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 PfWB mehr (Bd. 4, Sp. 1273)   PfWB meh (Bd. 4, Sp. 1267) 

[Bd. 4, Sp. 1273]
   mehr, meh unbest. Zahladj., Adv.:
1. unbest. Zahladj. 'in höherem Grade, in größerer Menge, Zahl', Komp. zu PfWB viel, mehr (mēr, mēÄ) [vereinzelt, nach dem Schd., Bertram § 71 Karch Gimmdg/Muttstdt 233], meh, mehn (mē, mēn) [verbr., Heeger Südostpf. 32 Mang 9 Müller Dietschw 50 Schandein Ged. 243 Lambert Penns 104 Buffington-Barba Penns 155], mehn [ KU-Albess Föckbg Rothsbg LU-Schauh LA-Leinsw Rhodt], mäh, mähn (m, mn) [mancherorts VPf vereinzelt WPf, Bertram § 71, § 261 Heeger Südostpf. 13 Heeger Tiere I 15 Schneckenburger 22, 13], mähn [ PS-L'mühl LU-Böhl], mäi [ ZW-Ixh], mih, mihn (mī, mīn) [mancherorts WPf vereinzelt VPf, Christmann Kaulb 11 Heeger Südostpf. 13 Henn Mda.-Int. 69 Mang 118, 160]; erneute Komparativbildung: mehner, mähner, mihner, Verbr. des Stammvokals wie bei der Grundform [verbr., Bertram § 261 Danner Penns 70 Lambert Penns 104 Krämer Gal 148], mähnder [Pirmas (Kieffer 53)], Superlat.: meischt [mancherorts NPf WPf vereinzelt VPf], meinscht [ GH-Wörth], me(h)nscht [verbr. mittl. u. südl. VPf mittl. WPf vereinzelt übrige Pf, Bertram § 261 Müller Dietschw 50 Otterstetter 69 Schneckenburger 49 Lambert Penns 104 Beam Penns 70 Buffington-Barba Penns 155 Krämer Gal 148 mancherorts Don Buch], mä(h)nscht [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts WPf], mi(h)nscht [mancherorts WPf, Henn Mda.-Int. 69, 271], me(h)scht [vereinzelt], mä(h)scht [vereinzelt MPf SOPf], me(h)rscht [mancherorts NPf WPf vereinzelt übrige Pf, Henn Mda.-Int. 69, 258 Lambert Penns 194], mä(h)rscht [vereinzelt NOPf], oft auch mit der- oder das- präfigiert: der-, demehnscht, 's mehnscht usw.; s. auch F. mehner as genunk 'mehr als genug' [Danner Penns 140]. 's is meh wie scheen (aarich, dumm, frech, reich) [ KU-Ulm, mancherorts]. Je meh ich sauf, je meh Dorscht ich krie [ KU-Reiffb]. Der hot mich um mähn as dausend Mark gebrung [ KB-Rams]. Den Weg bin ich schun mähn wie eemol gange [ GH-Kand]. Ajo, des is net meh wie recht! [PfPr. 21. 12. 1932]. Des schmeckt nach noch mehr, von einer leckeren Speise [ BZ-Albw]. Do hot's mähner 'Da gibt es mehr' [ BZ-Dernb]. Er will meh sei wie die annere [ KL-Mehling]. Un wann Se noch mihner wisse winn (wissen wollen), dun Se sich norre unschiniert an mich wenne [ GH-Erlb]. Der Bauer will noch mehner Sunn [PennsDeitsch-Eck 27. 5. 1939]. Der hot 's mehnscht 'Der hat das meiste (Besitztum)' [ BZ-Dernb]. Dem is es mehnscht s' liebscht, von einem Raffgierigen [ KU-Trahw]. Im Summer hot mer am mehnschte getrunk [ Gal-Josbg]. Die mehnschte Liet hon doch heijt e gut Usskummes [IB-Ensh (Glass 62)]. Do sin d' mehnschte (Weinreben) verfrore [ BZ-Nd'horb]. Nau sin die Kinner all schun

[Bd. 4, Sp. 1274]
groß, / Die menschde sin verheiert [Birmelin Penns Gezw. 62]. RA.: Mihn Brih wie Brocke 'mehr Umstände als Erträge' [ KU-Schmittw/O]; meh Stange als Wärscht 'größere Pläne als man verwirklichen kann' [Rockhs, mancherorts]; mehn Glick as Verstand [ ZW-Rieschw, mancherorts]. Er hot mihn Oonschlee 'Unsinn, Streiche im Kopf', s. PfWB Anschlag 4 b, wie e Hund Fleh [ KU-Schmittw/O]. Der hot sei mehschti Milch gewwe 'Mit ihm geht es zu Ende' [ BZ-Albw, NW-Deidh]. Der hot mehner im klene Finger, wie e annerer im Kopp [Don (Steinmetz)]. Er kann mäner wie Brot esse [Bergz (Kamm 37), auch Don Gal Buch]. Der bekimmert sich mehner um die Woll wie um die Schoof, von einem, der vor lauter Nebensächlichkeiten die Hauptsache vergißt [Penns]. Mer muß dem Herrgott for alles danke, wann's aach bißche mehner is, scherzh. [ Gal-Bagb]. Die mihnschte Leit sterwe im Bett [ KU-Schmittw/O]. Scherzhafte Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: E bissel (finf Minutte) mäh wie vorhin [ LA-Wollmh, mancherorts]. SprW.: Je mehner, je liewer [Schandein Sprachsch. 42]. 's gitt mehner (meh) Kette as wiedische Hund [LU-Altr, NPfGV 8/1934]. Imme (Einem) beese Hund muß mer e Stick Brot mihner gewwe [ KU-Schmittw/O]. Wo viel isch, will (kummt) noch meh dezu [Bergz (Kamm 39), LU-Alsh]. Wo mehner Wasser, wo grüner 's Kränzche [Rech Lore 3]. Mehner Täg (Tage) wie Brotwärscht 'Man muß für die vielen Tage, die noch kommen, die Vorräte schonen' [Don (Steinmetz)]. 's Johr hot viel Daa un noch mehner Imser (s. PfWB Imbiß) [mancherorts Don Gal Buch]. E lidderig Fraa kann mit dr Schorz mähn zur Deer enaustrage, als e Mann mit em Karch eroinfahre kann [ LU-Opp, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Ee Narr macht zehne un zeh mache noch meh (Narren) [ Don-Bulkes]. Frih Zähn, frih mähn 'Kommen bei einem Kind früh die Zähne, folgt bald ein weiteres Kind nach' [ KB-Kriegsf]. Die derre Kih gewwen die mehrscht Millich [ KL-Alsbn, KU-Schmittw/O]. Die kleenschte Krotte hen am mähnschte Gift [ NW-Kallstdt, WD-Niedkch]. Kinner un Narre (Besoffene) hun 's meischte Glick [ Gal-Josbg]. Es gehn viel geduldige Schoof in een Stall, un ugeduldige noch mehner [Penns, Gal-Dornf]. Am Enn vum Dorf sin die menschte Kinner 'Am Ende vom Dorf (wo die Armen wohnen) sind die meisten Kinder' [ LU-Opp]. BR.: Dorothee bringt de meischde Schnee [ Gal-Dornf]. Rätsel: Wer wääß mäner wie unser Herrgott? Antwort: Die Schulmeischter, die wissen alles besser [Bergz (Kamm 40)]. VR.: Mei Vatter is Schuster, sei Sohn bin ich. / Er kloppt die Sohle, awwer mehner uf mich [ Gal-Brunndorf, Gelsendorf]. Neujahrsgruß: Gu Morje em neie Johr, ich winsch eich meh Glick wie es vorje Johr! [ KU-Erdb,

[Bd. 4, Sp. 1275]
Liebsth]. a. 1299: Stet aber er me pandec danne virzig pond, daz sollen wir ime abelegen [Ottbg-Urkb. 219]. a. 1340: fürbaz me haben vnd geniezzen sollen mit allen rechten [ebd. 417]. a. 1354: zum dritten sein eidgesellen der meinsten parteien mit urtheil nachvolgen [Grimm Weist. V 690 (ZW-Hornb)]. a. 1437: an Korn und harter frucht 24 malder me oder mynner [ZweibrLuRb. 147r]. a. 1464: nach dem sie mehe dan in einem Ampte zu tun hantd [LibSecrM 197v]. a. 1465-1470: So mag der Müller dartzu Holz hauwen in dem Walde ... zu sinem nutze vnd nid mehe [SpeyHochst. 198]. a. 1522: eyn morgen akkers mehe heruff [GGA 55i 42v (NW-Ungst)]. a. 1529: zum viertten zwo straff des minsten vnd eine des meinsten freuels [PfWeist. 33 (RO-Als)]. a. 1530: haben die pfleger ... mehe ußgeben dan ingenomen [GgHospR]. a. 1532: vnd soll auch nit men nemen dan vonn eynem malter eynn bestrichen virlingk korns [PfWeist. 266 (KB-Dreis)]. a. 1537 (Abschrift 1604): einer der do pferd hat, der soll nit men halten dann fünffzig schaff [SchWeist. RO-Falkst 32]. a. 1600: Item das Klein und groß Hesel wäldgen, ist das meinst Teil Buchen schur hecken und Kröpf [Vellmann Wolfst. 127]. —
2. Adv.
a. 'in stärkerem Maße, eher' [verbr.]. Er schafft meh wie du [ NW-Kallstdt]. Du muscht dich mehner schone [Krämer Gal 148]. Ich redd mit der schun so viel lange Johre, / bei Daa un Nacht, mol lauter, mänschtens leis [Fuhrmann 8]. SprW.: Fingerslang g'hannelt is mäh wert wie aremslang g'schafft [ LU-Friesh, Kaislt]. Schorfe Schwerter schneire sehr, schorfe Zunge noch veel mihn [ KU-Schmittw/O]. —
b. in Verbindung mit einer Negation 'nicht, nichts, nicht(s) weiter' [verbr.]; gar net meh [verbr.]; kaan Hand mihn rehre (rühren) [ KU-Kaulb]; ken Fuß meh in's Haus setze [ LU-Friesh]; kä ruhigi Stunn mähn hawwe [ GH-Kand, mancherorts]; uf kem Fuß mäh stehn kenne [ LU-Friesh]. Er hot keen Geld meh [RO-Höring, verbr.]. Mer hän kän Schul mihn [ PS-Erfw]. Der hat kee Kuraasch mih [KL-Spesb, verbr.]. Er hot net 's Herz meh dran 'Er hat nicht mehr das Herz dazu' [ KB-Zell]. Ich bleib kä Minutt mähn do im Haus [ GH-Kand]. Sie hat ken Hoor meh uf'm Kopp [ LA-Herxh]. Du hoscht jo ken Farb mähn (im Gesicht) [ RO-Semb]. Die hot nix mähn ansedun 'zum Anziehen' [ FR-Bockh]. Die Kuh macht kan Kalb mihn 'Die Kuh ist unfruchtbar' [ KU-Kreimb]. Der hot nix mihn in de Hosse, von einem, der stark abgenommen hat [ RO-Rehborn]. Er sieht aber niemand mi [Henn Mda.-Int. 258]. Kä Sack drickt mih säij Buckel krumm [Runck Du un ich 52]. Do breicht mer nichs zu fiedre meh [Birmelin Penns Gezw. 150]. — F.: Die Formen mehr sind gegenüber altmundartlichem meh (zu mhd. mê) aus dem Schd. übernommen. In der Fügung

[Bd. 4, Sp. 1276]
nicht mehr sind die Formen auf -mih, -min, mi vorherrschend in der gesamten Pf verbreitet, s. PfWB nicht, PfWB niemehr. Der Superlativ ist in drei, dialektgeographisch nicht klar trennbaren Typen erkennbar: 1. Bildung mit meist, 2. als Steigerung zu mehr = me(h)rscht usw., 3. als Steigerung zu meh = me(h)scht, me(h)nscht usw. — Südhess. IV 603/04, 610; RhWB Rhein. V 1035/36; LothWB Lothr. 358; ElsWB Els. I 701.

 

  meh s. PfWB mehr.