehen geblieben sind (vgl. Bertram § 170). — Südhess. IV 619/20; RhWB Rhein. V 1056 ff.; Lothr. 355/56; ElsWB Els. I 732.