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 PfWB matschig (Bd. 4, Sp. 1216)   PfWB zeitig (Bd. 6, Sp. 1575)   LothWB zidich (Bd. 1, Sp. 557b) 
   matschig Adj.:
1. 'breiig, morastig', matschich, -ig [verbr., Schandein Ged. 243, Krämer Gal 147 Don-Werb], (mḁdi) [KU-Wolfst (Henn Mda.-Int. 65)]; vgl. PfWB matschelig 1; matschige

[Bd. 4, Sp. 1217]
Plätz 'sumpfige Stellen einer Wiese' [ KU-Eßw]. Die Wiß is m. [Kus NW-Mußb]. Wann de Schnee vergeht, werd die Stroß m. [ KU-Hundh]. Die Wiß is m. 'sumpfig' [Kus]. —
2.
a. 'faulweich, überreif' [verbr.]; vgl. PfWB matsch 1 a, PfWB Matsch 2, PfWB matschelig 2 a. Die Beere sin m. [ BZ-Dernb]. —
b. 'nicht ganz durchgebacken'; auch: 'wäßrig', vom Gemüse [ LA-Venn, vereinzelt]; vgl. PfWB matsch 1 b, PfWB matschelig 2 b. 's Brot is m. [Krämer Gal 147]. —
c. 'fett' [ GH-Vollmw]; vgl. PfWB matschelig 2 d. — Südhess. IV 567; RhWB Rhein. V 944.

 

   zeitig Adj.:
1. 'pünktlich, früh', zeidich (dsaidiχ) [mancherorts, Juner 107], zeirich (dsairiχ) [mancherorts, Braun Lääsebuuch 242 Ehrhardt 91], zeilich (dsailiχ) [ KU-Bedb], zeidisch [Feierowend 8/1958]; Zs.: PfWB vor-, PfWB früh-, PfWB gleich-, PfWB recht-, PfWB unzeitig; z. dran sein 'früh sein' [vereinzelt]. Ich kann z. dort sin [ PS-Gersb]. Er kummt immer z. zur Ärwet [ LU-Opp]. SprW.: Z. ins Bett un z. eraus, bringt Wohlsein und Wohltat un Wohlstand ins Haus [LA-Impfl]. BR.: Wann die Schwalwe frih kummen, gebt's z. Frihjohr [ ZW-Bechhf]. —
2.
a. 'reif zum Ernten, zum Essen', von Obst, Käse usw., zeirich [verbr. ges. Pf, Juner 107 Mang 121 Müller Dietschw 73 PfId. 155 Thielen 125 WKW 23 Wilde 287], zeirisch [KU-Etschbg Frankb Körbn O'alb HB-Alth ZW-Gr'steinhs Mörsb RO-Als KL-Frankst W'lein Weilb PS-Eppbn Nünschw Rodalb Vinn KB-Stauf FR-Beindh LU-Iggh NW-Wachh BZ-Spirkb Bernhard 192 Schneckenburger 44], zeierich (dsaiəriχ) [ ZW-Käshf L'wied Mittb], zaairich (dsāiriχ) [ RO-Lohnsf PS-Hetths BZ-Nd'horb], zaairisch (dsāiri) [ PS-Hilst], zejrich (dsęjriχ) [ HB-Bliesdlh Breitft Brenschb Jägbg IB-Nd'würzb Ommh Seelb], zeidich [mancherorts VPf SPf vereinzelt übrige Pf, Otterstetter 192 Wilms Alph. 57 Lambert Penns 182 PennsDeitschEck 28. 11. 1953 Krämer Gal 246], zeidisch (dsaidi) [ ZW-Hornb Bergz], zaaidich (dsāidiχ) [ GH-Neubg], zeiðich (dsaiðiχ) [ KU-Kaulb LA-Edk], zeilich [ KU-A'glan Bedb Dennw/Frohnb Dietschw Erdb Jul Patb Rathsw Ulm ZW-Lambsbn RO-Als Dielkch H'stätt Ransw LU-Altr LA-Göckling BZ-Gräfhs Münchw Nd'ottb Steinf GH-Freckf Jockgr Rülzh Wind], zeilisch (dsaili) [ HB-Böckw], zejlich

[Bd. 6, Sp. 1576]
(dsęjliχ) [ HB-Böckw], ziddich (dsidiχ) [ HB-Utw IB-Habkch Reinh], zirrich (dsiriχ) [HB-Medh Nd'gailb Peppk IB-Bliesmg/Bolch Eschring Gersh Witth], zillich (dsiliχ) [HB-Seyw IB-Bebh Ensh (Glass 135)]; s. K. 412; Zs.: PfWB patsch-, PfWB überzeitig; Syn. (auch für überreif): dreckweich, edelreif, gut I 3 e, PfWB matsch 1 a, PfWB matschig, PfWB morsch1 1 c, PfWB morschfaul, PfWB morschtig, PfWB mostig, PfWB muddig, PfWB muselig, PfWB reif 1, PfWB überreif, insbesondere vom Getreide: dürr 3, vom Käse: durchfaul, faul 1 a δ, PfWB schmierig, PfWB überfaul, vom Tabak: blumig 3, von Trauben: edelfaul, mopsig 3; zeiliche Äppel [ RO-H'stätt]. Die Trauwe werre z. [ KB-Zell]. De Kees isch z. 'Der Handkäse ist ausgereift, weich' [vereinzelt]. 's Holz is z. 'Das Rebholz ist gut entwickelt' [ FR-Albsh]. 's Korn werd vun alle Frocht 's erscht z. [ KU-Schmittw/O]. 's is Summer. 's Korn is z. [Münch Werke I 97]. Es summert nit, wie kann dann do was z. werre [ ZW-Battw]. Am Keschtebaam drauß, sin die Weschglamme z. [Birmelin Penns Gezw. 70]. Die wern so jetzt aa schun z. [Kröher Lyoner 112]. RA.: Er wachst unner (hinner) sich (macht sich) wie zeirich Gerscht 'Er wird infolge Alters immer kleiner' [KL-Hirschhn Hebel 13 Don-Gert]. SprW.: Dem reiche Mann sei Märe und dem arme Mann sei Korn weren über Nacht z. [JKurpf. 1927 S. 16]. Wann de Appel mol z. is, fallt er runner [ PS-Saalstdt]. VR. s. PfWB halala, PfWB Katharina-Elisabeth. a. 1579: so er in dem felt geth vnd vermerckt daß die frucht zeittig ist, soll ers dem schultheisen verkündten [PfWeist. 225 (NW-Dackh)]. —
b. 'den Höhepunkt der Entzündung erreicht haben', von Geschwüren [ KU-Bedb Kaulb KL-Hirschhn PS-Erfw LA-Rhodt]. Mer derf de Schwäre 'Geschwür' net ufschneire, ewwer z. is [ KL-Reichb]. —
c. übertr. 'gereift, bereit für eine Veränderung sein', vom Menschen; vgl. PfWB gesetzt, PfWB mannbar. Der Eli is now zeitich [Reichard Penns 152]. RA.: Se esch z. 'alt genug zum Heiraten' [ LA-Rhodt]. Er es z. fer uf Klingeminschter 'Er ist verrückt' [ KL-Niedkch]. Den will ich schun z. mache 'gehorchen lernen, zum Nachgeben bringen' [ LA-Venn, KU-Schmittw/O KB-Kerzh]. — Rhein. VII 292 K. VII 7, IX 750; ElsWB Els. II 919 zitig.

 

  zidich [tsidiχ fast allg.; tsaideχ D. Si.] adj. zeitig, reif (dieses Wort fehlt in der Mundart). a) vom Obst: ziddiches Obs Ri. De Quetsche sin noch nit zidich Fo. Rdaa.: Mer muss de Bire schiddle, wenn se z. sin Fa. An sine Bire ’s gesin, wann anderlitts d'ihre ziddi sin Ri. b) von Geschwüren, die aufzuschneiden sind. ElsWB els. 2, 919 zitig.